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	<title>Ahlener Schuhindustrie - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in AhlenWiki</subtitle>
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		<id>https://ahlenwiki.de/index.php?title=Ahlener_Schuhindustrie&amp;diff=10167&amp;oldid=prev</id>
		<title>WikiSysop: Die Seite wurde neu angelegt: „Die &#039;&#039;&#039;Ahlener Schuhindustrie&#039;&#039;&#039; war ein bedeutender Zweig der Ahlener Wirtschaftsgeschichte. Zwischen 1884 und 1985 bestanden in Ahlen und Vorhelm insgesamt 18 Schuhfabriken. Die Entwicklung begann mit handwerklichen Wurzeln in der Lohgerberei und Schuhmacherei und führte über mechanisierte Fabrikbetriebe zu einem eigenständigen Industriezweig, der über Jahrzehnte Arbeitsplätze in der Stadt bot.&lt;ref name=&quot;Schorfheide&quot;&gt;Rolf Schorfheide: &#039;&#039;Wie…“</title>
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		<updated>2026-05-03T12:09:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Die Seite wurde neu angelegt: „Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ahlener Schuhindustrie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war ein bedeutender Zweig der Ahlener Wirtschaftsgeschichte. Zwischen 1884 und 1985 bestanden in &lt;a href=&quot;/index.php?title=Ahlen&quot; title=&quot;Ahlen&quot;&gt;Ahlen&lt;/a&gt; und &lt;a href=&quot;/index.php?title=Vorhelm&quot; title=&quot;Vorhelm&quot;&gt;Vorhelm&lt;/a&gt; insgesamt 18 Schuhfabriken. Die Entwicklung begann mit handwerklichen Wurzeln in der Lohgerberei und Schuhmacherei und führte über mechanisierte Fabrikbetriebe zu einem eigenständigen Industriezweig, der über Jahrzehnte Arbeitsplätze in der Stadt bot.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot;&amp;gt;Rolf Schorfheide: &amp;#039;&amp;#039;Wie…“&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ahlener Schuhindustrie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war ein bedeutender Zweig der Ahlener Wirtschaftsgeschichte. Zwischen 1884 und 1985 bestanden in [[Ahlen]] und [[Vorhelm]] insgesamt 18 Schuhfabriken. Die Entwicklung begann mit handwerklichen Wurzeln in der Lohgerberei und Schuhmacherei und führte über mechanisierte Fabrikbetriebe zu einem eigenständigen Industriezweig, der über Jahrzehnte Arbeitsplätze in der Stadt bot.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot;&amp;gt;Rolf Schorfheide: &amp;#039;&amp;#039;Wie der Aal unter die Sohle kam. Ahlen und seine Schuhindustrie&amp;#039;&amp;#039;, herausgegeben von der Stadt Ahlen, Ahlen 1996.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den wichtigsten Betrieben gehörten die [[Schuhfabrik Tovar]], die [[Schuhfabrik Steinhoff]], die [[Schuhfabrik Hürkamp]] und die [[Schuhfabrik Rogmann]]. Während einige Firmen nur wenige Jahre bestanden, prägten andere die industrielle Entwicklung Ahlens über mehrere Generationen hinweg.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Überblick ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ahlener Schuhindustrie entwickelte sich ab dem späten 19. Jahrhundert. Ausgangspunkte waren vorhandene handwerkliche Strukturen, darunter Lohgerbereien und Schuhmacherwerkstätten. Besonders wichtig war die [[Schuhfabrik Tovar]], die 1884 als Lohgerberei von Johannes Tovar begann und später zur mechanischen Schuhfabrik wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Branche blieb lange im Schatten anderer Ahlener Industriezweige, vor allem der Emailleindustrie und des Bergbaus. Dennoch hatte sie eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung. In ihrer Geschichte tauchen 18 Betriebe auf. Die größten Unternehmen beschäftigten in den 1950er und 1960er Jahren mehrere hundert Menschen und produzierten zeitweise bis zu 2000 Paar Schuhe täglich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Voraussetzungen und Entstehung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entstehung der Ahlener Schuhindustrie beruhte auf mehreren Voraussetzungen. Zum einen gab es in Ahlen eine lange Tradition der Lederverarbeitung. Lohgerbereien nutzten die Nähe zur [[Werse]] und die Häute aus der landwirtschaftlich geprägten Umgebung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum anderen bot Ahlen durch die Anbindung an die Köln-Mindener Eisenbahn gute Transportmöglichkeiten. Rohstoffe konnten herangeschafft und fertige Produkte in andere Regionen geliefert werden. Auch der wachsende Bedarf an robustem Schuhwerk in Industrie, Landwirtschaft, Bergbau und Steinbrüchen förderte die Entwicklung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Faktor war die Verfügbarkeit von Arbeitskräften. Die Industrialisierung Ahlens und später die Entwicklung der [[Zeche Westfalen]] führten zu einem starken Bevölkerungswachstum. Zugleich passte die oft saisonal schwankende Schuhproduktion zu einer Bevölkerung, die vielfach noch Nebenerwerbslandwirtschaft betrieb.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erste Gründungsphase um 1900 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die älteste Ahlener Schuhfabrik war die [[Schuhfabrik Tovar]]. Johannes Tovar gründete 1884 an der Königstraße eine Lohgerberei und begann um 1890 mit der Weiterverarbeitung des Leders zu Arbeitsschuhen und Stiefeln. Um die Jahrhundertwende wurde daraus die mechanische Schuhfabrik Johannes Tovar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1898 entstanden mehrere weitere Betriebe. Dazu gehörten die [[Schuhfabrik Steinhoff]], zunächst als Steinhoff &amp;amp; Sudhoff, sowie [[Landgräber &amp;amp; Steinhoff]] und die [[Schuhfabrik Böcker]]. 1902 folgte die [[Schuhfabrik Jütting]], 1903 die Firma Lünhörster &amp;amp; Wibbeke, aus der später die [[Schuhfabrik Wibbeke]] hervorging.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese erste Gründungsphase markiert den Übergang von handwerklicher Schuhmacherei zu industrieller Fertigung. Die Betriebe waren noch klein, erfüllten aber zum Teil bereits die Kriterien einer industriellen Produktion mit mehreren Beschäftigten, Maschinen und arbeitsteiliger Fertigung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zweite Gründungsphase nach dem Ersten Weltkrieg ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] kam es zu einer zweiten Gründungsphase. Die hohe Nachfrage nach Schuhen und die wirtschaftliche Sonderentwicklung der frühen Inflationsjahre führten dazu, dass mehrere neue Betriebe entstanden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1918 gründete Hermann Hürkamp nach seinem Ausscheiden aus der Firma Steinhoff &amp;amp; Hürkamp die [[Schuhfabrik Hürkamp]] an der Straße Im Kühl. Um 1920 begann Peter Rogmann an der Mittelstraße mit der Herstellung schwerer Arbeitsschuhe; daraus entwickelte sich die [[Schuhfabrik Rogmann]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Gründungen waren [[Wöstmann &amp;amp; Siepenkort]], [[Panning &amp;amp; Knipping]], die daraus hervorgegangenen Firmen [[Schuhfabrik Panning]] und [[Schuhfabrik Knipping]] sowie die [[Salta GmbH]]. Viele dieser kleineren Firmen bestanden nur wenige Jahre, zeigen aber die Dynamik der Ahlener Schuhindustrie in den frühen 1920er Jahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arbeitsschuhe, Bergbau und regionale Absatzmärkte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein besonderes Kennzeichen der Ahlener Schuhindustrie war die Herstellung robuster Arbeitsschuhe. Viele Betriebe produzierten für Fabrikarbeiter, Landarbeiter, Steinbrucharbeiter und Bergleute. Der Bergbau im Ruhrgebiet und später auch die [[Zeche Westfalen]] boten wichtige Absatzmöglichkeiten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitsschuhe mussten besonders haltbar sein. Sie wurden aus kräftigem Leder hergestellt und erforderten handwerkliches Können. Die Ahlener Schuhfacharbeiter mussten verschiedene Macharten beherrschen, da die Betriebe nicht nur einfache Massenware, sondern unterschiedliche Schuharten produzierten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Spezialisierung auf Arbeits- und Berufsschuhe war zunächst ein Vorteil. Sie brachte den Ahlener Betrieben in mehreren Phasen Aufträge, etwa für Zechen, Industrieunternehmen, staatliche Stellen und während der Kriege für militärische Abnehmer. Später wurde diese Spezialisierung für manche Firmen jedoch auch zur Belastung, wenn traditionelle Absatzmärkte wegbrachen oder günstigere Konkurrenzprodukte aufkamen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arbeitskräfte und Arbeitsbedingungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schuhproduktion blieb trotz Mechanisierung stark handarbeitsorientiert. Maschinen erleichterten einzelne Arbeitsschritte, ersetzten aber lange Zeit nicht die Erfahrung der Arbeitskräfte. Besonders wichtige Abteilungen waren der Zuschnitt, die Stepperei, die Bodenabteilung, die Zwickerei sowie die Ausputzerei und Fertigmacherei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frauen spielten in den Ahlener Schuhfabriken eine große Rolle. Sie arbeiteten vor allem in Steppereien, Ausputzereien und Fertigmachereien. Nach dem Zweiten Weltkrieg machten Frauen in manchen Betrieben einen erheblichen Anteil der Belegschaft aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Heimarbeit kam vor. Heimarbeiterinnen übernahmen etwa Näharbeiten, das Anflechten von Schäften oder andere typische Handarbeiten der Schuhproduktion. Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg war diese Form der Arbeit unter Bergarbeiterfrauen verbreitet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erster Weltkrieg und Zwischenkriegszeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des Ersten Weltkriegs stellten Ahlener Schuhfabriken militärisches Schuhwerk her. Tovar und Steinhoff &amp;amp; Hürkamp produzierten unter anderem Militärstiefel. Gleichzeitig erschwerten Rohstoffmangel, Arbeitskräftemangel und kriegswirtschaftliche Vorschriften die Produktion.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Kriegsende stieg die Nachfrage zunächst stark. In den frühen 1920er Jahren expandierten die Betriebe, und neue Firmen wurden gegründet. Die wirtschaftlichen Probleme der späteren 1920er Jahre führten jedoch zu Kurzarbeit, Entlassungen und Betriebsschließungen. Besonders kleinere Firmen hielten dem Konkurrenz- und Kostendruck nicht stand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Weltwirtschaftskrise verschärfte die Lage. Die Nachfrage nach Schuhen sank, da viele Menschen arbeitslos waren und sich neue Schuhe kaum leisten konnten. Auch größere Betriebe wie Tovar und Steinhoff mussten ihre Produktion zeitweise einschränken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zeit des Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1933 verbesserten staatliche Aufträge die Lage mehrerer Ahlener Schuhfabriken. Besonders die Herstellung von Arbeitsschuhen und Militärschuhen für Reichsarbeitsdienst und Wehrmacht führte zu einer deutlichen Belebung. Betriebe wie Tovar und Steinhoff steigerten ihre Beschäftigtenzahlen erheblich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Entwicklung stand jedoch im Zusammenhang mit der nationalsozialistischen Aufrüstungspolitik. Die Ahlener Schuhindustrie wurde damit Teil der Kriegswirtschaft. Während des Zweiten Weltkriegs produzierten mehrere Betriebe fast ausschließlich für militärische Zwecke.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Geschichte dieser Zeit gehört auch die [[Salta GmbH]]. Die jüdisch geführte Schuhfabrik der Kaufleute Julius Rollmann und Adolf Rosenberg wurde 1937 geschlossen. Nach Schorfheide war die Ursache nicht wirtschaftlicher Natur, sondern stand im Zusammenhang mit der nationalsozialistischen Verfolgung und Verdrängung jüdischer Gewerbetreibender.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des Krieges wurden in den Ahlener Schuhfabriken auch ausländische Arbeitskräfte eingesetzt. Bei Steinhoff und Tovar arbeiteten Ostarbeiterinnen und Ostarbeiter, während kleinere Betriebe nur wenige ausländische Beschäftigte hatten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit und Blüte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs konnten die Ahlener Schuhfabriken vergleichsweise schnell wieder produzieren, da die Betriebe kaum durch Bomben zerstört worden waren. Besonders Arbeitsschuhe für Bergbau, Landwirtschaft, Polizei und Besatzungsstellen wurden dringend benötigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Währungsreform 1948 brachte neue Marktbedingungen. Die Betriebe mussten sich stärker am freien Markt orientieren. Während Arbeitsschuhe zunächst wichtig blieben, gewann die Produktion modischer Damen-, Herren- und Straßenschuhe an Bedeutung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1950er und frühen 1960er Jahren erreichte die Ahlener Schuhindustrie ihre größte Bedeutung. Die [[Schuhfabrik Tovar]] beschäftigte mehr als 300 Personen und produzierte zeitweise bis zu 2000 Paar Schuhe täglich. Auch die [[Schuhfabrik Steinhoff]] gehörte mit mehreren hundert Beschäftigten zu den großen Betrieben der Branche.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spezialisierungen und besondere Produkte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben Arbeits- und Straßenschuhen gab es in Ahlen auch besondere Spezialisierungen. Die [[Schuhfabrik Hürkamp]] wurde nach dem Zweiten Weltkrieg durch Fußballschuhe bekannt, die als Schlegel-Schuhe vertrieben wurden. Sie besaßen geschraubte und auswechselbare Stollen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Schuhfabrik Rogmann]] blieb stark auf Arbeits-, Berufs- und Unfallverhütungsschuhe ausgerichtet. Ihre wichtigsten Abnehmer waren lange Zeit Zechenbetriebe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Schuhfabrik Tovar]] experimentierte Anfang der 1970er Jahre mit Schuhen aus dem synthetischen Schaftobermaterial Xylee. Dafür wurde ein Zweigwerk an der Warendorfer Straße eingerichtet. Die Produktion erwies sich jedoch wegen schlechter Trageeigenschaften der Schuhe als geschäftlicher Misserfolg.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Niedergang ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Niedergang der Ahlener Schuhindustrie setzte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein. Die deutschen Schuhfabriken gerieten zunehmend unter Druck durch ausländische Konkurrenz, niedrigere Produktionskosten in anderen Ländern und veränderte Verbrauchergewohnheiten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kleinere Betriebe wie die [[Schuhfabrik Hürkamp]] und die [[Schuhfabrik Rogmann]] konnten dem Konkurrenzdruck nicht dauerhaft standhalten. Hürkamp schloss 1960, Rogmann 1966. Die [[Schuhfabrik Tovar]] wurde 1976 geschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Schuhfabrik Steinhoff]] wandelte sich schrittweise von einem produzierenden Betrieb zu einer Handels- und Vertriebsgesellschaft. Unter Namen wie Interline, Isko Mode GmbH und Schuhbox GmbH wurden Schuhe vertrieben, die im Ausland hergestellt wurden. 1985 endete auch diese Unternehmensgeschichte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahlener Schuhfabriken im Überblick ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable sortable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Unternehmen !! Zeitraum !! Standort !! Bemerkung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Schuhfabrik Tovar]] || 1884–1976 || Königstraße 7/9 || älteste Ahlener Schuhfabrik&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Schuhfabrik Steinhoff]] || 1898–1985 || Lütkeweg 52 / Vorhelm || eine der größten Ahlener Schuhfabriken&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Landgräber &amp;amp; Steinhoff]] || 1898–1908 || Weberstraße 1 || frühe Gründung von Heinrich Landgräber und Heinrich Steinhoff&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Schuhfabrik Böcker]] || 1898–1903 || Oststraße 56 || 1903 durch Brand zerstört&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Schuhfabrik Jütting]] || 1902–ca. 1910/1912 || Oststraße 38 || frühe Schuhfabrik der Wwe. Jütting&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Schuhfabrik Wibbeke]] || 1903–1912 || Kühlstraße 10 || zunächst Lünhörster &amp;amp; Wibbeke&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Landgräber &amp;amp; Probst]] || 1908 || Nordenmauer 28 || kurze Zwischenphase&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Schuhfabrik Landgräber]] || 1908–1938 || Nordenmauer 28 || Nachfolger von Landgräber &amp;amp; Steinhoff&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Schuhfabrik Hürkamp]] || 1918–1960 || Im Kühl 10 || später bekannt durch Schlegel-Fußballschuhe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Schuhfabrik Rogmann]] || ca. 1920/1922–1966 || Mittelstraße 10 || Arbeits- und Unfallverhütungsschuhe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Wöstmann &amp;amp; Siepenkort]] || 1921–1926 || Mittelstraße 40 || kleinere Schuhfabrik&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Panning &amp;amp; Knipping]] || 1922 || Warendorfer Straße 54 || kurzlebige gemeinsame Gründung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Schuhfabrik Panning]] || 1922–ca. 1926/1928 || Karlstraße 2 || kleine Schuhfabrik&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Schuhfabrik Knipping]] || 1922–ca. 1928 || Warendorfer Straße 54 || aus Panning &amp;amp; Knipping hervorgegangen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Salta GmbH]] || 1922–1937 || unbekannt || jüdisch geführte Schuhfabrik&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Walhorn &amp;amp; Rötering]] || 1935–1940 || Warendorfer Straße 54 || spätere Nutzung früherer Panning/Knipping-Räume&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Schuhfabrik Schnatmann]] || 1956–1962 || Bergstraße || von Lünen nach Ahlen verlegte Schuhfabrik&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Stepperei Sahle]] || 1966–1973/74 || Sachsenstraße 26/28 || Ahlener Zweigbetrieb der Schuhfabrik Sahle, Greven&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ahlener Schuhindustrie war neben Emailleindustrie, Bergbau und Landmaschinenbau ein wichtiger Bestandteil der lokalen Wirtschaftsgeschichte. Sie bot über Jahrzehnte Arbeitsplätze und prägte einzelne Straßenzüge und Standorte in Ahlen, darunter die Königstraße, den Lütkeweg, die Oststraße, die Kühlstraße, die Mittelstraße und die Nordenmauer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Geschichte zeigt zugleich den Wandel industrieller Produktion: von handwerklichen Ursprüngen über mechanisierte Familienbetriebe bis hin zum Niedergang im internationalen Wettbewerb. Damit ist die Ahlener Schuhindustrie ein Beispiel für den Strukturwandel, der viele traditionelle deutsche Industriezweige im 20. Jahrhundert betraf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schorfheide&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Schuhfabrik Tovar]]&lt;br /&gt;
* [[Schuhfabrik Steinhoff]]&lt;br /&gt;
* [[Schuhfabrik Hürkamp]]&lt;br /&gt;
* [[Schuhfabrik Rogmann]]&lt;br /&gt;
* [[Salta GmbH]]&lt;br /&gt;
* [[Wie der Aal unter die Sohle kam - Ahlen und seine Schuhindustrie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen und Links ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Wie der Aal unter die Sohle kam - Ahlen und seine Schuhindustrie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schuhindustrie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Industriegeschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>WikiSysop</name></author>
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