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Ludger Schulte: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Kategorie:Personen]]
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== Zur Person ==
'''Ludger Schulte''' (* [[22. August]] [[1920]] in [[Iserlohn]]; † [[23. Dezember]] [[2012]] in [[Ahlen]]) war ein Ahlener Lehrer, Heimatforscher, Denkmalpfleger und Kommunalpolitiker. Über viele Jahrzehnte prägte er die Heimat- und Kulturpflege in [[Ahlen]], im Altkreis Beckum und im [[Kreis Warendorf]]. Besondere Bedeutung gewann sein Einsatz für den Erhalt historischer Bauten, für die Stadtgeschichte sowie für den Aufbau einer umfangreichen Sammlung zur Geschichte und Kultur Ahlens.
 
== Leben ==
Ludger Schulte wurde am 22. August 1920 in Iserlohn als erster Sohn des Studienrates und späteren Professors Dr. Wilhelm Schulte und dessen Ehefrau Hedwig, geborene Wildschütz, geboren. Noch im Jahr seiner Geburt zog die Familie nach Ahlen, das für ihn zum lebenslangen Lebensmittelpunkt wurde.
 
Nach dem Abitur in Ahlen, dem Militärdienst im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] und dem Studium an der Pädagogischen Akademie Dortmund trat Schulte 1949 in den Schuldienst ein. Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1978 unterrichtete er an verschiedenen Schulen in Ahlen.
 
Sein Interesse an Geschichte, Volkskunde und westfälischer Kultur war stark durch seinen Vater geprägt. Wilhelm Schulte, der bis 1944 am Gymnasium in Ahlen wirkte und später als Provinzialarchivrat in Münster tätig war, beschäftigte sich intensiv mit der Geschichte und Eigenart Westfalens. Ludger Schulte knüpfte an diese Tradition an und widmete sich ebenfalls der lokal- und regionalgeschichtlichen Forschung.


Hier ist eine überarbeitete und strukturierte Version des Artikels, die den Text besser lesbar und ansprechender macht:
== Wirken in Heimatpflege und Kultur ==
Schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg begann Ludger Schulte mit seiner heimatpflegerischen Arbeit. 1946 wirkte er an der Neubegründung des [[SGV-Heimatverein]]s Ahlen mit. Dort übernahm er früh Verantwortung im Vorstand und war von 1956 bis 1982 Vorsitzender des Vereins.


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Auch darüber hinaus engagierte er sich in zahlreichen Vereinigungen der Heimat- und Kulturpflege. 1952 gehörte er zu den Mitgründern des [[Kreisheimatverein]]s und war dort über drei Jahrzehnte lang stellvertretender Vorsitzender. In diesen Funktionen regte er zahlreiche Projekte in den Bereichen Heimatpflege, Denkmalpflege, Landschaftspflege und Umweltschutz an. Auch verschiedene Neu- und Umbenennungen von Straßen und Plätzen in Ahlen gehen auf seine Anregungen zurück.


== Ludger Schulte: Ein Leben für die Heimatpflege und Kultur in Ahlen ==
== Denkmalpflege und Stadtbild ==
Von 1946 bis 2003 war Ludger Schulte ehrenamtlicher Denkmalschutzbeauftragter der Stadt Ahlen. Über mehr als ein halbes Jahrhundert setzte er sich mit Nachdruck für den Erhalt historischer Gebäude und für die Bewahrung des Stadtbildes ein.


=== Ehrungen und Auszeichnungen ===
Zu seinen besonderen Anliegen zählten unter anderem die Einrichtung eines Heimathauses in einem Altstadthaus an der [[Wilhelm-Straße]] sowie der Erhalt des [[Blauer Wasserturm|Wasserturms]] an der [[Guissener Straße]]. Sein Wirken war von dem Gedanken getragen, dass geschichtsbewusste Stadtentwicklung nur auf der Grundlage konkreter Zeugnisse der Vergangenheit möglich sei.
Ludger Schulte war über Jahrzehnte hinweg eine prägende Figur in der Heimat- und Kulturpflege in Ahlen, im [[Kreis Beckum|Altkreis Beckum]] und im [[Kreis Warendorf]]. Für seine unermüdliche ehrenamtliche Arbeit wurde er 2001 mit der [[Augustin-Wibbelt-Plakette]] ausgezeichnet. Anlässlich seines 90. Geburtstages am 22. August 2010 verlieh ihm die Stadt Ahlen als Anerkennung für sein Lebenswerk und die Übergabe seiner Sammlungen die Ehrenmedaille der Stadt.


=== Frühes Leben und Ausbildung ===
== Überregionale Tätigkeit ==
Ludger Schulte wurde am 22. August 1920 in Iserlohn geboren, als erster Sohn des Studienrates und späteren Professors Dr. Wilhelm Schulte und seiner Frau Hedwig, geborene Wildschütz. Im selben Jahr zog die Familie nach Ahlen, wo Ludger Schulte seine Wurzeln schlug. Nach dem Abitur, dem Militärdienst im Zweiten Weltkrieg und einem Studium an der Pädagogischen Akademie Dortmund begann er 1949 seine Lehrtätigkeit, die er bis zu seiner Pensionierung 1978 an verschiedenen Schulen in Ahlen ausübte.
Ludger Schulte war eng mit dem [[Westfälischer Heimatbund|Westfälischen Heimatbund]] verbunden. Dort arbeitete er in den Fachstellen für Denkmalpflege und Westfalenfragen mit und war von 1970 bis 2007 ehrenamtlicher kritischer Rechnungsprüfer. Dieselbe Aufgabe übernahm er ab 1983 auch für die [[Augustin-Wibbelt-Gesellschaft]].


=== Familienerbe: Das Interesse für Geschichte und Kultur ===
Im Kreisheimatverein engagierte er sich zudem als stellvertretender Kreisheimatpfleger im Altkreis Beckum und als Kuratoriumsmitglied für den Aufbau des [[Abteimuseum Liesborn|Abteimuseums Liesborn]]. Auch die Entwicklung des [[Kunstmuseum]]s in Ahlen und des Ahlener Heimathauses förderte er als Ideengeber und Unterstützer.
Das Interesse an Geschichte, Volkskunde und Kultur erbte Ludger Schulte von seinem Vater, Professor Dr. Wilhelm Schulte (1891-1986). Dieser war ein leidenschaftlicher Verfechter der westfälischen Kultur und als Lehrer und Studienrat am Gymnasium in Ahlen sowie als Provinzialarchivrat in Münster tätig. Ludger Schulte folgte seinem Vater auch in dessen fachpublizistischem Wirken und setzte sich aktiv für die Erforschung und Dokumentation der lokalen Geschichte ein.


=== Engagement in der Heimat- und Kulturpflege ===
== Engagement in der AVA ==
Ludger Schultes Engagement in der Heimatpflege begann unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg. 1946 gründete er den [[SGV-Heimatverein]] Ahlen neu, übernahm sofort Vorstandspositionen und führte den Verein von 1956 bis 1982 als Vorsitzender. Darüber hinaus war er in mehreren weiteren Kultur- und Heimatpflegevereinen aktiv, insbesondere im [[Kreisheimatverein]], dessen Mitgründer er 1952 war und dem er bis 1982 als stellvertretender Vorsitzender diente. In diesen Rollen initiierte er zahlreiche Projekte zur Heimat- und Kulturpflege, Denkmal- und Landschaftspflege sowie zum Umweltschutz in Ahlen und Umgebung.
Seit 1951 war Schulte in der [[Abiturienten-Vereinigung Ahlen]] (AVA) aktiv. Von 1982 bis 2001 stand er der Vereinigung als Vorsitzender vor; anschließend wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Über viele Jahre betreute er die jährlichen Mitteilungen des Vereins und wirkte an Festschriften mit, unter anderem zum 75-jährigen Bestehen der AVA und des [[Städtisches Gymnasium|Städtischen Gymnasiums]].


=== Denkmalschutz und Stadtbildpflege ===
== Kommunalpolitisches Wirken ==
Von 1946 bis 2003 war Ludger Schulte ehrenamtlicher Denkmalschutzbeauftragter der Stadt Ahlen. In dieser Funktion setzte er sich für den Erhalt historischer Gebäude und des Stadtbildes ein, darunter das [[Heimatmuseum|Heimathaus]] in der [[Wilhelm-Straße]] und den [[Blauer Wasserturm|Wasserturm]] an der [[Guissener Straße]]. Seine Arbeit als Denkmalschützer war von einem tiefen Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem historischen Erbe Ahlens geprägt.
Neben seinem kulturellen und heimatpflegerischen Engagement war Ludger Schulte auch kommunalpolitisch aktiv. Von 1969 bis 1994 gehörte er dem Rat der Stadt Ahlen an. Zu Beginn der 1970er Jahre gründete er den CDU-Ortsverband Ahlen-Nord.


=== Zusammenarbeit mit Heimatvereinen und dem Westfälischen Heimatbund ===
Im Rat und in verschiedenen Ausschüssen, darunter dem Kulturausschuss, dem Planungs- und Bausschuss sowie dem Hauptausschuss, setzte er sich insbesondere für Kulturförderung, Denkmalpflege und eine historisch verantwortete Stadtplanung ein. Sein Wirken fiel in eine Zeit tiefgreifender Modernisierung und Umgestaltung der Stadt.
Durch sein Engagement in den Heimatvereinen kam Ludger Schulte früh in Kontakt mit dem [[Westfälischer Heimatbund|Westfälischen Heimatbund]]. Dort war er in den Fachstellen für Denkmalpflege und Westfalenfragen tätig und diente 37 Jahre lang (1970-2007) als ehrenamtlicher kritischer Rechnungsprüfer. Auch für die [[Augustin-Wibbelt-Gesellschaft]] übernahm er diese Rolle seit ihrer Gründung 1983. Im Kreisheimatverein setzte er sich als stellvertretender Kreisheimatpfleger im Altkreis Beckum und als Kuratoriumsmitglied für den Aufbau des [[Abteimuseum Liesborn|Abteimuseums Liesborn]] ein und förderte die Gründung des [[Kunstmuseum]]s in Ahlen.


=== Engagement in der Abiturienten-Vereinigung Ahlen (AVA) ===
== Sammlung Ludger Schulte ==
Seit 1951 war Ludger Schulte in der [[Abiturienten-Vereinigung Ahlen]] (AVA) aktiv. Von 1982 bis 2001 führte er den Vorsitz und wurde anschließend zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Über viele Jahre hinweg verantwortete er die jährlichen Mitteilungen der AVA und die Redaktion von Festschriften, darunter die zum 75-jährigen Bestehen der AVA und des [[Städtisches Gymnasium|Städtischen Gymnasiums]].
Ein zentrales Vermächtnis Ludger Schultes ist die '''Sammlung Ludger Schulte'''. Er hatte über Jahrzehnte hinweg Materialien zur Stadt- und Regionalgeschichte, zur Volkskunde und zur Kulturgeschichte zusammengetragen. Im April 2009 übereignete er diese Sammlung der Stadt Ahlen.


=== Politische Tätigkeit im Stadtrat ===
Der Bestand umfasst nicht nur klassisches Archivgut, sondern ein sehr breites Spektrum an Materialien: Akten, Schriftstücke, Korrespondenzen, Bücher, Broschüren, Zeitschriften, Fotografien, Bild- und Tonträger, Kunstwerke, kunsthandwerkliche Objekte und Mobiliar. Die Unterlagen waren ursprünglich in rund 500 Ordnern, Mappen und Kartons überliefert und wurden später archivisch geordnet.
Ein weiteres Feld seines Engagements war die Kommunalpolitik. Von 1969 bis 1994 war Ludger Schulte Mitglied des [[Stadtrat|Rates]] der Stadt Ahlen. In den frühen 1970er Jahren gründete er den CDU-Ortsverband Ahlen-Nord und war in verschiedenen Ausschüssen tätig, darunter im Kulturausschuss, den er lange Zeit als Vorsitzender leitete, sowie im Planungs- und Bausschuss und im Hauptausschuss. Seine politische Arbeit konzentrierte sich auf die Kulturförderung, Denkmalpflege und Stadtplanung in einer Zeit des Umbruchs.


=== Schlusswort ===
Inhaltlich reicht die Sammlung weit über die Geschichte einzelner Personen oder Einrichtungen hinaus. Sie dokumentiert unter anderem:
Ludger Schulte war eine zentrale Persönlichkeit in der Kultur- und Heimatpflege der Stadt Ahlen. Sein jahrzehntelanges Engagement in zahlreichen Vereinen, seine politischen Aktivitäten und seine fachpublizistischen Arbeiten hinterlassen ein bedeutendes Erbe, das noch lange nachwirken wird.
* Kunst und Kultur
* Alltagsleben und Volkskunde
* Religion und Schulwesen
* Architektur, Denkmalpflege und Stadtentwicklung
* Industrie, Handel und Gewerbe
* Vereinswesen und Politik
* Familien- und Firmengeschichte
 
Zeitlich spannt die Sammlung einen Bogen von der jüngeren Vergangenheit bis zu Originaldokumenten aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Als eines der ältesten Stücke gilt eine Urkunde der Alten Kirche aus dem 16. Jahrhundert mit erhaltenem Siegel. Daneben finden sich etwa Notgeld der frühen 1920er Jahre, Unterlagen zur [[Maschinenfabrik Buschhoff]], Dokumente zum Strontianitbergbau, Vereinsakten, Materialien zur Ahlener Politik sowie zahlreiche Zeugnisse zur Denkmalpflege.
 
Auch kunst- und kulturgeschichtlich ist der Bestand bemerkenswert. Er enthält unter anderem Werke von Hermann Schweizer und Alfred Kitzig, Skulpturen verschiedener Künstler, den künstlerischen Nachlass der Ahlener Pädagogin Gertrud Paul sowie den Nachlass des Chorleiters und Dirigenten Matthias Büchel mit rund 2300 Schallplatten.
 
Die Sammlung gilt als bedeutender Fundus für die Erforschung der Ahlener Stadt- und Regionalgeschichte und bildet bis heute eine wertvolle Grundlage für weitere lokalhistorische Arbeiten.
 
== Ehrungen ==
Für seine langjährigen ehrenamtlichen Verdienste in der Heimat- und Kulturpflege erhielt Ludger Schulte 2001 die [[Augustin-Wibbelt-Plakette]]. Anlässlich seines 90. Geburtstages verlieh ihm die Stadt Ahlen am 22. August 2010 die Ehrenmedaille der Stadt. Damit würdigte sie sowohl sein Lebenswerk als auch die Übergabe seiner Sammlung an die Stadt.
 
== Bedeutung ==
Ludger Schulte gehörte über Jahrzehnte zu den prägenden Persönlichkeiten der Ahlener Geschichts- und Kulturpflege. Als Lehrer, Heimatforscher, Denkmalpfleger, Vereinsmensch und Kommunalpolitiker wirkte er weit über einzelne Ämter hinaus. Sein Einsatz für die Bewahrung des historischen Erbes und seine umfangreiche Sammlung haben die Beschäftigung mit der Geschichte Ahlens nachhaltig geprägt.


== Links ==
== Links ==
* [http://www.ahlen.de/bildung-kultur/sammlung-ludger-schulte/ Sammlung Ludger Schulte | Ahlen.de]
* [http://www.ahlen.de/bildung-kultur/sammlung-ludger-schulte/ Sammlung Ludger Schulte | Ahlen.de]


== Quelle ==
== Quelle ==
 
* [http://www.ahlen.de/fileadmin/pdf/Bildung_Kultur/Schulte-Inventar-2014.PDF Sammlung Ludger Schulte. Findbuch und Inventar]
* [http://www.ahlen.de/fileadmin/pdf/Bildung_Kultur/Schulte-Inventar-2014.PDF http://www.ahlen.de/fileadmin/pdf/Bildung_Kultur/Schulte-Inventar-2014.PDF]

Aktuelle Version vom 23. April 2026, 07:50 Uhr

Ludger Schulte
Vorname/n Ludger
Nachname Schulte
Geburtsdatum 22.08.1920
Geburtsort Iserlohn
Todesdatum 23.12.2012
Todesort Ahlen
Beruf Lehrer, Heimatforscher, Kulturpfleger


Ludger Schulte (* 22. August 1920 in Iserlohn; † 23. Dezember 2012 in Ahlen) war ein Ahlener Lehrer, Heimatforscher, Denkmalpfleger und Kommunalpolitiker. Über viele Jahrzehnte prägte er die Heimat- und Kulturpflege in Ahlen, im Altkreis Beckum und im Kreis Warendorf. Besondere Bedeutung gewann sein Einsatz für den Erhalt historischer Bauten, für die Stadtgeschichte sowie für den Aufbau einer umfangreichen Sammlung zur Geschichte und Kultur Ahlens.

Leben

Ludger Schulte wurde am 22. August 1920 in Iserlohn als erster Sohn des Studienrates und späteren Professors Dr. Wilhelm Schulte und dessen Ehefrau Hedwig, geborene Wildschütz, geboren. Noch im Jahr seiner Geburt zog die Familie nach Ahlen, das für ihn zum lebenslangen Lebensmittelpunkt wurde.

Nach dem Abitur in Ahlen, dem Militärdienst im Zweiten Weltkrieg und dem Studium an der Pädagogischen Akademie Dortmund trat Schulte 1949 in den Schuldienst ein. Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1978 unterrichtete er an verschiedenen Schulen in Ahlen.

Sein Interesse an Geschichte, Volkskunde und westfälischer Kultur war stark durch seinen Vater geprägt. Wilhelm Schulte, der bis 1944 am Gymnasium in Ahlen wirkte und später als Provinzialarchivrat in Münster tätig war, beschäftigte sich intensiv mit der Geschichte und Eigenart Westfalens. Ludger Schulte knüpfte an diese Tradition an und widmete sich ebenfalls der lokal- und regionalgeschichtlichen Forschung.

Wirken in Heimatpflege und Kultur

Schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg begann Ludger Schulte mit seiner heimatpflegerischen Arbeit. 1946 wirkte er an der Neubegründung des SGV-Heimatvereins Ahlen mit. Dort übernahm er früh Verantwortung im Vorstand und war von 1956 bis 1982 Vorsitzender des Vereins.

Auch darüber hinaus engagierte er sich in zahlreichen Vereinigungen der Heimat- und Kulturpflege. 1952 gehörte er zu den Mitgründern des Kreisheimatvereins und war dort über drei Jahrzehnte lang stellvertretender Vorsitzender. In diesen Funktionen regte er zahlreiche Projekte in den Bereichen Heimatpflege, Denkmalpflege, Landschaftspflege und Umweltschutz an. Auch verschiedene Neu- und Umbenennungen von Straßen und Plätzen in Ahlen gehen auf seine Anregungen zurück.

Denkmalpflege und Stadtbild

Von 1946 bis 2003 war Ludger Schulte ehrenamtlicher Denkmalschutzbeauftragter der Stadt Ahlen. Über mehr als ein halbes Jahrhundert setzte er sich mit Nachdruck für den Erhalt historischer Gebäude und für die Bewahrung des Stadtbildes ein.

Zu seinen besonderen Anliegen zählten unter anderem die Einrichtung eines Heimathauses in einem Altstadthaus an der Wilhelm-Straße sowie der Erhalt des Wasserturms an der Guissener Straße. Sein Wirken war von dem Gedanken getragen, dass geschichtsbewusste Stadtentwicklung nur auf der Grundlage konkreter Zeugnisse der Vergangenheit möglich sei.

Überregionale Tätigkeit

Ludger Schulte war eng mit dem Westfälischen Heimatbund verbunden. Dort arbeitete er in den Fachstellen für Denkmalpflege und Westfalenfragen mit und war von 1970 bis 2007 ehrenamtlicher kritischer Rechnungsprüfer. Dieselbe Aufgabe übernahm er ab 1983 auch für die Augustin-Wibbelt-Gesellschaft.

Im Kreisheimatverein engagierte er sich zudem als stellvertretender Kreisheimatpfleger im Altkreis Beckum und als Kuratoriumsmitglied für den Aufbau des Abteimuseums Liesborn. Auch die Entwicklung des Kunstmuseums in Ahlen und des Ahlener Heimathauses förderte er als Ideengeber und Unterstützer.

Engagement in der AVA

Seit 1951 war Schulte in der Abiturienten-Vereinigung Ahlen (AVA) aktiv. Von 1982 bis 2001 stand er der Vereinigung als Vorsitzender vor; anschließend wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Über viele Jahre betreute er die jährlichen Mitteilungen des Vereins und wirkte an Festschriften mit, unter anderem zum 75-jährigen Bestehen der AVA und des Städtischen Gymnasiums.

Kommunalpolitisches Wirken

Neben seinem kulturellen und heimatpflegerischen Engagement war Ludger Schulte auch kommunalpolitisch aktiv. Von 1969 bis 1994 gehörte er dem Rat der Stadt Ahlen an. Zu Beginn der 1970er Jahre gründete er den CDU-Ortsverband Ahlen-Nord.

Im Rat und in verschiedenen Ausschüssen, darunter dem Kulturausschuss, dem Planungs- und Bausschuss sowie dem Hauptausschuss, setzte er sich insbesondere für Kulturförderung, Denkmalpflege und eine historisch verantwortete Stadtplanung ein. Sein Wirken fiel in eine Zeit tiefgreifender Modernisierung und Umgestaltung der Stadt.

Sammlung Ludger Schulte

Ein zentrales Vermächtnis Ludger Schultes ist die Sammlung Ludger Schulte. Er hatte über Jahrzehnte hinweg Materialien zur Stadt- und Regionalgeschichte, zur Volkskunde und zur Kulturgeschichte zusammengetragen. Im April 2009 übereignete er diese Sammlung der Stadt Ahlen.

Der Bestand umfasst nicht nur klassisches Archivgut, sondern ein sehr breites Spektrum an Materialien: Akten, Schriftstücke, Korrespondenzen, Bücher, Broschüren, Zeitschriften, Fotografien, Bild- und Tonträger, Kunstwerke, kunsthandwerkliche Objekte und Mobiliar. Die Unterlagen waren ursprünglich in rund 500 Ordnern, Mappen und Kartons überliefert und wurden später archivisch geordnet.

Inhaltlich reicht die Sammlung weit über die Geschichte einzelner Personen oder Einrichtungen hinaus. Sie dokumentiert unter anderem:

  • Kunst und Kultur
  • Alltagsleben und Volkskunde
  • Religion und Schulwesen
  • Architektur, Denkmalpflege und Stadtentwicklung
  • Industrie, Handel und Gewerbe
  • Vereinswesen und Politik
  • Familien- und Firmengeschichte

Zeitlich spannt die Sammlung einen Bogen von der jüngeren Vergangenheit bis zu Originaldokumenten aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Als eines der ältesten Stücke gilt eine Urkunde der Alten Kirche aus dem 16. Jahrhundert mit erhaltenem Siegel. Daneben finden sich etwa Notgeld der frühen 1920er Jahre, Unterlagen zur Maschinenfabrik Buschhoff, Dokumente zum Strontianitbergbau, Vereinsakten, Materialien zur Ahlener Politik sowie zahlreiche Zeugnisse zur Denkmalpflege.

Auch kunst- und kulturgeschichtlich ist der Bestand bemerkenswert. Er enthält unter anderem Werke von Hermann Schweizer und Alfred Kitzig, Skulpturen verschiedener Künstler, den künstlerischen Nachlass der Ahlener Pädagogin Gertrud Paul sowie den Nachlass des Chorleiters und Dirigenten Matthias Büchel mit rund 2300 Schallplatten.

Die Sammlung gilt als bedeutender Fundus für die Erforschung der Ahlener Stadt- und Regionalgeschichte und bildet bis heute eine wertvolle Grundlage für weitere lokalhistorische Arbeiten.

Ehrungen

Für seine langjährigen ehrenamtlichen Verdienste in der Heimat- und Kulturpflege erhielt Ludger Schulte 2001 die Augustin-Wibbelt-Plakette. Anlässlich seines 90. Geburtstages verlieh ihm die Stadt Ahlen am 22. August 2010 die Ehrenmedaille der Stadt. Damit würdigte sie sowohl sein Lebenswerk als auch die Übergabe seiner Sammlung an die Stadt.

Bedeutung

Ludger Schulte gehörte über Jahrzehnte zu den prägenden Persönlichkeiten der Ahlener Geschichts- und Kulturpflege. Als Lehrer, Heimatforscher, Denkmalpfleger, Vereinsmensch und Kommunalpolitiker wirkte er weit über einzelne Ämter hinaus. Sein Einsatz für die Bewahrung des historischen Erbes und seine umfangreiche Sammlung haben die Beschäftigung mit der Geschichte Ahlens nachhaltig geprägt.

Quelle