Zum Inhalt springen

Fussgängerzone: Unterschied zwischen den Versionen

Aus AhlenWiki
 
(8 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt)
Zeile 7: Zeile 7:
|Zoom=17
|Zoom=17
}}
}}
Die Fußgängerzone in Ahlen erstreckt sich durch die Innenstadt und bildet das Herz des städtischen Einzelhandels. Sie wurde in mehreren Phasen ausgebaut und hat sich im Laufe der Jahre stark verändert.


=Planung=
[[Datei:Large AHLEN02094457.jpg|thumb|Luftaufnahme von Luftbild Blossey<br>https://www.luftbild-blossey.de/]]
 
=== Verlauf und Struktur ===
Die Fußgängerzone erstreckt sich hauptsächlich über die Oststraße und den Marktplatz. Sie verbindet zahlreiche Einzelhandelsgeschäfte, Cafés und gastronomische Betriebe miteinander. Auch kulturelle Einrichtungen und Veranstaltungsorte befinden sich in unmittelbarer Nähe.
 
== Geschichte der Fußgängerzone in Ahlen ==
<ref>Stadt Ahlen - Fussgängerzone, Stadt Ahlen / Amt für Öffentlichkeitsarbeit, April 1989</ref>
<ref>Stadt Ahlen - Fussgängerzone, Stadt Ahlen / Amt für Öffentlichkeitsarbeit, April 1989</ref>
In einem Bericht der Landesentwicklungsgesellschaft über vorbereitende Untersuchungen zu Stadtsanierung Ahlen steht, ''"weiterhin geht das Neuordnungskonzept davon aus, daß im Rahmen der städtebaulichen Neuordnung für die Innenstadt Ahlens der Hauptgeschäftsbereich entlang der West- und Oststraße nicht verändert werden, sondern durch Einrichtung einer Fußgängerzone ... an Attraktivität gewinnen soll."''.
Die Idee zur Einrichtung einer Fußgängerzone in Ahlen entwickelte sich über viele Jahre. Während der genaue Zeitpunkt des ersten Vorschlags nicht genau festgelegt werden kann, ist bekannt, dass bereits in den 1970er Jahren Diskussionen darüber geführt wurden.
 
=== Erste Planungen (1967–1974) ===
Im Jahr 1967 wurde im Generalverkehrsplan Teil II eine Verkehrsprognose erstellt, die mehrere Varianten zur Verkehrsführung in Ahlen untersuchte. Diese gingen alle von einer Einbahnstraßenregelung aus, die den gesamten Stadtkern durchziehen sollte. Eine Fußgängerzone war zu diesem Zeitpunkt nicht vorgesehen.
 
Erst mit dem Bericht der Landesentwicklungsgesellschaft von 1973 zur Stadtsanierung Ahlen kam die Idee einer Fußgängerzone auf. Hier wurde erstmals vorgeschlagen, die Hauptgeschäftsbereiche entlang der West- und Oststraße durch eine Fußgängerzone attraktiver zu gestalten.
 
Die Fortschreibung der Verkehrsprognose 1974 bestätigte die Notwendigkeit einer Fußgängerzone und sah diese erstmals offiziell vor. Die Planung bezog sich dabei auf den Bereich von der Kampstraße bis zur Gerichtsstraße bzw. bis zum Bahndamm. In vielen Städten gab es bereits Fußgängerzonen, ein Wunsch, den auch die Händler der Ost- und Weststraße in Ahlen hegten. So entstand die Idee, bei der geplanten Veranstaltung Sandhaufen an den Enden aufzuschütten, um eine Fußgängerzone zu simulieren. Doch die geplante Sperrung der damaligen Bundesstraße 58 (heute Fußgängerzone) stieß auf Bedenken. So wurde auch zeitgleich der erste [[Pöttkes- und Töttkenmarkt]] umgesetzt.
 
=== Umsetzung und Entwicklung (1980–1989) ===
1980 wurde auf Drängen der Werbegemeinschaft und mit Unterstützung der Verwaltung ein gegenläufiger Einbahnverkehr auf West- und Oststraße eingeführt. Dies war ein erster Schritt hin zu einer ruhigeren Einkaufszone.
 
Am 1. Juni 1986 wurde schließlich eine provisorische Fußgängerzone zwischen Kampstraße und Bahnhofstraße eingerichtet. Diese wurde von der Bevölkerung sofort gut angenommen und prägte fortan das Stadtbild.
 
Im Jahr 1985 beschloss der Rat der Stadt Ahlen die Durchführung eines Gestaltungs- und Bauwettbewerbs für die endgültige Gestaltung der Fußgängerzone. 1987 fiel die Entscheidung zugunsten des Entwurfs des Garten- und Landschaftsarchitekten Heiner Wortmann aus Lüdinghausen.
 
Die eigentlichen Bauarbeiten begannen im März 1988 und wurden bis zum 25. November 1988 abgeschlossen. Im April 1989 wurde die Fußgängerzone offiziell übergeben.
 
== Gestaltungskonzept ==
Die Fußgängerzone in Ahlen basiert auf mehreren städtebaulichen Kriterien:
# Die Fußgängerzone sollte Teil der Stadtgestaltung sein und keine rein gestylte Einkaufsstraße werden.
# Die historische Dreiteiligkeit des Straßenraums wurde sichtbar gemacht.
# Historische Baufluchten wurden betont.
# Elemente der Stadtgeschichte wie Wallanlagen, das Osttor und ehemalige Brunnenstandorte wurden kenntlich gemacht.
# Eine sparsame Verwendung von Großgrün wurde angestrebt.


Desweiteren sah der Generalverkehrsplan, Teil II "Verkehrsprognose 1967", eine Verkehrsprognose mit sechs Planungsfällen, einen Einbahnring für den Stadtkern vor. Dieser sollte aus [[Gerichtsstraße]], [[Oststraße]] und [[Nordstraße]] bestehen. Die Umsezung sollte bis 1990 erfolgen. So hätte Ahlen heute keine Fussgängerzone sondern einen Ring aus Einbahnstrassen, wahrscheinlich verkehrsberuhigt, mit Parkmöglichkeiten direkt vor den Geschäften. Ein solches System wurde seinerzeit in vielen Städten diskutiert.
Zu den gestalterischen Maßnahmen gehörte die Wiederaufnahme traditioneller Pflasterarten, eine einheitliche Gestaltung der Beleuchtungskörper und die Hervorhebung historischer Elemente wie der Fundamente des ehemaligen Osttores.
Schon 1974 kam die Fortführung des Generalverkehrsplan zu einem anderen Ergebnis. Diesmal wurde die Einrichtung einer Fussgängerzone von der [[Kampstraße]] bis zur [[Gerichtsstraße]] bzw. bis zum [[Am Bahndamm | Bahndamm]]. Auch das Umsetzungsziel verlagerte sich nach hinten, bis zum Jahr 2000.


Die Einrichtung einer Fussgängerzone wurde immer unter der Vorraussetzung geplant die Bundestrasse 58, welche über die Oststraße führte, über andere Strassen umzuleiten.
== Besonderheiten in der Fußgängerzone ==
Neben den allgemeinen Gestaltungselementen gibt es in der Fußgängerzone besondere Plätze und Kunstwerke, die zur Identität des Stadtbildes beitragen:


Auf drängen der [[Ahlener Werbegemeinschaft]] und mit Unterstützung der Verwaltung wurde 1980 ein gegenläufiger Einbahnverkehr auf Ost- und Weststraße eingerichtet, was schon zu einer Beruhigung des Verkehrs im Stadtkern geführt hat.
===Romulus und Remus – Badeakt in Bronze===
Diese von Bernhard Kleinhans geschaffene Skulptur stellt Romulus und Remus in einer alten Badewanne dar und ist an einem Trinkwasserbrunnen in Höhe des Volksbankgebäudes an der Weststraße platziert. Der Entwurf stammt von Landschaftsarchitekt Heiner Wortmann, dem Planer der Fußgängerzone.
===Die beschirmten Marktfrauen===
Ebenfalls von Bernhard Kleinhans stammen zwei Marktfrauen aus Bronze, die zwischen Marienkirche und Hettlage aufgestellt sind.  


Nun konnte man die weitere Umsetzung planen. Hierfür war es erforderlich, dass fünf Bebauungspläne erstellt und die Straßenführung geplant werden mussten. Die Bebauungspläne betrafen in erster Linie die Straßenzüge [[Westenmauer]], [[Südenmauer]], [[Südbrede]] und den mittleren Verkehrsring, heute als [[Konrad-Adenauer-Ring]] bekannt, zwischen [[Kapellenstraße]] und [[Beckumer Straße]].
Die Skulpturen wurden von den Stadtwerken gestiftet und zeigen typische Marktszenen.
===Marienplatz===
Dieser Platz hebt sich durch seine historische Gestaltung hervor. Die Außenmauern markieren den Grundriss des ehemaligen [[Haus Heitmann]], und die weiße Pflasterung zeigt den früheren Verlauf der [[Nordstraße]], die einst hier entlangführte und in die Oststraße mündete. Besonders markant ist die Mariensäule, die sich auf dem Platz befindet.


Provisorisch wurde am 01.06.1986, mit Unterstützung des Ministers für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr des Landes NW, eine Fussgängerzone -  noch ohne Ausbau - zwischen [[Kampstraße]] und [[Bahnhofstraße]] eingerichtet.
===Schöneberger Platz===
Ein weiterer wichtiger Treffpunkt mit Sitzgelegenheiten und Begrünung.


=Umsetzung=
== Bedeutung für Ahlen ==
Die Fußgängerzone hat das Stadtbild von Ahlen nachhaltig geprägt. Nach einer Entwicklungszeit von fast 17 Jahren wurde sie in nur neun Monaten Bauzeit realisiert und bildet heute das Herz der Innenstadt. Die Umgestaltung führte zu einer erheblichen Aufwertung des Einkaufsbereichs und stärkte die Attraktivität des Stadtkerns.


=Projektbeteiligte=
=Projektbeteiligte=
==Bauplanung==
==Bauplanung==


===Bauherr===
'''Bauherr'''
Stadt Ahlen -DerStadtdirektor-
Stadt Ahlen -DerStadtdirektor-


===Planung===
'''Planung'''
Heiner Wortmann, Landschaftsarchitekt BDLA, Lüdinghausen
Heiner Wortmann, Landschaftsarchitekt BDLA, Lüdinghausen


===Technische Bearbeitung===
'''Technische Bearbeitung'''
Ingenieurbüro nts
Ingenieurbüro nts


Zeile 47: Zeile 84:
ABV, VSVI, VDV, UBI, Münster
ABV, VSVI, VDV, UBI, Münster


===Bauüberwachung===
'''Bauüberwachung'''
Arge Wortmann / nts
Arge Wortmann / nts


===Projektsteuerung / Oberleitung===
'''Projektsteuerung / Oberleitung'''
Stadt Ahlen -Tiefbauamt-
Stadt Ahlen -Tiefbauamt-


Zeile 57: Zeile 94:
Städtischer Bauamtsrat Heinrich Brinkpeter
Städtischer Bauamtsrat Heinrich Brinkpeter


===Künstlerische Oberleitung===
'''Künstlerische Oberleitung'''
Stadtbaurat Hartmut Unger
Stadtbaurat Hartmut Unger


Zeile 63: Zeile 100:


==Bauausführung==
==Bauausführung==
===Gesamtausführung===
'''Gesamtausführung'''
ARGE Lanwehr, Ahlen / A. Bogatzki, Münster
ARGE Lanwehr, Ahlen / A. Bogatzki, Münster


===Beteiligte Firmen===
'''Beteiligte Firmen'''
====Maurerarbeiten====
'''Maurerarbeiten'''
Bergedieck, Ahlen
Bergedieck, Ahlen


====Pflasterarbeiten====
'''Pflasterarbeiten'''
ARGE und Stockhausen, Neuss
ARGE und Stockhausen, Neuss


====Kanaluntersuchungen====
'''Kanaluntersuchungen'''
Müller, Schieder-Schwallenberg
Müller, Schieder-Schwallenberg


====Kanalsanierung====
'''Kanalsanierung'''
Müller, Schieder-Schwallenberg
Müller, Schieder-Schwallenberg


====Kanalerneuerung====
'''Kanalerneuerung'''
Lanwehr, Ahlen
Lanwehr, Ahlen


====Hausanschlußerneuerungen====
'''Hausanschlußerneuerungen'''
ARGE
ARGE


====Leitungsverlegung====
'''Leitungsverlegung'''
ARGE
ARGE


====Brunnentechnik====
'''Brunnentechnik'''
Westphal, Münster
Westphal, Münster


====Schlosserarbeiten====
'''Schlosserarbeiten'''
Preun, Lüdinghausen
Preun, Lüdinghausen


====Sandsteinarbeiten====
'''Sandsteinarbeiten'''
Dirks, Billerbeck
Dirks, Billerbeck


====Landschaftsgärtnerische Arbeiten====
'''Landschaftsgärtnerische Arbeiten'''
Thuer, Hamm
Thuer, Hamm


===Lieferfirmen===
===Lieferfirmen===
====Leuchten====
'''Leuchten'''
Sonderentwurf Ahlen
Sonderentwurf Ahlen


Vulkan, Köln
Vulkan, Köln


====Altstadtpflaster====
'''Altstadtpflaster'''
Hartmann, Ahlen
Hartmann, Ahlen


====Granitbrunnen====
'''Granitbrunnen'''
Thiel, Fürstenstein (Bayern)
Thiel, Fürstenstein (Bayern)


====Natursteine====
'''Natursteine'''
Natursteinkontor, Bremen
Natursteinkontor, Bremen


====Trinkbrunnen====
'''Trinkbrunnen'''
Kleinhans, Sendenhorst
Kleinhans, Sendenhorst


====Pflanzenlieferungen====
'''Pflanzenlieferungen'''
Eschweiler, Münster
Eschweiler, Münster


====Mariensäule, Hinweistafel Osttor====
'''Mariensäule, Hinweistafel Osttor'''
Bücker, Beckum
Bücker, Beckum


=Quellen=
=Quellen=
== Literatur ==
*
== Weblinks ==
*
== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==
<references/>
<references/>

Aktuelle Version vom 1. März 2025, 22:27 Uhr

Fussgängerzone
51.762967.89042
Postleitzahl 59227
Ortsteil Innenstadt
Art der Straße Fussgängerzone
Karte

Die Fußgängerzone in Ahlen erstreckt sich durch die Innenstadt und bildet das Herz des städtischen Einzelhandels. Sie wurde in mehreren Phasen ausgebaut und hat sich im Laufe der Jahre stark verändert.

Luftaufnahme von Luftbild Blossey
https://www.luftbild-blossey.de/

Verlauf und Struktur

Die Fußgängerzone erstreckt sich hauptsächlich über die Oststraße und den Marktplatz. Sie verbindet zahlreiche Einzelhandelsgeschäfte, Cafés und gastronomische Betriebe miteinander. Auch kulturelle Einrichtungen und Veranstaltungsorte befinden sich in unmittelbarer Nähe.

Geschichte der Fußgängerzone in Ahlen

[1] Die Idee zur Einrichtung einer Fußgängerzone in Ahlen entwickelte sich über viele Jahre. Während der genaue Zeitpunkt des ersten Vorschlags nicht genau festgelegt werden kann, ist bekannt, dass bereits in den 1970er Jahren Diskussionen darüber geführt wurden.

Erste Planungen (1967–1974)

Im Jahr 1967 wurde im Generalverkehrsplan Teil II eine Verkehrsprognose erstellt, die mehrere Varianten zur Verkehrsführung in Ahlen untersuchte. Diese gingen alle von einer Einbahnstraßenregelung aus, die den gesamten Stadtkern durchziehen sollte. Eine Fußgängerzone war zu diesem Zeitpunkt nicht vorgesehen.

Erst mit dem Bericht der Landesentwicklungsgesellschaft von 1973 zur Stadtsanierung Ahlen kam die Idee einer Fußgängerzone auf. Hier wurde erstmals vorgeschlagen, die Hauptgeschäftsbereiche entlang der West- und Oststraße durch eine Fußgängerzone attraktiver zu gestalten.

Die Fortschreibung der Verkehrsprognose 1974 bestätigte die Notwendigkeit einer Fußgängerzone und sah diese erstmals offiziell vor. Die Planung bezog sich dabei auf den Bereich von der Kampstraße bis zur Gerichtsstraße bzw. bis zum Bahndamm. In vielen Städten gab es bereits Fußgängerzonen, ein Wunsch, den auch die Händler der Ost- und Weststraße in Ahlen hegten. So entstand die Idee, bei der geplanten Veranstaltung Sandhaufen an den Enden aufzuschütten, um eine Fußgängerzone zu simulieren. Doch die geplante Sperrung der damaligen Bundesstraße 58 (heute Fußgängerzone) stieß auf Bedenken. So wurde auch zeitgleich der erste Pöttkes- und Töttkenmarkt umgesetzt.

Umsetzung und Entwicklung (1980–1989)

1980 wurde auf Drängen der Werbegemeinschaft und mit Unterstützung der Verwaltung ein gegenläufiger Einbahnverkehr auf West- und Oststraße eingeführt. Dies war ein erster Schritt hin zu einer ruhigeren Einkaufszone.

Am 1. Juni 1986 wurde schließlich eine provisorische Fußgängerzone zwischen Kampstraße und Bahnhofstraße eingerichtet. Diese wurde von der Bevölkerung sofort gut angenommen und prägte fortan das Stadtbild.

Im Jahr 1985 beschloss der Rat der Stadt Ahlen die Durchführung eines Gestaltungs- und Bauwettbewerbs für die endgültige Gestaltung der Fußgängerzone. 1987 fiel die Entscheidung zugunsten des Entwurfs des Garten- und Landschaftsarchitekten Heiner Wortmann aus Lüdinghausen.

Die eigentlichen Bauarbeiten begannen im März 1988 und wurden bis zum 25. November 1988 abgeschlossen. Im April 1989 wurde die Fußgängerzone offiziell übergeben.

Gestaltungskonzept

Die Fußgängerzone in Ahlen basiert auf mehreren städtebaulichen Kriterien:

  1. Die Fußgängerzone sollte Teil der Stadtgestaltung sein und keine rein gestylte Einkaufsstraße werden.
  2. Die historische Dreiteiligkeit des Straßenraums wurde sichtbar gemacht.
  3. Historische Baufluchten wurden betont.
  4. Elemente der Stadtgeschichte wie Wallanlagen, das Osttor und ehemalige Brunnenstandorte wurden kenntlich gemacht.
  5. Eine sparsame Verwendung von Großgrün wurde angestrebt.

Zu den gestalterischen Maßnahmen gehörte die Wiederaufnahme traditioneller Pflasterarten, eine einheitliche Gestaltung der Beleuchtungskörper und die Hervorhebung historischer Elemente wie der Fundamente des ehemaligen Osttores.

Besonderheiten in der Fußgängerzone

Neben den allgemeinen Gestaltungselementen gibt es in der Fußgängerzone besondere Plätze und Kunstwerke, die zur Identität des Stadtbildes beitragen:

Romulus und Remus – Badeakt in Bronze

Diese von Bernhard Kleinhans geschaffene Skulptur stellt Romulus und Remus in einer alten Badewanne dar und ist an einem Trinkwasserbrunnen in Höhe des Volksbankgebäudes an der Weststraße platziert. Der Entwurf stammt von Landschaftsarchitekt Heiner Wortmann, dem Planer der Fußgängerzone.

Die beschirmten Marktfrauen

Ebenfalls von Bernhard Kleinhans stammen zwei Marktfrauen aus Bronze, die zwischen Marienkirche und Hettlage aufgestellt sind.

Die Skulpturen wurden von den Stadtwerken gestiftet und zeigen typische Marktszenen.

Marienplatz

Dieser Platz hebt sich durch seine historische Gestaltung hervor. Die Außenmauern markieren den Grundriss des ehemaligen Haus Heitmann, und die weiße Pflasterung zeigt den früheren Verlauf der Nordstraße, die einst hier entlangführte und in die Oststraße mündete. Besonders markant ist die Mariensäule, die sich auf dem Platz befindet.

Schöneberger Platz

Ein weiterer wichtiger Treffpunkt mit Sitzgelegenheiten und Begrünung.

Bedeutung für Ahlen

Die Fußgängerzone hat das Stadtbild von Ahlen nachhaltig geprägt. Nach einer Entwicklungszeit von fast 17 Jahren wurde sie in nur neun Monaten Bauzeit realisiert und bildet heute das Herz der Innenstadt. Die Umgestaltung führte zu einer erheblichen Aufwertung des Einkaufsbereichs und stärkte die Attraktivität des Stadtkerns.

Projektbeteiligte

Bauplanung

Bauherr Stadt Ahlen -DerStadtdirektor-

Planung Heiner Wortmann, Landschaftsarchitekt BDLA, Lüdinghausen

Technische Bearbeitung Ingenieurbüro nts

Beratende Ingenieure

Dipl.-Ing. Norbert Niederwemmer

Dipl.-Ing. Heiko Timm

Dipl.-Ing. Freimut Suhre

ABV, VSVI, VDV, UBI, Münster

Bauüberwachung Arge Wortmann / nts

Projektsteuerung / Oberleitung Stadt Ahlen -Tiefbauamt-

Städtischer Baudirektor Detlef Strauch

Städtischer Bauamtsrat Heinrich Brinkpeter

Künstlerische Oberleitung Stadtbaurat Hartmut Unger

Städtischer Baudirektor Kurt Berg (Stadtgestaltung und Denkmalpflege)

Bauausführung

Gesamtausführung ARGE Lanwehr, Ahlen / A. Bogatzki, Münster

Beteiligte Firmen Maurerarbeiten Bergedieck, Ahlen

Pflasterarbeiten ARGE und Stockhausen, Neuss

Kanaluntersuchungen Müller, Schieder-Schwallenberg

Kanalsanierung Müller, Schieder-Schwallenberg

Kanalerneuerung Lanwehr, Ahlen

Hausanschlußerneuerungen ARGE

Leitungsverlegung ARGE

Brunnentechnik Westphal, Münster

Schlosserarbeiten Preun, Lüdinghausen

Sandsteinarbeiten Dirks, Billerbeck

Landschaftsgärtnerische Arbeiten Thuer, Hamm

Lieferfirmen

Leuchten Sonderentwurf Ahlen

Vulkan, Köln

Altstadtpflaster Hartmann, Ahlen

Granitbrunnen Thiel, Fürstenstein (Bayern)

Natursteine Natursteinkontor, Bremen

Trinkbrunnen Kleinhans, Sendenhorst

Pflanzenlieferungen Eschweiler, Münster

Mariensäule, Hinweistafel Osttor Bücker, Beckum

Quellen

Einzelnachweise

  1. ↑ Stadt Ahlen - Fussgängerzone, Stadt Ahlen / Amt für Öffentlichkeitsarbeit, April 1989