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Hotel Gretenkort: Unterschied zwischen den Versionen

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Das '''Hotel Gretenkort''' war ein traditionsreiches Hotel und eine Gastwirtschaft an der [[Oststraße]] in [[Ahlen]]. Der 1855 gegründete Betrieb entwickelte sich im Laufe seiner Geschichte zu einem der angesehensten Hotels der Stadt und galt zeitweise als „erstes Haus am Platze“.
Das Hotel Gretenkort befand sich an der Kreuzung der [[Oststraße]], [[Beckumer Straße]] und [[Am Bahndamm]].  
 
Über Generationen von der Familie Gretenkort geführt, war das Hotel nicht nur Unterkunft für Reisende, sondern auch ein bedeutender gesellschaftlicher Treffpunkt. Hier begegneten sich Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Darüber hinaus war das Haus eng mit dem Ahlener Vereinsleben verbunden.
 
Nach schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde das Hotel in veränderter Form wiederaufgebaut und 1954 neu eröffnet. Der eigentliche Hotelbetrieb endete 1994. Unter dem Namen „Ahlener Hof“ wurde das Gebäude anschließend noch gastronomisch genutzt, bevor 2002 die endgültige Schließung erfolgte. Anfang 2014 wurde das Gebäude abgerissen.<ref name="AZ2013">Christian Wolff: „Von der Nähe zur Bahn profitiert“. In: ''Ahlener Zeitung'', 31. Dezember 2013.</ref><ref name="Glocke2014">Lisa Voss-Loermann: „Harald Juhnke wollte selbst zapfen“. In: ''Die Glocke'', 18. Januar 2014.</ref>
 
== Lage und Bedeutung der Eisenbahn ==
 
Das Hotel Gretenkort befand sich an der Kreuzung von [[Oststraße]], [[Beckumer Straße]] und [[Am Bahndamm]] in unmittelbarer Nähe der Eisenbahn.
 
Die Lage war für die Entwicklung des Betriebs von entscheidender Bedeutung. Der erste Ahlener [[Bahnhof]] befand sich wesentlich näher am damaligen Bahnübergang als das spätere Bahnhofsgebäude. Für die zahlreichen Reisenden, insbesondere Geschäfts- und Handelsreisende, war das Hotel daher bequem zu erreichen.
 
Auch ein Taxistand unmittelbar vor dem Gebäude trug später zur verkehrsgünstigen Lage bei.
 
Während die Nähe zur Eisenbahn über viele Jahrzehnte zum Erfolg des Hotels beitrug, erwies sie sich nach dessen Schließung zunehmend als Nachteil. Bei den Bemühungen um eine Nachnutzung spielte die Lärmbelastung durch die Bahnlinie eine wesentliche Rolle.<ref name="AZ2013"/>
 
== Geschichte ==
 
=== Gründung und erste Jahre (1853–1910) ===
 
Die Geschichte des Hotels begann mit dem Zimmermeister [[Johann Otto Gretenkort]], der aus Verl stammte.
 
Bereits 1852 hatte er Maria Kipp aus der Bauerschaft Oestrich geheiratet. Ein Jahr später, 1853, erwarb er zwei Gärten in unmittelbarer Nähe der damals noch jungen Eisenbahnlinie. Auf dem Grundstück ließ er ein Wohnhaus mit Stallungen errichten.
 
Gretenkort erkannte früh die wirtschaftlichen Möglichkeiten, die sich durch den Bahnverkehr und die zahlreichen Reisenden ergaben.
 
Im Juli 1855 befürwortete Bürgermeister [[Franz Wächter]] seinen Antrag auf Erteilung einer Gaststättenkonzession. Der damalige Landrat des Kreises Beckum, Graf Schmissing von Kerssenbrock, stand diesem Vorhaben jedoch zunächst skeptisch gegenüber. Er vertrat die Auffassung, dass es in Ahlen bereits genügend Gaststätten gebe.
 
Im September 1855 wurde die Konzession schließlich unter verschiedenen Auflagen erteilt. Eine dieser Auflagen lautete:
 
:''„Gretenkort ist ausdrücklich zu verpflichten, immer trinkbares Bier feilzuhalten. Duldet er Trinkgelage, Spielgesellschaften oder dergleichen Unfug in seinem Hause, ist ihm die Konzession wieder zu entziehen.“''<ref name="AZ2013"/>
 
Neben der Gastwirtschaft betrieb die Familie auch eine Kolonialwarenhandlung. Der Schankraum diente gleichzeitig als Verkaufsraum für die angebotenen Waren.
 
Johann Otto Gretenkort fand offenbar rasch Anschluss an das gesellschaftliche Leben der Stadt. Im Jahr 1861 errang er die Königswürde des Ahlener Bürgerschützenvereins.
 
Später übernahm sein Sohn Bernhard Gretenkort (1853–1928) den elterlichen Betrieb. Er galt als Ahlener Original, um das sich verschiedene Geschichten rankten.
 
So berichtete die ''Ahlener Volkszeitung'' am 30. Dezember 1934 über ein schweres Gewitter, bei dem Bernhard Gretenkort mit seiner Jagdflinte vor das Haus getreten sein und einen Schuss in den Himmel abgegeben haben soll, um das Unwetter zu vertreiben.<ref name="AZ2013"/>
 
=== Neubau und Erweiterung (1910–1944) ===
 
[[Datei:Hotel_Gretenkort_1920.png|thumb|Das Hotel Gretenkort um 1920]]
 
Im Jahr 1910 ließ Bernhard Gretenkort gemeinsam mit seinem gleichnamigen Sohn Bernhard (1885–1961) an der bisherigen Stelle einen Hotelneubau errichten.
 
In diesem Gebäude eröffnete auch Otto Gretenkort, ein Bruder des jüngeren Bernhard, eine Konditorei mit eigenem Café.
 
1918 wurde das Gebäude erneut erweitert. Gleichzeitig erhielt es eine einheitlich gestaltete Fassade, die dem Hotel sein repräsentatives Erscheinungsbild verlieh.
 
Der stattliche Bau prägte über viele Jahre das Straßenbild der oberen Oststraße.
 
Mit der Industrialisierung Ahlens und dem Aufschwung des Bergbaus sowie der Emailleindustrie gewann das Hotel weiter an Bedeutung. Die verkehrsgünstige Lage und das gastronomische Angebot machten es zu einem beliebten Treffpunkt.
 
Auch das Ahlener Vereinsleben war eng mit dem Hotel verbunden. Unter anderem wurden hier der SGV-Heimatverein und der Männer-Turn- und Spielverein gegründet.<ref name="AZ2013"/>
 
Vor dem Zweiten Weltkrieg galt Gretenkort als „erstes Haus am Platze“. Im rechten Gebäudeteil befand sich ein Café, das den Ahlenern als Treffpunkt diente.<ref name="Glocke2014"/>
 
=== Zerstörung im Zweiten Weltkrieg ===
 
Am '''23. März 1944''' wurde das Hotel Gretenkort bei einem Bombenangriff schwer getroffen.
 
Ein großer Teil des repräsentativen Gebäudes wurde zerstört. Bei dem Angriff kam Otto Gretenkort ums Leben.
 
Trotz der schweren Schäden gab die Familie den Betrieb nicht auf. Die verbliebenen Gebäudeteile wurden notdürftig hergerichtet und weiterhin genutzt.
 
Über zehn Jahre lang lebte und arbeitete die Familie in diesem Provisorium. Erst in den 1950er-Jahren konnte ein umfassender Wiederaufbau verwirklicht werden.<ref name="AZ2013"/>
 
=== Wiederaufbau und Neueröffnung (1954) ===
 
Den Wiederaufbau nahm Bernhard Gretenkort gemeinsam mit seinem Sohn Bernhard in Angriff, der 1949 aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt war.
 
Das neue Hotel entstand an der bisherigen Stelle, fiel allerdings deutlich kleiner aus als der repräsentative Vorkriegsbau von 1910.
 
Architektonisch unterschied sich der Neubau ebenfalls von seinem Vorgänger. Eine Besonderheit war die damals noch ungewöhnliche gelbe Klinkerfassade.
 
Eine bemerkenswerte Episode der Ahlener Baugeschichte ist mit dem Wiederaufbau verbunden: Nach dem Bericht der ''Ahlener Zeitung'' wurde 1954 erstmals überhaupt ein Baukran in Ahlen eingesetzt. Der Kran wurde von dem Bauunternehmen Krämer bereitgestellt.
 
Im Jahr 1954 konnte das wiederaufgebaute Hotel eröffnet werden.<ref name="AZ2013"/>
 
=== Die letzten Generationen der Familie Gretenkort ===
 
Vier Jahre nach der Wiedereröffnung übergab Bernhard Gretenkort den Betrieb aus gesundheitlichen Gründen an seinen Sohn Bernhard.
 
Dieser führte das Haus gemeinsam mit seiner Ehefrau Maria, genannt „Mia“, geborene Kogge, und seiner Mutter „Toni“, geborene Balhorn, weiter.
 
Bernhard Gretenkort war nicht nur Inhaber, sondern zugleich Küchenchef des Hotels. Seine Frau Maria kümmerte sich insbesondere um die Betreuung der Gäste.
 
Nach Erinnerungen ehemaliger Mitarbeiter war Bernhard Gretenkort ein anspruchsvoller und mitunter strenger, zugleich aber sozial eingestellter Arbeitgeber.
 
Maria Gretenkort galt als die gute Seele des Hauses. Sie sorgte nach den Erinnerungen ihrer Tochter Bärbel Dautzenberg dafür, dass sich die Gäste wohlfühlten.
 
Das Ehepaar war zudem fest im gesellschaftlichen Leben Ahlens verwurzelt. Bei verschiedenen Bürgerschützenfesten gehörten beide wiederholt den Throngesellschaften an und pflegten Kontakte zu zahlreichen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.<ref name="AZ2013"/><ref name="Glocke2014"/>
 
=== Modernisierung und Jubiläen ===
 
In den 1950er-Jahren feierte das Hotel mit zahlreichen Gratulanten sein 100-jähriges Bestehen.
 
Im März 1981 wurde das 125-jährige Bestehen begangen. Aus diesem Anlass erstellten der ehemalige Stadtdirektor Johannes Baldauf und der Mitarbeiter der ''Ahlener Zeitung'' Reinhard Baldauf eine umfangreiche Chronik der Hotelgeschichte.
 
Die Chronik enthielt zahlreiche historische Dokumente und Schriftstücke zur Entwicklung des Hauses und der Betreiberfamilie.
 
Anfang der 1980er-Jahre verfügte das Hotel über:
 
* 25 Gästezimmer mit insgesamt 36 Betten,
* ein Restaurant mit 120 Sitzplätzen,
* Tagungsräume für Veranstaltungen mit zehn bis 80 Personen.
 
Um insbesondere Geschäftsreisenden einen gleichbleibenden Qualitätsstandard bieten zu können, schloss sich das Hotel dem freiwilligen Verbund der „Team“-Hotels an. Ziel des Zusammenschlusses war es, guten Service und ein gehobenes Niveau zu erschwinglichen Preisen anzubieten.<ref name="AZ2013"/>
 
== Gesellschaftliches Leben ==
 
=== Treffpunkt für Politik, Wirtschaft und Vereine ===
 
Das Hotel Gretenkort war über viele Jahrzehnte weit mehr als eine Unterkunft für Reisende.
 
In seinen Gasträumen trafen sich Geschäftsleute, Kommunalpolitiker, Vereinsvertreter und andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Nach Erinnerungen ehemaliger Beschäftigter wurden hier politische Gespräche geführt und geschäftliche Vereinbarungen getroffen.
 
Auch der Bürgerschützenverein Ahlen hatte nach dem Wiederaufbau sein Stammdomizil im Hotel. Versammlungen wurden dort abgehalten, und zum jährlichen Schützenfest traf man sich am Kiosk „Bäreninsel“ vor dem Hotelportal.
 
Zu den bekannten Gästen aus dem städtischen Leben gehörten unter anderem der frühere Stadtdirektor Dr. Walter Priesnitz und der ehemalige Stadtwerkechef Hans-Jürgen Metzger.
 
Familienfeiern, Firmenjubiläen und Geburtstage gehörten ebenfalls zum festen Bestandteil des Hotelbetriebs.<ref name="AZ2013"/><ref name="Glocke2014"/>
 
=== Bekannte Gäste aus Kultur und Unterhaltung ===
 
Auch zahlreiche bekannte Persönlichkeiten aus Theater, Film, Fernsehen, Sport und Kunst übernachteten im Hotel Gretenkort.
 
Als sich das Ahlener Stadttheater noch an der [[Gerichtsstraße]] befand, wurden dort gastierende Schauspielensembles regelmäßig im Hotel untergebracht.
 
Zu den im Zeitungsbericht von 2014 genannten Gästen gehörten:
 
* Gisela Uhlen, Schauspielerin
* Inge Meysel, Schauspielerin
* Horst Tappert, Schauspieler
* Günther Schramm, Schauspieler
* Helmut Schön, Fußballtrainer
* Harald Juhnke, Schauspieler und Entertainer
* Peter Maffay, Musiker
* Herbert Bauer, Künstler
* Jürgen Reipka, Künstler
* Imo Moszkowicz, Regisseur
 
Die Namen sind durch die Erinnerungen ehemaliger Mitarbeiter sowie durch die von der Familie geführten Gästebücher überliefert.<ref name="Glocke2014"/>
 
=== Harald Juhnke an der Hoteltheke ===
 
Eine besondere Anekdote überlieferte die langjährige Servicemitarbeiterin Gertrud Ameling im Januar 2014.
 
Der Entertainer Harald Juhnke hatte einen Abend an der Hoteltheke verbracht und dort zahlreiche Biere getrunken. Nachdem Hotelchef Bernhard Gretenkort bereits zu Bett gegangen war, betreute Ameling den Gast weiterhin.
 
Erst gegen zwei oder halb drei Uhr morgens gelang es ihr nach eigener Aussage, den Ausschank zu beenden.
 
Juhnke soll daraufhin angeboten haben, dass sie ruhig Feierabend machen könne, da er selbst weiter Bier zapfen werde.<ref name="Glocke2014"/>
 
=== Gastronomie und Veranstaltungen ===
 
Die Küche des Hotels genoss einen guten Ruf und wurde auch für größere Veranstaltungen in Anspruch genommen.
 
Ein Beispiel war die Feier zum 60. Geburtstag des Unternehmers Theodor F. Leifeld. Nach Erinnerungen Gertrud Amelings bewirtete das Hotelteam bei dieser Veranstaltung rund 600 Gäste auf dem Firmengelände.
 
Bernhard Gretenkort war zudem passionierter Jäger. Nach Jagdausflügen brachte er gelegentlich erlegtes Wild, darunter Hasen, Fasane und Rehe, mit ins Hotel, das anschließend von der Küchenmannschaft verarbeitet wurde.<ref name="Glocke2014"/>
 
== Erinnerungen ehemaliger Mitarbeiter ==
 
Im Januar 2014 trafen sich drei Personen, die eng mit der Geschichte des Hotels verbunden waren, zu einem gemeinsamen Rückblick:
 
* '''Gertrud Ameling''' arbeitete von 1972 bis zur Schließung des Hotelbetriebs 1994 im Service.
* '''Rudolf Niebling''' begann 1976 seine Ausbildung zum Koch bei Bernhard Gretenkort.
* '''Bärbel Dautzenberg''', Tochter des letzten Inhaberehepaars Bernhard und Maria Gretenkort, bewahrte zahlreiche Erinnerungsstücke aus dem Familienbesitz.
 
Bei dem Treffen wurden historische Fotografien, Dokumente, Gästebücher und Speisekarten aus den 1980er-Jahren betrachtet.
 
Neben Erinnerungen an prominente Gäste kamen auch Geschichten aus dem Arbeitsalltag zur Sprache.
 
So berichtete Rudolf Niebling von den traditionellen Aprilscherzen, mit denen neue Küchenlehrlinge gelegentlich hereingelegt wurden. Beispielsweise erhielten sie den Auftrag, im Keller Sauerkraut in Fäden über den Rohren zum Trocknen aufzuhängen.
 
Nicht alle Gäste blieben den Beschäftigten in guter Erinnerung. Bärbel Dautzenberg berichtete etwa von einem Besuch Peter Maffays Ende der 1970er-Jahre, bei dem dieser sich nach ihrer Erinnerung so unangemessen benommen habe, dass sie ihn beinahe aus dem Haus verwiesen hätte.
 
Trotz solcher Erlebnisse überwogen bei den ehemaligen Mitarbeitern die positiven Erinnerungen an das Hotel und insbesondere an das Inhaberehepaar.
 
Gertrud Ameling und Rudolf Niebling beschrieben Bernhard Gretenkort rückblickend als zwar strengen, aber menschlichen und sozial eingestellten Chef.<ref name="Glocke2014"/><ref name="Glocke2014b">„Inhaber war ein strenger, aber sozialer Chef“. In: ''Die Glocke'', 18. Januar 2014.</ref>
 
== Schließung und Abriss ==
 
Der traditionelle Hotelbetrieb endete 1994.
 
Anschließend wurde das Gebäude noch gastronomisch genutzt. Unter dem Namen '''„Ahlener Hof“''' erlebte es seine letzte Nutzungsphase.
 
Im Jahr 2002 wurden die Türen endgültig geschlossen. Danach stand das Gebäude mehr als ein Jahrzehnt leer.
 
Die Suche nach einer neuen Nutzung blieb erfolglos. Die unmittelbare Nähe zur Eisenbahnlinie, die einst wesentlich zum Erfolg des Hotels beigetragen hatte, erwies sich nun als Hindernis. Selbst die durchgehend doppelt verglasten Fenster konnten die Nachteile des Standortes nicht ausgleichen.
 
Zum Jahresende 2013 begann die Entkernung des Gebäudes. Im Januar 2014 folgte der Abriss.


=Geschichte=
Mit dem ehemaligen Hotel verschwanden auch weitere Gebäude aus dem Umfeld, darunter das frühere Radiohaus Soboll sowie das Gebäude am Standort des einstigen Hotels Kaiserhof, das zuletzt von einer Sparkasse genutzt worden war.
[[Datei:Gretenkort.jpg|thumb]]
[[Datei:Hotel_Gretenkort_1920.png|thumb|ca. 1920]]


1853 kaufte [[Johann Otto Gretenkort]] zwei Gärten in direkter Nähe zu der noch jungen Bahnlinie und ließ ein Wohnhaus mit Stallungen darauf errichten. Früh erkannte er durch die Nähe des [[Bahnhof | Bahnhofs]], der ich zu jener Zeit noch wesentlich näher am damaligen Bahnübergang befand, das Potenzial des Grundstücks. Der Konzessionsantrag wurde von Bürgermeister [[Franz Wächter | Wächter]] im Juli 1855befürwortet. Doch der damalige Landrat, Graf Schmissing von Kerssenbrock, aus Beckum war der Meinung es gäbe bereits genug Gaststätten in Ahlen. Daher knüpfte er die Genehmigung der Konzession im September an gewisse Auflagen. Eine dieser Auflagen lautete: ''"Gretenkort ist ausdrücklich zu verpflichten, immer trinkbares Bier feilzuhalten. Duldet er Trinkgelage, Spielgesellschaften oder dergleichen Unfug in seinem Hause, ist ihm die Konzession wieder zu entziehen."''
Auf dem Gelände war ein Einkaufszentrum mit mehreren Geschäften vorgesehen, das zur Belebung der oberen Oststraße beitragen sollte.<ref name="AZ2013"/>


Neben der Wirtschaft wurde auch eine Kolonialwarenhandlung betrieben. Für diese war der Schankraum der Wirtschaft gleichzeitig Verkaufsraum für die Waren.
Damit endete nach rund 159 Jahren die bauliche Geschichte eines traditionsreichen Ahlener Hotelstandortes.
 
== Bilder ==


=Aktuell=
Das seit 2002 nicht mehr genutzte Gebäude weicht Anfang 2014 einem Einkaufszentrum.
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Datei:Gretenkort_1.jpg|Blick auf die Oststrasse
Datei:Gretenkort.jpg|Historische Ansicht des Hotels
Datei:Gretenkort-Quittung.JPG|Quittung aus alten Tagen
Datei:Hotel_Gretenkort_1920.png|Das Hotel um 1920
Datei:Ahlen-Gretenkort.jpg|Entwurf des Einkaufszentrums
Datei:Gretenkort_1.jpg|Blick auf die Oststraße
Datei:Gretenkort-Quittung.JPG|Historische Quittung
Datei:Ahlen-Gretenkort.jpg|Entwurf des geplanten Einkaufszentrums
Datei:Ahlen-Gretenkort2.jpg|Weiterer Entwurf des Einkaufszentrums
Datei:Ahlen-Gretenkort2.jpg|Weiterer Entwurf des Einkaufszentrums
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=Quellen=
== Quellen ==
== Literatur ==


*  
=== Literatur und Presse ===
* Christian Wolff: „Von der Nähe zur Bahn profitiert“. In: ''Ahlener Zeitung'', 31. Dezember 2013.
* Lisa Voss-Loermann: „Harald Juhnke wollte selbst zapfen“. In: ''Die Glocke'', 18. Januar 2014.
* „Inhaber war ein strenger, aber sozialer Chef“. In: ''Die Glocke'', 18. Januar 2014.


== Weblinks ==
=== Einzelnachweise ===
 
<references/>
*


== Einzelnachweise ==
[[Kategorie:Gebäude]]
[[Ahlener Zeitung]] vom 31.12.2013 "Von der Nähe zur Bahn profitiert"
 
<references/>
[[Kategorie: Gebäude]]

Aktuelle Version vom 12. Oktober 2026, 17:28 Uhr


Hotel Gretenkort
51.7630897.897134


Anschrift Oststraße




Ursprüngliche Nutzung Hotel, Gastwirtschaft und Café
Heutige Nutzung 2014 abgerissen
Karte


Das Hotel Gretenkort war ein traditionsreiches Hotel und eine Gastwirtschaft an der Oststraße in Ahlen. Der 1855 gegründete Betrieb entwickelte sich im Laufe seiner Geschichte zu einem der angesehensten Hotels der Stadt und galt zeitweise als „erstes Haus am Platze“.

Über Generationen von der Familie Gretenkort geführt, war das Hotel nicht nur Unterkunft für Reisende, sondern auch ein bedeutender gesellschaftlicher Treffpunkt. Hier begegneten sich Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Darüber hinaus war das Haus eng mit dem Ahlener Vereinsleben verbunden.

Nach schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde das Hotel in veränderter Form wiederaufgebaut und 1954 neu eröffnet. Der eigentliche Hotelbetrieb endete 1994. Unter dem Namen „Ahlener Hof“ wurde das Gebäude anschließend noch gastronomisch genutzt, bevor 2002 die endgültige Schließung erfolgte. Anfang 2014 wurde das Gebäude abgerissen.[1][2]

Lage und Bedeutung der Eisenbahn

Das Hotel Gretenkort befand sich an der Kreuzung von Oststraße, Beckumer Straße und Am Bahndamm in unmittelbarer Nähe der Eisenbahn.

Die Lage war für die Entwicklung des Betriebs von entscheidender Bedeutung. Der erste Ahlener Bahnhof befand sich wesentlich näher am damaligen Bahnübergang als das spätere Bahnhofsgebäude. Für die zahlreichen Reisenden, insbesondere Geschäfts- und Handelsreisende, war das Hotel daher bequem zu erreichen.

Auch ein Taxistand unmittelbar vor dem Gebäude trug später zur verkehrsgünstigen Lage bei.

Während die Nähe zur Eisenbahn über viele Jahrzehnte zum Erfolg des Hotels beitrug, erwies sie sich nach dessen Schließung zunehmend als Nachteil. Bei den Bemühungen um eine Nachnutzung spielte die Lärmbelastung durch die Bahnlinie eine wesentliche Rolle.[1]

Geschichte

Gründung und erste Jahre (1853–1910)

Die Geschichte des Hotels begann mit dem Zimmermeister Johann Otto Gretenkort, der aus Verl stammte.

Bereits 1852 hatte er Maria Kipp aus der Bauerschaft Oestrich geheiratet. Ein Jahr später, 1853, erwarb er zwei Gärten in unmittelbarer Nähe der damals noch jungen Eisenbahnlinie. Auf dem Grundstück ließ er ein Wohnhaus mit Stallungen errichten.

Gretenkort erkannte früh die wirtschaftlichen Möglichkeiten, die sich durch den Bahnverkehr und die zahlreichen Reisenden ergaben.

Im Juli 1855 befürwortete Bürgermeister Franz Wächter seinen Antrag auf Erteilung einer Gaststättenkonzession. Der damalige Landrat des Kreises Beckum, Graf Schmissing von Kerssenbrock, stand diesem Vorhaben jedoch zunächst skeptisch gegenüber. Er vertrat die Auffassung, dass es in Ahlen bereits genügend Gaststätten gebe.

Im September 1855 wurde die Konzession schließlich unter verschiedenen Auflagen erteilt. Eine dieser Auflagen lautete:

„Gretenkort ist ausdrücklich zu verpflichten, immer trinkbares Bier feilzuhalten. Duldet er Trinkgelage, Spielgesellschaften oder dergleichen Unfug in seinem Hause, ist ihm die Konzession wieder zu entziehen.“[1]

Neben der Gastwirtschaft betrieb die Familie auch eine Kolonialwarenhandlung. Der Schankraum diente gleichzeitig als Verkaufsraum für die angebotenen Waren.

Johann Otto Gretenkort fand offenbar rasch Anschluss an das gesellschaftliche Leben der Stadt. Im Jahr 1861 errang er die Königswürde des Ahlener Bürgerschützenvereins.

Später übernahm sein Sohn Bernhard Gretenkort (1853–1928) den elterlichen Betrieb. Er galt als Ahlener Original, um das sich verschiedene Geschichten rankten.

So berichtete die Ahlener Volkszeitung am 30. Dezember 1934 über ein schweres Gewitter, bei dem Bernhard Gretenkort mit seiner Jagdflinte vor das Haus getreten sein und einen Schuss in den Himmel abgegeben haben soll, um das Unwetter zu vertreiben.[1]

Neubau und Erweiterung (1910–1944)

Das Hotel Gretenkort um 1920

Im Jahr 1910 ließ Bernhard Gretenkort gemeinsam mit seinem gleichnamigen Sohn Bernhard (1885–1961) an der bisherigen Stelle einen Hotelneubau errichten.

In diesem Gebäude eröffnete auch Otto Gretenkort, ein Bruder des jüngeren Bernhard, eine Konditorei mit eigenem Café.

1918 wurde das Gebäude erneut erweitert. Gleichzeitig erhielt es eine einheitlich gestaltete Fassade, die dem Hotel sein repräsentatives Erscheinungsbild verlieh.

Der stattliche Bau prägte über viele Jahre das Straßenbild der oberen Oststraße.

Mit der Industrialisierung Ahlens und dem Aufschwung des Bergbaus sowie der Emailleindustrie gewann das Hotel weiter an Bedeutung. Die verkehrsgünstige Lage und das gastronomische Angebot machten es zu einem beliebten Treffpunkt.

Auch das Ahlener Vereinsleben war eng mit dem Hotel verbunden. Unter anderem wurden hier der SGV-Heimatverein und der Männer-Turn- und Spielverein gegründet.[1]

Vor dem Zweiten Weltkrieg galt Gretenkort als „erstes Haus am Platze“. Im rechten Gebäudeteil befand sich ein Café, das den Ahlenern als Treffpunkt diente.[2]

Zerstörung im Zweiten Weltkrieg

Am 23. März 1944 wurde das Hotel Gretenkort bei einem Bombenangriff schwer getroffen.

Ein großer Teil des repräsentativen Gebäudes wurde zerstört. Bei dem Angriff kam Otto Gretenkort ums Leben.

Trotz der schweren Schäden gab die Familie den Betrieb nicht auf. Die verbliebenen Gebäudeteile wurden notdürftig hergerichtet und weiterhin genutzt.

Über zehn Jahre lang lebte und arbeitete die Familie in diesem Provisorium. Erst in den 1950er-Jahren konnte ein umfassender Wiederaufbau verwirklicht werden.[1]

Wiederaufbau und Neueröffnung (1954)

Den Wiederaufbau nahm Bernhard Gretenkort gemeinsam mit seinem Sohn Bernhard in Angriff, der 1949 aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt war.

Das neue Hotel entstand an der bisherigen Stelle, fiel allerdings deutlich kleiner aus als der repräsentative Vorkriegsbau von 1910.

Architektonisch unterschied sich der Neubau ebenfalls von seinem Vorgänger. Eine Besonderheit war die damals noch ungewöhnliche gelbe Klinkerfassade.

Eine bemerkenswerte Episode der Ahlener Baugeschichte ist mit dem Wiederaufbau verbunden: Nach dem Bericht der Ahlener Zeitung wurde 1954 erstmals überhaupt ein Baukran in Ahlen eingesetzt. Der Kran wurde von dem Bauunternehmen Krämer bereitgestellt.

Im Jahr 1954 konnte das wiederaufgebaute Hotel eröffnet werden.[1]

Die letzten Generationen der Familie Gretenkort

Vier Jahre nach der Wiedereröffnung übergab Bernhard Gretenkort den Betrieb aus gesundheitlichen Gründen an seinen Sohn Bernhard.

Dieser führte das Haus gemeinsam mit seiner Ehefrau Maria, genannt „Mia“, geborene Kogge, und seiner Mutter „Toni“, geborene Balhorn, weiter.

Bernhard Gretenkort war nicht nur Inhaber, sondern zugleich Küchenchef des Hotels. Seine Frau Maria kümmerte sich insbesondere um die Betreuung der Gäste.

Nach Erinnerungen ehemaliger Mitarbeiter war Bernhard Gretenkort ein anspruchsvoller und mitunter strenger, zugleich aber sozial eingestellter Arbeitgeber.

Maria Gretenkort galt als die gute Seele des Hauses. Sie sorgte nach den Erinnerungen ihrer Tochter Bärbel Dautzenberg dafür, dass sich die Gäste wohlfühlten.

Das Ehepaar war zudem fest im gesellschaftlichen Leben Ahlens verwurzelt. Bei verschiedenen Bürgerschützenfesten gehörten beide wiederholt den Throngesellschaften an und pflegten Kontakte zu zahlreichen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.[1][2]

Modernisierung und Jubiläen

In den 1950er-Jahren feierte das Hotel mit zahlreichen Gratulanten sein 100-jähriges Bestehen.

Im März 1981 wurde das 125-jährige Bestehen begangen. Aus diesem Anlass erstellten der ehemalige Stadtdirektor Johannes Baldauf und der Mitarbeiter der Ahlener Zeitung Reinhard Baldauf eine umfangreiche Chronik der Hotelgeschichte.

Die Chronik enthielt zahlreiche historische Dokumente und Schriftstücke zur Entwicklung des Hauses und der Betreiberfamilie.

Anfang der 1980er-Jahre verfügte das Hotel über:

  • 25 Gästezimmer mit insgesamt 36 Betten,
  • ein Restaurant mit 120 Sitzplätzen,
  • Tagungsräume für Veranstaltungen mit zehn bis 80 Personen.

Um insbesondere Geschäftsreisenden einen gleichbleibenden Qualitätsstandard bieten zu können, schloss sich das Hotel dem freiwilligen Verbund der „Team“-Hotels an. Ziel des Zusammenschlusses war es, guten Service und ein gehobenes Niveau zu erschwinglichen Preisen anzubieten.[1]

Gesellschaftliches Leben

Treffpunkt für Politik, Wirtschaft und Vereine

Das Hotel Gretenkort war über viele Jahrzehnte weit mehr als eine Unterkunft für Reisende.

In seinen Gasträumen trafen sich Geschäftsleute, Kommunalpolitiker, Vereinsvertreter und andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Nach Erinnerungen ehemaliger Beschäftigter wurden hier politische Gespräche geführt und geschäftliche Vereinbarungen getroffen.

Auch der Bürgerschützenverein Ahlen hatte nach dem Wiederaufbau sein Stammdomizil im Hotel. Versammlungen wurden dort abgehalten, und zum jährlichen Schützenfest traf man sich am Kiosk „Bäreninsel“ vor dem Hotelportal.

Zu den bekannten Gästen aus dem städtischen Leben gehörten unter anderem der frühere Stadtdirektor Dr. Walter Priesnitz und der ehemalige Stadtwerkechef Hans-Jürgen Metzger.

Familienfeiern, Firmenjubiläen und Geburtstage gehörten ebenfalls zum festen Bestandteil des Hotelbetriebs.[1][2]

Bekannte Gäste aus Kultur und Unterhaltung

Auch zahlreiche bekannte Persönlichkeiten aus Theater, Film, Fernsehen, Sport und Kunst übernachteten im Hotel Gretenkort.

Als sich das Ahlener Stadttheater noch an der Gerichtsstraße befand, wurden dort gastierende Schauspielensembles regelmäßig im Hotel untergebracht.

Zu den im Zeitungsbericht von 2014 genannten Gästen gehörten:

  • Gisela Uhlen, Schauspielerin
  • Inge Meysel, Schauspielerin
  • Horst Tappert, Schauspieler
  • Günther Schramm, Schauspieler
  • Helmut Schön, Fußballtrainer
  • Harald Juhnke, Schauspieler und Entertainer
  • Peter Maffay, Musiker
  • Herbert Bauer, Künstler
  • Jürgen Reipka, Künstler
  • Imo Moszkowicz, Regisseur

Die Namen sind durch die Erinnerungen ehemaliger Mitarbeiter sowie durch die von der Familie geführten Gästebücher überliefert.[2]

Harald Juhnke an der Hoteltheke

Eine besondere Anekdote überlieferte die langjährige Servicemitarbeiterin Gertrud Ameling im Januar 2014.

Der Entertainer Harald Juhnke hatte einen Abend an der Hoteltheke verbracht und dort zahlreiche Biere getrunken. Nachdem Hotelchef Bernhard Gretenkort bereits zu Bett gegangen war, betreute Ameling den Gast weiterhin.

Erst gegen zwei oder halb drei Uhr morgens gelang es ihr nach eigener Aussage, den Ausschank zu beenden.

Juhnke soll daraufhin angeboten haben, dass sie ruhig Feierabend machen könne, da er selbst weiter Bier zapfen werde.[2]

Gastronomie und Veranstaltungen

Die Küche des Hotels genoss einen guten Ruf und wurde auch für größere Veranstaltungen in Anspruch genommen.

Ein Beispiel war die Feier zum 60. Geburtstag des Unternehmers Theodor F. Leifeld. Nach Erinnerungen Gertrud Amelings bewirtete das Hotelteam bei dieser Veranstaltung rund 600 Gäste auf dem Firmengelände.

Bernhard Gretenkort war zudem passionierter Jäger. Nach Jagdausflügen brachte er gelegentlich erlegtes Wild, darunter Hasen, Fasane und Rehe, mit ins Hotel, das anschließend von der Küchenmannschaft verarbeitet wurde.[2]

Erinnerungen ehemaliger Mitarbeiter

Im Januar 2014 trafen sich drei Personen, die eng mit der Geschichte des Hotels verbunden waren, zu einem gemeinsamen Rückblick:

  • Gertrud Ameling arbeitete von 1972 bis zur Schließung des Hotelbetriebs 1994 im Service.
  • Rudolf Niebling begann 1976 seine Ausbildung zum Koch bei Bernhard Gretenkort.
  • Bärbel Dautzenberg, Tochter des letzten Inhaberehepaars Bernhard und Maria Gretenkort, bewahrte zahlreiche Erinnerungsstücke aus dem Familienbesitz.

Bei dem Treffen wurden historische Fotografien, Dokumente, Gästebücher und Speisekarten aus den 1980er-Jahren betrachtet.

Neben Erinnerungen an prominente Gäste kamen auch Geschichten aus dem Arbeitsalltag zur Sprache.

So berichtete Rudolf Niebling von den traditionellen Aprilscherzen, mit denen neue Küchenlehrlinge gelegentlich hereingelegt wurden. Beispielsweise erhielten sie den Auftrag, im Keller Sauerkraut in Fäden über den Rohren zum Trocknen aufzuhängen.

Nicht alle Gäste blieben den Beschäftigten in guter Erinnerung. Bärbel Dautzenberg berichtete etwa von einem Besuch Peter Maffays Ende der 1970er-Jahre, bei dem dieser sich nach ihrer Erinnerung so unangemessen benommen habe, dass sie ihn beinahe aus dem Haus verwiesen hätte.

Trotz solcher Erlebnisse überwogen bei den ehemaligen Mitarbeitern die positiven Erinnerungen an das Hotel und insbesondere an das Inhaberehepaar.

Gertrud Ameling und Rudolf Niebling beschrieben Bernhard Gretenkort rückblickend als zwar strengen, aber menschlichen und sozial eingestellten Chef.[2][3]

Schließung und Abriss

Der traditionelle Hotelbetrieb endete 1994.

Anschließend wurde das Gebäude noch gastronomisch genutzt. Unter dem Namen „Ahlener Hof“ erlebte es seine letzte Nutzungsphase.

Im Jahr 2002 wurden die Türen endgültig geschlossen. Danach stand das Gebäude mehr als ein Jahrzehnt leer.

Die Suche nach einer neuen Nutzung blieb erfolglos. Die unmittelbare Nähe zur Eisenbahnlinie, die einst wesentlich zum Erfolg des Hotels beigetragen hatte, erwies sich nun als Hindernis. Selbst die durchgehend doppelt verglasten Fenster konnten die Nachteile des Standortes nicht ausgleichen.

Zum Jahresende 2013 begann die Entkernung des Gebäudes. Im Januar 2014 folgte der Abriss.

Mit dem ehemaligen Hotel verschwanden auch weitere Gebäude aus dem Umfeld, darunter das frühere Radiohaus Soboll sowie das Gebäude am Standort des einstigen Hotels Kaiserhof, das zuletzt von einer Sparkasse genutzt worden war.

Auf dem Gelände war ein Einkaufszentrum mit mehreren Geschäften vorgesehen, das zur Belebung der oberen Oststraße beitragen sollte.[1]

Damit endete nach rund 159 Jahren die bauliche Geschichte eines traditionsreichen Ahlener Hotelstandortes.

Bilder

Quellen

Literatur und Presse

  • Christian Wolff: „Von der Nähe zur Bahn profitiert“. In: Ahlener Zeitung, 31. Dezember 2013.
  • Lisa Voss-Loermann: „Harald Juhnke wollte selbst zapfen“. In: Die Glocke, 18. Januar 2014.
  • „Inhaber war ein strenger, aber sozialer Chef“. In: Die Glocke, 18. Januar 2014.

Einzelnachweise

  1. ↑ 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 Christian Wolff: „Von der Nähe zur Bahn profitiert“. In: Ahlener Zeitung, 31. Dezember 2013.
  2. ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 2,7 Lisa Voss-Loermann: „Harald Juhnke wollte selbst zapfen“. In: Die Glocke, 18. Januar 2014.
  3. ↑ „Inhaber war ein strenger, aber sozialer Chef“. In: Die Glocke, 18. Januar 2014.