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Ludger Schulte: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Kategorie:Personen]]
 
'''Ludger Schulte''' (* [[22. August]] [[1920]] in [[Iserlohn]]; † [[23. Dezember]] [[2012]] in [[Ahlen]]) war ein Ahlener Lehrer, Heimatforscher, Denkmalpfleger und Kommunalpolitiker. Über viele Jahrzehnte prägte er die Heimat- und Kulturpflege in [[Ahlen]], im Altkreis Beckum und im [[Kreis Warendorf]]. Besondere Bedeutung gewann sein Einsatz für den Erhalt historischer Bauten, für die Stadtgeschichte sowie für den Aufbau einer umfangreichen Sammlung zur Geschichte und Kultur Ahlens.
 
== Leben ==
Ludger Schulte wurde am 22. August 1920 in Iserlohn als erster Sohn des Studienrates und späteren Professors Dr. Wilhelm Schulte und dessen Ehefrau Hedwig, geborene Wildschütz, geboren. Noch im Jahr seiner Geburt zog die Familie nach Ahlen, das für ihn zum lebenslangen Lebensmittelpunkt wurde.
 
Nach dem Abitur in Ahlen, dem Militärdienst im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] und dem Studium an der Pädagogischen Akademie Dortmund trat Schulte 1949 in den Schuldienst ein. Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1978 unterrichtete er an verschiedenen Schulen in Ahlen.
 
Sein Interesse an Geschichte, Volkskunde und westfälischer Kultur war stark durch seinen Vater geprägt. Wilhelm Schulte, der bis 1944 am Gymnasium in Ahlen wirkte und später als Provinzialarchivrat in Münster tätig war, beschäftigte sich intensiv mit der Geschichte und Eigenart Westfalens. Ludger Schulte knüpfte an diese Tradition an und widmete sich ebenfalls der lokal- und regionalgeschichtlichen Forschung.
 
== Wirken in Heimatpflege und Kultur ==
Schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg begann Ludger Schulte mit seiner heimatpflegerischen Arbeit. 1946 wirkte er an der Neubegründung des [[SGV-Heimatverein]]s Ahlen mit. Dort übernahm er früh Verantwortung im Vorstand und war von 1956 bis 1982 Vorsitzender des Vereins.


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Auch darüber hinaus engagierte er sich in zahlreichen Vereinigungen der Heimat- und Kulturpflege. 1952 gehörte er zu den Mitgründern des [[Kreisheimatverein]]s und war dort über drei Jahrzehnte lang stellvertretender Vorsitzender. In diesen Funktionen regte er zahlreiche Projekte in den Bereichen Heimatpflege, Denkmalpflege, Landschaftspflege und Umweltschutz an. Auch verschiedene Neu- und Umbenennungen von Straßen und Plätzen in Ahlen gehen auf seine Anregungen zurück.
== Zur Person ==
 
== Denkmalpflege und Stadtbild ==
Von 1946 bis 2003 war Ludger Schulte ehrenamtlicher Denkmalschutzbeauftragter der Stadt Ahlen. Über mehr als ein halbes Jahrhundert setzte er sich mit Nachdruck für den Erhalt historischer Gebäude und für die Bewahrung des Stadtbildes ein.
 
Zu seinen besonderen Anliegen zählten unter anderem die Einrichtung eines Heimathauses in einem Altstadthaus an der [[Wilhelm-Straße]] sowie der Erhalt des [[Blauer Wasserturm|Wasserturms]] an der [[Guissener Straße]]. Sein Wirken war von dem Gedanken getragen, dass geschichtsbewusste Stadtentwicklung nur auf der Grundlage konkreter Zeugnisse der Vergangenheit möglich sei.
 
== Überregionale Tätigkeit ==
Ludger Schulte war eng mit dem [[Westfälischer Heimatbund|Westfälischen Heimatbund]] verbunden. Dort arbeitete er in den Fachstellen für Denkmalpflege und Westfalenfragen mit und war von 1970 bis 2007 ehrenamtlicher kritischer Rechnungsprüfer. Dieselbe Aufgabe übernahm er ab 1983 auch für die [[Augustin-Wibbelt-Gesellschaft]].
 
Im Kreisheimatverein engagierte er sich zudem als stellvertretender Kreisheimatpfleger im Altkreis Beckum und als Kuratoriumsmitglied für den Aufbau des [[Abteimuseum Liesborn|Abteimuseums Liesborn]]. Auch die Entwicklung des [[Kunstmuseum]]s in Ahlen und des Ahlener Heimathauses förderte er als Ideengeber und Unterstützer.
 
== Engagement in der AVA ==
Seit 1951 war Schulte in der [[Abiturienten-Vereinigung Ahlen]] (AVA) aktiv. Von 1982 bis 2001 stand er der Vereinigung als Vorsitzender vor; anschließend wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Über viele Jahre betreute er die jährlichen Mitteilungen des Vereins und wirkte an Festschriften mit, unter anderem zum 75-jährigen Bestehen der AVA und des [[Städtisches Gymnasium|Städtischen Gymnasiums]].


Über Jahrzehnte hinweg hat [[Ludger Schulte]] die Heimatarbeit und Kulturpflege in der Stadt [[Ahlen]], im [[Altkreis Beckum]] und dann im [[Kreis Warendorf]] mit gestaltet. 2001 erhielt er als Würdigung für seine ehrenamtlichen Verdienste auf diesem Gebiet die [[Augustin-Wibbelt-Plakette]]. Anlässlich seines 90. Geburtstages am 22. August 2010 verlieh ihm die Stadt [[Ahlen]] als Dank für sein lebenslanges Wirken und die Übertragung seiner Sammlungen die Ehrenmedaille der Stadt.
== Kommunalpolitisches Wirken ==
Neben seinem kulturellen und heimatpflegerischen Engagement war Ludger Schulte auch kommunalpolitisch aktiv. Von 1969 bis 1994 gehörte er dem Rat der Stadt Ahlen an. Zu Beginn der 1970er Jahre gründete er den CDU-Ortsverband Ahlen-Nord.


Im Rat und in verschiedenen Ausschüssen, darunter dem Kulturausschuss, dem Planungs- und Bausschuss sowie dem Hauptausschuss, setzte er sich insbesondere für Kulturförderung, Denkmalpflege und eine historisch verantwortete Stadtplanung ein. Sein Wirken fiel in eine Zeit tiefgreifender Modernisierung und Umgestaltung der Stadt.


Am 22. August 1920 wurde [[Ludger Schulte]] als erster Sohn des Studienrates und späteren Professors [[Dr. Wilhelm Schulte]] und seiner Gattin Hedwig, geborene Wildschütz, in Iserlohn geboren. Im gleichen Jahr zog seine Familie nach [[Ahlen]], das [[Ludger Schulte]] zu seiner zweiten Heimat wurde. Nach Ablegung des Abiturs in [[Ahlen]], Militärdienst im Zweiten Weltkrieg und Studium an der Pädagogischen Akademie [[Dortmund]] unterrichtete [[Ludger Schulte]] von 1949 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1978 als Lehrer an verschiedenen Ahlener Schulen.
== Sammlung Ludger Schulte ==
Ein zentrales Vermächtnis Ludger Schultes ist die '''Sammlung Ludger Schulte'''. Er hatte über Jahrzehnte hinweg Materialien zur Stadt- und Regionalgeschichte, zur Volkskunde und zur Kulturgeschichte zusammengetragen. Im April 2009 übereignete er diese Sammlung der Stadt Ahlen.


Das Interesse für Geschichte, Volkskunde und Kultur hat [[Ludger Schulte]] von seinem Vater Professor [[Dr. Wilhelm Schulte]] (1891-1986) geerbt, der sich stets den Besonderheiten des Raumes [[Westfalen]] und des „Westfälischen“ widmete. Bis 1944 war [[Dr. Wilhelm Schulte]] als Lehrer und Studienrat am Gymnasium in Ahlen tätig. Dann wechselte er als Provinzialarchivrat in den Dienst der Provinzialverwaltung in [[Münster]]. Neben seinen zahlreichen Aktivitäten in Fachgremien – so war er beispielsweise Geschäftsführer des [[Westfälischer Heimatbund|Westfälischen Heimatbundes]] – setzte er sich für die Region [[Westfalen]] auch durch eine rege Publikationstätigkeit ein. Auch hier nahm sich [[Ludger Schulte]] seinen Vater zum Vorbild. Bis in die jüngste Zeit war er fachpublizistisch tätig und zudem Initiator einer Reihe lokalhistorischer Untersuchungen.
Der Bestand umfasst nicht nur klassisches Archivgut, sondern ein sehr breites Spektrum an Materialien: Akten, Schriftstücke, Korrespondenzen, Bücher, Broschüren, Zeitschriften, Fotografien, Bild- und Tonträger, Kunstwerke, kunsthandwerkliche Objekte und Mobiliar. Die Unterlagen waren ursprünglich in rund 500 Ordnern, Mappen und Kartons überliefert und wurden später archivisch geordnet.


Inhaltlich reicht die Sammlung weit über die Geschichte einzelner Personen oder Einrichtungen hinaus. Sie dokumentiert unter anderem:
* Kunst und Kultur
* Alltagsleben und Volkskunde
* Religion und Schulwesen
* Architektur, Denkmalpflege und Stadtentwicklung
* Industrie, Handel und Gewerbe
* Vereinswesen und Politik
* Familien- und Firmengeschichte


Das heimatpflegerische Wirken [[Ludger Schulte]]s begann schon unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahre 1946 mit der Neubegründung des [[SGV-Heimatverein]]s [[Ahlen]]. Von Beginn an übernahm er hier Vorstandsfunktionen und hatte von 1956 bis 1982 den Vorsitz des Vereins inne. Auch in weiteren Vereinen der Kultur- und Heimatpflege war [[Ludger Schulte]] aktives Mitglied, insbesondere im [[Kreisheimatverein]], dessen Mitgründer er 1952 war und dem er als stellvertretender Vorsitzender bis 1982 dreißig Jahre lang diente. Die Vereinstätigkeiten ermöglichten [[Ludger Schulte]], zahlreiche Initiativen in der Heimat- und Kulturpflege, der Denkmal- und Landschaftspflege wie des Umweltschutz es in Stadt und Kreis anzuregen und durchzuführen. Zahlreiche Neu- und Umbenennungen von Straßen sowie Plätzen in [[Ahlen]] gehen auf ihn zurück.
Zeitlich spannt die Sammlung einen Bogen von der jüngeren Vergangenheit bis zu Originaldokumenten aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Als eines der ältesten Stücke gilt eine Urkunde der Alten Kirche aus dem 16. Jahrhundert mit erhaltenem Siegel. Daneben finden sich etwa Notgeld der frühen 1920er Jahre, Unterlagen zur [[Maschinenfabrik Buschhoff]], Dokumente zum Strontianitbergbau, Vereinsakten, Materialien zur Ahlener Politik sowie zahlreiche Zeugnisse zur Denkmalpflege.


Über ein halbes Jahrhundert – von 1946 bis 2003 – setzte sich [[Ludger Schulte]] als ehrenamtlicher Denkmalschutzbeauftragter der Stadt [[Ahlen]] nachdrücklich für die Bewahrung historischer Gebäude und des Stadtbildes ein. Ein besonderes Anliegen war ihm neben vielen anderen Objekten die Etablierung eines [[Heimathaus]]es in einem Altstadthaus an der [[Wilhelm-Straße]] sowie der Erhalt des [[Blauer Wasserturm|Wasserturms]] an der [[Guissener Straße]].
Auch kunst- und kulturgeschichtlich ist der Bestand bemerkenswert. Er enthält unter anderem Werke von Hermann Schweizer und Alfred Kitzig, Skulpturen verschiedener Künstler, den künstlerischen Nachlass der Ahlener Pädagogin Gertrud Paul sowie den Nachlass des Chorleiters und Dirigenten Matthias Büchel mit rund 2300 Schallplatten.


Über die Heimatvereine führte [[Ludger Schulte]]s Weg von Beginn an auch zum [[Westfälischer Heimatbund|Westfälischen Heimatbund]], in dessen Fachstellen für Denkmalpflege und Westfalenfragen er engagiert mitwirkte und dessen ehrenamtlicher kritischer Rechnungsprüfer er 37 Jahre lang (von 1970 bis 2007) war. Die gleiche Tätigkeit übernahm er auch für die [[Augustin-Wibbelt-Gesellschaft]] bei ihrer Gründung 1983. Im [[Kreisheimatverein]] unterstützte er als stellvertretender Kreisheimatpfleger im [[Altkreis Beckum]] und Kuratoriumsmitglied seit 1967 tatkräftig den Aufbau des [[Abteimuseum Liesborn|Abteimuseums Liesborn]], dessen Trägerschaft der [[Kreisheimatverein]] bis 1984 für den Kreis übernommen hatte. Gleichzeitig förderte er als Ideengeber nicht nur den Aufbau des [[Heimathaus]]es, sondern auch die Begründung und Entwicklung des [[Kunstmuseum]]s in seiner Heimatstadt. Schon früh regte er 1972 eine [[Umweltwoche]] für den Kreis an.
Die Sammlung gilt als bedeutender Fundus für die Erforschung der Ahlener Stadt- und Regionalgeschichte und bildet bis heute eine wertvolle Grundlage für weitere lokalhistorische Arbeiten.


Seit 1951 brachte sich [[Ludger Schulte]] auch bei der [[Abiturienten-Vereinigung Ahlen]] ([[AVA]]) ein. Hier übernahm er von 1982 bis 2001 den Vorsitz. Im Jahr 2001 wurde er für seine Verdienste um die [[AVA]] zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Über Jahrzehnte gab er die jährlichen Mitteilungen des Vereins heraus und hat auch die Festschriften zum 75-jährigen Bestehen der [[AVA]] wie auch jene zum 75-jährigen Jubiläum des [[Städtisches Gymnasium|Städtischen Gymnasiums]] gemeinsam mit [[Werner Amendy]] verantwortlich redaktionell betreut.
== Ehrungen ==
Für seine langjährigen ehrenamtlichen Verdienste in der Heimat- und Kulturpflege erhielt Ludger Schulte 2001 die [[Augustin-Wibbelt-Plakette]]. Anlässlich seines 90. Geburtstages verlieh ihm die Stadt Ahlen am 22. August 2010 die Ehrenmedaille der Stadt. Damit würdigte sie sowohl sein Lebenswerk als auch die Übergabe seiner Sammlung an die Stadt.


Ein Vierteljahrhundert, von 1969 bis 1994, war [[Ludger Schulte]] Mitglied des [[Stadtrat|Rates]] der Stadt [[Ahlen]], in dem er energische bürgerschaftliche Sachpolitik betrieb. Zu Beginn der 1970er Jahre begründete er einen eigenen CDU-Ortsverband Ahlen-Nord. Erbetätigte sich außerdem in verschiedenen Ausschüssen, darunter im Kulturausschuss, den er lange Zeit als Vorsitzender leitete, im Planungs- und Bausschuss sowie im Hauptausschuss. Seine politische und bürgerschaftliche Arbeit galt insbesondere der Kulturförderung, der Denkmalpflege und Stadtplanung in einer Zeit, die mit Modernisierung und Umstrukturierung zusammenfiel und aus diesem Grunde ein besonderes historisches Bewusstsein erforderte.
== Bedeutung ==
Ludger Schulte gehörte über Jahrzehnte zu den prägenden Persönlichkeiten der Ahlener Geschichts- und Kulturpflege. Als Lehrer, Heimatforscher, Denkmalpfleger, Vereinsmensch und Kommunalpolitiker wirkte er weit über einzelne Ämter hinaus. Sein Einsatz für die Bewahrung des historischen Erbes und seine umfangreiche Sammlung haben die Beschäftigung mit der Geschichte Ahlens nachhaltig geprägt.


== Links ==
== Links ==
* [http://www.ahlen.de/bildung-kultur/sammlung-ludger-schulte/ Sammlung Ludger Schulte | Ahlen.de]
* [http://www.ahlen.de/bildung-kultur/sammlung-ludger-schulte/ Sammlung Ludger Schulte | Ahlen.de]


== Quelle ==
== Quelle ==
 
* [http://www.ahlen.de/fileadmin/pdf/Bildung_Kultur/Schulte-Inventar-2014.PDF Sammlung Ludger Schulte. Findbuch und Inventar]
* [http://www.ahlen.de/fileadmin/pdf/Bildung_Kultur/Schulte-Inventar-2014.PDF http://www.ahlen.de/fileadmin/pdf/Bildung_Kultur/Schulte-Inventar-2014.PDF]

Aktuelle Version vom 23. April 2026, 07:50 Uhr

Ludger Schulte
Vorname/n Ludger
Nachname Schulte
Geburtsdatum 22.08.1920
Geburtsort Iserlohn
Todesdatum 23.12.2012
Todesort Ahlen
Beruf Lehrer, Heimatforscher, Kulturpfleger


Ludger Schulte (* 22. August 1920 in Iserlohn; † 23. Dezember 2012 in Ahlen) war ein Ahlener Lehrer, Heimatforscher, Denkmalpfleger und Kommunalpolitiker. Über viele Jahrzehnte prägte er die Heimat- und Kulturpflege in Ahlen, im Altkreis Beckum und im Kreis Warendorf. Besondere Bedeutung gewann sein Einsatz für den Erhalt historischer Bauten, für die Stadtgeschichte sowie für den Aufbau einer umfangreichen Sammlung zur Geschichte und Kultur Ahlens.

Leben

Ludger Schulte wurde am 22. August 1920 in Iserlohn als erster Sohn des Studienrates und späteren Professors Dr. Wilhelm Schulte und dessen Ehefrau Hedwig, geborene Wildschütz, geboren. Noch im Jahr seiner Geburt zog die Familie nach Ahlen, das für ihn zum lebenslangen Lebensmittelpunkt wurde.

Nach dem Abitur in Ahlen, dem Militärdienst im Zweiten Weltkrieg und dem Studium an der Pädagogischen Akademie Dortmund trat Schulte 1949 in den Schuldienst ein. Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1978 unterrichtete er an verschiedenen Schulen in Ahlen.

Sein Interesse an Geschichte, Volkskunde und westfälischer Kultur war stark durch seinen Vater geprägt. Wilhelm Schulte, der bis 1944 am Gymnasium in Ahlen wirkte und später als Provinzialarchivrat in Münster tätig war, beschäftigte sich intensiv mit der Geschichte und Eigenart Westfalens. Ludger Schulte knüpfte an diese Tradition an und widmete sich ebenfalls der lokal- und regionalgeschichtlichen Forschung.

Wirken in Heimatpflege und Kultur

Schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg begann Ludger Schulte mit seiner heimatpflegerischen Arbeit. 1946 wirkte er an der Neubegründung des SGV-Heimatvereins Ahlen mit. Dort übernahm er früh Verantwortung im Vorstand und war von 1956 bis 1982 Vorsitzender des Vereins.

Auch darüber hinaus engagierte er sich in zahlreichen Vereinigungen der Heimat- und Kulturpflege. 1952 gehörte er zu den Mitgründern des Kreisheimatvereins und war dort über drei Jahrzehnte lang stellvertretender Vorsitzender. In diesen Funktionen regte er zahlreiche Projekte in den Bereichen Heimatpflege, Denkmalpflege, Landschaftspflege und Umweltschutz an. Auch verschiedene Neu- und Umbenennungen von Straßen und Plätzen in Ahlen gehen auf seine Anregungen zurück.

Denkmalpflege und Stadtbild

Von 1946 bis 2003 war Ludger Schulte ehrenamtlicher Denkmalschutzbeauftragter der Stadt Ahlen. Über mehr als ein halbes Jahrhundert setzte er sich mit Nachdruck für den Erhalt historischer Gebäude und für die Bewahrung des Stadtbildes ein.

Zu seinen besonderen Anliegen zählten unter anderem die Einrichtung eines Heimathauses in einem Altstadthaus an der Wilhelm-Straße sowie der Erhalt des Wasserturms an der Guissener Straße. Sein Wirken war von dem Gedanken getragen, dass geschichtsbewusste Stadtentwicklung nur auf der Grundlage konkreter Zeugnisse der Vergangenheit möglich sei.

Überregionale Tätigkeit

Ludger Schulte war eng mit dem Westfälischen Heimatbund verbunden. Dort arbeitete er in den Fachstellen für Denkmalpflege und Westfalenfragen mit und war von 1970 bis 2007 ehrenamtlicher kritischer Rechnungsprüfer. Dieselbe Aufgabe übernahm er ab 1983 auch für die Augustin-Wibbelt-Gesellschaft.

Im Kreisheimatverein engagierte er sich zudem als stellvertretender Kreisheimatpfleger im Altkreis Beckum und als Kuratoriumsmitglied für den Aufbau des Abteimuseums Liesborn. Auch die Entwicklung des Kunstmuseums in Ahlen und des Ahlener Heimathauses förderte er als Ideengeber und Unterstützer.

Engagement in der AVA

Seit 1951 war Schulte in der Abiturienten-Vereinigung Ahlen (AVA) aktiv. Von 1982 bis 2001 stand er der Vereinigung als Vorsitzender vor; anschließend wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Über viele Jahre betreute er die jährlichen Mitteilungen des Vereins und wirkte an Festschriften mit, unter anderem zum 75-jährigen Bestehen der AVA und des Städtischen Gymnasiums.

Kommunalpolitisches Wirken

Neben seinem kulturellen und heimatpflegerischen Engagement war Ludger Schulte auch kommunalpolitisch aktiv. Von 1969 bis 1994 gehörte er dem Rat der Stadt Ahlen an. Zu Beginn der 1970er Jahre gründete er den CDU-Ortsverband Ahlen-Nord.

Im Rat und in verschiedenen Ausschüssen, darunter dem Kulturausschuss, dem Planungs- und Bausschuss sowie dem Hauptausschuss, setzte er sich insbesondere für Kulturförderung, Denkmalpflege und eine historisch verantwortete Stadtplanung ein. Sein Wirken fiel in eine Zeit tiefgreifender Modernisierung und Umgestaltung der Stadt.

Sammlung Ludger Schulte

Ein zentrales Vermächtnis Ludger Schultes ist die Sammlung Ludger Schulte. Er hatte über Jahrzehnte hinweg Materialien zur Stadt- und Regionalgeschichte, zur Volkskunde und zur Kulturgeschichte zusammengetragen. Im April 2009 übereignete er diese Sammlung der Stadt Ahlen.

Der Bestand umfasst nicht nur klassisches Archivgut, sondern ein sehr breites Spektrum an Materialien: Akten, Schriftstücke, Korrespondenzen, Bücher, Broschüren, Zeitschriften, Fotografien, Bild- und Tonträger, Kunstwerke, kunsthandwerkliche Objekte und Mobiliar. Die Unterlagen waren ursprünglich in rund 500 Ordnern, Mappen und Kartons überliefert und wurden später archivisch geordnet.

Inhaltlich reicht die Sammlung weit über die Geschichte einzelner Personen oder Einrichtungen hinaus. Sie dokumentiert unter anderem:

  • Kunst und Kultur
  • Alltagsleben und Volkskunde
  • Religion und Schulwesen
  • Architektur, Denkmalpflege und Stadtentwicklung
  • Industrie, Handel und Gewerbe
  • Vereinswesen und Politik
  • Familien- und Firmengeschichte

Zeitlich spannt die Sammlung einen Bogen von der jüngeren Vergangenheit bis zu Originaldokumenten aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Als eines der ältesten Stücke gilt eine Urkunde der Alten Kirche aus dem 16. Jahrhundert mit erhaltenem Siegel. Daneben finden sich etwa Notgeld der frühen 1920er Jahre, Unterlagen zur Maschinenfabrik Buschhoff, Dokumente zum Strontianitbergbau, Vereinsakten, Materialien zur Ahlener Politik sowie zahlreiche Zeugnisse zur Denkmalpflege.

Auch kunst- und kulturgeschichtlich ist der Bestand bemerkenswert. Er enthält unter anderem Werke von Hermann Schweizer und Alfred Kitzig, Skulpturen verschiedener Künstler, den künstlerischen Nachlass der Ahlener Pädagogin Gertrud Paul sowie den Nachlass des Chorleiters und Dirigenten Matthias Büchel mit rund 2300 Schallplatten.

Die Sammlung gilt als bedeutender Fundus für die Erforschung der Ahlener Stadt- und Regionalgeschichte und bildet bis heute eine wertvolle Grundlage für weitere lokalhistorische Arbeiten.

Ehrungen

Für seine langjährigen ehrenamtlichen Verdienste in der Heimat- und Kulturpflege erhielt Ludger Schulte 2001 die Augustin-Wibbelt-Plakette. Anlässlich seines 90. Geburtstages verlieh ihm die Stadt Ahlen am 22. August 2010 die Ehrenmedaille der Stadt. Damit würdigte sie sowohl sein Lebenswerk als auch die Übergabe seiner Sammlung an die Stadt.

Bedeutung

Ludger Schulte gehörte über Jahrzehnte zu den prägenden Persönlichkeiten der Ahlener Geschichts- und Kulturpflege. Als Lehrer, Heimatforscher, Denkmalpfleger, Vereinsmensch und Kommunalpolitiker wirkte er weit über einzelne Ämter hinaus. Sein Einsatz für die Bewahrung des historischen Erbes und seine umfangreiche Sammlung haben die Beschäftigung mit der Geschichte Ahlens nachhaltig geprägt.

Quelle