Mühlen Haus Vorhelm: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 15. September 2026, 10:34 Uhr
| Mühlen Haus Vorhelm | |
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51.8134347.940524 Koordinaten: 51° 48′ 48″ N, 7° 56′ 26″ O
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| Anschrift | Droste-zu-Vischering-Weg 10
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| Baujahr | 1730 / 1874 |
| Ursprüngliche Nutzung | Wassermühle |
Das Mühlenensemble bei Haus Vorhelm am Droste-zu-Vischering-Weg 10 besteht aus zwei historischen Wassermühlen unterschiedlicher Entstehungszeit. Die ältere Mühle geht auf das Jahr 1730 zurück, die jüngere wurde 1874 errichtet.[1]
Alte Wassermühle
Die ältere Wassermühle wurde 1730 grundlegend umgebaut. Das Gebäude ist ein behäbiger Fachwerkbau mit giebelständigem Krüppelwalmdach.[1]
Besonders charakteristisch sind die kräftigen Kopfblätter und die markante Giebelausbildung. Die konstruktiven Details des Fachwerks zeigen typische Merkmale der Entstehungszeit.[1]
Ab dem 19. Jahrhundert wurde das Gebäude als Öl- und Stampfmühle genutzt. Dabei kamen sogenannte Kollergänge zum Einsatz. Diese bestanden aus schweren Mahlsteinen, die auf einer kreisförmigen Bahn liefen und unter anderem zum Zerkleinern ölhaltiger Saaten dienten.[1]
Zur technischen Ausstattung gehörte später auch eine Transmissionsanlage, über die die erzeugte Kraft innerhalb des Gebäudes verteilt wurde.[1]
Die alte Mühle ist sowohl wirtschafts- als auch sozialgeschichtlich von Bedeutung. Sie dokumentiert die Entwicklung der Mühlennutzung vom grundherrschaftlich geprägten Mühlenbetrieb bis hin zu späteren gewerblichen Nutzungsformen.[1]
Wassermühle von 1874
Ein zweites Mühlengebäude wurde 1874 errichtet. Es entstand als Teil des Wirtschaftshofes von Haus Vorhelm.[1]
Das Gebäude besitzt eine zurückhaltende Gestaltung. Die Fassaden sind durch regelmäßig angeordnete Fenster gegliedert. Auffällig ist die als Auszugsluke ausgebildete Öffnung im Obergeschoss, über die Waren in die oberen Etagen transportiert werden konnten.[1]
Die Mühle wurde ursprünglich zum Mahlen von Getreide genutzt.[1]
Der seit Jahrhunderten bestehende Mühlenzwang beziehungsweise das Mühlenrecht wurde mit der Gewerbeordnung von 1869 endgültig aufgehoben. Dadurch veränderten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Betrieb solcher Mühlen grundlegend.[1]
Wasserkraft und Mühlentechnik
Wassermühlen nutzten die Strömungsenergie eines Gewässers zur Erzeugung mechanischer Energie. Das Wasser wurde dabei über Wehre oder Mühlengräben gezielt auf ein Wasserrad geleitet.[1]
Im Münsterland kamen je nach Wasserführung und örtlichen Gegebenheiten unterschiedliche Wasserradtypen zum Einsatz. Die Kraft des Wasserrades wurde über Wellen und Zahnräder auf Mahlgänge oder andere Maschinen übertragen.[1]
Die Broschüre zeigt außerdem ein Beispiel eines mittelschlächtigen Wasserrades, bei dem das Wasser ungefähr auf halber Höhe des Rades auf die Schaufeln trifft.[1]
Bedeutung
Das Mühlenensemble bei Haus Vorhelm dokumentiert verschiedene Entwicklungsstufen der Wassermühlentechnik. Die ältere Mühle steht für die frühneuzeitliche und grundherrschaftlich geprägte Mühlenwirtschaft, während der Bau von 1874 bereits in eine Zeit fällt, in der sich die traditionellen rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Mühlenwesens grundlegend veränderten.
Die erhaltenen Gebäude und technischen Spuren machen die Anlage zu einem bedeutenden Zeugnis der regionalen Wirtschafts- und Technikgeschichte.[1]

