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Ludger Schulte: Unterschied zwischen den Versionen

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== Zur Person ==
== Zur Person ==



Version vom 6. Dezember 2014, 18:26 Uhr

Ludger Schulte
Vorname/n Ludger
Nachname Schulte
Geburtsdatum 22.08.1920
Geburtsort Iserlohn
Todesdatum 23.12.2012
Todesort Ahlen

Zur Person

Über Jahrzehnte hinweg hat Ludger Schulte die Heimatarbeit und Kulturpflege in der Stadt Ahlen, im Altkreis Beckum und dann im Kreis Warendorf mit gestaltet. 2001 erhielt er als Würdigung für seine ehrenamtlichen Verdienste auf diesem Gebiet die Augustin-Wibbelt-Plakette. Anlässlich seines 90. Geburtstages am 22. August 2010 verlieh ihm die Stadt Ahlen als Dank für sein lebenslanges Wirken und die Übertragung seiner Sammlungen die Ehrenmedaille der Stadt.


Am 22. August 1920 wurde Ludger Schulte als erster Sohn des Studienrates und späteren Professors Dr. Wilhelm Schulte und seiner Gattin Hedwig, geborene Wildschütz, in Iserlohn geboren. Im gleichen Jahr zog seine Familie nach Ahlen, das Ludger Schulte zu seiner zweiten Heimat wurde. Nach Ablegung des Abiturs in Ahlen, Militärdienst im Zweiten Weltkrieg und Studium an der Pädagogischen Akademie Dortmund unterrichtete Ludger Schulte von 1949 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1978 als Lehrer an verschiedenen Ahlener Schulen.

Das Interesse für Geschichte, Volkskunde und Kultur hat Ludger Schulte von seinem Vater Professor Dr. Wilhelm Schulte (1891-1986) geerbt, der sich stets den Besonderheiten des Raumes Westfalen und des „Westfälischen“ widmete. Bis 1944 war Dr. Wilhelm Schulte als Lehrer und Studienrat am Gymnasium in Ahlen tätig. Dann wechselte er als Provinzialarchivrat in den Dienst der Provinzialverwaltung in Münster. Neben seinen zahlreichen Aktivitäten in Fachgremien – so war er beispielsweise Geschäftsführer des Westfälischen Heimatbundes – setzte er sich für die Region Westfalen auch durch eine rege Publikationstätigkeit ein. Auch hier nahm sich Ludger Schulte seinen Vater zum Vorbild. Bis in die jüngste Zeit war er fachpublizistisch tätig und zudem Initiator einer Reihe lokalhistorischer Untersuchungen.


Das heimatpflegerische Wirken Ludger Schultes begann schon unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahre 1946 mit der Neubegründung des SGV-Heimatvereins Ahlen. Von Beginn an übernahm er hier Vorstandsfunktionen und hatte von 1956 bis 1982 den Vorsitz des Vereins inne. Auch in weiteren Vereinen der Kultur- und Heimatpflege war Ludger Schulte aktives Mitglied, insbesondere im Kreisheimatverein, dessen Mitgründer er 1952 war und dem er als stellvertretender Vorsitzender bis 1982 dreißig Jahre lang diente. Die Vereinstätigkeiten ermöglichten Ludger Schulte, zahlreiche Initiativen in der Heimat- und Kulturpflege, der Denkmal- und Landschaftspflege wie des Umweltschutz es in Stadt und Kreis anzuregen und durchzuführen. Zahlreiche Neu- und Umbenennungen von Straßen sowie Plätzen in Ahlen gehen auf ihn zurück.

Über ein halbes Jahrhundert – von 1946 bis 2003 – setzte sich Ludger Schulte als ehrenamtlicher Denkmalschutzbeauftragter der Stadt Ahlen nachdrücklich für die Bewahrung historischer Gebäude und des Stadtbildes ein. Ein besonderes Anliegen war ihm neben vielen anderen Objekten die Etablierung eines Heimathauses in einem Altstadthaus an der Wilhelm-Straße sowie der Erhalt des Wasserturms an der Guissener Straße.

Über die Heimatvereine führte Ludger Schultes Weg von Beginn an auch zum Westfälischen Heimatbund, in dessen Fachstellen für Denkmalpflege und Westfalenfragen er engagiert mitwirkte und dessen ehrenamtlicher kritischer Rechnungsprüfer er 37 Jahre lang (von 1970 bis 2007) war. Die gleiche Tätigkeit übernahm er auch für die Augustin-Wibbelt-Gesellschaft bei ihrer Gründung 1983. Im Kreisheimatverein unterstützte er als stellvertretender Kreisheimatpfleger im Altkreis Beckum und Kuratoriumsmitglied seit 1967 tatkräftig den Aufbau des Abteimuseums Liesborn, dessen Trägerschaft der Kreisheimatverein bis 1984 für den Kreis übernommen hatte. Gleichzeitig förderte er als Ideengeber nicht nur den Aufbau des Heimathauses, sondern auch die Begründung und Entwicklung des Kunstmuseums in seiner Heimatstadt. Schon früh regte er 1972 eine Umweltwoche für den Kreis an.

Seit 1951 brachte sich Ludger Schulte auch bei der Abiturienten-Vereinigung Ahlen (AVA) ein. Hier übernahm er von 1982 bis 2001 den Vorsitz. Im Jahr 2001 wurde er für seine Verdienste um die AVA zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Über Jahrzehnte gab er die jährlichen Mitteilungen des Vereins heraus und hat auch die Festschriften zum 75-jährigen Bestehen der AVA wie auch jene zum 75-jährigen Jubiläum des Städtischen Gymnasiums gemeinsam mit Werner Amendy verantwortlich redaktionell betreut.

Ein Vierteljahrhundert, von 1969 bis 1994, war Ludger Schulte Mitglied des Rates der Stadt Ahlen, in dem er energische bürgerschaftliche Sachpolitik betrieb. Zu Beginn der 1970er Jahre begründete er einen eigenen CDU-Ortsverband Ahlen-Nord. Erbetätigte sich außerdem in verschiedenen Ausschüssen, darunter im Kulturausschuss, den er lange Zeit als Vorsitzender leitete, im Planungs- und Bausschuss sowie im Hauptausschuss. Seine politische und bürgerschaftliche Arbeit galt insbesondere der Kulturförderung, der Denkmalpflege und Stadtplanung in einer Zeit, die mit Modernisierung und Umstrukturierung zusammenfiel und aus diesem Grunde ein besonderes historisches Bewusstsein erforderte.

Quelle