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Mittrops Hof: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Mittrops Hof''', auch als '''Mittropscher Hof''' bezeichnet, ist eine historische Hofanlage an der [[Görlitzer Straße]] 1 im Bereich der ehemaligen [[Bauerschaft Meicheln]], südlich der Ahlener Innenstadt. Die dreiseitig umschlossene Anlage besteht aus dem Haupthaus, einem Speicher, einer Scheune sowie einem neueren Gebäude.<ref name="denkmal2024">Stadt Ahlen – Der Bürgermeister (Hrsg.): ''30 Jahre Tag des offenen Denkmals in Ahlen. Ausgewählte Denkmäler von 1994 bis 2024'', Ahlen 2024, S. 10–11.</ref>
== Geschichte ==
Die Hofanlage geht auf den ursprünglich sogenannten '''„Bergedieck’schen Hof“''' zurück. Seine Entstehung wird in die Zeit des aufgeklärten Absolutismus gegen Ende des 18. Jahrhunderts eingeordnet. In dieser Zeit führten die Förderung von Ansiedlungen, die Markenteilung sowie Verbesserungen im Ackerbau und in der Viehhaltung zur Gründung zahlreicher neuer Hofstellen.<ref name="denkmal2024" />
Durch Einheirat oder Verkauf gelangte der Hof später an die Familie Mittrop, nach der er heute benannt ist.<ref name="denkmal2024" />
Heute ist Mittrops Hof von Wohnbebauung umgeben. Die Hofanlage wird als Seniorenzentrum für die Tagespflege, für bürgerschaftliche Veranstaltungen sowie vom [[Heimatverein Ahlen]] genutzt.<ref name="denkmal2024" />
Die auf dem Gelände befindliche Teichanlage wurde erst in den 1960er Jahren angelegt. Sie ist daher nicht als Rest einer historischen Gräfte anzusehen.<ref name="denkmal2024" />
== Architektur ==
Das Haupthaus ist ein stattlicher '''Vierständerbau''' in Fachwerkbauweise mit Deele, Flettküche und einem zweigeschossigen Wohnbereich. Es entspricht dem für die Region typischen Vierständerhallenhaus.<ref name="denkmal2024" />
Die Fachwerkkonstruktion ist als Ankerbalkenzimmerung ausgeführt. Über einer Überrähm-Sparren-Schwelle liegt die engmaschige Sparrenlage des steilen Satteldaches.<ref name="denkmal2024" />
Das Deelentor wird durch einen '''Vorschöpsel''' geschützt. Die ehemalige Wirtschaftsdiele, die heute als Versammlungsraum dient, ist mit großen Kalksteinplatten ausgelegt.<ref name="denkmal2024" />


Mittrops Hof, auch Mittropsche Hof genannt, ist eine historische Hofanlage im Gebiet der ehemaligen Bauerschaft Meicheln, südlich der Innenstadt Ahlens. Die dreiseitig umschlossene Anlage besteht aus dem Haupthaus, einem Speicher, einer Scheune sowie einem Neubau. Ursprünglich als "Bergedieck'scher Hof" bekannt, entstand der Hof im späten 18. Jahrhundert zur Zeit des aufgeklärten Absolutismus, als Hofgründungen durch Ansiedlungsförderungen, Markenteilungen sowie verbesserte Anbaumethoden gefördert wurden. Später ging er durch Verkauf oder Einheirat in den Besitz der Familie Mittrop über.
== Flettküche ==


Heute ist Mittrops Hof von Wohnbebauung umgeben und dient als Seniorenzentrum für die Tagespflege, als Veranstaltungsort für bürgerschaftliche Zwecke und als Treffpunkt des Heimatvereins Ahlen e.V. Die in den 1960er Jahren angelegte Teichanlage ist nicht Teil einer historischen Gräfte, wie man annehmen könnte.
In der Flettküche haben sich Teile der historischen Ausstattung erhalten. Dazu gehört die Herdstelle mit dem sogenannten '''Bosen'''. Außerdem befindet sich dort ein Brunnen, der heute unter einer Glasplatte sichtbar ist.<ref name="denkmal2024" />


=== Architektur ===
== Speicher ==
Das Haupthaus ist ein imposanter Vierständerbau in Fachwerkbauweise mit Deele, Flettküche und einem zweigeschossigen Wohnbereich. Es repräsentiert das typische Vierständerhallenhaus mit Ankerbalkenzimmerung und Überrähm-Sparren-Schwelle, auf der eine engmaschige Sparrenlage das steile Satteldach trägt. Das Deelentor ist durch einen Vorschöpsel geschützt. Der Boden der heutigen Wirtschaftsdeele, die als Versammlungsraum genutzt wird, ist mit großen Kalksteinplatten ausgelegt.


In der Flettküche befindet sich noch die originale Herdstelle mit Bosen, ebenso ist dort ein Brunnen unter einer Glasplatte sichtbar.
Zur Hofanlage gehört ein separates Speichergebäude in Fachwerk, das häufig auch als '''Spieker''' bezeichnet wird. Ursprünglich diente es zur Lagerung von Getreide, anderem Erntegut und landwirtschaftlichen Geräten.<ref name="denkmal2024" />


Das Speichergebäude, ursprünglich zur Lagerung von Getreide, Erntegütern und landwirtschaftlichen Geräten genutzt, wurde für Versammlungszwecke umgebaut. Die Trennung von wertvollem Erntegut vom Hauptgebäude war notwendig, da durch das offene Herdfeuer stets Brandgefahr bestand.
Die getrennte Lagerung des wertvollen Ernteguts hatte einen praktischen Grund: Saatgut und Vorräte sollten bei einem Brand des Haupthauses geschützt bleiben. Wegen des offenen Herdfeuers bestand dort eine erhöhte Brandgefahr.<ref name="denkmal2024" />


=== Nutzung und Sanierung ===
Der Speicher wurde später für Versammlungszwecke umgebaut.<ref name="denkmal2024" />
1996 wurde der Spieker mit Fördermitteln des Bundesgesundheitsministeriums im Projektnetz I "Pflege-Beratung-Betreuung" als Treffpunkt für ältere Menschen umgebaut. 2013 erfolgte eine weitere Modernisierung unter Berücksichtigung von Brandschutz- und Barrierefreiheitskriterien.


== Faktensammlung ==
== Weitere Bestandteile der Hofanlage ==


Historische Hofanlage aus dem 18. Jahrhundert
Neben dem Haupthaus und dem Speicher gehört auch eine Scheune zum historischen Ensemble. Gemeinsam bilden die Gebäude eine dreiseitig umschlossene Hofanlage.<ref name="denkmal2024" />


Nutzung als Tagespflegeeinrichtung der Diakonie
Historische Unterlagen dokumentieren die Entwicklung der Hofstelle. In der Broschüre ''30 Jahre Tag des offenen Denkmals in Ahlen'' sind unter anderem ein Grundriss von 1893, eine handgezeichnete Katasterkarte von 1912 sowie eine Deutsche Grundkarte von 2002 wiedergegeben.<ref name="denkmal2024" />


1996: Grundrenovierung des Spiekers mit Bundesmitteln
== Nutzung und Sanierung ==


2013: Sanierung unter Berücksichtigung von Brandschutz und Barrierefreiheit
Nach Angaben des bisherigen AhlenWiki-Artikels wurde der Spieker 1996 im Rahmen des Projektnetzes „Pflege-Beratung-Betreuung“ als Treffpunkt für ältere Menschen umgebaut. Eine weitere Sanierung soll 2013 unter Berücksichtigung von Brandschutz und Barrierefreiheit erfolgt sein.


Sperrung des Spiekers wegen mangelnder Brandschutzmaßnahmen <ref>http://www.die-glocke.de/lokalnachrichten/kreiswarendorf/ahlen/Brandschutz-Mittrops-Spieker-gesperrt-bdb50841-69fc-444e-98ae-47dec7b5911e-ds</ref>
Zeitweise war der Spieker wegen unzureichender Brandschutzmaßnahmen gesperrt.<ref>''Brandschutz: Mittrops Spieker gesperrt'', Die Glocke, https://www.die-glocke.de/lokalnachrichten/kreiswarendorf/ahlen/Brandschutz-Mittrops-Spieker-gesperrt-bdb50841-69fc-444e-98ae-47dec7b5911e-ds</ref>


==Quellen==
== Einzelnachweise ==
<references>
<references />

Aktuelle Version vom 15. September 2026, 09:49 Uhr

Mittrops Hof
51.749637.89276
Anschrift Görlitzer Str. 1



Baujahr Ende 18. Jahrhundert
Ursprüngliche Nutzung Hofanlage
Heutige Nutzung Veranstaltungen
Tagespflege
Karte

Mittrops Hof, auch als Mittropscher Hof bezeichnet, ist eine historische Hofanlage an der Görlitzer Straße 1 im Bereich der ehemaligen Bauerschaft Meicheln, südlich der Ahlener Innenstadt. Die dreiseitig umschlossene Anlage besteht aus dem Haupthaus, einem Speicher, einer Scheune sowie einem neueren Gebäude.[1]

Geschichte

Die Hofanlage geht auf den ursprünglich sogenannten „Bergedieck’schen Hof“ zurück. Seine Entstehung wird in die Zeit des aufgeklärten Absolutismus gegen Ende des 18. Jahrhunderts eingeordnet. In dieser Zeit führten die Förderung von Ansiedlungen, die Markenteilung sowie Verbesserungen im Ackerbau und in der Viehhaltung zur Gründung zahlreicher neuer Hofstellen.[1]

Durch Einheirat oder Verkauf gelangte der Hof später an die Familie Mittrop, nach der er heute benannt ist.[1]

Heute ist Mittrops Hof von Wohnbebauung umgeben. Die Hofanlage wird als Seniorenzentrum für die Tagespflege, für bürgerschaftliche Veranstaltungen sowie vom Heimatverein Ahlen genutzt.[1]

Die auf dem Gelände befindliche Teichanlage wurde erst in den 1960er Jahren angelegt. Sie ist daher nicht als Rest einer historischen Gräfte anzusehen.[1]

Architektur

Das Haupthaus ist ein stattlicher Vierständerbau in Fachwerkbauweise mit Deele, Flettküche und einem zweigeschossigen Wohnbereich. Es entspricht dem für die Region typischen Vierständerhallenhaus.[1]

Die Fachwerkkonstruktion ist als Ankerbalkenzimmerung ausgeführt. Über einer Überrähm-Sparren-Schwelle liegt die engmaschige Sparrenlage des steilen Satteldaches.[1]

Das Deelentor wird durch einen Vorschöpsel geschützt. Die ehemalige Wirtschaftsdiele, die heute als Versammlungsraum dient, ist mit großen Kalksteinplatten ausgelegt.[1]

Flettküche

In der Flettküche haben sich Teile der historischen Ausstattung erhalten. Dazu gehört die Herdstelle mit dem sogenannten Bosen. Außerdem befindet sich dort ein Brunnen, der heute unter einer Glasplatte sichtbar ist.[1]

Speicher

Zur Hofanlage gehört ein separates Speichergebäude in Fachwerk, das häufig auch als Spieker bezeichnet wird. Ursprünglich diente es zur Lagerung von Getreide, anderem Erntegut und landwirtschaftlichen Geräten.[1]

Die getrennte Lagerung des wertvollen Ernteguts hatte einen praktischen Grund: Saatgut und Vorräte sollten bei einem Brand des Haupthauses geschützt bleiben. Wegen des offenen Herdfeuers bestand dort eine erhöhte Brandgefahr.[1]

Der Speicher wurde später für Versammlungszwecke umgebaut.[1]

Weitere Bestandteile der Hofanlage

Neben dem Haupthaus und dem Speicher gehört auch eine Scheune zum historischen Ensemble. Gemeinsam bilden die Gebäude eine dreiseitig umschlossene Hofanlage.[1]

Historische Unterlagen dokumentieren die Entwicklung der Hofstelle. In der Broschüre 30 Jahre Tag des offenen Denkmals in Ahlen sind unter anderem ein Grundriss von 1893, eine handgezeichnete Katasterkarte von 1912 sowie eine Deutsche Grundkarte von 2002 wiedergegeben.[1]

Nutzung und Sanierung

Nach Angaben des bisherigen AhlenWiki-Artikels wurde der Spieker 1996 im Rahmen des Projektnetzes „Pflege-Beratung-Betreuung“ als Treffpunkt für ältere Menschen umgebaut. Eine weitere Sanierung soll 2013 unter Berücksichtigung von Brandschutz und Barrierefreiheit erfolgt sein.

Zeitweise war der Spieker wegen unzureichender Brandschutzmaßnahmen gesperrt.[2]

Einzelnachweise

  1. 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 1,11 1,12 1,13 Stadt Ahlen – Der Bürgermeister (Hrsg.): 30 Jahre Tag des offenen Denkmals in Ahlen. Ausgewählte Denkmäler von 1994 bis 2024, Ahlen 2024, S. 10–11.
  2. Brandschutz: Mittrops Spieker gesperrt, Die Glocke, https://www.die-glocke.de/lokalnachrichten/kreiswarendorf/ahlen/Brandschutz-Mittrops-Spieker-gesperrt-bdb50841-69fc-444e-98ae-47dec7b5911e-ds