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Fussgängerzone: Unterschied zwischen den Versionen

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== Geschichte der Fußgängerzone in Ahlen ==
<ref>Stadt Ahlen - Fussgängerzone, Stadt Ahlen / Amt für Öffentlichkeitsarbeit, April 1989</ref>
<ref>Stadt Ahlen - Fussgängerzone, Stadt Ahlen / Amt für Öffentlichkeitsarbeit, April 1989</ref>
In einem Bericht der Landesentwicklungsgesellschaft über vorbereitende Untersuchungen zu Stadtsanierung Ahlen steht, ''"weiterhin geht das Neuordnungskonzept davon aus, daß im Rahmen der städtebaulichen Neuordnung für die Innenstadt Ahlens der Hauptgeschäftsbereich entlang der West- und Oststraße nicht verändert werden, sondern durch Einrichtung einer Fußgängerzone ... an Attraktivität gewinnen soll."''.
Die Idee zur Einrichtung einer Fußgängerzone in Ahlen entwickelte sich über viele Jahre. Während der genaue Zeitpunkt des ersten Vorschlags nicht genau festgelegt werden kann, ist bekannt, dass bereits in den 1970er Jahren Diskussionen darüber geführt wurden.
 
=== Erste Planungen (1967–1974) ===
Im Jahr 1967 wurde im Generalverkehrsplan Teil II eine Verkehrsprognose erstellt, die mehrere Varianten zur Verkehrsführung in Ahlen untersuchte. Diese gingen alle von einer Einbahnstraßenregelung aus, die den gesamten Stadtkern durchziehen sollte. Eine Fußgängerzone war zu diesem Zeitpunkt nicht vorgesehen.
 
Erst mit dem Bericht der Landesentwicklungsgesellschaft von 1973 zur Stadtsanierung Ahlen kam die Idee einer Fußgängerzone auf. Hier wurde erstmals vorgeschlagen, die Hauptgeschäftsbereiche entlang der West- und Oststraße durch eine Fußgängerzone attraktiver zu gestalten.
 
Die Fortschreibung der Verkehrsprognose 1974 bestätigte die Notwendigkeit einer Fußgängerzone und sah diese erstmals offiziell vor. Die Planung bezog sich dabei auf den Bereich von der Kampstraße bis zur Gerichtsstraße bzw. bis zum Bahndamm.
 
=== Umsetzung und Entwicklung (1980–1989) ===
1980 wurde auf Drängen der Werbegemeinschaft und mit Unterstützung der Verwaltung ein gegenläufiger Einbahnverkehr auf West- und Oststraße eingeführt. Dies war ein erster Schritt hin zu einer ruhigeren Einkaufszone.


Desweiteren sah der Generalverkehrsplan, Teil II "Verkehrsprognose 1967", eine Verkehrsprognose mit sechs Planungsfällen, einen Einbahnring für den Stadtkern vor. Dieser sollte aus [[Gerichtsstraße]], [[Oststraße]] und [[Nordstraße]] bestehen. Die Umsezung sollte bis 1990 erfolgen. So hätte Ahlen heute keine Fussgängerzone sondern einen Ring aus Einbahnstrassen, wahrscheinlich verkehrsberuhigt, mit Parkmöglichkeiten direkt vor den Geschäften. Ein solches System wurde seinerzeit in vielen Städten diskutiert.
Am 1. Juni 1986 wurde schließlich eine provisorische Fußgängerzone zwischen Kampstraße und Bahnhofstraße eingerichtet. Diese wurde von der Bevölkerung sofort gut angenommen und prägte fortan das Stadtbild.
Schon 1974 kam die Fortführung des Generalverkehrsplan zu einem anderen Ergebnis. Diesmal wurde die Einrichtung einer Fussgängerzone von der [[Kampstraße]] bis zur [[Gerichtsstraße]] bzw. bis zum [[Am Bahndamm | Bahndamm]]. Auch das Umsetzungsziel verlagerte sich nach hinten, bis zum Jahr 2000.


Die Einrichtung einer Fussgängerzone wurde immer unter der Vorraussetzung geplant die Bundestrasse 58, welche über die Oststraße führte, über andere Strassen umzuleiten.  
Im Jahr 1985 beschloss der Rat der Stadt Ahlen die Durchführung eines Gestaltungs- und Bauwettbewerbs für die endgültige Gestaltung der Fußgängerzone. 1987 fiel die Entscheidung zugunsten des Entwurfs des Garten- und Landschaftsarchitekten Heiner Wortmann aus Lüdinghausen.


Auf drängen der [[Ahlener Werbegemeinschaft]] und mit Unterstützung der Verwaltung wurde 1980 ein gegenläufiger Einbahnverkehr auf Ost- und Weststraße eingerichtet, was schon zu einer Beruhigung des Verkehrs im Stadtkern geführt hat.
Die eigentlichen Bauarbeiten begannen im März 1988 und wurden bis zum 25. November 1988 abgeschlossen. Im April 1989 wurde die Fußgängerzone offiziell übergeben.


Nun konnte man die weitere Umsetzung planen. Hierfür war es erforderlich, dass fünf Bebauungspläne erstellt und die Straßenführung geplant werden mussten. Die Bebauungspläne betrafen in erster Linie die Straßenzüge [[Westenmauer]], [[Südenmauer]], [[Südbrede]] und den mittleren Verkehrsring, heute als [[Konrad-Adenauer-Ring]] bekannt, zwischen [[Kapellenstraße]] und [[Beckumer Straße]].
== Gestaltungskonzept ==
Die Fußgängerzone in Ahlen basiert auf mehreren städtebaulichen Kriterien:
# Die Fußgängerzone sollte Teil der Stadtgestaltung sein und keine rein gestylte Einkaufsstraße werden.
# Die historische Dreiteiligkeit des Straßenraums wurde sichtbar gemacht.
# Historische Baufluchten wurden betont.
# Elemente der Stadtgeschichte wie Wallanlagen, das Osttor und ehemalige Brunnenstandorte wurden kenntlich gemacht.
# Eine sparsame Verwendung von Großgrün wurde angestrebt.


Provisorisch wurde am 01.06.1986, mit Unterstützung des Ministers für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr des Landes NW, eine Fussgängerzone -  noch ohne Ausbau - zwischen [[Kampstraße]] und [[Bahnhofstraße]] eingerichtet.
Zu den gestalterischen Maßnahmen gehörte die Wiederaufnahme traditioneller Pflasterarten, eine einheitliche Gestaltung der Beleuchtungskörper und die Hervorhebung historischer Elemente wie der Fundamente des ehemaligen Osttores.


=Umsetzung=
== Bedeutung für Ahlen ==
Die Fußgängerzone hat das Stadtbild von Ahlen nachhaltig geprägt. Nach einer Entwicklungszeit von fast 17 Jahren wurde sie in nur neun Monaten Bauzeit realisiert und bildet heute das Herz der Innenstadt. Die Umgestaltung führte zu einer erheblichen Aufwertung des Einkaufsbereichs und stärkte die Attraktivität des Stadtkerns.


=Projektbeteiligte=
=Projektbeteiligte=

Version vom 24. Februar 2025, 21:38 Uhr

Fussgängerzone
51.762967.89042
Postleitzahl 59227
Ortsteil Innenstadt
Art der Straße Fussgängerzone
Karte


Geschichte der Fußgängerzone in Ahlen

[1] Die Idee zur Einrichtung einer Fußgängerzone in Ahlen entwickelte sich über viele Jahre. Während der genaue Zeitpunkt des ersten Vorschlags nicht genau festgelegt werden kann, ist bekannt, dass bereits in den 1970er Jahren Diskussionen darüber geführt wurden.

Erste Planungen (1967–1974)

Im Jahr 1967 wurde im Generalverkehrsplan Teil II eine Verkehrsprognose erstellt, die mehrere Varianten zur Verkehrsführung in Ahlen untersuchte. Diese gingen alle von einer Einbahnstraßenregelung aus, die den gesamten Stadtkern durchziehen sollte. Eine Fußgängerzone war zu diesem Zeitpunkt nicht vorgesehen.

Erst mit dem Bericht der Landesentwicklungsgesellschaft von 1973 zur Stadtsanierung Ahlen kam die Idee einer Fußgängerzone auf. Hier wurde erstmals vorgeschlagen, die Hauptgeschäftsbereiche entlang der West- und Oststraße durch eine Fußgängerzone attraktiver zu gestalten.

Die Fortschreibung der Verkehrsprognose 1974 bestätigte die Notwendigkeit einer Fußgängerzone und sah diese erstmals offiziell vor. Die Planung bezog sich dabei auf den Bereich von der Kampstraße bis zur Gerichtsstraße bzw. bis zum Bahndamm.

Umsetzung und Entwicklung (1980–1989)

1980 wurde auf Drängen der Werbegemeinschaft und mit Unterstützung der Verwaltung ein gegenläufiger Einbahnverkehr auf West- und Oststraße eingeführt. Dies war ein erster Schritt hin zu einer ruhigeren Einkaufszone.

Am 1. Juni 1986 wurde schließlich eine provisorische Fußgängerzone zwischen Kampstraße und Bahnhofstraße eingerichtet. Diese wurde von der Bevölkerung sofort gut angenommen und prägte fortan das Stadtbild.

Im Jahr 1985 beschloss der Rat der Stadt Ahlen die Durchführung eines Gestaltungs- und Bauwettbewerbs für die endgültige Gestaltung der Fußgängerzone. 1987 fiel die Entscheidung zugunsten des Entwurfs des Garten- und Landschaftsarchitekten Heiner Wortmann aus Lüdinghausen.

Die eigentlichen Bauarbeiten begannen im März 1988 und wurden bis zum 25. November 1988 abgeschlossen. Im April 1989 wurde die Fußgängerzone offiziell übergeben.

Gestaltungskonzept

Die Fußgängerzone in Ahlen basiert auf mehreren städtebaulichen Kriterien:

  1. Die Fußgängerzone sollte Teil der Stadtgestaltung sein und keine rein gestylte Einkaufsstraße werden.
  2. Die historische Dreiteiligkeit des Straßenraums wurde sichtbar gemacht.
  3. Historische Baufluchten wurden betont.
  4. Elemente der Stadtgeschichte wie Wallanlagen, das Osttor und ehemalige Brunnenstandorte wurden kenntlich gemacht.
  5. Eine sparsame Verwendung von Großgrün wurde angestrebt.

Zu den gestalterischen Maßnahmen gehörte die Wiederaufnahme traditioneller Pflasterarten, eine einheitliche Gestaltung der Beleuchtungskörper und die Hervorhebung historischer Elemente wie der Fundamente des ehemaligen Osttores.

Bedeutung für Ahlen

Die Fußgängerzone hat das Stadtbild von Ahlen nachhaltig geprägt. Nach einer Entwicklungszeit von fast 17 Jahren wurde sie in nur neun Monaten Bauzeit realisiert und bildet heute das Herz der Innenstadt. Die Umgestaltung führte zu einer erheblichen Aufwertung des Einkaufsbereichs und stärkte die Attraktivität des Stadtkerns.

Projektbeteiligte

Bauplanung

Bauherr

Stadt Ahlen -DerStadtdirektor-

Planung

Heiner Wortmann, Landschaftsarchitekt BDLA, Lüdinghausen

Technische Bearbeitung

Ingenieurbüro nts

Beratende Ingenieure

Dipl.-Ing. Norbert Niederwemmer

Dipl.-Ing. Heiko Timm

Dipl.-Ing. Freimut Suhre

ABV, VSVI, VDV, UBI, Münster

Bauüberwachung

Arge Wortmann / nts

Projektsteuerung / Oberleitung

Stadt Ahlen -Tiefbauamt-

Städtischer Baudirektor Detlef Strauch

Städtischer Bauamtsrat Heinrich Brinkpeter

Künstlerische Oberleitung

Stadtbaurat Hartmut Unger

Städtischer Baudirektor Kurt Berg (Stadtgestaltung und Denkmalpflege)

Bauausführung

Gesamtausführung

ARGE Lanwehr, Ahlen / A. Bogatzki, Münster

Beteiligte Firmen

Maurerarbeiten

Bergedieck, Ahlen

Pflasterarbeiten

ARGE und Stockhausen, Neuss

Kanaluntersuchungen

Müller, Schieder-Schwallenberg

Kanalsanierung

Müller, Schieder-Schwallenberg

Kanalerneuerung

Lanwehr, Ahlen

Hausanschlußerneuerungen

ARGE

Leitungsverlegung

ARGE

Brunnentechnik

Westphal, Münster

Schlosserarbeiten

Preun, Lüdinghausen

Sandsteinarbeiten

Dirks, Billerbeck

Landschaftsgärtnerische Arbeiten

Thuer, Hamm

Lieferfirmen

Leuchten

Sonderentwurf Ahlen

Vulkan, Köln

Altstadtpflaster

Hartmann, Ahlen

Granitbrunnen

Thiel, Fürstenstein (Bayern)

Natursteine

Natursteinkontor, Bremen

Trinkbrunnen

Kleinhans, Sendenhorst

Pflanzenlieferungen

Eschweiler, Münster

Mariensäule, Hinweistafel Osttor

Bücker, Beckum

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Stadt Ahlen - Fussgängerzone, Stadt Ahlen / Amt für Öffentlichkeitsarbeit, April 1989