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Hof Schulze Brockhausen

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Hof Schulze Brockhausen
51.7736237.845204
Anschrift Drensteinfurter Straße 31



Baujahr 1833
Ursprüngliche Nutzung Hofanlage
Heutige Nutzung Landwirtschaftlicher Betrieb
Karte

Der Hof Schulze Brockhausen an der Drensteinfurter Straße 31 ist eine historische Hofanlage. Bei dem großen Schulzenhof handelt es sich um einen bis in das 12. Jahrhundert zurückreichenden Hof, dessen Gebäudeensemble bis heute zahlreiche historische Bestandteile bewahrt hat.[1]

Geschichte

Der Hof Schulze Brockhausen wird bereits im 12. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Aus dieser frühen Zeit ist jedoch keine Bausubstanz erhalten. Die heute noch vorhandenen historischen Gebäude stammen aus späteren Jahrhunderten und veranschaulichen die Entwicklung eines großen westfälischen Bauernhofes.[1]

Haupthaus

Das heutige Haupthaus besitzt eine Grundfläche von etwa 42 × 20 Metern. Es wurde nach der Zerstörung eines Vorgängerbaus durch einen Brand im Jahr 1833 neu errichtet.[1]

Es handelt sich um ein traditionelles niederdeutsches Hallenhaus. Kennzeichnend ist die innere Gliederung in verschiedene Wirtschafts- und Wohnbereiche. Die Räume waren entsprechend ihrer jeweiligen Funktion unterschiedlich gestaltet und ausgestattet.[1]

Im Gebäude befand sich eine etwa 15 Gebinde umfassende Längsdiele. Die Ständer waren in regelmäßigen Abständen angeordnet. Die vier Wirtschaftsbereiche wurden durch die Toreinfahrt beziehungsweise durch Einbauten gegliedert. Im rückwärtigen Bereich des Hauses lagen Wohnräume.[1]

Eine große Herdstelle mit offenem Herdfeuer bildete einen wichtigen Mittelpunkt des Hauses. Daneben waren weitere für die historische Wirtschaftsweise typische Einrichtungen vorhanden, darunter ein teilweise eingetiefter Keller sowie ein Backofen.[1]

Veränderungen im 19. und 20. Jahrhundert

Die Hofanlage wurde im Laufe der Zeit mehrfach verändert. Im Jahr 1906 wurde die Hofstelle vergrößert. In diesem Zusammenhang entstand auch ein neuer Wohntrakt.[1]

Der neue Gebäudeteil schloss an das vorhandene Haupthaus an und wurde äußerlich an dessen Gestaltung angepasst. Im Erdgeschoss entstanden unter anderem ein Wohnzimmer und weitere Räume. Der Neubau war teilweise unterkellert und erhielt im Obergeschoss zusätzliche Wohnräume.[1]

Etwa zeitgleich wurde an der nördlichen Traufseite des ursprünglichen Haupthauses ein Stallteil mit drei Gebinden angebaut.[1]

Fachwerkspeicher

Zum Hof gehört ein historischer Fachwerkspeicher. Das Gebäude besitzt mehrere Gebinde und einen eingeschalten Dachbalken sowie einen Kuppelwalm. Der Speicher wurde im Lauf der Zeit mehrfach verändert und umgebaut.[1]

Eine Inschrift datiert einen Umbau auf das Jahr 1816. Der Speicher gehört zu den älteren erhaltenen Nebengebäuden der Hofanlage.[1]

Remise und Scheune

Neben dem Speicher gehören auch eine Remise sowie eine Scheune zum historischen Gebäudebestand. Sie sind Teil des gewachsenen Wirtschaftshofes und dokumentieren gemeinsam mit dem Haupthaus die landwirtschaftliche Nutzung der Anlage.[1]

Weitere Bestandteile der Hofanlage

Zur historischen Hofanlage gehören weitere Elemente, die gemeinsam das Erscheinungsbild des Hofes prägen. Dazu zählen unter anderem ein Brunnen, ein Bienenhaus sowie eine kleine Mauer mit Toröffnung.[1]

Auch der historische Bauerngarten ist Bestandteil der Anlage. Solche Gärten dienten traditionell sowohl der Versorgung des Hofes als auch repräsentativen Zwecken.[1]

Bedeutung

Der Hof Schulze Brockhausen vermittelt in seiner Gesamtheit ein anschauliches Bild eines historisch gewachsenen landwirtschaftlichen Betriebes. Neben dem Haupthaus sind mehrere Nebengebäude und weitere Bestandteile der Hofanlage erhalten geblieben.

Besonders die Verbindung von Wohnhaus, Wirtschaftsgebäuden, Speicher, Remise, Scheune und weiteren Elementen macht die Anlage zu einem bedeutenden Zeugnis der ländlichen Bau- und Wirtschaftsgeschichte.[1]

Einzelnachweise

  1. 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 1,11 1,12 1,13 1,14 Stadt Ahlen – Der Bürgermeister (Hrsg.): 30 Jahre Tag des offenen Denkmals in Ahlen. Ausgewählte Denkmäler von 1994 bis 2024, Ahlen 2024, S. 8–9.