Hof Große Frie
| Hof Große Frie | |
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51.8116337.915092 Koordinaten: 51° 48′ 42″ N, 7° 54′ 54″ O
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| Anschrift | Warendorfer Straße 312
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| Baujahr | 1868 |
| Ursprüngliche Nutzung | Hofanlage |
| Heutige Nutzung | Wohnen |
Der Hof Große Frie an der Warendorfer Straße 312 ist eine historische Hofanlage in Ahlen. Die weitgehend geschlossene Anlage entstand im Jahr 1868 und wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch weitere Wirtschaftsgebäude ergänzt. Sie liegt zwischen Streuobstwiesen am Werseufer zwischen Ahlen und Tönnishäuschen.[1]
Die erhaltene Hofanlage dokumentiert den Wandel bäuerlichen Lebens und Wirtschaftens vom ausgehenden 19. zum beginnenden 20. Jahrhundert.[1]
Geschichte
Das Hauptgebäude der Hofanlage wurde 1868 errichtet. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte wurde der Hof durch verschiedene Wirtschafts- und Nebengebäude erweitert.[1]
Bis in die 1990er Jahre wurde die Anlage landwirtschaftlich genutzt. Im Jahr 1996 erwarben die heutigen Eigentümer den Hof und sanierten die Gebäude in den folgenden Jahren umfassend.[1]
Hofanlage
Der Hof Große Frie besteht aus mehreren denkmalwerten Gebäuden und weiteren Bestandteilen, die gemeinsam ein weitgehend geschlossenes historisches Ensemble bilden.[1]
Dazu gehören:
- das Haupthaus von 1868,
- ein angebauter Kuhstall von etwa 1890,
- eine Durchfahrtsscheune,
- eine Remise von 1910,
- eine weitere Scheune aus der Zeit vor 1910,
- ein Fachwerkspeicher von 1870,
- ein Bienenhaus,
- ein Brunnen,
- eine kleine Mauer mit Toröffnung
- sowie der ursprüngliche Bauerngarten südlich des Haupthauses.[1]
Durch die Anordnung der Gebäude entsteht ein nahezu quadratischer Innenhof.[1]
Haupthaus
Das Hauptgebäude vereint Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach. Es handelt sich um einen für die Region typischen Vierständerhallenbau. Wesentliche Teile der bauzeitlichen Konstruktion haben sich erhalten.[1]
Zu den erhaltenen historischen Merkmalen gehören unter anderem die ursprünglichen Fensterformen sowie die für bäuerliche Gebäude der Region typischen großen Kalksteinplatten. Auch die historische Wirtschaftsdiele ist noch vorhanden.[1]
Kuhstall
Unmittelbar an das Haupthaus wurde um 1890 ein Kuhstall angebaut. Das Gebäude wird heute zu Wohnzwecken genutzt.[1]
Durchfahrtsscheune
Die Durchfahrtsscheune bildet den südlichen Abschluss des Hofes.
Im Inneren wurden zwei Wohnkörper eingebaut. Die Broschüre beschreibt diese Lösung als eine Art „Haus im Haus“. Trotz der neuen Nutzung blieb die für das Münsterland typische ruhige Dachlandschaft erhalten. Das Obergeschoss wird im Wesentlichen durch die verglasten ehemaligen Toröffnungen belichtet.[1]
Remise und Scheune
Eine Remise von 1910 sowie eine weitere, bereits vor 1910 entstandene Scheune schließen die Hofanlage auf der Westseite ab. Gemeinsam mit den übrigen Gebäuden bilden sie den nahezu quadratischen Hofraum.[1]
Fachwerkspeicher
Der Fachwerkspeicher stammt aus dem Jahr 1870. Vermutlich um 1900 wurde das Gebäude um zwei Gefache erweitert.[1]
Im Speicher ist noch heute der historische Backofen erhalten.[1]
Weitere Bestandteile
Zum denkmalwerten Gesamtensemble gehören neben den größeren Gebäuden auch mehrere kleinere Elemente der historischen Hofanlage.
Dazu zählen ein Bienenhaus, ein Brunnen und eine kleine Mauer mit Toröffnung. Südlich des Haupthauses befindet sich außerdem der ursprüngliche Bauerngarten.[1]
Diese Bestandteile tragen dazu bei, die frühere Organisation und Nutzung eines landwirtschaftlichen Hofes noch heute ablesbar zu machen.
Bedeutung
Der Hof Große Frie ist ein gut erhaltenes Beispiel einer westfälischen Hofanlage aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Die verschiedenen Gebäude dokumentieren unterschiedliche Bereiche des bäuerlichen Lebens und Wirtschaftens. Durch die Erweiterungen um 1900 lässt sich zugleich nachvollziehen, wie sich landwirtschaftliche Betriebe im Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert veränderten.
Von besonderer Bedeutung ist der weitgehend geschlossene Charakter des Ensembles. Nicht nur das Haupthaus, sondern auch Wirtschaftsgebäude, Speicher, Bauerngarten und kleinere funktionale Bestandteile wie Brunnen und Bienenhaus sind erhalten geblieben.[1]

