Theodora Maria Holtermann
Theodora Maria Holtermann (* 14. Dezember 1866 in Ahlen; † 18. Juli 1953 ebenda), auch bekannt als Dora Holtermann, war eine Ahlener Bürgerin, die Erinnerungen an das Leben und die Entwicklung ihrer Heimatstadt im 19. Jahrhundert schriftlich festhielt. Ihre Aufzeichnungen sind eine Quelle zur Alltags- und Stadtgeschichte Ahlens.
Leben
Theodora Maria Holtermann wurde am 14. Dezember 1866 in Ahlen geboren. Ihre Eltern waren Franz Theodor Holtermann und Leopoldine Holtermann, geborene Wiegard.
Holtermann blieb unverheiratet. Ihr letzter Wohnsitz befand sich am Markt 3 in Ahlen. Über ihren beruflichen Werdegang und weitere persönliche Lebensumstände liegen bislang keine gesicherten Angaben vor.
Sie starb am 18. Juli 1953 um 19:30 Uhr im Alter von 86 Jahren in ihrer Wohnung in Ahlen. Im standesamtlichen Sterbeeintrag werden als Todesursachen Herzmuskelschwäche und Altersschwäche genannt.
Jugenderinnerungen aus dem alten Ahlen
Im Jahr 1940 verfasste Dora Holtermann ihre als Jugenderinnerungen aus dem alten Ahlen bezeichneten Aufzeichnungen. Darin schildert sie das Ahlen ihrer Kindheit und Jugend, insbesondere die Verhältnisse im ausgehenden 19. Jahrhundert.
Ihre Erinnerungen behandeln unter anderem das damalige Stadtbild, die ehemaligen Stadttore und Wallanlagen, die Werse und ihre Wassergräben sowie das landwirtschaftlich geprägte Leben innerhalb der Stadt.
Weitere Themen sind alte Handwerksberufe, Geschäfte, Märkte, Volksfeste, Bräuche und zahlreiche Ahlener Persönlichkeiten. Holtermann überliefert dabei auch Spitznamen, plattdeutsche Redewendungen und Anekdoten aus dem städtischen Alltag.
Besonders auffällig ist ihre wiederholt zum Ausdruck gebrachte Verbundenheit mit dem alten Ahlen. Sie beschreibt sowohl die Veränderungen des Stadtbildes als auch den Verlust früherer Wege, Grünflächen und Gewässer.
Die Aufzeichnungen sind als persönliche Rückschau zu verstehen. Neben selbst erlebten Ereignissen enthalten sie auch überlieferte Erzählungen und zeitgebundene Wertungen, die bei der historischen Auswertung entsprechend einzuordnen sind.
Überlieferung und Bedeutung
Im Kreisarchiv Warendorf sind im Bestand zur Familie Holtermann mehrere Handschriften und Arbeiten zur Ahlener Geschichte verzeichnet, darunter verschiedene Fassungen der Jugenderinnerungen.
Auch in der Sammlung Ludger Schulte der Stadt Ahlen sind Kopien eines Manuskripts mit dem Titel Jugenderinnerungen aus dem alten Ackerbürgerstädtchen Ahlen von Tante Theodora Holtermann geboren 1866 nachgewiesen. Der entsprechende Inventareintrag nennt Carl Holtermann und das Jahr 1946.
Die Erinnerungen sind insbesondere wegen ihrer anschaulichen Beschreibungen des Alltags, der örtlichen Verhältnisse und der Menschen im Ahlen des späten 19. Jahrhunderts von lokalhistorischem Interesse.
Quellen und Literatur
- Standesamt Ahlen: Sterberegister Nr. 243/1953, Eintrag vom 20. Juli 1953.
- Holtermann, Dora: Jugenderinnerungen aus dem alten Ahlen, Manuskript, datiert 1940.
- Kreisarchiv Warendorf: Bestand N 070, Familie Holtermann, Ahlen.
- Stadt Ahlen: Inventar der Sammlung Ludger Schulte, 2014, S. 32, Signatur SLS/02/02.1.1/043.