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KG Freudenthal

Aus AhlenWiki
KGF
Name Karnevalsgesellschaft Freudenthal
Gegründet 1950


Gründung und Erste Veranstaltungen

Die Karnevalsgesellschaft "Freudenthal" e.V. Ahlen erlebte ihre Geburtsstunde am 31. Dezember 1949. An diesem Silvesterabend versammelte sich im Schützenhof an der Beckumer Straße 91 eine große Schar bunt kostümierter Gäste – vom Dorfpolizisten bis zum Cowboy – um mit dem Elferrat der „Ahlener Karnevalsgesellschaft Grüne Funken-Ost“ das alte Jahr zu verabschieden und das neue Jahr 1950 mit Prunk und Pomp zu begrüßen. Diese Grünen Funken entstanden aus einer Idee des Freudenthal-Gründers Job Schäfer, deren Akteure sich aus später als Freudenthäler bekannten Karnevalsjecken zusammensetzten.

Die im Freudenthal-Archiv von Alois Höner befindliche Mitgliederliste zeigt, dass der Kleine Rat der Grünen Funken aus den folgenden Personen bestand:

   Präsident: Pitt Ruhland
   Vizepräsident: Rudi Hamers
   Senatspräsident: Berkel Becklas
   Narrensekretär: Alois Höner
   Säckelmeister: Lutz Hoer
   Ordens- und Kammermeister: Heinrich Starkmann

Zum Elferrat gehörten außerdem:

   Bernhard Lieftüchter
   Fritz Fröhlich
   Willi Hellmund
   Meinolf Pützfeld
   Heinz Reckendrees

Weitere Mitglieder, die 1949 eintraten und zu den ersten Mitgliedern der KG Freudenthal zählten, waren Heinz Heimann, Wilhelm Kerssenfischer, Heinrich Overmann, Amalie Stach, Josef Wiegard und Johann Kramer.

Die Gründung der Karnevalsgesellschaft

1950 gründete Job (Josef) Schäfer die KG Freudenthal Ahlen unter tatkräftiger Mitwirkung der KG Freudenthal Münster von 1833, nach welcher die Gesellschaft benannt ist. Schäfer war seit 1936 Mitglied in der KG Freudenthal Münster und pflegte daher gute Verbindungen zu den damaligen Verantwortlichen. Walther Erich Weber wurde der erste Zeremonienmeister der neuen Gesellschaft.

Erste Jahre und Aufbau

1951 verhandelten Walter Volmer, Jans Brockmann, Jupp Hollmann und Fritz Gröblinghoff im Kaiserhof zu Münster mit den Freudenthälern über die Namensgebung der Ahlener KG. Nach sorgfältiger Überarbeitung der Satzung auf die Ahlener Verhältnisse beschloss ein vorbereitender Kreis von 47 Männern am 10. März 1951 die Gründungsversammlung der Karnevalsgesellschaft Freudenthal Ahlen auf Sonntag, den 18. März 1951, in die Domschänke einzuberufen. Zur Gründungsversammlung erschienen 162 Teilnehmer. Der Große Rat entschied sich am 31. März in der Hubertus Gaststätte von Jupp Höllmann für das von Fritz Fröhlich entworfene Gesellschaftswappen, welches das närrisch bemützte Wappentier der Stadt, den Aal, umschlungen von Karnevalsrequisiten zeigt.

Im weiteren Verlauf des Jahres fanden mehrere Versammlungen und Veranstaltungen statt, darunter der erste „Vatertagsausflug“ am 3. Mai und die Gründungsversammlung am 6. Mai 1951 im Hansahof. Der Mitgliederstand wuchs stetig, und im Juni schlug Präsident Job Schäfer den Repräsentanten der Stadt Ahlen vor, einen Bürgerrat (später BAS) einzuberufen, um die Arbeit der drei Ahlener Karnevalsgesellschaften zu koordinieren und den Rosenmontagszug zu organisieren.

Im August beantragte Schäfer die Aufnahme der KG Freudenthal beim Bund Deutscher Karneval (BDK) in Köln, und im September trat die Gesellschaft dem Bund Westfälischer Karneval (BWK) bei, was gleichzeitig die Mitgliedschaft im BDK bedeutete. Erste Höhepunkte und Weiterentwicklung

1952 gestaltete die KG Freudenthal die erste karnevalistische VdK-Sitzung im Kettelerhaus. Im Februar desselben Jahres wurde die Karnevalsgesellschaft „nett un oerndlik“ von Job Schäfer gegründet. Die Mitgliederzahlen stiegen weiter, und die Gesellschaft nahm an verschiedenen regionalen und überregionalen Karnevalsveranstaltungen teil.

Am 28. Februar 1952 wurde die Karnevalsgesellschaft Freudenthal offiziell ins Vereinsregister eingetragen. Im April 1952 hatte die Gesellschaft 246 Mitglieder. Im Laufe des Jahres wurden weitere bedeutende Veranstaltungen organisiert und neue Mitglieder sowie Ehrengäste aufgenommen.

1953

Im Januar 1953 erlebte die KG Freudenthal eine bedeutende Neuerung. Am 4. Januar wurde erstmals eine weibliche Garde gegründet, die in blauen Ulanen-Uniformen, Tschakos, weißen Plisseeröcken und blauen Wildlederstiefeln auftrat. Mimi Breemann führte die Gruppe als erste Kommandeuse an. Zu den Pionierinnen dieser Truppe gehörten Anni Radzun, Cilli Scharwächter, Elsbeth Kranefus, Adelheid Gonska, Ferdinande Huppert, Marianne Oberschild, Maria Meidrott, Elisabeth Trost, Margot Knorn und Margret Richter. Am 11. Januar fand die Proklamation im Theresienhof statt. Fritz I., auch bekannt als „Der Charmante“, übernahm die Regentschaft. Seine Adjutanten waren Franz Hautop und Mathias Hermanns. Die neu gegründete Prinzengarde, geführt von Mimi Breemann, präsentierte sich stolz der Öffentlichkeit. Nur eine Woche später, am 18. Januar, informierte Willi Riegert den Großen Rat der KG Freudenthal in der Isenbeck-Klause von Karl Wüller über eine bedeutsame Entscheidung. Die „Steinkohlenbergwerk Westfalen AG“, vertreten durch Bergwerksdirektor Hesse, bestand aus wirtschaftlichen Gründen darauf, den Rosenmontagsumzug auf den Rosensonntag zu verlegen. Diese Veränderung wurde letztlich umgesetzt, begleitet von finanzieller Unterstützung seitens der Zeche und weiterer Firmen. Als symbolische Geste erhielten der Elferrat eine Rakete und die Gesellschaftsgarde eine fliegende Untertasse, die durch die Narrhalla Ahlensis rollten. Der eigentliche Rosenmontag wurde jedoch nicht vergessen. Auf dem Marktplatz führte Präsident Job Schäfer eine kuriose Aktion an: Zwischen dem Rathaus und dem Hotel Pieper legten sie symbolisch den Grundstein für eine imaginäre „Brücke“. Ein Bollerwagen, beladen mit Bier und Schnaps, versorgte die „Handwerker“ bei ihrer amüsanten „Arbeit“. Am 31. Januar erlebte Freudenthal eine weitere Premiere: Anneliese Gröblinghoff wurde zur Ehrensenatorin ernannt und erhielt die „Ehrenmütze“ der Senatoren. Dies war ein bedeutsamer Moment, denn es war das einzige Mal, dass der Ahlener Rosenmontagszug auf den Karnevalssonntag vorverlegt wurde. Später im Jahr, am 21. September, stand das erste Freudenthal-Ballett bereit, um sich in der Domschänke auf seine karnevalistischen Auftritte vorzubereiten. Heinrich Winkeler übernahm die Einstudierungen. Die Tanzformation bestand aus Waltraud Winkeler, Marita Schmidt, Hanni Burandt, Hannelore Biehs und Hildegard Hesse. Nur zwei Monate später, am 21. November, trat das erste Freudenthal Gesangsquartett, bestehend aus Franz Schäfer, Erwin Henfling und Manfred Ossenbrink, in der Halle Münsterland auf und verbuchte seinen größten Erfolg. Unter der Leitung von Peter Kottmann schnitt der Nordwestdeutsche Rundfunk die Veranstaltung mit und sendete sie wenige Tage später mit großem Echo.

1954

Das Jahr 1954 begann glanzvoll mit der Ausrichtung des BWK-Kongresses am 16. und 17. Januar. Die Gala-Sitzung im Schützenhof stand unter dem Motto „Westfalen lacht über Westfalen“. Job Schäfer begrüßte Eduard Hagedorn von Freudenthal Münster sowie BWK-Präsident Seppi Böger und Prinz Fritz Fröhlich. Zu dieser Gelegenheit stiftete die KG Die-La-Hei aus Coesfeld eine bronzene Glocke, die noch heute bei den Galaabenden genutzt wird. Der Rosenmontag war ebenfalls festlich: Die Mitglieder des Fanfaren-Korps nahmen mit einem eigenen Wagen am Umzug teil. In der Jahreshauptversammlung stellte sich heraus, dass Freudenthal nun 312 Mitglieder zählte. Lutz Hoer wurde zum Ordens- und Kammermeister ernannt. Im Sommer, am 27. August, fanden sieben junge Männer zur ersten Probe des Fanfarenkorps Freudenthal zusammen. Das von Robert Göske geleitete Korps bestand aus Wolfgang Reckzügel, Paul Brockmann, Heinz Winkelmann, Hans-Joachim Kaiser, Franz Brune, Theo Brune und Gustav Muhr. Die Instrumente wurden vom Sparclub des Elferrates finanziert.

1955

Das Jahr 1955 stand im Zeichen von Fritz Gröblinghoff, der zum Vizepräsidenten ernannt wurde. Am 21. Februar, dem Rosenmontag, präsentierte sich das Fanfarenkorps stolz auf seinem Wagen in der Nordenmauer. Sie trugen noch weiße Hemden und dunkle Hosen, da Karl Schwienhorst nur die Flaggentücher mit dem Freudenthal-Emblem fertigstellen konnte. Die Husaren-Uniformen wurden aus seinem Kostümfundus entliehen. Bei der Gala-Prunk-Sitzung 1955 brillierte das Freudenthal-Quartett im Kettelerhaus mit Auszügen aus der UNO-NATO-Parodie von 1953. Franz Schäfer, später Tollität 1963, und Manfred Ossenbrink waren Teil dieser Formation. In der Jahreshauptversammlung stellte sich heraus, dass Freudenthal nun 309 Mitglieder zählte.

1956

Am 7. Januar 1956 begann die Regentschaft von Prinz Bernhard II., der Betuchte, Bernhard Lieftüchter von der KG Freudenthal. Sein Adjutant war Schorsch Bärmann. Der Prinzenwagen und die Gesellschaftsorden wurden mit großem Stolz präsentiert. In der Jahreshauptversammlung wurde Fritz Gröblinghoff zum Senatspräsidenten ernannt, und Lutz Hoer übernahm ebenfalls eine wichtige Rolle. Freudenthal zählte nun 290 Mitglieder.

1957

In der Jahreshauptversammlung 1957 gab es bedeutende Veränderungen in der Führung. Fritz Gröblinghoff wurde Präsident, während Georg Beermann und Robert Middeke die Rolle des Vizepräsidenten übernahmen. Karl-Ludwig Hansen wurde zum Säckelmeister ernannt, und Werner Sehlmann übernahm die Position des Ordens- und Kammermeisters. Die Mitgliederzahl lag bei 271.

1959

Am 10. Januar 1959 übernahm Prinz Peter I., „Der Rosige“, Peter Erhardt von der KG Freudenthal die Regentschaft. Sein Adjutant war Franz Hautop. Trotz sinkender Mitgliederzahlen prüfte der kleine Rat am 9. März die Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit PPP, um Feste gemeinsam zu gestalten. Heinrich Strothmann wurde Senatspräsident, Ida Kaiser und Hans Kohne übernahmen das Amt des Narrensekretärs, und Alois Höner wurde Ordens- und Kammermeister. Im Laufe des Jahres wurde Bernhard Schüsseler Präsident, während Peter Ehrhardt und Kurt Gruber die Rolle der Vizepräsidenten übernahmen.

1962

Im Jahr 1962 wurde Kurt Gruber Präsident, und Bernhard Schüsseler übernahm die Position des Vizepräsidenten. Im September begannen Lutz Hoer und Erich Stegt, Präsident von PPP, vertrauliche Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit, um die wirtschaftlich gesicherte Fortführung der Veranstaltungen zu gewährleisten. Trotz positiver Ergebnisse widersetzte sich Job Schäfer diesen Bestrebungen, und die Pläne schliefen ein, als sich die Situation wieder besserte.

1963

Am 12. Januar 1963 wurde die neue Tollität vorgestellt: Prinz Franz I., „Der Lachende“ (Franz Schäfer), regierte. Seine Adjutanten waren Hans Hagemann und Hans Koch. Bei der Galasitzung traten unter anderem der Heldentenor Heinz Kemper und Gardeoberst Willi Wibbelt auf. Egon Leifeld wurde zum Säckelmeister ernannt.

1964

Im Jahr 1964 wurde Harry Wilhelmi zum Säckelmeister ernannt.

1965

Am 13. Januar 1965 wurde im Ratssaal des alten Rathauses die neue Tollität gewählt: Karl-Ludwig I., „Der Stattliche“ Hansen, übernahm die Regentschaft. Seine Adjutanten waren Franz Schäfer und Hans Hagemann. 1966 Am 5. Februar 1966 überreichte der VdK-Vorsitzende Heinrich Röhl anlässlich der 15. Wiederkehr des von Freudenthal gestalteten Festes dem Präsidenten Kurt Gruber ein kunstvoll gefertigtes goldenes Zepter in Form des Freudenthal-"F". Das erste Zepter, ein Silberstab mit einer Wetterlampe der Bergleute, galt bereits zu Zeiten von Präsident Fritz Gröblinghoff als verschollen. Das VdK-Geschenk fand sofort praktische Verwendung. Karl Ludwig Hansen wurde Präsident, und Franz Schäfer übernahm die Rolle des Senatspräsidenten. Ilona Hellwig, geborene Wilhelmi, wurde Narrensekretärin.

1967

Im Januar 1967 richtete der VdK unter Mitwirkung Freudenthals zum letzten Mal ein eigenes Fest aus. Seitdem ermöglicht die Gesellschaft den Mitgliedern des VdK, die Freudenthal-Sitzungen zu ermäßigten Preisen zu besuchen. Am 6. Januar wurde die neue Tollität im historischen Sitzungssaal des alten Rathauses gewählt: Gerhard Mocca I., „Der Ritterliche“ Leifeld von der KG Freudenthal. Seine Adjutanten waren Egon Leifeld und Bodo Bräuer, die Standarte trug Carlo Arnemann. Zur Gala-Prunk-Sitzung gab der Kiek es drin bei Freudenthal ein begeisterndes Gastspiel. Der Prinzenwagen in der Weststraße war ein weiterer Höhepunkt.

1969

Am 3. Januar 1969 verstarb das Mitglied und langjährige Präsident, Zahnarzt Job Schäfer. Eine Woche später, am 10. Januar, wurde die neue Tollität gewählt: Prinz Dieter I., „Der Blombige“ Dieter Karsch von der KG Freudenthal. Sein Motto lautete: „Es gibt nichts Schöneres im Leben als anderen Menschen Freude zu geben.“ Seine Adjutanten waren Helmut Tewes und Bodo Bräuer. Am Rosenmontag, nach heftigem Schneefall, räumte ein Panzer den Schnee für den Karnevalsumzug, und Prinz Dieter ging als „Schneeprinz“ in die Annalen des Ahlener Karnevals ein. Am 11. November, zum Karnevalsauftakt, wurde erstmals auch die Damenwelt zum traditionellen Herrenabend eingeladen. Die zwanglose, aufgelockerte Zusammenkunft wurde ein großer Erfolg, und Präsident Karl-Ludwig Hansen nannte die Veranstaltung treffend „Narren-Wecken“. Gerd (Mocca) Leifeld wurde Senatspräsident, und Helmut Tewes übernahm das Amt des Ordens- und Kammermeisters.