Marienkirche

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Marienkirche
51.76339474587.89081525799
Baujahr ca. 1283
aktuelle Form 1904
Architekt Wilhelm Sunder-Plassmann
Ursprüngliche Nutzung Kirche
Heutige Nutzung Kirche


Die St.-Marien-Kirche, kurz Marienkirche, ist eine katholische Kirche im Stadtzentrum von Ahlen. Sie wird historisch auch mit der Bezeichnung Neue Pfarre verbunden.

Das heutige Kirchengebäude entstand in seiner neugotischen Form im Jahr 1904 nach Plänen des Architekten Wilhelm Sunder-Plassmann. An derselben Stelle befanden sich bereits ältere Vorgängerbauten, deren Geschichte bis in das 13. Jahrhundert zurückreicht.

Geschichte

Mittelalterlicher Vorgängerbau

Aufgrund archäologischer Grabungen wird angenommen, dass sich bereits um 1250 an der Stelle der heutigen Marienkirche ein Vorgängerbau befand. Damit gehört der Standort zu den älteren kirchlichen Plätzen im Ahlener Stadtgebiet.[1]

Die ältere Marienkirche prägte über Jahrhunderte den kirchlichen Mittelpunkt im Bereich der späteren Pfarrei St. Marien.

Stadtbrand von 1668

Beim großen Stadtbrand von 1668 wurde auch die Marienkirche ein Opfer der Flammen. Nach dem Brand wurde sie in ihrer alten Form wieder aufgebaut.[2]

Der Wiederaufbau erhielt die überlieferte Gestalt der Kirche zunächst weiter, bis Anfang des 20. Jahrhunderts ein größerer Neubau entstand.

Abbruch der alten Kirche

Im Jahr 1902 wurde die alte Marienkirche abgebrochen. Anders als beim Stadtbrand handelte es sich diesmal nicht um eine unbeabsichtigte Zerstörung, sondern um einen bewussten Abbruch. Die alte Kirche wich einem größeren Neubau, der dem gestiegenen Raumbedarf der Gemeinde entsprach.

Beim Abbruch blieb das Südportal erhalten. Es wurde später in den Neubau eingefügt und verbindet dadurch die ältere Baugeschichte der Marienkirche mit dem heutigen Kirchengebäude.

Neubau von 1904

Der Neubau der Marienkirche wurde im neugotischen Stil errichtet und 1904 fertiggestellt. Architekt des heutigen Kirchenbaus war Wilhelm Sunder-Plassmann.

Mit dem Neubau erhielt die Kirche ihre bis heute prägende äußere Gestalt. Die Bezeichnung „Neue Pfarre“ verweist auf die kirchliche Neuordnung und die Entwicklung der Gemeinde im Umfeld der Marienkirche.

Architektur

Neugotischer Kirchenbau

Die heutige Marienkirche ist ein neugotischer Kirchenbau aus dem frühen 20. Jahrhundert. Der Neubau von 1904 ersetzte den älteren Vorgängerbau, übernahm jedoch mit dem Südportal ein wichtiges historisches Bauteil der früheren Kirche.

Südportal

Ein besonderes Element der heutigen Marienkirche ist das erhaltene Südportal. Es stammt noch vom Vorgängerbau und wurde beim Neubau von 1904 wieder eingefügt. Damit ist es eines der sichtbaren baulichen Zeugnisse der älteren Marienkirche.

Turm

Der Turm der Marienkirche gehört zu den markanten Baukörpern der Ahlener Innenstadt. Er nimmt das Geläut der Kirche auf und prägt das Erscheinungsbild des Kirchengebäudes.

Bei der Turmsanierung 2019 reichten die Arbeiten bis in eine Höhe von 74 Metern über dem Straßenniveau.[3]

St.-Marien-Kirche

Geläut

Im Turm der Marienkirche hängen heute acht Bronzeglocken.

Über die Anfangszeit im 13. Jahrhundert liegen keine gesicherten Angaben zum Geläut vor. Es ist jedoch anzunehmen, dass bereits damals eine oder zwei Glocken zum Gottesdienst riefen.

Nach dem Stadtbrand von 1668 wurden drei Jahre später zwei neue Glocken gegossen. Im Jahr 1844 wurde das Geläut um eine weitere Glocke ergänzt.

Während des Ersten Weltkriegs mussten zwei Glocken abgegeben werden, um als Rohmaterial für die Rüstungsindustrie verwendet zu werden. Die kleinere Glocke von 1689 blieb erhalten und hängt bis heute im Turm. Sie zählt damit zu den ältesten Glocken der Stadt.

Bis 1920 erklang vom Turm von St. Marien nur noch eine Glocke. In diesem Jahr wurden zwei Eisenglocken angeschafft. Seit 1924 sorgt eine elektrische Läutanlage für das Läuten der Glocken.

Sanierungen und Renovierungen

Im 20. Jahrhundert wurde die Marienkirche mehrfach renoviert und instand gesetzt. 1955 erfolgte eine Renovierung des Innenraums. 1974 wurden Kirchendach und Turm saniert, 1978 folgte die Restaurierung der Kirchenfenster. In den Jahren 1982/83 wurde die Kirche nach 78 Jahren grundlegend saniert.

Turmsanierung 2019

Im Jahr 2019 wurde der Turm der St.-Marien-Kirche saniert. Anlass waren Feuchtigkeitsschäden, die dem Kirchturm stark zugesetzt hatten. Besonders betroffen waren unter anderem Kreuzblumen aus Sandstein, die bereits herabzustürzen drohten. Außerdem mussten das Schieferdach und Teile des Kupferhelms erneuert werden.[3]

Für die Arbeiten wurde die Kirche aufwendig eingerüstet. Das Gerüst umfasste rund 3000 Quadratmeter Arbeits- und Schutzgerüst sowie 2000 Quadratmeter Modulgerüst. Hinzu kamen ein Personen- und Materialaufzug mit 850 Kilogramm Traglast sowie eine Podesttreppe.[3]

Die Arbeiten reichten bis in eine Höhe von 74 Metern über dem Straßenniveau. Das Gesamtvolumen der Renovierung betrug rund 1,5 Millionen Euro.[3]

Bedeutung

Die Marienkirche gehört zu den prägenden katholischen Kirchengebäuden in Ahlen. Ihre Baugeschichte reicht von einem mittelalterlichen Vorgängerbau über den Wiederaufbau nach dem Stadtbrand von 1668 bis zum neugotischen Neubau von 1904.

Besondere historische Bedeutung besitzen das erhaltene Südportal des Vorgängerbaus und die Glocke von 1689. Beide stehen für die lange Bau- und Nutzungsgeschichte der Kirche.

Abgrenzung zur Kirchengemeinde

Dieser Artikel behandelt vor allem das Kirchengebäude der Marienkirche. Die Geschichte der Pfarrei, des Gemeindelebens und der kirchlichen Organisation sollte in einem eigenen Artikel zur Kirchengemeinde St. Marien Ahlen dargestellt werden.

Quellen

  1. Die Neue Pfarre zu Ahlen: 1904–2004. 100 Jahre Neue Marienkirche, herausgegeben vom Pfarrgemeinderat St. Marien Ahlen.
  2. Die Neue Pfarre zu Ahlen: 1904–2004. 100 Jahre Neue Marienkirche, herausgegeben vom Pfarrgemeinderat St. Marien Ahlen.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 Arbeiten an der Kirchturmspitze: Präzisionsarbeit in 74 Metern über dem Straßenniveau, Allgemeine Bauzeitung, 7. Oktober 2019.

Siehe auch