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Oststraße 24: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 29. September 2026, 11:31 Uhr

Oststraße 24
51.7631477.894557
Anschrift Oststraße 24



Baujahr 1929/30
Architekt Heinrich Schröder
Ursprüngliche Nutzung Wohn- und Geschäftshaus
Karte

Das Gebäude Oststraße 24 ist ein 1929/30 entstandenes Wohn- und Geschäftshaus an der Oststraße. Es wurde für den Maler- und Glasermeister Wilhelm Hufnagel nach Plänen des Ahlener Architekten Heinrich Schröder errichtet.

Das Haus ist ein Beispiel für die städtische Wohn- und Geschäftshausarchitektur der späten 1920er Jahre und zeigt Gestaltungselemente eines gemäßigten, regional geprägten Expressionismus.

Geschichte

Auf dem Grundstück befand sich zuvor ein zweigeschossiges Haus aus der Zeit um 1870. Im Rahmen einer 1929/30 als Um- und Erweiterungsbau beantragten Baumaßnahme wurde dieses Gebäude für den Maler- und Glasermeister Wilhelm Hufnagel weitgehend erneuert.[1]

Die Planung übernahm der Architekt Heinrich Schröder (1899–1962), der für zahlreiche Bauvorhaben in Ahlen in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen verantwortlich war.[1]

Es entstand ein dreigeschossiges Wohn- und Geschäftshaus mit teilweise ausgebautem Mansarddach. Auf der Rückseite wurde ein Anbau mit dem Treppenhaus für die Wohnungen in den Obergeschossen errichtet.[1]

Mit seiner Größe und Gebäudestruktur schloss sich der Neubau an die größeren Wohn- und Geschäftshäuser an, die seit dem frühen 20. Jahrhundert im westlichen Bereich der Oststraße entstanden waren. Die Denkmalbehörde sieht diese Bebauung auch als Zeugnis des wirtschaftlichen Aufschwungs Ahlens infolge der Entstehung der Zeche Westfalen.[1]

Architektur

Das Erdgeschoss war ursprünglich weitgehend als Ladengeschäft des Bauherrn ausgebildet und erhielt eine durchgehende Schaufensterfront.[1]

Die darüberliegenden Geschosse wurden in einer für die Entstehungszeit typischen Form eines gemäßigten Expressionismus gestaltet. Dabei orientierte sich die Architektur zugleich an regionalen Bautraditionen. Die Fassadenflächen wurden mit Klinkern in unterschiedlichen Setzungen gestaltet und durch geputzte Bänder deutlich gegliedert.[1]

Die Verbindung von Klinkerflächen und hellen Putzbändern verleiht der Straßenfassade eine straffe und zugleich akzentreiche Gliederung.

Wohnungen und Innenausstattung

In den beiden Obergeschossen entstanden großzügige Wohnungen. Sie waren jeweils um eine zentrale Diele angeordnet und wurden über ein besonders großzügig gestaltetes Treppenhaus im rückwärtigen Gebäudeteil erschlossen.[1]

Das Treppenhaus besitzt einen offen gewendelten Treppenlauf. Belichtet wird es durch ein hohes Fenster in der Westwand.

Eine Besonderheit ist die dort erhaltene Kunstverglasung. Sie wurde vom Bauherrn Wilhelm Hufnagel selbst geschaffen und enthält Malereien zur Geschichte seines Betriebes. Die in expressionistischen Formen gestaltete Verglasung diente zugleich als eine Art „Markenzeichen“ seiner Firma.[1]

Auch weitere Teile der ursprünglichen Innenausstattung sind erhalten geblieben. Dazu gehören der Bodenbelag des Treppenhauses aus schwarzen und weißen Fliesen sowie die verglasten Etagentüren. Teilweise besitzen auch die Zimmertüren Verglasungen mit einer für den Expressionismus typischen Sprossenteilung.[1]

Veränderungen

Das ehemalige Ladengeschäft im Erdgeschoss wurde im Laufe der Zeit innerhalb der historischen Gebäudestruktur aufgeteilt.

Die Schaufenster wurden 1951 umgebaut.[1]

Trotz dieser Veränderungen blieb insbesondere in den Obergeschossen und im Treppenhaus ein ungewöhnlich großer Teil der ursprünglichen Gestaltung und Ausstattung erhalten.

Denkmalschutz

Das Gebäude wurde 2013 in die Denkmalliste der Stadt Ahlen eingetragen.[1]

Nach Einschätzung der Denkmalbehörde ist das Haus aufgrund seiner anspruchsvollen und überdurchschnittlich gut erhaltenen äußeren und inneren Gestaltung ein anschauliches Zeugnis für die kurze Phase wirtschaftlichen Aufschwungs in den späten 1920er Jahren.

Die Architektur knüpft in ihrer grundsätzlichen Gebäudestruktur noch an die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg an, verbindet diese jedoch mit für die Entstehungszeit modernen Gestaltungsformen.[1]

Das Gebäude ist außerdem ein Zeugnis der Arbeits- und Produktionsverhältnisse seiner Zeit, da es Wohn- und Geschäftshaus eines selbstständigen Handwerkers war.

Als denkmalwert gelten die äußere und innere Struktur des Gebäudes mit Ausnahme des später veränderten Ladengeschäftes. Für die Erhaltung und Nutzung nennt die Denkmalbehörde wissenschaftliche und künstlerische Gründe.[1]

Quellen

  1. ↑ 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 1,11 1,12 Stadt Ahlen, Untere Denkmalbehörde: Jahresbericht 2013.
  • Stadt Ahlen, Untere Denkmalbehörde: Jahresbericht 2013.