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Stadtbücherei: Unterschied zwischen den Versionen

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Die '''Stadtbücherei Ahlen''' ist die öffentliche Bibliothek der Stadt [[Ahlen]]. Seit August 1989 befindet sie sich im Gebäude des ehemaligen Realgymnasiums beziehungsweise der späteren Overbergschule an der [[Südenmauer]] 21.
Die '''Stadtbücherei Ahlen''' ist die öffentliche Bibliothek der Stadt [[Ahlen]]. Seit August 1989 befindet sie sich im [[Ehemaliges Realgymnasium|ehemaligen Realgymnasium]] an der [[Südenmauer]] 21.


Das Gebäude wurde in den Jahren '''1912 und 1913''' durch das Hochbauamt der Stadt Ahlen errichtet. Es gehört zu den erhaltenen öffentlichen Bauten aus der Zeit der zweiten Industrialisierungsphase Ahlens und dokumentiert den damals stark wachsenden Bedarf an neuen Schulgebäuden.<ref name="denkmal2024">Stadt Ahlen – Der Bürgermeister (Hrsg.): ''30 Jahre Tag des offenen Denkmals in Ahlen. Ausgewählte Denkmäler von 1994 bis 2024'', Ahlen 2024, S. 34–35.</ref><ref name="stadtfuehrungen">WFG Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ahlen mbH: ''Stadtführungen in Ahlen. Textliche Zusammenfassung für Stadtführer und Stadtführerinnen'', Ahlen 2008, S. 15.</ref>
= Geschichte =


= Geschichte der Stadtbücherei =
Auf Grundlage eines Ministerialerlasses wurde im Jahr '''1938''' an der [[Nordstraße]] die erste Volksbücherei in Ahlen eröffnet. Erster Leiter war der Rektor [[Walther Breucking]], der diese Aufgabe ehrenamtlich ausübte. Schulkinder halfen ihm beim Ordnen und Einsortieren des ersten Bestandes von etwa 1.000 Büchern.<ref name="buergerinformation">Stadt Ahlen: ''Bürgerinformation Stadtbücherei'', Ahlen 1989.</ref>
 
Auf Grundlage eines Ministerialerlasses wurde 1938 an der [[Nordstraße]] die erste Volksbücherei in Ahlen eröffnet. Erster Leiter war der Rektor [[Walther Breucking]], der diese Aufgabe ehrenamtlich ausübte. Schulkinder halfen ihm beim Ordnen und Einsortieren des ersten Bestandes von etwa 1.000 Büchern.<ref name="buergerinformation">Stadt Ahlen: ''Bürgerinformation Stadtbücherei'', Ahlen 1989.</ref>


Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wurde die Bücherei, deren Bestand inzwischen etwa 1.200 Bücher umfasste, durch die amerikanische Besatzungsmacht geschlossen.
Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wurde die Bücherei, deren Bestand inzwischen etwa 1.200 Bücher umfasste, durch die amerikanische Besatzungsmacht geschlossen.


Übergangsweise wurde die Bücherei in Räumen der Stadtwerke an der [[Bahnhofstraße]] untergebracht. Im Jahr 1949 zog sie in den ehemaligen Pferdestall des Bürgermeisters [[Eduard Corneli]] neben dem [[Altes Rathaus|Alten Rathaus]]. Zu dieser Zeit war Artur Grimminger hauptamtlicher Leiter der Bücherei.
Übergangsweise wurde die Bücherei in Räumen der Stadtwerke an der [[Bahnhofstraße]] untergebracht. Im Jahr '''1949''' zog sie in den ehemaligen Pferdestall des Bürgermeisters [[Eduard Corneli]] neben dem [[Altes Rathaus|Alten Rathaus]]. Zu dieser Zeit war Artur Grimminger hauptamtlicher Leiter der Bücherei.
 
Später fand die Einrichtung vorübergehend in zwei Räumen der [[Westenschule]] Platz. Von 1966 bis 1979 war sie im früheren Ordnungs- und Meldeamt an der Nordstraße 15 untergebracht.
 
Gegen Ende der 1960er Jahre wurde die Stadtbücherei grundlegend modernisiert. Die bis dahin übliche Thekenausleihe wurde durch eine Freihandaufstellung ersetzt. Der Bestand umfasste zu diesem Zeitpunkt etwa 10.000 Medien. Federführend an der Umgestaltung beteiligt waren die Diplom-Bibliothekarinnen Schulz und H. Haeberlein sowie der Diplom-Bibliothekar Bernhard Sanders.
 
Im Jahr 1979 stimmte der Rat der Stadt Ahlen der Einstufung der Stadtbücherei als Mittelpunktsbibliothek zu. Zu ihrem Versorgungsbereich gehörten neben Ahlen auch Beckum, Neubeckum, Oelde, Sendenhorst und Wadersloh. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, zog die Bücherei mit einem Bestand von etwa 35.000 Büchern in ein Gebäude an der [[Warendorfer Straße]].
 
Im August 1989 bezog die Stadtbücherei schließlich das renovierte Gebäude der ehemaligen Overbergschule an der Südenmauer. Die Overbergschule selbst war bereits am 26. Juli 1986 in einen Neubau an der Hans-Sachs-Straße umgezogen.
 
= Geschichte des Gebäudes =
 
Das Gebäude wurde in den Jahren '''1912 und 1913''' durch das Hochbauamt der Stadt Ahlen ursprünglich als '''Realgymnasium''' errichtet. Später wurde es als Volksschule und schließlich als Overbergschule genutzt.<ref name="stadtfuehrungen" />
 
Der Bau entstand während der zweiten Industrialisierungsphase Ahlens. Das starke Bevölkerungswachstum sowie das zunehmende Bildungsbedürfnis der Einwohner führten in dieser Zeit zum Bau mehrerer neuer öffentlicher Einrichtungen.<ref name="stadtfuehrungen" /><ref name="denkmal2024" />
 
Das Gebäude gehört damit zu einer Gruppe größerer Schulneubauten, die den Wandel Ahlens von einer kleineren Stadt zu einem stark wachsenden Industrieort widerspiegeln.<ref name="denkmal2024" />
 
= Architektur =
 
Das ehemalige Realgymnasium ist ein repräsentativer Schulbau des frühen 20. Jahrhunderts.
 
Über den Eingängen befinden sich figürliche und ornamentale Schmuckelemente. Sie kennzeichneten ursprünglich die getrennten Eingänge für Jungen und Mädchen. Die Westseite des Gebäudes wird durch zwei Treppentürme mit abgewalmten Dächern gegliedert. Große Giebelaufbauten prägen die Nord- und Südseite.<ref name="stadtfuehrungen" />
 
Das Gebäude wurde als Mauerwerksbau mit Stahlbetonrippendecken errichtet. Für die spätere Nutzung als Stadtbücherei musste die Konstruktion statisch verstärkt werden. Auf die vorhandenen Rippendecken wurden hierzu neue, 22 Zentimeter starke Stahlbetondecken aufgebracht.<ref name="stadtfuehrungen" />
 
Die aufwendige Gestaltung des Gebäudes verweist auf den repräsentativen Anspruch, der mit größeren öffentlichen Schulbauten dieser Zeit verbunden war.<ref name="denkmal2024" />
 
= Nutzung als Stadtbücherei =
 
Nach dem Umbau wurde das Gebäude 1989 als Stadtbücherei eröffnet. Die Räume wurden für die Aufstellung des Medienbestandes, die Ausleihe und weitere bibliothekarische Angebote hergerichtet.
 
In der Stadtführungsbroschüre von 2008 wird ein Bestand von rund 42.000 ausleihbaren Medien genannt. Für das Jahr 2007 werden insgesamt etwa 14.500 Ausleihende angegeben.<ref name="stadtfuehrungen" />
 
= Geplante Sanierung =
 
Im Zusammenhang mit der Entwicklung des [[Bürgercampus]] soll auch die denkmalgeschützte Stadtbücherei umfassend saniert und modernisiert werden. Im Jahr '''2025''' stellte die Stadt Ahlen hierzu eine konkrete Sanierungsplanung vor.<ref name="sanierung2025">Stadt Ahlen: Beschlussvorlage VO/2095/2025, ''Sanierung der Stadtbücherei Ahlen – Vorstellung der Planungen'', 2025.</ref>


Ziel ist es, die historische Bausubstanz des ehemaligen Schulgebäudes zu erhalten und gleichzeitig die räumlichen und technischen Voraussetzungen für eine zeitgemäße Nutzung als Bibliothek sowie Bildungs- und Begegnungsort zu schaffen.<ref name="sanierung2025" />
Später fand die Einrichtung vorübergehend in zwei Räumen der [[Westenschule]] Platz. Von '''1966 bis 1979''' war sie im früheren Ordnungs- und Meldeamt an der Nordstraße 15 untergebracht.


== Wiederherstellung historischer Gebäudestrukturen ==
= Modernisierung und Ausbau =


Ein wesentlicher Bestandteil der Planung ist eine stärkere Orientierung am ursprünglichen Gebäudezustand von '''1912'''. Historische Raum- und Erschließungsstrukturen sollen wieder deutlicher erkennbar werden.<ref name="sanierung2025" />
Gegen Ende der 1960er Jahre wurde die Stadtbücherei grundlegend modernisiert. Die bis dahin übliche Thekenausleihe wurde durch eine Freihandaufstellung ersetzt. Der Bestand umfasste zu diesem Zeitpunkt etwa 10.000 Medien.


Insbesondere soll die ursprüngliche Erschließung des Gebäudes wieder stärker aufgegriffen werden. Ein im Laufe früherer Umbauten aufgegebenes Treppenhaus soll wieder aktiviert werden.
Federführend an der Umgestaltung beteiligt waren die Diplom-Bibliothekarinnen Schulz und H. Haeberlein sowie der Diplom-Bibliothekar Bernhard Sanders.


Das bei der Umgestaltung zur Stadtbücherei Ende der 1980er Jahre entstandene innenliegende Treppenhaus soll dagegen zurückgebaut werden. Durch das Schließen der dadurch frei werdenden Deckenöffnungen sollen wieder größere zusammenhängende Flächen entstehen.<ref name="sanierung2025" />
Im Jahr '''1979''' stimmte der Rat der Stadt Ahlen der Einstufung der Stadtbücherei als Mittelpunktsbibliothek zu. Zu ihrem Versorgungsbereich gehörten neben Ahlen auch Beckum, Neubeckum, Oelde, Sendenhorst und Wadersloh.


Die geplanten Eingriffe sollen zugleich den historischen Charakter des ehemaligen Schulgebäudes wieder stärker ablesbar machen.
Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, zog die Bücherei mit einem Bestand von etwa 35.000 Büchern in ein Gebäude an der [[Warendorfer Straße]].


== Modernisierung und Barrierefreiheit ==
= Umzug an die Südenmauer =


Neben den denkmalpflegerischen Maßnahmen ist eine grundlegende technische und funktionale Modernisierung vorgesehen. Dabei sollen insbesondere die Barrierefreiheit sowie die Anforderungen an Brandschutz, Gebäudetechnik und eine moderne öffentliche Nutzung berücksichtigt werden.<ref name="sanierung2025" />
Im August '''1989''' bezog die Stadtbücherei das renovierte Gebäude des [[Ehemaliges Realgymnasium|ehemaligen Realgymnasiums]] beziehungsweise der späteren Overbergschule an der [[Südenmauer]] 21.


Die geplante Sanierung verfolgt damit das Ziel, den historischen Gebäudebestand mit den Anforderungen einer zeitgemäßen Bibliothek und öffentlichen Begegnungsstätte zu verbinden.
Die [[Overbergschule]] selbst war bereits am 26. Juli 1986 in einen Neubau an der Hans-Sachs-Straße umgezogen.


Nach dem 2025 vorgestellten Rahmenterminplan ist ein '''Baubeginn ab Oktober 2026''' vorgesehen. Die Fertigstellung soll voraussichtlich '''bis Ende 2027''' erfolgen.<ref name="sanierung2025" />
Das historische Gebäude wurde für die Anforderungen des Bibliotheksbetriebs umgebaut und statisch verstärkt.<ref name="stadtfuehrungen">WFG Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ahlen mbH: ''Stadtführungen in Ahlen. Textliche Zusammenfassung für Stadtführer und Stadtführerinnen'', Ahlen 2008, S. 15.</ref>


= Erinnerung an die Zeche Westfalen =
= Bestand und Nutzung =


Auf dem südlichen Teil des Grundstücks befindet sich eine Seilscheibe. Sie erinnert an die im Jahr 2000 geschlossene [[Zeche Westfalen]] und damit an die Bedeutung des Bergbaus für die Stadt Ahlen.<ref name="stadtfuehrungen" />
In der Stadtführungsbroschüre von 2008 wird ein Bestand von rund '''42.000 ausleihbaren Medien''' genannt. Für das Jahr 2007 werden insgesamt etwa '''14.500 Ausleihende''' angegeben.<ref name="stadtfuehrungen" />


= Bedeutung =
Die Stadtbücherei dient als öffentliche Bildungs- und Kultureinrichtung und stellt Medien zur Ausleihe sowie weitere bibliothekarische Angebote bereit.


Das ehemalige Realgymnasium ist ein wichtiges Zeugnis der Ahlener Bildungs- und Stadtgeschichte. Seine Entstehung steht im Zusammenhang mit dem starken Bevölkerungswachstum und dem Ausbau des Schulwesens während der Industrialisierung.
= Gebäude und Sanierung =


Seine verschiedenen Nutzungsphasen als Realgymnasium, Volksschule, Overbergschule und schließlich Stadtbücherei dokumentieren zugleich den Wandel öffentlicher Bildungsangebote über mehr als ein Jahrhundert.
Das Gebäude an der Südenmauer 21 steht unter Denkmalschutz und wurde ursprünglich 1912/13 als Realgymnasium errichtet.


Mit der geplanten denkmalgerechten Sanierung soll das Gebäude auch künftig als öffentlicher Bildungs- und Begegnungsort genutzt und zugleich sein historischer Charakter wieder stärker hervorgehoben werden.
Im Zusammenhang mit der Entwicklung des [[Bürgercampus]] ist eine umfassende denkmalgerechte Sanierung des Gebäudes vorgesehen. Die Planung betrifft unter anderem historische Raumstrukturen, Barrierefreiheit, Brandschutz und Gebäudetechnik.


= Siehe auch =
Zur Geschichte, Architektur und Sanierungsplanung des Bauwerks siehe:


* [[Overbergschule]]
* [[Ehemaliges Realgymnasium]]
* [[Südenmauer]]
* [[Zeche Westfalen]]
* [[Bürgercampus]]


= Quellen =
= Quellen =
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* Stadt Ahlen: ''Bürgerinformation Stadtbücherei'', Ahlen 1989.
* Stadt Ahlen: ''Bürgerinformation Stadtbücherei'', Ahlen 1989.
* WFG Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ahlen mbH: ''Stadtführungen in Ahlen. Textliche Zusammenfassung für Stadtführer und Stadtführerinnen'', Ahlen 2008, S. 15.
* WFG Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ahlen mbH: ''Stadtführungen in Ahlen. Textliche Zusammenfassung für Stadtführer und Stadtführerinnen'', Ahlen 2008, S. 15.
* Stadt Ahlen – Der Bürgermeister (Hrsg.): ''30 Jahre Tag des offenen Denkmals in Ahlen. Ausgewählte Denkmäler von 1994 bis 2024'', Ahlen 2024, S. 34–35.
* Stadt Ahlen: Beschlussvorlage VO/2095/2025, ''Sanierung der Stadtbücherei Ahlen – Vorstellung der Planungen'', 2025.


== Weblinks ==
== Weblinks ==


* [https://www.ahlen.de/start/themen/bildung-kultur/stadtbuecherei/kontakt/ Stadtbücherei auf der Internetseite der Stadt Ahlen]
* [https://www.ahlen.de/start/themen/bildung-kultur/stadtbuecherei/kontakt/ Stadtbücherei auf der Internetseite der Stadt Ahlen]
* [https://www.overbergschule-ahlen.de/index.php/geschichte-der-overbergschule Geschichte der Overbergschule]


= Einzelnachweise =
= Einzelnachweise =


<references />
<references />

Aktuelle Version vom 15. September 2026, 11:30 Uhr

Stadtbücherei
51.7614657.887561
Anschrift Südenmauer 21
Telefon 02382 / 59 29 2
Fax 02382 / 59 55 7
E-Mail stadtbuecherei@stadt.ahlen.de
Internetseite Stadtbücherei auf ahlen.de
Baujahr 1912–1913
Architekt Hochbauamt der Stadt Ahlen
Ursprüngliche Nutzung Realgymnasium
Heutige Nutzung Stadtbücherei
Karte

Die Stadtbücherei Ahlen ist die öffentliche Bibliothek der Stadt Ahlen. Seit August 1989 befindet sie sich im ehemaligen Realgymnasium an der Südenmauer 21.

Geschichte

Auf Grundlage eines Ministerialerlasses wurde im Jahr 1938 an der Nordstraße die erste Volksbücherei in Ahlen eröffnet. Erster Leiter war der Rektor Walther Breucking, der diese Aufgabe ehrenamtlich ausübte. Schulkinder halfen ihm beim Ordnen und Einsortieren des ersten Bestandes von etwa 1.000 Büchern.[1]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Bücherei, deren Bestand inzwischen etwa 1.200 Bücher umfasste, durch die amerikanische Besatzungsmacht geschlossen.

Übergangsweise wurde die Bücherei in Räumen der Stadtwerke an der Bahnhofstraße untergebracht. Im Jahr 1949 zog sie in den ehemaligen Pferdestall des Bürgermeisters Eduard Corneli neben dem Alten Rathaus. Zu dieser Zeit war Artur Grimminger hauptamtlicher Leiter der Bücherei.

Später fand die Einrichtung vorübergehend in zwei Räumen der Westenschule Platz. Von 1966 bis 1979 war sie im früheren Ordnungs- und Meldeamt an der Nordstraße 15 untergebracht.

Modernisierung und Ausbau

Gegen Ende der 1960er Jahre wurde die Stadtbücherei grundlegend modernisiert. Die bis dahin übliche Thekenausleihe wurde durch eine Freihandaufstellung ersetzt. Der Bestand umfasste zu diesem Zeitpunkt etwa 10.000 Medien.

Federführend an der Umgestaltung beteiligt waren die Diplom-Bibliothekarinnen Schulz und H. Haeberlein sowie der Diplom-Bibliothekar Bernhard Sanders.

Im Jahr 1979 stimmte der Rat der Stadt Ahlen der Einstufung der Stadtbücherei als Mittelpunktsbibliothek zu. Zu ihrem Versorgungsbereich gehörten neben Ahlen auch Beckum, Neubeckum, Oelde, Sendenhorst und Wadersloh.

Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, zog die Bücherei mit einem Bestand von etwa 35.000 Büchern in ein Gebäude an der Warendorfer Straße.

Umzug an die Südenmauer

Im August 1989 bezog die Stadtbücherei das renovierte Gebäude des ehemaligen Realgymnasiums beziehungsweise der späteren Overbergschule an der Südenmauer 21.

Die Overbergschule selbst war bereits am 26. Juli 1986 in einen Neubau an der Hans-Sachs-Straße umgezogen.

Das historische Gebäude wurde für die Anforderungen des Bibliotheksbetriebs umgebaut und statisch verstärkt.[2]

Bestand und Nutzung

In der Stadtführungsbroschüre von 2008 wird ein Bestand von rund 42.000 ausleihbaren Medien genannt. Für das Jahr 2007 werden insgesamt etwa 14.500 Ausleihende angegeben.[2]

Die Stadtbücherei dient als öffentliche Bildungs- und Kultureinrichtung und stellt Medien zur Ausleihe sowie weitere bibliothekarische Angebote bereit.

Gebäude und Sanierung

Das Gebäude an der Südenmauer 21 steht unter Denkmalschutz und wurde ursprünglich 1912/13 als Realgymnasium errichtet.

Im Zusammenhang mit der Entwicklung des Bürgercampus ist eine umfassende denkmalgerechte Sanierung des Gebäudes vorgesehen. Die Planung betrifft unter anderem historische Raumstrukturen, Barrierefreiheit, Brandschutz und Gebäudetechnik.

Zur Geschichte, Architektur und Sanierungsplanung des Bauwerks siehe:

Quellen

Literatur

  • Stadt Ahlen: Bürgerinformation Stadtbücherei, Ahlen 1989.
  • WFG Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ahlen mbH: Stadtführungen in Ahlen. Textliche Zusammenfassung für Stadtführer und Stadtführerinnen, Ahlen 2008, S. 15.

Einzelnachweise

  1. Stadt Ahlen: Bürgerinformation Stadtbücherei, Ahlen 1989.
  2. 2,0 2,1 WFG Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ahlen mbH: Stadtführungen in Ahlen. Textliche Zusammenfassung für Stadtführer und Stadtführerinnen, Ahlen 2008, S. 15.