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Thalia-Theater: Unterschied zwischen den Versionen

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= Thalia-Theater (Ahlen) =
= Thalia-Theater (Ahlen) =


Das '''Thalia-Theater''' war ein traditionsreiches Kino in Ahlen (Westfalen). In zeitgenössischen Branchenangaben und Fachzeitschriften ist es über Jahrzehnte mit wechselnden Platzkapazitäten und mehrfachen Modernisierungsschritten dokumentiert (u. a. Renovierung 1953/1954, technische Umrüstungen bis Xenon).
Das '''Thalia-Theater''' war ein traditionsreiches Kino in Ahlen (Westfalen) an der '''Oststraße 32'''. Es wurde '''1909''' gegründet und bestand – gegen Ende mit häufigeren Betreiber- und Namenswechseln – bis zur Jahrtausendwende; als geschlossen gilt ein Zeitraum '''zwischen 2000 und 2004'''.


== Lage ==
== Lage ==
* '''Adresse (historisch):''' Oststraße (je nach Jahrgang u. a. Nr. 27/29/32/34 genannt)
* '''Adresse:''' Oststraße 32 (historische Quellen nennen auch abweichende Hausnummern wie 27/29/34)
* '''Hinweis:''' In Quellen treten unterschiedliche Hausnummernangaben und Schreibvarianten des Inhabernamens auf (z. B. „Bruland/Brüland/Bruhland“).
* '''Hinweis:''' In Quellen treten unterschiedliche Schreibweisen auf (z. B. Bruland/Brüland/Bruhland).
 
== Kurzüberblick ==
* '''Eröffnung:''' 1909
* '''Schließung:''' zwischen 2000 und 2004
* '''Architekt (Renovierung 1953/54):''' Hanns Rüttgers
* '''Spätere Kinonamen:''' ''Filmpalast'', ''Arthaus''


== Geschichte ==
== Geschichte ==
* '''1909:''' August Dröge eröffnete ein Kinematographentheater. <ref>Der Kinematograph 152/1909</ref>
* '''1953:''' Umfassende äußere und innere Neugestaltung: Fassade (Diabas-Marmor), Eingangshalle (Opakglas), vergrößerte Kassenhalle, neue Beläge und Beleuchtung; Leitung: Architekt BDA Hanns Rüttgers (Düsseldorf). <ref>Der neue Film 7/1953</ref>
* '''1954:''' Modernisierung der Vorführtechnik (u. a. Bauer B 12-Projektoren) sowie Vorbereitung für Panorama- und CinemaScope-Vorführungen. <ref>Der neue Film 45/1954</ref>
* '''1954:''' Wiedereröffnung nach Spielpause/ Renovierung: neue Bildwand (Panorama), Akustik-Theaterdecke, indirekte Beleuchtung, Bodenbelag aus Gußasphalt; Techniklieferung durch Heitmüller &amp; Lau (Düsseldorf). <ref>Der neue Film 69/1954</ref>
* '''1959:''' Umstellung (Rex- und Thalia-Theater) auf Xenon-Betrieb (Bauer-Xenonlampen; Jovy-Gleichrichter). <ref>Der neue Film 78/1959</ref>


== Gebäude und Ausstattung (Auswahl) ==
=== Gründung und Ausbau ===
* Zuschauerraum zeitweise mit rund '''850 Sitzplätzen''' (in Quellen u. a. 847/850/856 genannt).
Das 1909 gegründete Kino wurde bereits in den 1920er-Jahren erheblich vergrößert. Die Platzkapazität stieg in dieser Zeit von etwa 200 Plätzen (1920) auf etwa 500 Plätze (1927) und lag 1931 bereits bei rund 850 Plätzen.
* Umbauten/Design 1953/1954: Wandbespannungen, Hauptvorhang, Akustikdecke, indirekte Beleuchtung, neue Bildwand (Panorama). <ref>Der neue Film 7/1953</ref><ref>Der neue Film 69/1954</ref>
 
* Technik (je nach Jahr): Bauer B 12, später Xenon (BL 9 X), Breitwand/CinemaScope-Vorbereitung; teils mit Schwerhörigenanlage dokumentiert.
=== Nachkriegs-Renovierungen 1952–1954 ===
Erste Nachkriegs-Renovierungsarbeiten starteten 1952/53. Dabei wurden u. a. die Fassade mit '''Diabas-Marmor''' und die offene Eingangshalle mit '''taubenblauem Opakglas''' verkleidet. Die Kassenhalle wurde vergrößert, das Foyer farblich neu abgestimmt, Keramikplatten im Schachbrettmuster verlegt und neue Beleuchtungskörper installiert.
 
Ein Jahr später folgte der Umbau des Saals. Nach kurzer Spielpause konnte Theaterbesitzer '''August Bruland''' sein von Architekt '''Hanns Rüttgers''' renoviertes Kino wieder eröffnen. Der Zuschauerraum erhielt weinrote Wandbespannungen (plissierte und glatte Stoffbahnen), einen farblich kontrastierenden Hauptvorhang sowie eine Akustik-Theaterdecke. Eine neue '''Schumann-Bildwand''' zur Vorführung von Panorama-Filmen nahm die gesamte Saalbreite ein. Indirekte Beleuchtung (Lichtvouten) verstärkte den festlichen Eindruck. Der bisherige Holzfußboden wurde aus hygienischen und schalldämpfenden Gründen durch '''Gussasphalt''' ersetzt.
Zur kinotechnischen Einrichtung gehörten u. a. '''zwei Bauer B 12-Projektoren''' mit Lichttontechnik.
 
=== Umstellung auf Xenon (1959) ===
1959 ließ Bruland seine beiden Häuser – er betrieb auch das „Rex“ mit 600 Plätzen – auf Xenon-Betrieb umstellen. Eingesetzt wurden Bauer-Xenonlampen '''BL 9 X''' (Osram-Xenonkolben 2000 Watt) sowie zwei Jovy-Gleichrichter vom Typ '''Optona-2 XD – Duplex'''.
 
=== Spätphase: Betreiber- und Namenswechsel ===
Das Kino hielt sich bis zur Jahrtausendwende; in der Endphase kam es zu häufigeren Betreiber- und Namenswechseln (u. a. ''Filmpalast'' und ''Arthaus'').


== Kinodaten (Auszüge nach Jahrgängen) ==
== Betreiber*innen (Auswahl / Zeiträume) ==
{| class="wikitable sortable"
{| class="wikitable"
! Jahr !! Bezeichnung / Ort !! Spielbetrieb / Hinweise !! Plätze !! Inhaber / Betrieb
! Zeitraum (nach Quellenlage) !! Betreiber*in
|-
|-
| 1917 || Thalia-Theater || – || – || Aug. Bruland (nach Branchenangabe)
| 1909 || August Dröge
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| 1920 || Thalia-Theater, Oststr. 29 || tägl. || 200 || Aug. Bruland
| mind. 1917 – 1960 || August Bruland
|-
|-
| 1921 || Thalia-Theater, Oststraße 29 || tägl. || 200 || A. Bruland
| 01.07.1960 – mind. 1971 || Hans Budde (später: Firda Budde)
|-
|-
| 1927 || Thalia-Theater, Oststr. 29 || tägl. außer Mo; Pr: Di/Fr || 500 || August Bruland
| mind. 1977 – 1990 || Heinrich Freislachen
|-
|-
| 1928 || Thalia-Theater, Oststraße 29 || tägl. || 500 || A. Bruland
| 1990 – 1996 || Manfred Günther (Herne)
|-
|-
| 1929 || Thalia-Theater, Oststraße 29 || tägl. || 600 || A. Bruland
| 1996 – mind. 1999 || Werner Bundgaard
|-
|}
| 1930 || Thalia-Theater, Oststraße 27 || tägl. || 800 || A. Bruland
 
|-
== Sitzplätze (Entwicklung) ==
| 1931 || Thalia-Theater, Oststraße 27 || 6 Tage || 850 || August Bruland
Die Platzkapazität änderte sich mehrfach durch Umbauten und die spätere Aufteilung in mehrere Säle.
|-
 
| 1932 || Thalia-Theater, Oststraße 27 || 6 Tage; Tonfilm: Klangfilm || 850 || August Bruland
{| class="wikitable sortable"
|-
! Jahr !! Sitzplätze !! Hinweis
| 1933 || Thalia-Theater, Oststraße 27 || 6 Tage; Tonfilm: Klangfilm || 850 || August Bruland
|-
| 1934 || Thalia-Theater, Oststraße 27 || 6 Tage || – || August Bruland
|-
| 1935 || Thalia-Th || – || 600 || –
|-
| 1937 || Thalia-Theater I, Oststraße 29 || 6 Tage || 800 || August Bruland
|-
| 1938 || Thalia-Theater I, Adolf-Hitler-Straße 32 || 6 Tage || 800 || August Bruland
|-
| 1940 || Thalia-Theater I, Adolf-Hitler-Straße 32 || 6 Tage || 800 || August Bruland
|-
| 1941 || Thalia-Theater I, Adolf-Hitler-Straße 32 || 6 Tage || 847 || August Bruland
|-
|-
| 1949 || Thalia-Theater I, Oststraße 32 || 6 Tage; mit Dia || 847 || Thalia-Filmtheatergesellschaft mbH (Geschf.: Aug. Bruland)
| 1920 || 200 || frühe Kapazität
|-
|-
| 1950 || Thalia-Theater I, Oststr. 34 || 6 Tage || 847 || Thalia-Filmtheatergesellschaft mbH
| 1927 || 500 || Ausbauphase der 1920er
|-
|-
| 1952 || Thalia-Theater I, Oststr. 32 || 6 Tage; Vorst.; tön. Dia || 847 || Thalia-Filmtheatergesellschaft mbH (Gf. August Bruland)
| 1931 || 850 || Großkino-Phase
|-
|-
| 1956 || Thalia-Theater, Oststr. 32 || 6 Tg.; Matinee; tön. Dia || 847 || August Bruland
| 1954 || 856 || nach Renovierung/Modernisierung
|-
|-
| 1956 (N) || Thalia-Theater, Oststr. 32 || Breitwand; CinemaScope; Lichtton || – || –
| 1967 || 772 || reduzierte Kapazität
|-
|-
| 1957 || Thalia-Theater, Oststr. 32 || 6 Tg.; tön. Dia || 847 || August Bruland
| 1971 || 343 || deutliche Reduktion
|-
|-
| 1960 || Thalia-Theater, Oststr. 32 || tön. Dia; CS || 847 || August Bruland
| 1978 || 230 || weitere Reduktion
|-
|-
| 1961 || Thalia-Theater, Oststr. 32 || 7 Tg.; FKTg do; Schwerhörigenanlage || 847 || Hans Budde
| 1983 || 171 / 80 / 70 || Aufteilung in mehrere Säle
|-
|-
| 1962 || Thalia-Theater, Oststr. 32 || 7 Tg.; FKTg do; Schwerhörigenanlage || 847 || Hans Budde
| 1989 || 224 / 118 / 96 || erneute Aufteilung / Umbau
|-
|-
| 1971 || Thalia-Theater, Oststr. 32 || Verweis: „s. Stadttheater“ || 343 || –
| 1999 || 210 / 140 / 70 || Endphase vor der Schließung
|}
|}
<small>Die Tabelle folgt den in Branchenquellen/Fachzeitschriften wiedergegebenen Jahrgangsangaben; Hausnummern und Schreibweisen variieren.</small>


== Bilder ==
== Bilder ==
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<gallery mode="packed" heights="220" caption="Thalia-Theater (Auswahl)">
Datei:Thalia-Theater 54.jpg|Saal (1954)
Datei:Thalia-Theater 54.jpg|Saal (1954)
</gallery>
</gallery>


== Quellen ==
== Quellen ==
<references />
* allekinos.com: Datensatz „THALIA – Ahlen (Nordrhein-Westfalen), Oststr. 32“ (Abruf/Stand: 18.10.2025)
* (optional ergänzen): Fachzeitschriftenhinweise wie „Der neue Film“ / „Der Kinematograph“ (Jahrgänge/Nummern wie in deinen Notizen)

Version vom 2. März 2026, 20:55 Uhr


Der Saal (1954)

Thalia-Theater (Ahlen)

Das Thalia-Theater war ein traditionsreiches Kino in Ahlen (Westfalen) an der Oststraße 32. Es wurde 1909 gegründet und bestand – gegen Ende mit häufigeren Betreiber- und Namenswechseln – bis zur Jahrtausendwende; als geschlossen gilt ein Zeitraum zwischen 2000 und 2004.

Lage

  • Adresse: Oststraße 32 (historische Quellen nennen auch abweichende Hausnummern wie 27/29/34)
  • Hinweis: In Quellen treten unterschiedliche Schreibweisen auf (z. B. Bruland/Brüland/Bruhland).

Kurzüberblick

  • Eröffnung: 1909
  • Schließung: zwischen 2000 und 2004
  • Architekt (Renovierung 1953/54): Hanns Rüttgers
  • Spätere Kinonamen: Filmpalast, Arthaus

Geschichte

Gründung und Ausbau

Das 1909 gegründete Kino wurde bereits in den 1920er-Jahren erheblich vergrößert. Die Platzkapazität stieg in dieser Zeit von etwa 200 Plätzen (1920) auf etwa 500 Plätze (1927) und lag 1931 bereits bei rund 850 Plätzen.

Nachkriegs-Renovierungen 1952–1954

Erste Nachkriegs-Renovierungsarbeiten starteten 1952/53. Dabei wurden u. a. die Fassade mit Diabas-Marmor und die offene Eingangshalle mit taubenblauem Opakglas verkleidet. Die Kassenhalle wurde vergrößert, das Foyer farblich neu abgestimmt, Keramikplatten im Schachbrettmuster verlegt und neue Beleuchtungskörper installiert.

Ein Jahr später folgte der Umbau des Saals. Nach kurzer Spielpause konnte Theaterbesitzer August Bruland sein von Architekt Hanns Rüttgers renoviertes Kino wieder eröffnen. Der Zuschauerraum erhielt weinrote Wandbespannungen (plissierte und glatte Stoffbahnen), einen farblich kontrastierenden Hauptvorhang sowie eine Akustik-Theaterdecke. Eine neue Schumann-Bildwand zur Vorführung von Panorama-Filmen nahm die gesamte Saalbreite ein. Indirekte Beleuchtung (Lichtvouten) verstärkte den festlichen Eindruck. Der bisherige Holzfußboden wurde aus hygienischen und schalldämpfenden Gründen durch Gussasphalt ersetzt. Zur kinotechnischen Einrichtung gehörten u. a. zwei Bauer B 12-Projektoren mit Lichttontechnik.

Umstellung auf Xenon (1959)

1959 ließ Bruland seine beiden Häuser – er betrieb auch das „Rex“ mit 600 Plätzen – auf Xenon-Betrieb umstellen. Eingesetzt wurden Bauer-Xenonlampen BL 9 X (Osram-Xenonkolben 2000 Watt) sowie zwei Jovy-Gleichrichter vom Typ Optona-2 XD – Duplex.

Spätphase: Betreiber- und Namenswechsel

Das Kino hielt sich bis zur Jahrtausendwende; in der Endphase kam es zu häufigeren Betreiber- und Namenswechseln (u. a. Filmpalast und Arthaus).

Betreiber*innen (Auswahl / Zeiträume)

Zeitraum (nach Quellenlage) Betreiber*in
1909 August Dröge
mind. 1917 – 1960 August Bruland
01.07.1960 – mind. 1971 Hans Budde (später: Firda Budde)
mind. 1977 – 1990 Heinrich Freislachen
1990 – 1996 Manfred Günther (Herne)
1996 – mind. 1999 Werner Bundgaard

Sitzplätze (Entwicklung)

Die Platzkapazität änderte sich mehrfach durch Umbauten und die spätere Aufteilung in mehrere Säle.

Jahr Sitzplätze Hinweis
1920 200 frühe Kapazität
1927 500 Ausbauphase der 1920er
1931 850 Großkino-Phase
1954 856 nach Renovierung/Modernisierung
1967 772 reduzierte Kapazität
1971 343 deutliche Reduktion
1978 230 weitere Reduktion
1983 171 / 80 / 70 Aufteilung in mehrere Säle
1989 224 / 118 / 96 erneute Aufteilung / Umbau
1999 210 / 140 / 70 Endphase vor der Schließung

Bilder

Quellen

  • allekinos.com: Datensatz „THALIA – Ahlen (Nordrhein-Westfalen), Oststr. 32“ (Abruf/Stand: 18.10.2025)
  • (optional ergänzen): Fachzeitschriftenhinweise wie „Der neue Film“ / „Der Kinematograph“ (Jahrgänge/Nummern wie in deinen Notizen)