Thalia-Theater

Thalia-Theater (Ahlen)
Das Thalia-Theater war ein traditionsreiches Kino in Ahlen (Westfalen) an der Oststraße 32. Es wurde 1909 gegründet und bestand – gegen Ende mit häufigeren Betreiber- und Namenswechseln – bis zur Jahrtausendwende; als geschlossen gilt ein Zeitraum zwischen 2000 und 2004.
Lage
- Adresse: Oststraße 32 (historische Quellen nennen auch abweichende Hausnummern wie 27/29/34)
- Hinweis: In Quellen treten unterschiedliche Schreibweisen auf (z. B. Bruland/Brüland/Bruhland).
Kurzüberblick
- Eröffnung: 1909
- Schließung: zwischen 2000 und 2004
- Architekt (Renovierung 1953/54): Hanns Rüttgers
- Spätere Kinonamen: Filmpalast, Arthaus
Geschichte
Gründung und Ausbau
Das 1909 gegründete Kino wurde bereits in den 1920er-Jahren erheblich vergrößert. Die Platzkapazität stieg in dieser Zeit von etwa 200 Plätzen (1920) auf etwa 500 Plätze (1927) und lag 1931 bereits bei rund 850 Plätzen.
Nachkriegs-Renovierungen 1952–1954
Erste Nachkriegs-Renovierungsarbeiten starteten 1952/53. Dabei wurden u. a. die Fassade mit Diabas-Marmor und die offene Eingangshalle mit taubenblauem Opakglas verkleidet. Die Kassenhalle wurde vergrößert, das Foyer farblich neu abgestimmt, Keramikplatten im Schachbrettmuster verlegt und neue Beleuchtungskörper installiert.
Ein Jahr später folgte der Umbau des Saals. Nach kurzer Spielpause konnte Theaterbesitzer August Bruland sein von Architekt Hanns Rüttgers renoviertes Kino wieder eröffnen. Der Zuschauerraum erhielt weinrote Wandbespannungen (plissierte und glatte Stoffbahnen), einen farblich kontrastierenden Hauptvorhang sowie eine Akustik-Theaterdecke. Eine neue Schumann-Bildwand zur Vorführung von Panorama-Filmen nahm die gesamte Saalbreite ein. Indirekte Beleuchtung (Lichtvouten) verstärkte den festlichen Eindruck. Der bisherige Holzfußboden wurde aus hygienischen und schalldämpfenden Gründen durch Gussasphalt ersetzt. Zur kinotechnischen Einrichtung gehörten u. a. zwei Bauer B 12-Projektoren mit Lichttontechnik.
Umstellung auf Xenon (1959)
1959 ließ Bruland seine beiden Häuser – er betrieb auch das „Rex“ mit 600 Plätzen – auf Xenon-Betrieb umstellen. Eingesetzt wurden Bauer-Xenonlampen BL 9 X (Osram-Xenonkolben 2000 Watt) sowie zwei Jovy-Gleichrichter vom Typ Optona-2 XD – Duplex.
Spätphase: Betreiber- und Namenswechsel
Das Kino hielt sich bis zur Jahrtausendwende; in der Endphase kam es zu häufigeren Betreiber- und Namenswechseln (u. a. Filmpalast und Arthaus).
Betreiber*innen (Auswahl / Zeiträume)
| Zeitraum (nach Quellenlage) | Betreiber*in |
|---|---|
| 1909 | August Dröge |
| mind. 1917 – 1960 | August Bruland |
| 01.07.1960 – mind. 1971 | Hans Budde (später: Firda Budde) |
| mind. 1977 – 1990 | Heinrich Freislachen |
| 1990 – 1996 | Manfred Günther (Herne) |
| 1996 – mind. 1999 | Werner Bundgaard |
Sitzplätze (Entwicklung)
Die Platzkapazität änderte sich mehrfach durch Umbauten und die spätere Aufteilung in mehrere Säle.
| Jahr | Sitzplätze | Hinweis |
|---|---|---|
| 1920 | 200 | frühe Kapazität |
| 1927 | 500 | Ausbauphase der 1920er |
| 1931 | 850 | Großkino-Phase |
| 1954 | 856 | nach Renovierung/Modernisierung |
| 1967 | 772 | reduzierte Kapazität |
| 1971 | 343 | deutliche Reduktion |
| 1978 | 230 | weitere Reduktion |
| 1983 | 171 / 80 / 70 | Aufteilung in mehrere Säle |
| 1989 | 224 / 118 / 96 | erneute Aufteilung / Umbau |
| 1999 | 210 / 140 / 70 | Endphase vor der Schließung |
Bilder
- Thalia-Theater (Auswahl)
-
Saal (1954)
Quellen
- allekinos.com: Datensatz „THALIA – Ahlen (Nordrhein-Westfalen), Oststr. 32“ (Abruf/Stand: 18.10.2025)
- (optional ergänzen): Fachzeitschriftenhinweise wie „Der neue Film“ / „Der Kinematograph“ (Jahrgänge/Nummern wie in deinen Notizen)