Turn- und Sportverein
| Name | Turn und Sportverein Ahlen |
|---|---|
| Vereinsfarben | Grün/Weiß |
| Gründungsort | Ahlen |
| Gegründet | 12. August 1945 |
Der TuS Ahlen war ein traditionsreicher Sportverein in Ahlen. Der am 12. August 1945 gegründete Verein war besonders eng mit der Zeche Westfalen und dem Ahlener Osten verbunden. Neben dem Fußball bestanden unter anderem Abteilungen für Handball und Turnen. Sportliche Heimat des Vereins wurde die 1949 eröffnete Glückauf-Kampfbahn.
Geschichte
Gründung 1945
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs fanden sich 25 Männer im damaligen „Hansahof“ zusammen, um aus mehreren kleineren Vereinen einen neuen Sportverein zu bilden. Daraus entstand 1945 die TuS Ahlen.[1]
Die offizielle Vereinsgründung erfolgte am 12. August 1945. Nach einer späteren Darstellung des Vereins überreichte der damalige Bürgermeister den Vereinsgründern an diesem Tag die Genehmigungsurkunde der Militärregierung.
Zum ersten Vorsitzenden wurde Ernst Bornemann gewählt. In den wirtschaftlich schwierigen Nachkriegsjahren spielte die Nähe zur Zeche Westfalen eine wichtige Rolle für die Entwicklung des Vereins. Zahlreiche Mitglieder arbeiteten selbst auf der Zeche oder waren im Umfeld des Bergwerks aufgewachsen.[1]
Die Zechenverwaltung ermöglichte dem jungen Verein zunächst die Austragung von Handball- und Fußballspielen auf dem Zechensportplatz. Außerdem unterstützte sie den Verein beim Aufbau einer eigenen Sportanlage mit Material.[1]
Die Glückauf-Kampfbahn
Bereits kurze Zeit nach der Vereinsgründung begann die Planung einer eigenen Sportstätte. Die Stadt Ahlen stellte dafür an der August-Kirchner-Straße das Gelände der sogenannten „Ziegenzuchtwiese“ zur Verfügung.[1]
Mit einfachen Mitteln und erheblicher Eigenleistung errichteten die Vereinsmitglieder eine Sportplatzanlage. Dazu gehörten Umkleidekabinen, ein Gesellschaftsraum, eine Platzwartwohnung und eine Tribüne. Die Tribüne bot nach Angaben der Jubiläumsschrift rund 250 Zuschauern Platz.[1]
Im August 1949 wurde die neue Sportstätte ihrer Bestimmung übergeben. Die Einweihung erfolgte am 21. August 1949. Wegen der engen Verbindung des Vereins zur Zeche und zu den dort beschäftigten Bergleuten erhielt der Platz den Namen Glückauf-Kampfbahn.[2]
Als Platzwarte bezogen Josef Jahn und seine Ehefrau Änne Jahn eine Wohnung auf der Anlage. Änne Jahn verkaufte bei Spielen Süßigkeiten an die Zuschauer.[3]
1960 entsprach die Spielfläche nach Einschätzung des Vereins nicht mehr den gestiegenen Anforderungen. Helfer aus den eigenen Reihen kofferten den Untergrund aus und legten einen neuen Rasen an.[3]
Klubhaus und Erweiterung der Sportanlage
In den 1960er Jahren plante der damalige Vorsitzende Jochen Polle den Bau eines größeren Klubhauses. Der erste Spatenstich erfolgte am 5. Juni 1966.[4]
Im Mai 1969 wurde das neue Klubhaus eingeweiht. Jochen Polle dankte bei der Eröffnung besonders dem damaligen Bürgermeister Heinrich Linnemann, der sich nach Darstellung der Vereinschronik intensiv für die Belange des TuS eingesetzt hatte. Im Zusammenhang mit dem Neubau wurde auch der Stadioneingang neugestaltet.[3]
Während der Baumaßnahmen entstand außerdem ein Tennisplatz. Weitere Arbeiten auf der Anlage, darunter neue Verkaufsstände und die Einzäunung des Tennisplatzes, wurden zu einem großen Teil von Mitgliedern der Altherrenabteilung durchgeführt.[5]
1995 wurde mit dem Bau einer weiteren Spielfläche begonnen.[6]
Fußball
Entwicklung bis zur Landesliga
Die Fußballer bildeten über Jahrzehnte die sportlich bedeutendste Abteilung des Vereins.
Bis 1953 spielte die erste Mannschaft in der Bezirksliga. Nachdem zahlreiche ältere Spieler ihre aktive Laufbahn beendet hatten und A-Jugendliche in die Mannschaft nachrückten, folgte zunächst der Abstieg. Bereits im folgenden Jahr gelang jedoch der Wiederaufstieg in die Bezirksliga. Ein weiteres Jahr später stieg die Mannschaft in die Landesliga auf.[7]
In der Landesliga etablierte sich der TuS anschließend für längere Zeit.
Aufstieg in die Verbandsliga 1966
1966 griff die überwiegend aus dem eigenen Nachwuchs hervorgegangene Mannschaft erneut nach der Meisterschaft.
Besondere Bedeutung hatten dabei die Begegnungen mit dem Nachbarn aus Beckum. Das Heimspiel auf der Glückauf-Kampfbahn gewann der TuS vor mehr als 5.000 Zuschauern mit 5:2. Zum Rückspiel in Beckum, das 0:0 endete, kamen nach Angaben der Vereinschronik rund 8.000 Zuschauer.[8]
Am Ende der Meisterschaft kam es zwischen Beckum und TuS Ahlen zu einem Entscheidungsspiel um den Aufstieg. Vor rund 10.000 Zuschauern im Stadion in Oelde gewann der TuS mit 3:0 und stieg damit erstmals in der Vereinsgeschichte in die damals höchste deutsche Amateurklasse, die Verbandsliga, auf.[8]
Die erfolgreiche Mannschaft wurde anschließend von Bürgermeister Heinrich Linnemann und weiteren Vertretern der Stadt im Rathaus empfangen.[8]
Verbandsliga und Reise in die Sowjetunion
Auch in der Verbandsliga spielte der TuS zunächst im oberen Tabellenbereich. Ein später in der Vereinschronik besonders hervorgehobenes Spiel fand in Herten statt. Nach einem torlosen ersten Durchgang verlor Ahlen die Begegnung nach drei Elfmetern und drei Platzverweisen mit 0:5.[9]
Nach der ersten Verbandsligasaison verließen sechs Stammspieler den Verein. Nach Darstellung der Vereinschronik war der Vorstand nicht bereit, mit den finanziellen Angeboten konkurrierender Vereine mitzuhalten. Trotzdem konnte die Klasse gehalten werden.[10]
Als Anerkennung unternahm die Mannschaft anschließend eine Reise in die damalige Sowjetunion. Dort bestritt der TuS Spiele in Leningrad, Kaluga und Wolgograd. Alle drei Begegnungen gingen verloren.[10]
Trainer Hans Klodt
1968 verpflichtete der TuS mit Hans Klodt einen neuen Trainer. Der frühere Nationalspieler kümmerte sich nach Darstellung der Vereinschronik intensiv um sämtliche Seniorenmannschaften des Vereins.[11]
In der Saison 1972/73 geriet die erste Mannschaft in erhebliche Abstiegsgefahr. Unter Trainer Günter Luttrop gewann der TuS die letzten vier noch ausstehenden Spiele und sicherte damit den Klassenerhalt.[12]
Luttrop führte die Mannschaft später beinahe in den bezahlten Fußball. Das entscheidende letzte Spiel in Gelsenkirchen ging jedoch mit 2:3 verloren. Als Tabellenzweiter nahm der TuS anschließend an der Deutschen Amateurmeisterschaft teil.[12]
Sportlicher Niedergang in den 1970er und 1980er Jahren
1977 übernahm Manfred Linnemann für Günter Exner, der als Trainer in die 2. Bundesliga zum Wuppertal wechselte, die Mannschaft. Den Abstieg konnte Linnemann zunächst verhindern. Im folgenden Jahr musste der TuS jedoch nach einem Entscheidungsspiel den Gang in die Landesliga antreten.[13]
Auch dort geriet die Mannschaft erneut in Abstiegsgefahr. Unter anderem Bernd Mehring und Werner Bienek trugen nach Darstellung der Chronik zum Klassenerhalt bei.[13]
1980 übernahm Hans-Jürgen Wagner die Verantwortung. Nach einem dritten Tabellenplatz im ersten Jahr gelang in der Saison 1981/82 der Wiederaufstieg in die Verbandsliga. Eine wichtige Rolle spielten dabei Helmut Spikker sowie der spätere Abteilungsleiter Michael Ross.[13]
1984/85 geriet die Mannschaft erneut in Abstiegsgefahr. Wiederum übernahm Manfred Linnemann und sicherte den Klassenerhalt. Im Jubiläumsjahr 1985 wurde Hans-Jürgen Wagner erneut Trainer der ersten Mannschaft.[13]
In der folgenden Saison trat Jürgen Hoppe als Spielertrainer an, konnte den Abstieg in die Landesliga jedoch nicht verhindern. Später trainierte Ferdi Wimmer die Mannschaft.[14]
1990/91 verschärften sich die sportlichen und finanziellen Schwierigkeiten. Nach mehreren Trainerwechseln stieg der TuS schließlich in die Bezirksliga ab.[15]
Der Neuaufbau unter Helmut Spikker
Eine entscheidende Veränderung in der Vereinsentwicklung erfolgte im November 1991. Nach Gesprächen mit dem bisherigen Vorstand wurde Helmut Spikker am 19. November 1991 einstimmig zum ersten Vorsitzenden gewählt.[16]
Spikker stellte einen weitgehend neuen Vorstand zusammen und leitete eine umfassende Neuorganisation ein. Für den Fußballbereich wurden höherklassig erfahrene Spieler verpflichtet, eine Marketinggesellschaft gegründet, Geschäftsführer eingestellt und ein Jugendkoordinator verpflichtet. Zugleich wurden Banden- und Mitgliederwerbung verstärkt.[16]
Aufstieg aus der Bezirksliga
Für die Saison 1992/93 verpflichtete der TuS mehrere höherklassig erfahrene Spieler. Unter Trainer Joachim Krug und Spielführer Manfred Wagner wurde die Mannschaft Meister der Bezirksliga.[17]
Damit begann eine Serie von drei aufeinanderfolgenden Aufstiegen.
Landesliga und Verbandsliga
In der Saison 1993/94 blieb der Stamm der Aufstiegsmannschaft weitgehend zusammen und wurde durch weitere Spieler ergänzt.
Da durch die Einführung einer neuen Regionalliga zwei Vereine aus der Landesliga aufsteigen konnten, entwickelte sich ein enger Kampf um die Aufstiegsplätze. Neben dem TuS gehörten unter anderem die ASG und Blau-Weiß zu den Konkurrenten. Am Saisonende gelang TuS Ahlen gemeinsam mit Teutonia Lippstadt der Aufstieg in die Verbandsliga.[18]
Auch in der Verbandsliga setzte sich der Aufwärtstrend fort. Hauptkonkurrent um die Meisterschaft war die TSG Dülmen.[19]
Das direkte Spiel in Dülmen verlor der TuS nach drei Platzverweisen mit 1:3. In den folgenden Begegnungen setzte die Mannschaft ihre Siegesserie jedoch fort, während Dülmen Punkte verlor.[20]
Am 23. April 1995 verlor Dülmen sein Heimspiel gegen den FC Rhade. Drei Spieltage vor Saisonende führte TuS Ahlen dadurch mit fünf Punkten Vorsprung.[20]
Mit einem 2:1-Sieg in Rheine machte der TuS schließlich Meisterschaft und Aufstieg in die Oberliga perfekt.[20]
Die Saisonbilanz lautete:
- 30 Spiele
- 24 Siege
- 4 Unentschieden
- 2 Niederlagen
- 52:8 Punkte
Damit gelang dem TuS innerhalb von drei Spielzeiten der Durchmarsch von der Bezirksliga über Landesliga und Verbandsliga bis in die Oberliga.[21]
Historische Mannschaftsaufstellungen
Die Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen enthält zahlreiche Mannschaftsfotos, deren Bildunterschriften die damaligen Spieler, Trainer und Funktionäre namentlich dokumentieren.
Frühe erste Mannschaft
Auf einem historischen Mannschaftsfoto werden folgende Spieler genannt:[7]
- Obere Reihe: Helmut Barteit, Hermann Bienert, Karl Winkelströter, Everhard Stücke, Franz Gutjahr
- Mittlere Reihe: Bernhard Wagner, Eugen Toppmöller, Karl Radke
- Untere Reihe: Willi Winkelströter, Heinz Fischer, „Bella Jahn“
Mannschaft der 1960er Jahre
Eine weitere Mannschaftsaufnahme aus der erfolgreichen Zeit um den Verbandsligaaufstieg zeigt:[8]
- Obere Reihe: Jule Weitkamp, Helmut Barteit, Jochen Glombitz, Rainer Tenbrink, Bruno Barteit, Jochen Polle, Heinz Möllers
- Mittlere Reihe: Werner Schültz, Hans-Jürgen Wagner, Bernhard Wagner
- Untere Reihe: Theo Hemmerich, Hermann Gillmann, Jürgen Linnemann, Siggi Trichel
Mannschaft um 1980
Auf einer weiteren Aufnahme werden folgende Spieler und Vereinsangehörige genannt:[13]
- Obere Reihe: Hans Stolte, Ralf Pollmeier, Jürgen Schmidt, Jörg Hylsky, Erich Quast, Hans-Jürgen Wagner, Jörg Schwoer, Klaus Busowski, Helmut Spikker, Franz Josch, Bruno Friebe, Christian Holz
- Untere Reihe: Peter Schlüter, Udo Wonnemann, Nurettin Colak, Karl-Heinz Steinheiser, Mohammed Kaygulu, Peter Hußmann, Thomas Kastner, Peter Ullbricht, Michael Ross
Meistermannschaft 1992/93
Die Bezirksliga-Meistermannschaft der Saison 1992/93 ist in der Jubiläumsschrift ebenfalls vollständig dokumentiert:[17]
- Obere Reihe: Dirk Kruse, Peter Kriesche, Marian Christel, Dirk Woclawek, Marcus Früh, Ramasan Firinci, Michael Ross
- Mittlere Reihe: Dieter Schmidt, Michael Zielke, Peter Schlieper, Christian Radenz, Michael Dender, Manfred Wagner, Clemens Hoping, Trainer Joachim Krug, Horst Kruse
- Untere Reihe: Samir Naser, Thorsten Wijsmann, Frank Pullmann, Markus Pilot, Thomas Revermann, Thomas Heim, Uwe Holz
Mannschaft 1993/94
Eine weitere Aufnahme aus der folgenden Aufstiegssaison nennt:[18]
- Obere Reihe: Horst Kruse, Clemens Hoping, Pavel Janduda, Giovanni Taverna, Frank Pullmann, Marcus Früh, Dirk Woclawek, Dieter Schmidt
- Mittlere Reihe: Trainer Joachim Krug, Thomas Heim, Thorsten Wijsmann, Christian Radenz, Torsten Köppe, Manfred Wagner, Frank Zimmermann, Berni Hubbert
- Untere Reihe: Ramancan Firinci, Dirk Kruse, Jörg Zimmermann, Thomas Revermann, Markus Pilot, Christian Bittner, Marian Christel
Jugendabteilung
Die Jugendarbeit besaß bereits in den ersten Jahren des Vereins große Bedeutung. 1948 wurde eine Jugendmannschaft Vizemeister von Westfalen. Zu dieser Mannschaft gehörte unter anderem der spätere Geschäftsführer Bruno Friebe.[22]
1959 erreichte die A-Jugend erneut das Endspiel um die Westfalenmeisterschaft. Gegen Brambauer unterlag die Mannschaft erst im Endspiel. Nach Angaben der Chronik reisten etwa 1.000 Ahlener Zuschauer zu der Begegnung. In derselben Saison nahm die Mannschaft an der Westdeutschen Meisterschaft teil und erreichte dort den vierten Platz.[22]
Zu den aus der eigenen Jugend hervorgegangenen Spielern gehörten unter anderem die Brüderpaare Helmut Barteit und Bruno Barteit, Berni Wagner und Hans-Jürgen Wagner sowie Jürgen Linnemann und Manfred Linnemann. Sie bildeten in den 1960er Jahren einen wesentlichen Teil der ersten Mannschaft.[22]
In den folgenden Jahrzehnten ging die Zahl der Jugendmannschaften zeitweise stark zurück. 1991 waren nur noch zwei Jugendmannschaften der unteren Altersklassen für den Spielbetrieb gemeldet.[23]
Mit dem Neuaufbau des Vereins änderte sich dies grundlegend. Bis zum Jubiläumsjahr 1995 stieg die Zahl auf mehr als 300 Jugendliche in 13 Mannschaften.[24]
Mehr als 100 der damaligen Nachwuchsspieler hatten nach Darstellung des Vereins einen ausländischen Hintergrund. Die Vereinschronik hob in diesem Zusammenhang ausdrücklich die soziale und integrative Funktion des Vereins hervor.[25]
Die A-Jugend wurde 1995 Meister der Kreisliga. Weitere Erfolge erzielten unter anderem die C- und D-Jugendmannschaften.[26]
Zum Jugendleiter wurde in dieser Phase Jürgen Scharnowski gewählt.[27]
Zweite Mannschaft
Die zweite Mannschaft bildete über Jahrzehnte den Unterbau der ersten Mannschaft und diente insbesondere jungen Spielern als Übergang vom Jugend- in den Seniorenbereich.
1969 gelang ihr mit deutlichem Vorsprung der Aufstieg aus der Kreisliga A in die Bezirksliga. Zu den Spielern dieser Mannschaft gehörten unter anderem Glowacz, Mesch, Trussat, Schenkel und Bienek.[28]
Unter Trainer Hans Klodt hielt sich die Mannschaft vier Jahre in der Bezirksliga. Nach dessen Zeit folgte der Abstieg in die Kreisliga A und später in die Kreisliga B.[29]
Im Zuge des Neuaufbaus Anfang der 1990er Jahre stieg die zweite Mannschaft zweimal auf und erreichte erneut die Bezirksliga. Trainiert wurde sie zu diesem Zeitpunkt von Wolfgang Schmerken, genannt „Timo“.[30]
Dritte Mannschaft
Auch eine dritte Mannschaft gehörte zeitweise zum Vereinsbetrieb. Besonders erinnert wird in der Jubiläumsschrift an die sogenannte „Pernod-Truppe“, die von der Kreisliga C in die Kreisliga B aufstieg. Genannt werden unter anderem Norbert Bing, Hansi Neureiter, Dieter Zaworski und Peter Albrecht.[31]
Nachdem über mehrere Jahre keine dritte Mannschaft bestanden hatte, wurde sie im Zuge des Neuaufbaus zur Saison 1992/93 wieder für den Spielbetrieb angemeldet. Gleich im ersten Jahr gelang der Aufstieg in die Kreisliga B. Trainer war Christian Holz.[31]
Altherrenabteilung
Eine Altersabteilung bestand nach Darstellung der Jubiläumsschrift bereits seit den frühen Jahren des Vereins. Neben dem sportlichen Betrieb nahm sie eine wichtige gesellschaftliche und organisatorische Funktion ein.[32]
1980 übernahm Bernd Mehring die Leitung der Abteilung, 1986 folgte Artur Albrecht.[33]
1994 gewann die Mannschaft die Ahlener Stadtmeisterschaft in der Halle. Im folgenden Jahr erreichte sie dort den zweiten Platz.[34]
Mitglieder der Abteilung beteiligten sich außerdem regelmäßig an Arbeiten an der Sportanlage und im Klubhaus sowie am Verkauf bei den Heimspielen der ersten Mannschaft.[35]
Turnabteilung
Die Turnabteilung entstand ebenfalls mit der Vereinsgründung 1945 und gehörte zunächst zu den stärksten Abteilungen des TuS.[36]
Unter Übungsleiter Franz Krofta wurden die Turnerinnen mit Tanz- und Turnvorführungen auch über den Verein hinaus bekannt. 1946 fand in der Lohnhalle der Zeche Westfalen ein Zonentreffen der Turner statt.[36]
1948 richtete Ahlen das Gauturnfest des Hellweg-Märkischen Turngaus aus. Als Initiatoren nennt die Vereinschronik Franz Krofta, Ernst Bornemann und Adolf Godo.[36]
Beim Kinderturnen wurden unter Leitung von Adolf Godo und Elfriede Stierand zeitweise bis zu 100 Kinder betreut. Auch an der Einweihung der Glückauf-Kampfbahn 1949 wirkten Turnerinnen und Turner mit.[37]
1963 übernahm Ernst Bornemann die Leitung der Turnabteilung. Zusammen mit Adolf Godo, Elfriede Stierand und Eugen Peter wuchs die Abteilung auf bis zu 160 Mitglieder.[38]
1977 wurde Eugen Peter zum Abteilungsleiter gewählt. Elfriede Stierand war zu diesem Zeitpunkt bereits seit Jahrzehnten als Übungsleiterin tätig.[38]
Zur Turnabteilung gehörten außerdem zwei Faustballmannschaften. Die erste Mannschaft spielte nach mehreren Aufstiegen in der Landesliga. Regelmäßig veranstaltete die Abteilung das Ernst-Bornemann-Gedächtnisturnier.[38]
Handball
Auch eine Handballabteilung bestand seit der Vereinsgründung. Zunächst spielte sie auf dem Zechensportplatz, später auf der eigenen Sportanlage. Zeitweise gehörten die Handballer zu den sportlich erfolgreichsten Abteilungen des TuS.[39]
Nach Angaben der Vereinschronik kamen zu bedeutenden Feldhandballspielen mehr als 2.000 Zuschauer. Zu den genannten Spielern gehörten unter anderem Waldemar Parys, Hans Kendermann, Heini Bruska und Günter Bortschek.[39]
Mehrere Sportler waren gleichzeitig im Handball und im Fußball aktiv. Dazu gehörten die Brüder Jahn sowie Jürgen Linnemann, der sich schließlich für den Fußball entschied und dort Stammtorwart der ersten Mannschaft wurde.[39]
Mit dem Übergang vom Großfeld- zum Hallenhandball verlor die Abteilung zunächst an Bedeutung.
1973 löste sich die Handballabteilung schließlich vom Hauptverein und bildete gemeinsam mit DJK Vorwärts Ahlen eine Handballspielgemeinschaft. Diese Mannschaft stieg später bis in die Oberliga auf.[39]
Besondere Spiele und Veranstaltungen
DFB-Pokal gegen den VfL Bochum
In der Hauptrunde des DFB-Pokals traf TuS Ahlen auf den VfL Bochum. Vor etwa 3.500 Zuschauern unterlag der TuS auf der Glückauf-Kampfbahn mit 0:1. Die Vereinschronik beschreibt den entscheidenden Treffer als „Wembley-Tor“.[40]
Jubiläumsspiel gegen Schalke 04
Zum 25-jährigen Vereinsjubiläum trat am 25. Juli 1970 der FC Schalke 04 auf der Glückauf-Kampfbahn an.
Vor rund 5.200 Zuschauern gewann Schalke unter Trainer Rudi Gutendorf mit 1:0. Zum Kader gehörten unter anderem Stan Libuda und Klaus Fichtel, die kurz zuvor an der Fußball-Weltmeisterschaft 1970 in Mexiko teilgenommen hatten.[40]
Internationales Fußballturnier 1971
Von Ende Mai bis Anfang Juni 1971 veranstaltete der TuS auf der Glückauf-Kampfbahn ein internationales Fußballturnier. Teilnehmer waren:[40]
- AC Tunis
- Fenerbahçe Istanbul
- Torpedo Moskau
- Roter Stern Belgrad
- Rapid Bukarest
- Rot-Weiß Oberhausen
- TuS Ahlen
Die sportlich hochkarätige Veranstaltung erreichte nach Angaben der Vereinschronik allerdings nicht die erhoffte Zuschauerresonanz.[40]
Uwe-Seeler-Traditionsmannschaft
Zum Abschluss der Saison 1980/81 und anlässlich des Abschieds von Bernd Mehring gastierte die Uwe-Seeler-Traditionsmannschaft in Ahlen. Zu den Spielern gehörten unter anderem Willi Schulz, Jürgen Grabowski, Wolfgang Overath und Hannes Löhr. Etwa 3.000 Zuschauer verfolgten die Begegnung.[41]
Am 31. Juli 1985 kam die Traditionsmannschaft zum 40-jährigen Vereinsjubiläum erneut nach Ahlen. Eine Ahlener Stadtauswahl trat gegen ehemalige Nationalspieler an. Franz Beckenbauer musste kurzfristig verletzungsbedingt absagen; unter anderem Wolfgang Overath, Gerd Müller, Willi Schulz, Rainer Bonhof, Bernd Hölzenbein und Jürgen Grabowski nahmen teil. Rund 7.000 Zuschauer besuchten die Veranstaltung.[41]
Schalke 04 und Athletic Bilbao 1993
Am 23. Mai 1993 gastierte der FC Schalke 04 erneut auf der Ahlener Anlage. TuS Ahlen verlor die Begegnung mit 2:4.[42]
Am 3. August 1993 folgte ein Freundschaftsspiel gegen Athletic Bilbao. Die spanische Mannschaft hielt sich zu einem Trainingslager in der Region auf. Kontakte zu Trainer Jupp Heynckes ermöglichten die Begegnung, die Athletic Bilbao gewann. Heynckes stellte sich anschließend gemeinsam mit TuS-Trainer Joachim Krug den Fragen der Presse.[42]
Vereinskrise und Neuaufbau
Nicht alle Phasen der Vereinsgeschichte verliefen erfolgreich. 1977 musste der TuS einen Notvorstand einsetzen, um den Vereinsbetrieb aufrechterhalten zu können.[43]
In den folgenden Jahren gingen Mitgliederzahlen und sportliche Erfolge zeitweise zurück. Besonders Anfang der 1990er Jahre befand sich die Fußballabteilung sowohl sportlich als auch finanziell in einer schwierigen Situation.
Mit der Wahl Helmut Spikkers zum ersten Vorsitzenden im November 1991 begann ein umfassender Neuaufbau. Innerhalb weniger Jahre wuchsen insbesondere Fußball- und Jugendabteilung stark. Der Aufstieg der ersten Mannschaft von der Bezirksliga bis in die Oberliga bildete den sportlichen Höhepunkt dieser Entwicklung bis zum 50-jährigen Vereinsjubiläum 1995.
Bedeutung für den Ahlener Osten
Die Geschichte des TuS Ahlen war von Beginn an eng mit dem Ahlener Osten und dem Bergbau verbunden. Viele Vereinsmitglieder arbeiteten auf der Zeche Westfalen. Die Unterstützung der Zechenverwaltung ermöglichte in den ersten Nachkriegsjahren sowohl den Spielbetrieb als auch den späteren Aufbau der eigenen Sportstätte.
Die Bezeichnung „Glückauf-Kampfbahn“ erinnerte ausdrücklich an diese Verbindung zum Bergbau.[3]
Neben dem Leistungssport verstand sich der Verein auch als gesellschaftlicher Treffpunkt. Besonders Jugend-, Altherren- und Turnabteilung übernahmen zahlreiche soziale und ehrenamtliche Aufgaben.
Quellen
- TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995.
- Sonderdruck „100 Jahre Glocke“, 1980.
- Ahlener Monatsschau, Ausgabe 10/1970.
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 15.
- ↑ TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 15–17.
- ↑ 3,0 3,1 3,2 3,3 TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 17.
- ↑ TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 19.
- ↑ TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 19.
- ↑ TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 27.
- ↑ 7,0 7,1 TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 31.
- ↑ 8,0 8,1 8,2 8,3 TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 33.
- ↑ TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 37.
- ↑ 10,0 10,1 TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 37.
- ↑ TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 39.
- ↑ 12,0 12,1 TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 39.
- ↑ 13,0 13,1 13,2 13,3 13,4 TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 41.
- ↑ TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 43.
- ↑ TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 43.
- ↑ 16,0 16,1 TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 27.
- ↑ 17,0 17,1 TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 45.
- ↑ 18,0 18,1 TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 47.
- ↑ TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 51.
- ↑ 20,0 20,1 20,2 TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 53.
- ↑ TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 55.
- ↑ 22,0 22,1 22,2 TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 57.
- ↑ TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 59.
- ↑ TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 29 und 59.
- ↑ TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 61.
- ↑ TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 61.
- ↑ TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 63.
- ↑ TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 65.
- ↑ TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 67.
- ↑ TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 67.
- ↑ 31,0 31,1 TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 69.
- ↑ TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 71.
- ↑ TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 71–73.
- ↑ TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 73.
- ↑ TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 75.
- ↑ 36,0 36,1 36,2 TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 77.
- ↑ TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 79.
- ↑ 38,0 38,1 38,2 TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 81.
- ↑ 39,0 39,1 39,2 39,3 TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 83.
- ↑ 40,0 40,1 40,2 40,3 TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 87.
- ↑ 41,0 41,1 TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 89.
- ↑ 42,0 42,1 TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 91.
- ↑ TuS Ahlen 45 e. V.: 50 Jahre, Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen, 1995, S. 19.