Ahlener Sportvereinigung
| Name | Ahlener Sportvereinigung e.V. |
|---|---|
| Gründungsort | Ahlen |
| Gegründet | 1970 |
Die Ahlener Sportvereinigung e.V. (ASV) ist ein Sportverein in Ahlen. Sie entstand 1970 durch den Zusammenschluss von Wacker Ahlen und SSV Westfalia Ahlen. Aus den ursprünglich vor allem im Fußball und Handball verwurzelten Vorgängervereinen entwickelte sich die ASV in den folgenden Jahren zu einem Mehrspartenverein mit Angeboten im Leistungs-, Breiten-, Jugend- und Seniorensport.[1]
Geschichte
Gründung 1970
Die Ahlener Sportvereinigung wurde 1970 durch die Vereinigung der beiden Vereine Wacker Ahlen und SSV Westfalia Ahlen gegründet.[1]
Zu den Beteiligten an der Gründung gehörten unter anderem Berni Recker von Westfalia Ahlen und Hans Drögemöller von Wacker Ahlen. Beide wurden in der Festschrift zum 20-jährigen Bestehen als zwei der „Väter“ der neuen Sportvereinigung vorgestellt. Rückblickend beschrieben sie als wesentliches Ziel der Fusion, die sportlichen Kräfte der beiden Vereine nicht länger zu verteilen, sondern zusammenzuführen. Gleichzeitig sollte ein Verein entstehen, der neben dem Leistungssport auch ein umfangreiches sportliches und gesellschaftliches Angebot für unterschiedliche Altersgruppen bereitstellte.[1]
Die Fusion betraf nicht allein den Fußball. Auch die Handballer von Wacker Ahlen und SSV Westfalia Ahlen bereiteten sich bereits vor dem endgültigen Zusammenschluss auf eine gemeinsame Abteilung innerhalb der neuen Sportvereinigung vor.[1]
Entwicklung zum Mehrspartenverein
Die ersten Jahre der ASV waren insbesondere durch die sportlichen Erfolge der Fußball- und Handballabteilungen geprägt. Nach Darstellung des damaligen Vorsitzenden Werner Reinecke entwickelte sich der Verein während seines ersten Jahrzehnts sehr dynamisch. Neben dem Leistungssport wurde das sportliche Angebot später zunehmend um Freizeit- und Breitensport erweitert.[1]
Bis zum Jubiläumsjahr 1990 gehörten Fußball, Handball, Wassersport beziehungsweise Schwimmen, Tischtennis und Breitensport zu den großen sportlichen Bereichen der ASV. Hinzu kamen umfangreiche Jugendangebote sowie der Altherrenfußball.[1]
Nach einer Phase stark steigender Mitgliederzahlen verzeichnete der Verein in den 1980er Jahren zeitweise einen Rückgang. Werner Reinecke bezifferte die Mitgliederzahl rückblickend auf zunächst mehr als 1.800 Mitglieder, bevor sie zeitweise auf unter 1.300 sank. Bis 1990 war sie wieder auf mehr als 1.800 Sportlerinnen und Sportler gestiegen. Zusätzlich nahmen nach Angaben des Vereins monatlich etwa 400 Personen an Kursangeboten teil.[1]
Der Verein reagierte damit auch auf Veränderungen im Freizeitverhalten. Insbesondere die Breitensportgruppen wurden ausgebaut und richteten sich zunehmend auch an Erwachsene und ältere Menschen.[1]
Fußball
Aufstieg in die höheren Amateurklassen
Die Fußballabteilung entwickelte sich nach der Fusion rasch zu einem sportlichen Aushängeschild des neuen Vereins. In den Jahren nach 1970 konnte sich die erste Mannschaft in der Tabelle kontinuierlich verbessern.[1]
Unter Trainer Gerd Wagner gelang zunächst der Aufstieg in die Landesliga und anschließend der Sprung in die Verbandsliga. Die Mannschaft entwickelte sich in dieser Zeit zu einer der stärkeren Amateurmannschaften der Region.[1][2]
Die sportlichen Erfolge sorgten zugleich für großes Zuschauerinteresse. Nach Angaben der Jubiläumsschrift kamen zu den Heimspielen zeitweise mehrere tausend Zuschauer. Auch zu Auswärtsspielen wurde die Mannschaft von einer größeren Zahl Ahlener Anhänger begleitet.[1]
Die erfolgreiche Entwicklung setzte sich Mitte der 1970er Jahre fort. Die ASV gehörte zeitweise zur Spitzengruppe der Verbandsliga und konnte sich schließlich für die neu geschaffene Amateur-Oberliga qualifizieren.[1]
Amateur-Oberliga und spätere Landesliga
Mit der Einführung der Amateur-Oberliga musste sich die ASV für die neue Spielklasse über eine entsprechende Platzierung in der Verbandsliga qualifizieren. Dieses Ziel wurde erreicht.[1]
Im ersten Spieljahr in der Amateur-Oberliga gelang der Klassenerhalt. Im folgenden Jahr musste die Mannschaft jedoch wieder in die Verbandsliga absteigen. Später folgte auch der Abstieg aus der Verbandsliga.[1]
Im Jubiläumsjahr 1990 spielte die erste Mannschaft bereits seit sechs Jahren in der Landesliga, Gruppe 5. In mehreren Spielzeiten hatte die ASV versucht, erneut in die Verbandsliga aufzusteigen, ohne dieses Ziel bis dahin zu erreichen.[1]
Die Fußballabteilung verband 1990 mit einem im Bau befindlichen Vereinsheim am Sportpark die Hoffnung auf eine stärkere Gemeinschaft innerhalb der Abteilung und des Gesamtvereins.[1]
Fußballjugend
Die Fußballjugend gehörte 1990 zu den größten Bereichen der ASV. Im Jubiläumsjahr nahm der Verein mit zwölf Jugendmannschaften am Spielbetrieb teil und stellte damit nach eigener Darstellung die größte Fußballjugendabteilung im Fußballkreis Beckum.[1]
Mehrere Nachwuchsmannschaften errangen in der Saison vor dem Jubiläum Meistertitel. Kreismeister wurden die F1-, E2-, B1- und A1-Junioren; die D1- und C1-Junioren wurden Kreisliga-Meister.[1]
Besonders erfolgreich waren die B1-Junioren, denen der Aufstieg gelang. Auch die C1-Junioren spielten in der Bezirksleistungsklasse. Nach Darstellung der ASV war sie damit zu diesem Zeitpunkt die einzige Ahlener Jugendfußballabteilung, die mit Nachwuchsmannschaften in der Bezirksleistungsklasse vertreten war.[1]
Zum Trainer- und Betreuerstab der Jugendmannschaften gehörten 1990 unter anderem Hans Kasseler, Werner Werheit, Walter Meßmann, Osman Yerli, Günther Peckruhn, Matthias Rauf, Josef Möllmann, Uli Lier, Heinz Korte, Rudi Bing und Karl-Heinz Brämer.[1]
Altherrenfußball
Die Altherrenabteilung bildete innerhalb der Fußballabteilung einen eigenen Bereich. 1990 bestand sie aus mehr als 50 aktiven und passiven Sportlern. Zu diesem Zeitpunkt wurde sie seit 13 Jahren von Helmut Edelhoff geleitet.[1]
In den Sommermonaten beteiligten sich zwei Altherrenmannschaften am Spielbetrieb. Neben dem Fußball verstand sich die Abteilung ausdrücklich auch als gesellige Gemeinschaft. Zum regelmäßigen Vereinsleben gehörten unter anderem monatliche Treffen und gemeinsame Ausflüge.[1]
Handball
Die Handballabteilung entstand 1970 gemeinsam mit der Ahlener Sportvereinigung. Ihre Grundlage bildeten die Handballer von Wacker Ahlen und SSV Westfalia Ahlen, die bereits vor dem endgültigen Zusammenschluss Gespräche über eine gemeinsame sportliche Zukunft führten.[1]
Die Verantwortlichen der beiden Vorgängervereine bereiteten die Zusammenführung der Mannschaften und Mitglieder vor. Innerhalb der ASV entwickelte sich daraus eine eigenständige Handballabteilung, die neben Herren- und Damenmannschaften auch einen umfangreichen Nachwuchsbereich unterhielt.[1]
Zum Selbstverständnis der Abteilung gehörte neben dem sportlichen Betrieb ein ausgeprägtes gesellschaftliches Vereinsleben. In der Jubiläumsschrift von 1990 bezeichnete sich die Abteilung selbst als „Handball-Familie“. Zum Vereinsleben gehörten unter anderem gemeinsame Feiern, Ausflüge sowie Veranstaltungen für Kinder und Familien.[1]
Im Jubiläumsjahr leitete Berni Recker die Handballabteilung.[1]
Tischtennis
Auch Tischtennis gehörte zum Sportangebot der ASV. Die Abteilung konnte dabei auf eine Tradition zurückblicken, die bereits in die Zeit des Vorgängervereins Wacker Ahlen zurückreichte.[1]
Im Jubiläumsjahr 1990 gelang der ersten Herrenmannschaft ein sportlicher Erfolg: Nach mehreren vergeblichen Anläufen stieg die Mannschaft aus der Kreisliga in die Bezirksklasse auf. Damit kehrte die ASV nach sechs Jahren wieder in diese Spielklasse zurück.[1]
Die Abteilung erinnerte in der Festschrift zugleich an frühere erfolgreiche Zeiten, in denen Ahlener Tischtennismannschaften im Bezirk Arnsberg und darüber hinaus eine bedeutende Rolle gespielt hatten.[1]
Abteilungsleiter war 1990 Wolfgang Friebe.[1]
Wassersport und Schwimmen
Die Wassersportabteilung entstand nicht unmittelbar mit der Vereinsgründung. Die Schwimmer schlossen sich der Ahlener Sportvereinigung 1971 und damit ein Jahr nach deren Gründung an. Die Abteilung ging aus dem damaligen Wassersportverein Ahlen hervor.[1]
Am Aufbau der neuen ASV-Wassersportabteilung waren nach Angaben der Jubiläumsschrift unter anderem Josef Beer, Heinrich Dreier, Dirk Polland und Bettina Feinecke beteiligt. Dirk Polland stand der Wassersportabteilung auch im Jubiläumsjahr 1990 als Vorsitzender vor.[1]
Das Angebot der Abteilung umfasste sowohl leistungsorientiertes Schwimmen als auch Breitensport. Es bestanden Trainingsgruppen für Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Alters- und Leistungsstufen sowie Angebote für Erwachsene und Senioren.[1]
Neben dem Training im Wasser beteiligten sich die Mitglieder auch an weiteren sportlichen und geselligen Aktivitäten. Die Abteilung verfügte über eine Leistungsgruppe, die 1990 von Heinz Reitenbach als Cheftrainer betreut wurde.[1]
Breitensport
Der Ausbau des Breitensports gehörte zu den wesentlichen Entwicklungen der ASV in den 1980er Jahren. Bis 1990 war daraus ein umfangreiches Angebot für unterschiedliche Alters- und Zielgruppen entstanden.[1]
Die Breitensportabteilung hatte im Jubiläumsjahr etwa 260 Mitglieder. Zusätzlich nahmen annähernd ebenso viele Personen an den angebotenen Kursen teil.[1]
Zum damaligen Kursangebot gehörten unter anderem:
- Sport für Männer ab 40 Jahren
- Ausdauergymnastik mit Musik für Frauen
- Krafttraining für Frauen
- Krafttraining für Männer und Frauen
- Sport, Spiel und Spaß für Männer und Frauen ab 40 Jahren
- Seniorensport
- Schönheitsgymnastik
- Aerobic-Fitnesstraining
- Lauftreff
Auch Angebote für Kinder gehörten zum Breitensport. Unter dem Motto „Sport – Spiel – Turnen – Spaß ab 3 Jahre“ wurden Vorschulgruppen für drei- bis sechsjährige Kinder angeboten. Daneben bestanden Mutter-/Vater-und-Kind-Gruppen sowie Sportangebote für Kinder im Alter von sechs bis 13 Jahren.[1]
1990 wurde die Breitensportabteilung von Marlies Recker geleitet.[1]
Vereinsorganisation 1990
Zum Zeitpunkt des 20-jährigen Vereinsjubiläums bestand der geschäftsführende Vorstand aus:[1]
- 1. Vorsitzender: Werner Reinecke
- stellvertretender Vorsitzender: Hubert Rau
- Geschäftsführer: Clemens Molke
- weitere Mitglieder: Berni Recker und Peter Stresow
Das Amt des Schatzmeisters sollte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung neu besetzt werden; die Aufgaben wurden vorübergehend durch Geschäftsführer Clemens Molke wahrgenommen.[1]
Dem Gesamtvorstand gehörten darüber hinaus Vertreter der einzelnen Abteilungen und Ressorts an. Genannt werden für 1990 unter anderem:[1]
- Fußballabteilung: Peter Stresow
- Handballabteilung: Berni Recker
- Wassersportabteilung: Frank Meierhenrich
- Tischtennisabteilung: Wolfgang Friebe
- Breitensport: Marlies Recker
- Ressort Frauen: Renate Wimschulte
- Hans Drögemöller
- Hans Toppmöller
- Herbert Wiethaup
- G. Hartlep
- Klaus Schwenner
Als Abteilungsleiter nennt die Festschrift außerdem:[1]
- Fußball: Ludger Möllmann
- Juniorenfußball: H.-J. Diecksmeier
- Altherrenfußball: Helmut Edelhoff
- Handball: Berni Recker
- Schwimmen: Dirk Polland
- Breitensport: Marlies Recker
- Tischtennis: Wolfgang Friebe
20-jähriges Jubiläum 1990
Die Ahlener Sportvereinigung beging ihr 20-jähriges Bestehen im August 1990 mit einer Fest- und Sportwoche vom 11. bis 18. August 1990.[1]
Zum Programm gehörten Veranstaltungen verschiedener Abteilungen. Den Auftakt bildete unter anderem ein großes A-Junioren-Turnier. Weitere Programmpunkte waren Handballspiele, Jugend- und Freundschaftsspiele im Fußball, ein Altherren-Turnier, eine Wanderung für Vereinsmitglieder und Freunde sowie ein Familiennachmittag unter dem Motto „ASV stellt sich dar – Spiel – Sport – Vergnügen“.[1]
Anlässlich des Jubiläums erschien die Festschrift 20 Jahre Ahlener Sportvereinigung e.V., in der neben der Vereinsgeschichte die einzelnen Abteilungen, Mannschaften und die Vereinsorganisation des Jahres 1990 vorgestellt wurden.[1]
Quellen
- Ahlener Sportvereinigung e.V. (Hrsg.): 20 Jahre Ahlener Sportvereinigung e.V., Festschrift zum 20-jährigen Vereinsjubiläum, Ahlen 1990.
- Sonderdruck 100 Jahre Glocke, 1980.
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- ↑ Sonderdruck 100 Jahre Glocke, 1980.