SSV Westfalia Ahlen
| Name | SSV Westfalia Ahlen |
|---|---|
| Gegründet | 1906 |
Der SSV Westfalia Ahlen 05/06 war ein Sportverein in Ahlen. Er entstand 1945 aus dem Zusammenschluss des Spiel- und Sportvereins 05 Ahlen (SSA) und des Ballspielvereins Westfalia 06 Ahlen (BWA). Die Tradition des Vereins reichte damit bis in die Anfänge des organisierten Fußballs in Ahlen zu Beginn des 20. Jahrhunderts zurück.[1]
Der Verein betrieb neben dem Fußball insbesondere Handball und Leichtathletik. Gerade die Leichtathletikabteilung entwickelte sich Ende der 1950er- und in der ersten Hälfte der 1960er-Jahre zu einer der erfolgreichsten Abteilungen des Vereins.
Am 8. Juli 1970 fusionierte der SSV Westfalia mit den Sportfreunden Wacker Ahlen zur Ahlener Sportvereinigung (ASV).[2]
Vorgängervereine
Die unmittelbaren Vorgänger des SSV Westfalia waren der Spiel- und Sportverein 05 Ahlen und der Ballspielverein Westfalia 06 Ahlen.
Der Fußball war zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Ahlen noch eine junge und keineswegs allgemein anerkannte Sportart. Die Jubiläumsschrift von 1966 berichtet für die Anfangsjahre unter anderem von Training auf dem Marktplatz, selbst hergestellten transportablen Toren und davon, dass Alteisen gegen einen Fußball eingetauscht worden sei.[3]
Mit der Aufnahme in den Westdeutschen Spielverband begann für beide Vereine ein geregelter Meisterschaftsspielbetrieb. Der SSA stieg ab 1907 von der C-Klasse zunächst in die B-Klasse und 1910 in die A-Klasse auf. Dem BWA gelang 1913 ebenfalls der Aufstieg in die A-Klasse.[3]
Während des Ersten Weltkriegs wurde der reguläre Spielbetrieb erheblich eingeschränkt. Durch eine Kriegsspielgemeinschaft konnte zeitweise weiter Fußball gespielt werden. Nach Angaben der Vereinschronik stellte diese Gemeinschaft 1917 und 1918 eine erfolgreiche Mannschaft.[3]
Zwischen den Weltkriegen
Nach dem Ersten Weltkrieg bauten beide Vereine ihren Spielbetrieb wieder auf.
Der SSA schloss mit der Eigentümerin des Gertrudenhofes einen langfristigen Pachtvertrag über ein Gelände ab. Dort wurde ein Sportplatz angelegt, aus dem sich später die Theresienhof-Kampfbahn entwickelte.[4]
Für den BWA war die Einweihung der Westfalen-Kampfbahn am Westfalendamm im Jahr 1929 ein wichtiger Schritt. SSA und BWA standen in sportlicher Konkurrenz, gehörten aber beide zeitweise zu den führenden Ahlener Fußballmannschaften.
In der Meisterschaftssaison 1928/29 gelang beiden Vereinen der Aufstieg in die Bezirksklasse.[4]
Bereits in den 1920er- und 1930er-Jahren gehörten SSA und BWA zeitweise der höchsten westfälischen Spielklasse an. Der größte sportliche Erfolg des SSA war nach der vorhandenen Literatur der dritte Tabellenplatz in der Saison 1932/33 hinter Arminia Bielefeld und dem VfB 03 Bielefeld.[5]
Zweiter Weltkrieg und Zusammenschluss
Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs führten Einberufungen zur Wehrmacht zu immer größeren personellen Problemen. 1939 kam der Spielbetrieb schließlich zum Erliegen.
Zeitweise wurde eine Kriegsspielgemeinschaft aus SSA, BWA und dem Ahlener Wassersportverein gebildet, die Fußball und Handball betrieb.[4]
Nach Kriegsende fanden Vertreter der beiden Vereine wieder zusammen. Die Festschrift beschreibt für 1945 den Zusammenschluss von SSA und BWA zum SSV Westfalia Ahlen 05/06.[1]
Fußball
Neubeginn nach 1945
Nach dem Zusammenschluss begann der Fußballspielbetrieb auf der Westfalen-Kampfbahn. Bereits in der ersten Meisterschaftssaison 1946/47 gewann der SSV Westfalia die Meisterschaft der Bezirksklasse.[4]
Nachdem die Anlage am Westfalendamm nach Ablauf des Pachtvertrages nicht mehr zur Verfügung stand, konzentrierte sich der Verein auf die Theresienhof-Kampfbahn.
Am 29. August 1948 wurde die erneuerte Anlage durch Regierungspräsident Hackethal offiziell dem Spielbetrieb übergeben.[4]
Aufstieg in die Landesliga
In der Saison 1949/50 gelang der ersten Mannschaft mit deutlichem Vorsprung der Aufstieg in die Landesliga. Die Mannschaft wurde anschließend in Ahlen auf dem Marktplatz und an der Oststraße empfangen.[4]
Die Theresienhof-Kampfbahn erlebte in den folgenden Jahren gut besuchte und sportlich erfolgreiche Fußballspiele.
Von 1952 bis 1954 gehörte der SSV Westfalia der Landesliga Westfalen an.[6]
Sportlicher Rückschlag
In der Saison 1953/54 geriet die erste Mannschaft in Abstiegsgefahr. Das entscheidende Spiel in Schüren ging mit 3:5 verloren.
Zusätzlich wurde die Mannschaft wegen eines verbandsrechtlichen Verstoßes strafweise in die Kreisklasse zurückversetzt. Die Festschrift von 1966 betrachtete diesen Vorgang rückblickend als einen entscheidenden Einschnitt in der Entwicklung der Fußballabteilung.[7]
Im folgenden Jahr gelang zwar der Wiederaufstieg in die Bezirksklasse, anschließend zerfiel die Mannschaft jedoch weitgehend.
Bis 1960 spielte die erste Mannschaft in der Bezirksklasse, musste anschließend aber erneut absteigen.[8]
Die 1960er-Jahre
Nach anfänglichen Schwierigkeiten gelang der Mannschaft erneut der Aufstieg. Das entscheidende Saisonspiel gewann der SSV mit 2:1, sodass er ab 1961 wieder der Bezirksklasse angehörte.[8]
1965 stieg die Mannschaft erneut in die Kreisklasse Beckum ab. Im Jubiläumsjahr 1966 befand sich die Fußballabteilung damit sportlich deutlich unter dem Niveau ihrer erfolgreichen Jahre um 1950.[8]
Alte Herren im Fußball
1961 kamen ehemalige aktive Fußballspieler des Vereins zunächst zu Freundschaftsspielen zusammen. Daraus entwickelte sich 1963 eine feste Alte-Herren-Abteilung.[9]
Im ersten Spieljahr wurden 13 Begegnungen ausgetragen, von denen lediglich zwei verloren gingen.
1964 absolvierte die Mannschaft 18 Spiele:
- 13 Siege
- 2 Unentschieden
- 3 Niederlagen
1965 wurden 21 Spiele ausgetragen:
Neben den sportlichen Aktivitäten gehörten Turnierfahrten, Gartenfeste, Karnevalsveranstaltungen und Nikolausfeiern zum Gemeinschaftsleben der Abteilung.
Fußballjugend
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Jugendabteilung neu aufgebaut. Als Jugendobleute nennt die Festschrift zunächst Müller, danach Isermann und Döringer. Letzterer hatte sich bereits zuvor um den Nachwuchs des SSA verdient gemacht.[11]
In der Saison 1949/50 gewann die erste Jugendmannschaft die Meisterschaft. Im anschließenden Kampf um die Westfalenmeisterschaft unterlag die Mannschaft knapp mit 1:2.[11]
Auch die Schülermannschaften erzielten früh Erfolge.
Neben dem Meisterschaftsspielbetrieb legte der Verein Wert auf gemeinsame Reisen. Jugendmannschaften reisten unter anderem nach Neheim.
1952 führte eine Fahrt ins Saarland. Dort spielte der Nachwuchs in Elversberg und Merzig sowie gegen Borussia Neunkirchen.[11]
Im Juni 1953 folgte eine vierzehntägige Reise zum Bodensee und in den Schwarzwald.
Später entstanden internationale Kontakte. Mit dem niederländischen Verein Brabantia Eindhoven wurden Jugendbegegnungen vereinbart. Eine Begegnung fand am 29. August 1954 statt.[12]
1957 wurde die erste Schülermannschaft Ahlener Stadtmeister.[13]
In der Saison 1964/65 gewann die erste Schülermannschaft unter der Betreuung von Averhage die Kreismeisterschaft.[13]
Handball
Der Handballsport besaß beim SSV Westfalia und seinen Vorgängervereinen eine lange Tradition.
Die Festschrift führt die Ursprünge des organisierten Ahlener Handballs zunächst auf den TV Jahn zurück. 1928 nahm auch der BWA den Handballsport auf.[14]
Die Mannschaft entwickelte sich schnell zu einem erfolgreichen Team. In der Festschrift werden Begegnungen gegen damalige Spitzenmannschaften wie Hindenburg Minden und Schalke 04 erwähnt.
Besonders hervorgehoben wird ein Spieler namens Tutas, der nach Darstellung des Vereins bis 1966 der einzige Ahlener Handball-Nationalspieler gewesen sei.[14]
1930 wurde der BWA Handball-Stadtmeister. Ein Jahr später gewann die Mannschaft mit einem Torverhältnis von 106:15 die Meisterschaft.[14]
Auch der SSA stellte eine leistungsfähige Handballmannschaft. Gemeinsam mit weiteren Vereinen entwickelte sich Ahlen in den 1930er-Jahren zu einem bedeutenden regionalen Handballstandort.
Nachkriegszeit
1952 wurde auf dem Wackersportplatz die erste Ahlener Stadtmeisterschaft im Feld-Hallen-Handball ausgetragen. Der SSV Westfalia gewann den Titel und erhielt zugleich den Ehrenpreis der Stadt Ahlen.[15]
Die Mannschaft spielte lange in der Bezirksliga. Im Spieljahr 1961 musste sie nach einer durch Krankheiten und Feldverweise beeinträchtigten Saison absteigen.
In der Kreisliga gehörte der SSV anschließend erneut zu den führenden Mannschaften. Ein Entscheidungsspiel um den Aufstieg gegen den ESV Hamm ging erst nach Verlängerung mit 12:15 verloren.[15]
Auch 1963 fiel die Entscheidung um die Meisterschaft erst im letzten Spiel. Der TuS 59 Hamm setzte sich mit 7:5 durch.[16]
Seit 1962 nahm der Verein zudem am Hallenhandball-Spielbetrieb teil.
Bei den Hallenhandball-Stadtmeisterschaften 1964 in Beckum und 1965 in Sendenhorst erreichte der SSV jeweils den zweiten Platz hinter Wacker Ahlen.[16]
Freundschaftsspiele und Reisen
Seit den 1950er-Jahren nahm der Verein regelmäßig am Pokalturnier des TSV Ladbergen teil. Bis zum Erscheinen der Festschrift war die Mannschaft achtmal in das Endspiel eingezogen und hatte viermal den Pokal gewonnen.[17]
1964 nahm der SSV sportliche Kontakte zum VfB Hermsdorf-Berlin auf. Im folgenden Jahr erfolgte ein Gegenbesuch der Berliner in Ahlen. Nach einer 11:13-Niederlage in Berlin gewann Westfalia das Rückspiel mit 16:12.[16]
Auch eine zweite Mannschaft und eine Alte-Herren-Mannschaft bestanden.
Die Alten Herren wurden 1965 und 1966 Kreismeister im Hallenhandball. 1966 erreichten sie außerdem die Vizemeisterschaft bei der Nordwestfalenmeisterschaft.[16]
Leichtathletik
Die Leichtathletik entwickelte sich Ende der 1950er- und während der 1960er-Jahre zu einer der erfolgreichsten Abteilungen des SSV Westfalia.
Frühe Leichtathletik
Bereits vor dem Ersten Weltkrieg verfügte der SSA über erfolgreiche Leichtathleten.
Besonders bekannt war eine 4-mal-100-Meter-Staffel mit Heinz Köttendrop, Hummels, Liefeld und Haarenbrock. Sie trat nach Darstellung der Festschrift gegen bekannte Vereine wie Preußen Duisburg, den Ballspielclub Köln, den VfB Bielefeld und Dortmund 1895 an.[18]
Als erfolgreichster Leichtathlet der frühen SSA-Zeit wird Heinz Köttendrop genannt. Die Vereinschronik schrieb ihm 146 Siege zu.[18]
Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte die Leichtathletik im SSV zunächst nur eine geringe Rolle.
Wiederaufbau ab 1956
Das 50-jährige Vereinsjubiläum 1956 gab den Anstoß zum Wiederaufbau der Abteilung.
Unter Leitung von „Fitti“ Vennemann begann eine zunächst kleine Gruppe Jugendlicher mit dem regelmäßigen Training. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich daraus eine große und leistungsstarke Abteilung.[18]
1957 gelang ein wichtiger Durchbruch. Beim Ahlener Stadtsportfest schlugen die Jugendlichen des SSV den zuvor dominierenden Verein Wacker deutlich. Danach gewann Westfalia nach Darstellung der Festschrift eine Stadtmeisterschaft nach der anderen.[19]
1958 traten erstmals auch Senioren an. Dabei wurden acht Kreismeistertitel gewonnen.[19]
Erste internationale Kontakte
1958 entstanden die ersten internationalen Beziehungen der Leichtathletikabteilung.
21 Athleten reisten gemeinsam mit Fitti Vennemann nach Rotterdam. Dort gewann der SSV einen Klubvergleich gegen R.A.V. Metro mit 107:87 Punkten.[19]
Wenig später richtete der Verein erstmals die Ahlener Bahnwettkämpfe aus.
Mit Stracke über 1.000 Meter und Horst Juskowiak im Hochsprung wurden Ende 1958 erstmals SSV-Athleten in der Westfälischen Bestenliste geführt.[20]
Durchbruch 1959
1959 erzielten besonders die Jugendmannschaften zahlreiche Erfolge.
Eine Olympische Jugendstaffel mit Stracke, Berheide, Horst Juskowiak und Maecker gewann mehrere hochklassig besetzte Wettbewerbe.
Bei den Kreismeisterschaften errangen A- und B-Jugendliche in zahlreichen Disziplinen Titel.
Beim Stadtsportfest gewann der SSV sowohl den Jugend- als auch den Männerwettbewerb.[20]
Eine Woche später reisten Jugendliche und Senioren nach Halle an der Saale und traten gegen die HSG „Wissenschaft“ an.
Bei den zweiten Ahlener Bahnwettkämpfen wurden nach Angaben der Vereinschronik etwa 1.500 Zuschauer gezählt.[20]
Der Jugendliche Heinz Jächter erreichte bei einem Start für die Westfalenauswahl in Hamburg 14,04 Meter im Dreisprung und stand damit nach Angaben der Festschrift 1959 an zweiter Stelle der deutschen Bestenliste.[20]
Einen wichtigen Anteil am sportlichen Aufschwung schrieb die Festschrift dem Hammer Trainer Karl Kreienfeld zu.[21]
1960 zählte die Leichtathletikabteilung bereits 100 Aktive.[21]
Vergleichskämpfe und Staffelerfolge
In den folgenden Jahren bestritt Westfalia zahlreiche Klub- und Mannschaftskämpfe.
1960 gehörten dazu Begegnungen gegen:
- BSG Chemie Leuna,
- CVJM Halle,
- Bockum-Hövel,
- Metro Rotterdam,
- DJK Warendorf und
- TV Arnsberg.[21]
Kuhlmann wurde mit einer Hochsprungleistung von 1,81 Metern Vizewestfalenmeister.
Besonders erfolgreich waren die Staffeln des Vereins.
Die 4-mal-400-Meter-Staffel der Männer mit Balvin, Klose, Schulte und Jelenak erzielte Anfang der 1960er-Jahre zahlreiche Erfolge.
Eine Olympische Jugendstaffel mit Stein, Dolenc, Horst Juskowiak und Stief gewann ebenfalls mehrere Wettbewerbe.[21]
1961 gewann der SSV beim Ahlener Stadtsportfest erneut Banner und Pokal.[22]
Sonderklasse und Berlin
Anfang der 1960er-Jahre starteten auch die Männermannschaften in der sogenannten Sonderklasse.
1962 begann die Saison mit einem Pokalsieg beim Waldlauf in der Langst.
Im selben Jahr unternahm die Leichtathletikabteilung ihren ersten Besuch in Berlin und war dort Gast des BSC.[23]
Die Jugend schlug während der Saison unter anderem den amtierenden Westfalenmeister VfL Eintracht Hagen.
Die Männer-Zehnkampfmannschaft wurde mit 13.189 Punkten Vizewestfalenmeister.
Beim Ahlener Bannerkampf gewann der SSV 1962 zum siebten Mal hintereinander das Banner der Stadt Ahlen. Da anschließend keine weiteren Gegner mehr antraten, endeten die Banner- und Pokalkämpfe.[23]
Mädchen und Frauen
Zum Jahresbeginn 1963 wurde eine Mädchenabteilung eingerichtet.[24]
Bereits kurze Zeit später erzielten die Sportlerinnen erste Erfolge.
Karin Steffen wurde Kreiswaldlaufmeisterin der Frauen.
Monika Leitkamp gewann den Titel in der weiblichen Jugend A vor Bärbel Blanke.[24]
Brunhilde Pollmann erreichte bei den Westfälischen Meisterschaften im Speerwurf der Frauen einen vierten Platz.[25]
Frankreichfahrt 1963
Im Juli 1963 reisten Männer sowie weibliche und männliche Jugendliche nach Dijon.
Auf Einladung des Dijon Université Club fanden im dortigen Rugby-Stadion Vergleichskämpfe statt. Die Männer unterlagen, während die Jugend ihren Wettbewerb gewann.[26]
Während des Aufenthalts wurde die Gruppe im ehemaligen burgundischen Herzogspalast vom Dijoner Oberbürgermeister Félix Kir empfangen.
Die Reise fand auch in regionalen französischen Medien Beachtung.[26]
Westfalenmeisterschaft 1964
Einer der größten Erfolge in der Leichtathletikgeschichte des SSV Westfalia gelang der männlichen Jugend A im Jahr 1964.
Beim Endkampf um die Westfalenmeisterschaft im Hagener Ischeland-Stadion gewann die Mannschaft mit 17.586 Punkten die Westfalenmeisterschaft.[27]
Die Platzierung laut Festschrift:
- SSV Westfalia Ahlen – 17.586 Punkte
- VfL Witten – 16.910 Punkte
- Sportfreunde Siegen – 15.086 Punkte
- Eintracht Minden – 14.208 Punkte
- Eintracht Hagen
Der Erfolg wurde in der Festschrift als einmalig in der Ahlener Nachkriegs-Leichtathletik bezeichnet.[27]
Einen weiteren Westfalenmeister stellte der Verein mit Fred Skerbis. Er gewann 1964 den Kugelstoß der Jugend mit 14,54 Metern.[28]
Weitere erfolgreiche Nachwuchsathleten dieser Zeit waren:
- Theo Wiegard, 1963 Westfalenbester der Schüler A im Stabhochsprung mit 2,50 Metern,
- Hubert Kauker, Westfalenbester der Schüler B im Weitsprung mit 4,68 Metern,
- Marianne Putz, Westfalenbeste der Schülerinnen B im Ballwurf mit 41,50 Metern.[27]
Auch Klaus Keppke gehörte zum erfolgreichen Nachwuchs. Er gewann 1964 beim Hammer Turn- und Spielfest den Dreikampf der Schülerklasse C gegen rund 250 Konkurrenten.[29]
Leichtathletikjahr 1965
1965 setzte der Verein seine internationalen Aktivitäten fort.
Eine Mannschaft reiste nach Narbonne in Südfrankreich. Am 14. August 1965 gewann die Männermannschaft einen Vergleichskampf mit 127:115 Punkten.[29]
Gleichzeitig reisten männliche Jugendliche nach Südschweden. Dort fand unter anderem ein Vergleichskampf gegen IK Pallas Malmö statt.
Westfälische Waldlaufmeisterschaften
1965 übertrug der Verband dem SSV Westfalia die Ausrichtung der Westfälischen Waldlaufmeisterschaften.
Die Wettkämpfe fanden in der Langst statt und zogen nach Angaben der Festschrift rund 3.000 Zuschauer an.[29]
Einige Monate später war auch der Lindensportplatz Austragungsort der Westfälischen Jugendmeisterschaften.
Nachwuchsarbeit
Die Nachwuchsarbeit nahm innerhalb der Leichtathletikabteilung einen hohen Stellenwert ein.
1965 blieben die Schülermannschaften nach Darstellung der Festschrift während der Saison ungeschlagen. Zu ihren Gegnern gehörten unter anderem der SC Charlottenburg Berlin, der LAV Menden und der RSV Coesfeld.[29]
Die Festschrift von 1966 sah in der Gewinnung und Ausbildung junger Athleten eine wesentliche Grundlage für die zukünftige Entwicklung der Abteilung.[30]
Bedeutende Sportler und Persönlichkeiten
Mehrere Funktionäre, Trainer und Sportler prägten die Entwicklung des SSV Westfalia und seiner Vorgängervereine.
Vereinsführung und Trainer
- Manfred Held
- Held war 1966 erster Vorsitzender des SSV Westfalia Ahlen und unterzeichnete das Geleitwort des Vorstandes zur Festschrift anlässlich des 60-jährigen Vereinsjubiläums.[1]
- „Fitti“ Vennemann
- Unter seiner Leitung begann 1956 der Wiederaufbau der Leichtathletikabteilung. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich aus einer kleinen Jugendgruppe eine der führenden Ahlener Leichtathletikabteilungen.[18]
- Karl Kreienfeld
- Der Hammer Trainer wird in der Festschrift als eine der Personen genannt, denen die Leichtathleten einen erheblichen Teil ihres sportlichen Aufschwungs Ende der 1950er-Jahre verdankten.[21]
Leichtathleten
- Heinz Köttendrop
- Einer der herausragenden Athleten des frühen SSA. Die Festschrift schrieb ihm 146 leichtathletische Siege zu.[18]
- Heinz Jächter
- Erreichte 1959 im Dreisprung 14,04 Meter und wurde damit nach Angaben der Festschrift Zweiter der deutschen Jahresbestenliste.[20]
- Horst Juskowiak
- Gehörte zu den erfolgreichen Nachwuchsathleten und Jugendstaffeln des SSV. Bereits 1958 wurde er im Hochsprung in der Westfälischen Bestenliste geführt.[20]
- Fred Skerbis
- Westfälischer Jugendmeister 1964 im Kugelstoß mit 14,54 Metern und Mitglied der im selben Jahr erfolgreichen Westfalenmeister-Mannschaft der männlichen Jugend A.[28]
- Theo Wiegard
- 1963 Westfalenbester der Schüler A im Stabhochsprung mit 2,50 Metern.[27]
- Hubert Kauker
- 1963 Westfalenbester der Schüler B im Weitsprung mit 4,68 Metern.[27]
- Marianne Putz
- 1963 Westfalenbeste der Schülerinnen B im Ballwurf mit 41,50 Metern.[27]
- Karin Steffen
- Kreiswaldlaufmeisterin der Frauen.[24]
- Monika Leitkamp
- Kreiswaldlaufmeisterin der weiblichen Jugend A.[24]
- Bärbel Blanke
- Erfolgreiche Nachwuchsathletin der 1963 gegründeten weiblichen Leichtathletikabteilung.[24]
- Brunhilde Pollmann
- Vierte der Westfälischen Meisterschaften im Speerwurf der Frauen.[25]
- Klaus Keppke
- Sieger im Dreikampf der Schülerklasse C beim Hammer Turn- und Spielfest 1964.[29]
Sportstätten
Westfalen-Kampfbahn
Der BWA eröffnete 1929 die Westfalen-Kampfbahn am Westfalendamm.[4]
Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte zunächst auch der SSV Westfalia die Anlage. Nach Ablauf des Pachtvertrages stand sie dem Verein jedoch nicht mehr zur Verfügung.
Theresienhof-Kampfbahn
Die spätere Theresienhof-Kampfbahn ging auf ein nach dem Ersten Weltkrieg vom SSA gepachtetes Gelände am Gertrudenhof zurück.
Nach der Gründung des SSV Westfalia wurde die Anlage erneuert. Am 29. August 1948 wurde sie offiziell dem Spielbetrieb übergeben.[4]
Sie war anschließend die wichtigste Fußballspielstätte des Vereins.
Lindensportplatz
Der Lindensportplatz spielte insbesondere für die erfolgreiche Leichtathletikabteilung eine wichtige Rolle.
Er war Austragungsort von Vereins-, Stadt- und überregionalen Leichtathletikveranstaltungen und 1965 auch Schauplatz Westfälischer Jugendmeisterschaften.[29]
Langst
Die Langst diente unter anderem als Austragungsort von Waldlaufveranstaltungen.
1965 fanden dort die vom SSV Westfalia ausgerichteten Westfälischen Waldlaufmeisterschaften statt.[29]
60-jähriges Jubiläum 1966
1966 beging der SSV Westfalia das 60-jährige Bestehen der auf seine Vorgängervereine zurückgeführten Vereinstradition.
Die Festwochen fanden vom 4. bis 19. Juni 1966 statt.
Austragungsorte waren insbesondere:
- die Theresienhof-Kampfbahn,
- der Lindensportplatz.
Zum Programm gehörten Fußball- und Handballspiele sowie Leichtathletikveranstaltungen.
Anlässlich des Jubiläums erschien die Festschrift 60 Jahre SSV Westfalia 05/06 Ahlen e. V., die ausführlich über die Geschichte der Vorgängervereine und der einzelnen Abteilungen berichtete.
Der damalige erste Vorsitzende war Manfred Held.[1]
In einem Geleitwort gratulierten Bürgermeister Linnemann und Stadtdirektor Baldauf im Namen von Rat und Verwaltung der Stadt Ahlen zum Vereinsjubiläum.[31]
Fusion zur Ahlener Sportvereinigung
Am 8. Juli 1970 fusionierte der SSV Westfalia Ahlen mit den Sportfreunden Wacker Ahlen zur Ahlener Sportvereinigung (ASV).[32]
Zu den an der Gründung der neuen Sportvereinigung beteiligten Vertretern beider Vereine gehörten Berni Recker für Westfalia und Hans Drögemöller für Wacker. In der Festschrift zum 20-jährigen Bestehen der ASV erinnerten beide daran, dass mit dem Zusammenschluss die bis dahin getrennten sportlichen Kräfte gebündelt werden sollten.[33]
Auch einzelne Abteilungen hatten die Vereinigung bereits im Vorfeld vorbereitet. So hatten Vertreter der Handballabteilungen von Westfalia und Wacker schon 1969 Gespräche über die Bildung einer gemeinsamen Abteilung aufgenommen.[34]
Mit der Fusion endete die eigenständige Geschichte des 1945 gebildeten SSV Westfalia. Die Tradition seiner beiden Vorgängervereine Spiel- und Sportverein 05 Ahlen und Ballspielverein Westfalia 06 Ahlen wurde innerhalb der Ahlener Sportvereinigung fortgeführt.
Literatur
- SSV Westfalia Ahlen 05/06 e. V. (Hrsg.): 60 Jahre SSV Westfalia 05/06 Ahlen e. V. Festschrift zum 60-jährigen Bestehen, Ahlen 1966.
- Hardy Grüne, Christian Karn: Das große Buch der deutschen Fußballvereine. AGON Sportverlag, Kassel 2009, ISBN 978-3-89784-362-2, S. 20.
== Einzelnachweise ==
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 SSV Westfalia Ahlen 05/06 e. V. (Hrsg.): 60 Jahre SSV Westfalia 05/06 Ahlen e. V., Ahlen 1966, S. 7.
- ↑ Hardy Grüne, Christian Karn: Das große Buch der deutschen Fußballvereine. AGON Sportverlag, Kassel 2009, ISBN 978-3-89784-362-2, S. 20.
- ↑ 3,0 3,1 3,2 Festschrift 1966, S. 37.
- ↑ 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 4,5 4,6 4,7 Festschrift 1966, S. 39.
- ↑ Grüne/Karn 2009, S. 20.
- ↑ Grüne/Karn 2009, S. 20.
- ↑ Festschrift 1966, S. 41.
- ↑ 8,0 8,1 8,2 Festschrift 1966, S. 43.
- ↑ 9,0 9,1 Festschrift 1966, S. 45.
- ↑ Festschrift 1966, S. 47.
- ↑ 11,0 11,1 11,2 Festschrift 1966, S. 49.
- ↑ Festschrift 1966, S. 51.
- ↑ 13,0 13,1 Festschrift 1966, S. 55.
- ↑ 14,0 14,1 14,2 Festschrift 1966, S. 57.
- ↑ 15,0 15,1 Festschrift 1966, S. 61.
- ↑ 16,0 16,1 16,2 16,3 Festschrift 1966, S. 63.
- ↑ Festschrift 1966, S. 65.
- ↑ 18,0 18,1 18,2 18,3 18,4 Festschrift 1966, S. 67.
- ↑ 19,0 19,1 19,2 Festschrift 1966, S. 69.
- ↑ 20,0 20,1 20,2 20,3 20,4 20,5 Festschrift 1966, S. 71.
- ↑ 21,0 21,1 21,2 21,3 21,4 Festschrift 1966, S. 73.
- ↑ Festschrift 1966, S. 75.
- ↑ 23,0 23,1 Festschrift 1966, S. 77.
- ↑ 24,0 24,1 24,2 24,3 24,4 Festschrift 1966, S. 78.
- ↑ 25,0 25,1 Festschrift 1966, S. 85.
- ↑ 26,0 26,1 Festschrift 1966, S. 79.
- ↑ 27,0 27,1 27,2 27,3 27,4 27,5 Festschrift 1966, S. 81.
- ↑ 28,0 28,1 Festschrift 1966, S. 82.
- ↑ 29,0 29,1 29,2 29,3 29,4 29,5 29,6 Festschrift 1966, S. 87.
- ↑ Festschrift 1966, S. 89.
- ↑ Festschrift 1966, S. 9.
- ↑ Hardy Grüne, Christian Karn: Das große Buch der deutschen Fußballvereine. AGON Sportverlag, Kassel 2009, ISBN 978-3-89784-362-2, S. 20.
- ↑ Ahlener Sportvereinigung e. V. (Hrsg.): 20 Jahre Ahlener Sportvereinigung e. V., Festschrift zum 20-jährigen Vereinsjubiläum, Ahlen 1990, S. 15.
- ↑ Ahlener Sportvereinigung e. V. (Hrsg.): 20 Jahre Ahlener Sportvereinigung e. V., Festschrift zum 20-jährigen Vereinsjubiläum, Ahlen 1990, S. 96–100.