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Friedhof Kreuzkamp

Aus AhlenWiki
Friedhof Kreuzkamp
Name Friedhof Kreuzkamp
Typ Friedhof
nördl. Grenze Bahnlinie
östl. Grenze Kaldewei
südl. Grenze Beckumer Str.
westl. Grenze Hundhausen
Einweihung 30.12.1827


Der Friedhof an der Beckumer Straße, in der Ahlener Bevölkerung auch als Alter Friedhof, Friedhof Kreuzkamp oder Ostfriedhof bezeichnet, war ein früherer Begräbnisplatz in Ahlen. Er wurde 1827 auf dem sogenannten Kreuzkamp angelegt und diente im 19. Jahrhundert als wichtiger Friedhof der Stadt. Nach dem Ende der eigentlichen Friedhofsnutzung wurde das Gelände später in eine städtische Grünanlage umgewandelt.

Vorgeschichte

Bis um 1800 wurden Verstorbene in Ahlen auf den Kirchhöfen bei den Kirchen oder auf dem Friedhof „vor dem Nordtore an der Totengasse“ beigesetzt. Mit dem Wachstum der Bevölkerung wurden die bestehenden Begräbnisplätze zunehmend zu klein.

Unter Bürgermeister Wächter wurde daher die Anlage eines neuen Friedhofs außerhalb des damaligen Stadtkerns vorangetrieben. Als Standort wurde der sogenannte Kreuzkamp an der Beckumer Straße gewählt. Für das Gelände sprachen unter anderem die Bodenverhältnisse und seine Lage außerhalb der dichter bebauten Stadtbereiche.

Anlage des Friedhofs

Die Einrichtung des neuen Friedhofs zog sich über mehrere Jahre hin. Insbesondere die Bereitstellung der benötigten Flächen führte zu Auseinandersetzungen zwischen Stadt und Kirche.

Dechant Winkeldey und andere kirchliche Vertreter standen der Aufgabe kirchlicher Grundstücke ablehnend gegenüber. Stattdessen wurde eine Erweiterung des bestehenden Friedhofs an der Alten Kirche bevorzugt. Erst nach längeren Verhandlungen konnte die Anlage des Friedhofs auf dem Kreuzkamp umgesetzt werden.

Der neue Friedhof wurde am 30. Dezember 1827 eingeweiht.

Nutzung und Aufgabe

Mit der Eröffnung des Kampenfriedhofs im Jahr 1885 verlor der Friedhof an der Beckumer Straße zunehmend seine Funktion als zentrale Begräbnisstätte.

Ein Bericht der Ahlener Volkszeitung aus dem Jahr 1973 bezeichnet das Gelände noch „bis zur Jahrhundertwende“ als Friedhof der Ahlener Bevölkerung. Als Gründe für die spätere Aufgabe werden dort schlechte Grundwasserverhältnisse sowie die zunehmende Ansiedlung von Industrie in der Umgebung genannt.

Die noch bestehenden Ruherechte liefen nach Angaben des Zeitungsartikels vor Beginn des Zweiten Weltkrieges aus. Anschließend wurde das Gelände als städtische Grünanlage hergerichtet.

Der ehemalige Friedhof an der Beckumer Straße

Umgestaltung zur Grünanlage

Anfang der 1970er Jahre bestand das ehemalige Friedhofsgelände bereits als öffentliche Grünanlage. Im Frühjahr 1973 ließ die Stadt Ahlen die Anlage erneut umfassend herrichten und verschönern.

Die Arbeiten hatten nach einem Bericht der Ahlener Volkszeitung etwa vier Wochen vor Erscheinen des Artikels begonnen und sollten bis ungefähr Mitte Mai 1973 abgeschlossen sein.

Dabei wurde die Anlage zur Beckumer Straße hin stärker geöffnet. Parallel zum bereits bestehenden Gehweg sollte innerhalb der Grünanlage ein weiterer Weg angelegt werden. Entlang dieses Weges waren sechs bis acht Sitzbänke vorgesehen.

Zusätzlich plante die Stadt eine neue Bepflanzung mit blühenden Pflanzen. Für Kinder, die sich mit ihren Müttern in der Anlage aufhielten, sollte außerdem ein Sandkasten entstehen. Nach Abschluss der Arbeiten sollten die Rasenflächen wiederhergestellt und die Grünanlage vollständig für die Bevölkerung freigegeben werden.

Erinnerung an den Friedhof

Auch nach der Umwandlung zur Grünanlage blieb die Erinnerung an die frühere Nutzung des Geländes erhalten. Noch Anfang der 1970er Jahre führten Prozessionen über den ehemaligen Friedhof.

Die Stadt Ahlen legte deshalb Wert darauf, die frühere Funktion des Geländes weiterhin sichtbar zu machen.

Das zu dieser Zeit vorhandene Holzkreuz war 1973 bereits stark verwittert und nicht mehr restaurierbar. Die Stadt beauftragte deshalb die Künstlerin Regine Liekenbrock aus Stromberg mit der Anfertigung eines neuen Kreuzes. Der Zeitungsbericht erwähnt, dass bereits zuvor ein Werk der Künstlerin an der Weststraße in Ahlen aufgestellt worden war.

Das Kreuz sollte weiterhin an die frühere Nutzung des Geländes als Friedhof erinnern.

Überlieferte Grabstätten

Aus dem ehemaligen Friedhof ist eine Liste von Grabstätten beziehungsweise Grabdenkmälern Ahlener Bürger überliefert. Sie umfasst Bestattungen aus dem Zeitraum von 1830 bis 1886 und dokumentiert die Namen und teilweise weitere Angaben zu den Verstorbenen.

Nr. Name Geburtsjahr Sterbejahr Bemerkungen
1 Franz Rolf 1791 1878 Ehemann von Anna Maria Rolf geb. Rosendahl
2 Anton Knicker 1851 1884
3 Antonetta Sommer geb. Ellinghaus 1796 1859
4 Klara Heidhues, Ehefrau Panick 1825 1884
5 Bernard Münstermann 1809 1850
6 Rechtsanwalt Anton Gertmann 1801 1864
7 Katharina Allendorf geb. Bankamp ? ? Nebst Kind
8 Ww. Elisabeth Schulze Brockhausen geb. Avenhövel 1804 1886
9 Dr. med. Carl Franz Arn. Strickmann 1788 1871
10 Elisabeth Niesmann 1819 1868
11 Maurermeister Peter Bankamp 1821 1868
12 Wilhelm Linnemann 1803 1873
13 Helene Maria Daldrop geb. Heidelmann 1768 1834 Auf dem etwas fremd anmutenden Denkmal war auf vier Seiten folgende lange Inschrift in lateinischer Schreibschrift zu lesen: „Helene Maria Ww. Kaufmann Joh, Theodor Daldrop geb. Heidelmann, gestorben in der Nacht vom 6. auf den 7. September 1834, geb. am 20. Juny 1768. Eingedenk deiner treuen Mutterliebe, deiner vielen zärtlichen Sorgen werden die dankbaren Kinder zu deiner stillen Ruhestatt wallfahrten und weinend sagen: Hier ruht die liebreichste, die beste der Mütter! Sie schlummre sanft bis auf Wiedersehen."
14 Anna Christina Stahm 1823 1864
15 Th. Heinrich Schulze Eckel 1810 1881
16 Th. Lünemann gt. Schulze Geisthövel 1816 1872
17 Maria Lutterbeck 1853 1884 Ehefrau G. Leifeld, nebst ihrem Kinde
18 Ehefrau Ferd. Overhage geb. Theresia Große Farwick 1856 1884
19 Wirt Bernhard Kubigsteltig 1845 1884
20 Schmiedemeister Johannes Buschhoff 1813 1885
21 Theresia Vinnenberg geb. Sommer 1838 1869
22 Theodor Heinrich Klostermann 1801 1869 Eisenkreuz
23 Heinrich Kerkmann 1784 1869 Eichenkreuz
24 Frau Gerichtssekretär Ferd. Krüger geb. Sophia Scheer 1805 1879
25 Steuereinnehmer W. Bug 1787 1839 Starb im 52. Lebensjahr
26 Kolon Heinrich Kortmann 1820 1879
27 Ehefrau Dorenberg geb. Westhoff 1820 1877 Anton Dorenberg, 1826–1882
28 Albert Ostermann ? ? Holzkreuz ohne Jahreszahl
29 Gebrüder Allendorf 1865, 1873 1876, 1884 Theodor Wilhelm und Heinrich
30 Elise Hase geb. Meinke 1848 1880
31 Antonette Caroline Rolf 1855 1879
32 Caspar Ferdi Klostermann 1794 1847
33 Kolon Johann Caspar Hesselmann 1822 1874 Mitglied des Schul- und Kirchenvorstandes
34 Schulze Theodor Heinrich Roetering 1800 1875
35 Auguste Bohle ? ? Ohne Jahreszahl
36 Gutsbesitzer Gottfried Linnemann 1807 1880
37 Theodor Herm. Rubbert 1815 1877
38 Maria Lehmkuhl 1861 1879
39 Rupert Reigers 1837 1850
40 Aktuar Joh. Heinr. Stahm 1792 1830
41 Eheleute Kubigsteltig 1817 1879
42 Heinrich Kruse 1811 1881
43 Clara Langschädel geb. Köttendrop 1844 1881 Ehefrau Carl Langschädel, verstorben mit ihren zwei Söhnen Franz 1879–2.6.1881 und Emil 7.6.1881
44 Ehefrau F. Nahrath geb. Backmann 1823 1880
45 Catharina Holtmann 1853 1880 Ehefrau F. Voß, Anna Schulze Middendorf 1854–1884
46 Gastwirt Caspar Boll 1815 1880
47 Dr. med. Kentling 1810 1880
48 Joh. Wilh. Egger gt. Busch 1799 1877
49 Theodor Rubbert 1850 1875
50 Heinrich Cordes 1820 1880
51 Ehefrau Colon Renvert geb. Anna Migehl 1814 1881
52 Johanna Kemper 1871 1882
53 Frau Joseph Baggelmann geb. Lückmann 1853 1882 Joseph Baggelmann, 1880–1882
54 Theodor Hermann Horsel 1801 1882
55 Bernardine Schulze Starp 1862 1880
56 Elisabeth Niesmann geb. Heismann 1781 1845
57 Ehefrau Elis. Osthues 1804 1877
58 A. M. Buschkötter geb. Heitjohann 1823 1877
59 Elisabeth Jenne, Ww. Naber ? 1874 Die Schwester folgte binnen 8 Wochen
60 Elisabeth Halene 1848 1874
61 Gertrud Beese, Ww. Halene 1811 1872
62 Heinrich Georg Allendorf 1826 1875
63 A. Schulte Ehel. Lange 1803 1878 Christof Lange 1793–1873
64 Georg Westhoff 1828 1876
65 Anna Frye geb. Overhage 1796 1875
66 Maria Anna Höltgen geb. Linnemann 1847 1884
67 Kaufmann Franz Holtermann 1822 1881
68 Wilhelm Müggenborg 1822 1881
69 Joh. Bern. Wilh. Buttermann 1819 1882
70 Ehefrau Vering, Wilhelmine geb. Lenferding 1847 1882
71 Inspektor Peter Cremer 1834 1882
72 Johannes Bösensell gt. Sudtholt 1843 1881
73 Philippine Menke geb. Schl. Closter 1847 1881 Ehefrau von Brennereibesitzer Franz Menke
74 Studioso Franz Rubbert 1860 1881
75 Rendant Georg Reimann 1820 1883
76 Christina Hark 1864 1883
77 Rendant und Küster der Neuen Pfarrkirche Heinrich Ueter 1811 1882
78 Geschwister Jackenkroll 1877–1884 Erschütternd wirkte das Denkmal mit seinen grausigen Zahlen: Geschwister Jackenkroll, Heinrich 1877–1877; Elisabeth 1879–1879; Gertrud 1881–1882; Johanna 1882–1883; Alwine 1883–1884. Fünf Kinder nach der Reihe, jedes mit einem Jahr, gestorben.
79 Kaufmann Bern. Seiling 1829 1883
80 Colon Bern. Denkhoff 1822 1883
81 Hermann Grieskamp ? 1883
82 Gerhard Borgert 1798 1879
83 A. M. Reckendrees, Ehefrau Bultermann 1823 1878
84 Caspar Heinr. Rosendahl 1813 1880
85 E. Haakmann 1816 1879
86 Colon Ch. Avenhövel ? ?
87 Ehefrau B. H. Beumer geb. Klostermann 1815 1878
88 Brüder Wilhelm und Bernh. Hohenlüchter 1856, 1860 1878 Ertrunken am 26. Juni 1878
89 Joh. Heinr. Ostermann 1807 1885 Anna Maria Ostermann geb. Bocker, 1812–1876
90 Joh. Bern. Berckhoff 1824 1878 Gertrud Berckhoff geb. Detmar, 1838–1883
91 Helene Baggelmann geb. Fork ? ?
92 Ber. Hohelüchter 1816 1876
93 Rendant Jos. Thöle 1806 1875 Frau Jos. Thöle geb. Silling, 1813–1879
94 Ehefrau Gunnemann geb. Gerkamp 1816 1873
95 Anna Maria Pothast geb. Natrup 1845 1872 Elisabeth Pothast geb. Hellermann, 1845–1883
96 Karl Lütkenhaus ? ? Pfarrer
97 Heinr. Siemer 1812 1879 Pfarrdechant an der alten Kirche
98 Joh. Schräder 1824 1884 Vikar ad s. Catharinam an der alten Pfarrkirche St. Catharina
99 Wilhelm Andreas Alexander Freiherr von Kalkstein 1762 1853
100 Ww. Kerkhoff geb. Maria Hanna Meneke 1800 1877

Quellen

  • Ahlener Monatsschau, 02/1965 und 03/1965.
  • Der „Alte Friedhof“ an der Beckumer Straße wird jetzt neu hergerichtet und schöner, Ahlener Volkszeitung, Nr. 67, 1973.