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Handballspielgemeinschaft Ahlen

Aus AhlenWiki
HSG Ahlen
Name Handballspielgemeinschaft Ahlen
Gründungsort Ahlen
Gegründet 1. April 1973


Die Handballspielgemeinschaft Ahlen, kurz HSG Ahlen, wurde am 1. April 1973 durch den Zusammenschluss der Handballabteilungen des TuS Ahlen und der DJK Vorwärts Ahlen gegründet. Ziel der Spielgemeinschaft war es, die sportlichen Kräfte und Talente der beiden Vereine zu bündeln und damit ein höheres Leistungsniveau im Ahlener Handball zu erreichen.[1][2]

Bereits in ihren ersten Jahren entwickelte sich die HSG zu einem bedeutenden Bestandteil des Ahlener Handballsports. Neben dem Seniorenbereich nahm insbesondere die Jugendarbeit einen hohen Stellenwert ein. Gleichzeitig pflegte die Spielgemeinschaft ein ausgeprägtes Vereinsleben sowie internationale Kontakte, vor allem zu einem Handballverein im französischen Pontault-Combault.[1]

Gründung

Über einen Zusammenschluss der Ahlener Handballer war bereits vor 1973 gesprochen worden. Nachdem der Handballverband die Möglichkeit geschaffen hatte, eine Spielgemeinschaft zu bilden, nahmen die Handballabteilungen von TuS Ahlen und DJK Vorwärts konkrete Verhandlungen auf. Nach wenigen Wochen konnte die HSG gegründet werden.[2]

Die beiden Abteilungen brachten unterschiedliche sportliche Voraussetzungen in die neue Spielgemeinschaft ein. Im Feldhandball spielte die DJK Vorwärts zu diesem Zeitpunkt in der Bezirksklasse. Im Hallenhandball hatte die Mannschaft des TuS Ahlen gerade den Aufstieg in die Landesliga erreicht.[2]

Als besonders an der Bildung der HSG beteiligte Personen nennt die Jubiläumsschrift Theo Wessel, Gerd Schnafel und Wolfgang Hüttmann von der DJK Vorwärts sowie Herbert Anton, Adolf Blanke und Wolfgang Dahmann vom TuS Ahlen.[2]

Erster Vorstand

Schon kurze Zeit nach der Gründungsversammlung setzte sich der Vorstand wie folgt zusammen:[2]

Zum Kreis der Betreuer und Helfer gehörten außerdem Gerd Schnafel, Helmut Naether, Ewald Kiemann, August Nowotzin, Bernd Abke, Wolfgang Hüttmann, Peter Fischer, Siegfried Voll, Hans Stiller, Peter Beier, Rainer Gribsch und Erwin Wonnemann.[2]

Als Trainer waren in der Gründungszeit Wilhelm Gatzke für den Feldhandball und Herbert Korz für den Hallenhandball tätig.[2]

Sportliche Entwicklung

Bereits die erste auf die Gründung folgende Feldsaison brachte einen Erfolg. Die 1. Mannschaft wurde ohne Verlustpunkt Meister und stieg auf.[2]

In ihre erste Hallensaison ging die HSG mit fünf Seniorenmannschaften, einer Damenmannschaft und drei Jugendmannschaften. Die 1. Mannschaft erreichte den vierten Tabellenplatz.[3]

In der folgenden Hallensaison wurde die HSG einer Staffel in Ostwestfalen zugeordnet. Gegen diese Einteilung hatte der Verein protestiert, blieb jedoch in der Staffel. Die Mannschaft gewann anschließend mit drei Punkten Vorsprung die Meisterschaft und stieg in die Verbandsliga auf. Der Aufstieg wurde 1975 erreicht.[1][3]

In der Verbandsliga konnte sich die HSG zunächst behaupten. In der Saison 1977/78 belegte die Mannschaft den vierten Platz. In den Spielzeiten 1978/79 und 1979/80 folgten jeweils zehnte Plätze. In der Saison 1980/81 kam es zum Abstieg. Die Jubiläumsschrift führt unter anderem längere Verletzungspausen von Marquardt und Mateina als Grund für die Schwächung der Mannschaft an.[3]

Auch in der Landesliga konnte der erneute Abstieg anschließend nicht verhindert werden, obwohl die Mannschaft nach Angaben der Jubiläumsschrift 21 Pluspunkte erzielte. Als weitere Ursachen werden der frühzeitige Gewinn der Meisterschaft durch einen Konkurrenten und Unruhe um die Trainerfrage genannt.[3]

Trainer der 1. Mannschaft

Die Jubiläumsschrift nennt für die ersten zehn Jahre mehrere Trainer der Hallenmannschaft. Die ersten Erfolge erzielte Herbert Korz. Ihm folgte Karl-Heinz „Schimmel“ Schulz. Ab Mai 1977 war Wilhelm Gatzke Trainer der Mannschaft und blieb bis Dezember 1981 im Amt. Nach einer vorübergehenden vereinsinternen Lösung übernahm Bernhard „Möppel“ Vogt die Mannschaft.[4]

Besondere Spiele und Turniere

Der Vorstand bemühte sich nach eigener Darstellung regelmäßig darum, den Spielern und Zuschauern Begegnungen mit höherklassigen Gegnern zu bieten. Genannt werden unter anderem Spiele gegen Münster 08 und den TuS Wellinghofen. Im Jahr 1975 trat eine Ahlener Stadtauswahl gegen den VfL Gummersbach an. Außerdem fand ein Spiel gegen den TV Großwallstadt statt.[3]

Bei einem Prominentenspiel wurde ein Reinerlös von 500 DM erzielt, den die HSG dem Ahlener Altenheim spendete.[3]

Auch bei auswärtigen Turnieren war die HSG erfolgreich. Die Jubiläumsschrift hebt insbesondere Turniersiege in Bottrop und im niederländischen Eindhoven hervor, bei denen auch Mannschaften aus höheren Spielklassen antraten.[4]

Eigene Turniere veranstaltete die HSG zunächst auf dem Lindensportplatz und später in der Friedrich-Ebert-Halle. Das siebte Turnier dieser Art fand vom 25. Juni bis zum 3. Juli 1983 statt und umfasste verschiedene Altersgruppen.[4]

Jugendarbeit

Die Jugendarbeit bildete von Beginn an einen Schwerpunkt der HSG. Bereits 1973 wurden eine A-, B- und C-Jugend gegründet.[5]

Die A-Jugend wurde in ihrer ersten Hallensaison Kreismeister, gewann den Kreispokal und stieg ohne Punktverlust in die Bezirksleistungsklasse auf. Trainer war Wilhelm Gatzke.[5]

A-Jugend 1973

Für die erfolgreiche A-Jugend des Jahres 1973 nennt die Jubiläumsschrift folgende Mannschaft:[5]

  • Tötzke
  • H. Jedani
  • Linnemann
  • Mateina
  • Tscherniak
  • Ahlens
  • P. Jedani
  • Quante
  • Hermansen
  • Koch
  • Klement

In den folgenden Jahren waren nach Angaben der Jubiläumsschrift regelmäßig Mannschaften der HSG in der höchsten Jugend-Leistungsklasse vertreten. Frühere Jugendspieler entwickelten sich zu Leistungsträgern der 1. Mannschaft.[5]

Mehrere HSG-Spieler wurden in Auswahlmannschaften berufen. Besonders hervorgehoben wird Ludger Mateina, der zum festen Kader der Westfalenauswahl gehörte und im Spieljahr 1981/82 Jugendsprecher für den gesamten männlichen Bereich in Westfalen war. Ebenfalls zum Westfalenkader gehörten Ralf Westhues und Jörg Schubert. Darüber hinaus wurden Spieler der HSG mehrfach in Juniorenauswahlen Nordwestfalens und Westfalens berufen.[5]

Zu den Erfolgen der Nachwuchsarbeit gehörten zahlreiche Kreismeisterschaften und Vizemeisterschaften auf Nordwestfalenebene. Im Jubiläumsjahr 1983 wurde die A-Jugend Nordwestfalenmeister.[5]

Jugendabteilung 1983

Im Jubiläumsjahr 1983 bestand die Leitung der Jugendabteilung aus:[6]

Als Übungsleiter werden genannt:[6]

  • A-Jugend: Bernhard Silkenbäumer
  • B-Jugend: Klaus Schönke und Jörg Konrad
  • C-Jugend: Wolfgang Link
  • D-Jugend: Andre Michalczik und Günter Stry
  • weibliche Jugend: Dietmar Kupfernagel und Uwe Damberg

Für das Spieljahr 1983/84 ist in der Jubiläumsschrift außerdem die B-Jugend der HSG fotografisch dokumentiert.[6]

Vereinsleben

Die Tätigkeit der HSG beschränkte sich nicht auf den Handballsport. Der Vorstand förderte auch das gesellschaftliche Zusammensein der Mitglieder. In der Jubiläumsschrift werden unter anderem Radwanderungen, Kegelabende, Tanzveranstaltungen und vorweihnachtliche Zusammenkünfte genannt. Hinzu kamen Fahrten während der Sommerferien ins Ausland.[1]

Weitere regelmäßige Veranstaltungen waren unter anderem Osteressen und Pfannkuchenessen. An zwei von der HSG veranstalteten Radtouren nahmen jeweils etwa 180 Personen teil.[4]

Internationale Kontakte

Eine besondere Rolle spielten die internationalen Beziehungen der HSG, insbesondere die Kontakte nach Frankreich. Ihre Ursprünge reichten bereits in die Zeit vor der Gründung der Spielgemeinschaft zurück.[7]

Nach dem Abschluss des deutsch-französischen Vertrages vom 22. Januar 1963 wurde 1965 erstmals Kontakt zu einem französischen Verein aufgenommen. Die erste Begegnung in Frankreich fand 1966 statt. Als Organisatoren dieser frühen Kontakte werden Claude Douforestel und Theo Wessel genannt.[7]

Die DJK Vorwärts brachte ihre bereits bestehende Freundschaft mit der Union de Sports aus Pontault-Combault in die HSG ein. In den folgenden Jahren entwickelte sich daraus ein regelmäßiger Austausch mit Begegnungen in Deutschland und Frankreich.[7]

Die Beziehungen beschränkten sich nicht auf sportliche Wettkämpfe. Es entstanden auch private Kontakte zwischen Familien. Französische Jugendliche hielten sich teilweise mehrere Monate in Ahlen auf, um ihre Sprachkenntnisse zu verbessern, während Ahlener Jugendliche Ferien bei französischen Familien verbrachten.[7]

Die Vorstandsmitglieder beider Vereine trafen sich regelmäßig zum Meinungsaustausch, unter anderem in Pontault-Combault, während des Karnevals in Ahlen oder an der Mosel. Auf französischer Seite nennt die Jubiläumsschrift Edouard Nadal, Norbert Remy, Claude Douforestel und Robert Oury als wichtige Beteiligte.[7]

Als Dolmetscher war Alois Hylsky über viele Jahre an den Begegnungen beteiligt. Ziel der Jugendarbeit war es nach Darstellung der Jubiläumsschrift, den Teilnehmern neben dem Sport auch das kulturelle, politische und wirtschaftliche Leben des jeweils anderen Landes näherzubringen.[8]

Die HSG verband diese internationalen Kontakte mit weiteren Auslands- und Ferienfahrten. Genannt werden:[8]

  • 1975 eine Reise nach Calella an der Costa Brava,
  • 1976 eine Reise nach Budapest,
  • 1979 eine Reise an den Plattensee,
  • 1981 eine Polenreise mit Aufenthalt in Krakau sowie Ausflügen nach Zakopane, zum Salzbergwerk und zum Konzentrationslager Auschwitz,
  • Wochenendfahrten nach Prag, Utrecht und Eindhoven,
  • 1983 eine zweiwöchige Reise zu den Masurischen Seen.

Ein besonderes Ereignis war im Februar 1981 der Besuch der argentinischen Studenten-Nationalmannschaft aus Buenos Aires in der Friedrich-Ebert-Halle. Vor einer großen Zuschauerkulisse spielte sie gegen die A-Jugend der HSG Ahlen.[8]

Vorstand im Jubiläumsjahr 1983

Im Jahr des zehnjährigen Bestehens setzte sich der geschäftsführende Vorstand der HSG wie folgt zusammen:[9]

Bedeutung der HSG

Zehn Jahre nach ihrer Gründung zog die HSG in ihrer Jubiläumsschrift eine positive Bilanz des Zusammenschlusses. Neben dem zeitweiligen Aufstieg der 1. Mannschaft bis in die Verbandsliga wurde insbesondere die kontinuierliche Jugendarbeit hervorgehoben. Die HSG hatte sich bis 1983 zugleich zu einem Verein mit ausgeprägtem gesellschaftlichem Leben und umfangreichen internationalen Kontakten entwickelt.[1]

Quellen

  • Jubiläumsschrift zum 10-jährigen Bestehen der Handballspielgemeinschaft Ahlen, 1983.
  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Jubiläumsschrift zum 10-jährigen Bestehen der HSG Ahlen, 1983, S. 1.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 2,7 Jubiläumsschrift zum 10-jährigen Bestehen der HSG Ahlen, 1983, S. 15.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 Jubiläumsschrift zum 10-jährigen Bestehen der HSG Ahlen, 1983, S. 17.
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 Jubiläumsschrift zum 10-jährigen Bestehen der HSG Ahlen, 1983, S. 19.
  5. 5,0 5,1 5,2 5,3 5,4 5,5 Jubiläumsschrift zum 10-jährigen Bestehen der HSG Ahlen, 1983, S. 27.
  6. 6,0 6,1 6,2 Jubiläumsschrift zum 10-jährigen Bestehen der HSG Ahlen, 1983, S. 33.
  7. 7,0 7,1 7,2 7,3 7,4 Jubiläumsschrift zum 10-jährigen Bestehen der HSG Ahlen, 1983, S. 41.
  8. 8,0 8,1 8,2 Jubiläumsschrift zum 10-jährigen Bestehen der HSG Ahlen, 1983, S. 43.
  9. Jubiläumsschrift zum 10-jährigen Bestehen der HSG Ahlen, 1983, S. 13.