Hermann Schweizer

Aus AhlenWiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Hermann Schweizer
Vorname/n Hermann
Nachname Schweizer
Geburtsdatum 31.05.1910
Geburtsort Herdecke/Ruhr
Todesdatum 10.10.1998
Todesort Freckenhorst
Beruf Lehrkraft (Kunst)


Hermann Schweizer (* 31. Mai 1910 in Herdecke/Ruhr; † 10. Oktober 1998 in Freckenhorst) war ein in Ahlen wirkender Kunstpädagoge und Künstler. Er unterrichtete von 1937 bis 1980 als Kunstlehrer in Ahlen und prägte darüber hinaus das kulturelle Leben der Stadt als Mitbegründer der Kulturgesellschaft der Stadt Ahlen sowie durch zahlreiche Arbeiten im öffentlichen Raum.[1]

Leben

Hermann Schweizer wurde am 31. Mai 1910 in Herdecke an der Ruhr als Sohn eines Volksschulrektors geboren.[1] Er besuchte das Gymnasium in Hagen und lernte schon in seiner Schulzeit den Maler Christian Rohlfs kennen.[1]

Schweizer studierte zunächst Germanistik und Kunstgeschichte in Königsberg und setzte seine Ausbildung anschließend an der Kunstakademie in Berlin fort.[1] Zu seinen prägenden Lehrern gehörte insbesondere Willy Jaeckel; als weitere wichtige Bezugspunkte werden Christian Rohlfs und Karl Hofer genannt.[1]

Seit 1937 war Schweizer als Kunstlehrer in Ahlen tätig.[1] Bereits 1938 stellte er im Gustav-Lübcke-Museum in Hamm aus.[1] Während des Zweiten Weltkriegs war er als Soldat unter anderem in Griechenland stationiert; aus dieser Zeit stammen Landschaftsbilder mit griechischen Motiven, die 1941 datiert werden.[1]

Nach dem Krieg lebte die Familie in der Beckumer Straße 52 in Ahlen.[1] Schweizer wirkte über Jahrzehnte als prägende Persönlichkeit des Kunstunterrichts in der Stadt. Er war Mitbegründer der Kulturgesellschaft Ahlen und leitete dort lange die Abteilung „Bildende Kunst“.[1] Zudem organisierte oder betreute er für den Kunstverein Beckum-Warendorf mehr als 100 Ausstellungen.[1]

1980 trat Schweizer als Kunstlehrer in den Ruhestand.[1] Er starb am 10. Oktober 1998 im Alter von 88 Jahren in Freckenhorst.[1]

Werk

Das Werk Hermann Schweizers umfasst Porträts, Landschaftsbilder, Industrie- und Technikdarstellungen, Arbeiten im Bereich „Kunst am Bau“ sowie angewandte Kunst.[1]

Porträt und figürliche Arbeiten

Ein Schwerpunkt seines Schaffens lag im Porträt. Nach den überlieferten Beschreibungen verbinden seine Bildnisse naturalistische Präzision mit gesteigertem Ausdruck.[1] Genannt werden unter anderem ein Porträt von Bruno Wagler, Darstellungen von Flüchtenden und Verzweifelten aus der Nachkriegszeit sowie zahlreiche Kinderporträts.[1] Auch Pastellkreide spielte in seinem Werk eine wichtige Rolle.[1]

Landschaftsmalerei

Ein zweiter Schwerpunkt war die Landschaftsmalerei.[1] Zu den wiederkehrenden Motivkreisen gehörten:

  • Griechenlandbilder aus der Kriegszeit,
  • westfälische Landschaften und Höfe im Münsterland,
  • Hafen- und Küstenbilder,
  • Ansichten vom Gardasee,
  • sowie Landschaften der Lofoten.[1]

Für die westfälischen Arbeiten werden insbesondere Weiträumigkeit, große Gehöfte, Wiesen und Teiche als charakteristische Motive hervorgehoben.[1] In den Hafenbildern und Küstenlandschaften tauchen häufig Krabbenkutter, Schiffe, Taue und Eisenketten auf.[1]

Industrie- und Technikbilder

Ein weiterer Werkbereich entstand aus Schweizers Beschäftigung mit industriellen Produktionsabläufen.[1] Er hatte Kontakte zu Ahlener und regionalen Unternehmen der Metallindustrie, darunter Leifeld, Nahrath und Kaldewei.[1] Seine Bilder aus diesem Zusammenhang zeigen Arbeitsprozesse, Maschinenparks und technische Strukturen in einer sachlich-präzisen, teils stark abstrahierenden Formensprache.[1]

Kunst am Bau

Schweizer schuf außerdem Wandbilder, Mosaiken, Reliefs und Sgraffiti für öffentliche und private Gebäude.[1] Hervorgehoben werden insbesondere seine Arbeiten im Bereich „Kunst am Bau“, die teilweise gemeinsam mit seinem Freund und Kollegen Willi Sandforth entstanden.[1]

Angewandte Kunst

Neben freier Malerei und Arbeiten im öffentlichen Raum war Hermann Schweizer auch im Bereich der angewandten Kunst tätig. So gestaltete er über viele Jahre Werbe- beziehungsweise Jahresteller für die Sparkasse Ahlen.[1]

Wirken in Ahlen

Für Ahlen sind mehrere Arbeiten Hermann Schweizers von besonderer Bedeutung. Dazu gehörten ein großes Sgraffito im ersten Ahlener Hallenbad, Wandbilder und Reliefarbeiten sowie weitere Kunstwerke im Stadtbild.[1]

Auch die Innengestaltung der evangelischen Christuskirche in der Ahlener Siedlung lag in seinen Händen.[1] Nach späteren Berichten sollen Teile dieser Ausgestaltung überstrichen worden sein.[1]

Zu den im Stadtbild genannten Werken zählen außerdem das Denkmal zur Berliner Mauer mit dem Titel „Berlin ist unser gespaltenes Herz“ sowie ein dekorativer Zaun auf dem Werksgelände der Firma Nahrath.[1] Für Nahrath entwarf Schweizer darüber hinaus dekorative „Pöttkes“-Motive im blau-weißen Delfter Stil.[1]

Rezeption

Hermann Schweizer blieb vielen ehemaligen Schülern des Ahlener Gymnasiums in Erinnerung.[1] Nach dem in Der beflügelte Aal veröffentlichten Beitrag gab es 2001 eine Ausstellung von ehemaligen Schülern, die Schweizers Einfluss auf ihr eigenes künstlerisches Arbeiten würdigte.[1]

Familie

Hermann Schweizer war mit der Künstlerin Ruda Schweizer-Dönges verheiratet.[1] Sie wurde am 10. Januar 1910 in Kassel geboren und starb am 6. Mai 1965.[1] Auch sie war künstlerisch tätig; ihr Werk umfasste unter anderem Stillleben und Landschaftsbilder.[1]

Werke

Quellen und Links

  1. 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 1,11 1,12 1,13 1,14 1,15 1,16 1,17 1,18 1,19 1,20 1,21 1,22 1,23 1,24 1,25 1,26 1,27 1,28 1,29 1,30 1,31 1,32 1,33 1,34 1,35 1,36 Hermann-Friedrich Schweizer: Zweimal 110 Jahre. Ein Künstlerehepaar aus Ahlen: Hermann Schweizer (1910–1998) und Ruda Schweizer-Dönges (1910–1965), in: Der beflügelte Aal, S. 22–31.