Jenseits der Bahn

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Buchdetails
Veröffentlichung 1989
Verlag Klartext-Verl., Essen
Autor Uwe Rennspieß
ISBN13 3-88474-340-6

Inhalt

Stadtteilgeschichtliche Darstellung über die Ahlener Bergarbeiterkolonie und die Zeche Westfalen – von der Entstehung in der Kaiserzeit bis in die Nachkriegszeit. Das Buch legt einen Schwerpunkt auf Alltagsgeschichte (Wohnen, Arbeit, Familie, Vereine), politische Konflikte (Revolution, Kapp-Putsch, Arbeitskämpfe) sowie die Zeit des Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg.

Herausgegeben von der Stadt Ahlen. Grundlage sind u. a. Zeitzeugeninterviews, lokale Presseauswertung sowie Archiv- und Vereinsquellen. Quelle für die folgenden Angaben: :contentReference[oaicite:0]{index=0}

Bibliografische Angaben

  • Titel: Jenseits der Bahn
  • Untertitel: Geschichte der Ahlener Bergarbeiterkolonie und der Zeche Westfalen
  • Autor: Uwe Rennspieß
  • Auflage: 1. Auflage, September 1989
  • Erscheinungsort / Verlag: Essen : Klartext-Verl., 1989
  • ISBN: 3-88474-340-6
  • CIP-Titelaufnahme: CIP-Titelaufnahme der Deutschen Bibliothek
  • Hinweis: Den Bericht auf der hinteren Umschlagseite verfasste ein 86-jähriger Bergmann Ende 1986 eigenhändig.

Impressum

  • Umschlaggestaltung und Layout: Kornelia Flieher
  • Satz: Klartext, Essen
  • Druck: Fuldaer Verlagsanstalt, Fulda
  • © Klartext Verlag, Essen 1989 (Alle Rechte vorbehalten)

Inhaltsverzeichnis

Teil / Kapitel Abschnitt Seite
Geleitwort 5
Einleitung 11
I. Kapitel: Die Zeche Westfalen und die Bergarbeiterkolonie in der Kaiserzeit
A Ahlen wird Kohlenstadt 17
A.1 Die tiefste Zeche Deutschlands entsteht 17
A.2 Arbeiter aus aller Herren Länder 22
A.3 Ahlen bekommt einen neuen Stadtteil 24
A.4 „Diesseits und jenseits der Bahn“: ein Gegensatz entsteht! 28
B Leben und Arbeiten in der Zechenkolonie vor dem Ersten Weltkrieg 31
B.1 Die Situation der Bergarbeiter und ihrer Familien 31
B.2 Die „Maloche“ im „Kilometerpütt“ 34
B.3 Der erste große Streik auf der Zeche Westfalen 36
II. Kapitel: Das große „Völkerringen“ und der Zusammenbruch des Kaiserreiches
A Der Erste Weltkrieg: Von der Kriegsbegeisterung zur großen Ernüchterung 43
A.1 In den Graben statt in die Grube 43
A.2 „Burgfrieden – schön und gut, aber wir müssen leben können“ 47
B Die Novemberrevolution – wird jetzt alles anders? 53
B.1 Ein Arbeiter- und Soldatenrat bildet sich in Ahlen 53
B.2 Generalstreik für die Sozialisierung der Zeche Westfalen 57
III. Kapitel: Der schwere Start in die Republik
A Der Kapp-Putsch und die „Rote Armee“ 67
A.1 Der Militärputsch und der Tod des Bauern Friedhoff 67
A.2 Die weiteren Auseinandersetzungen und die Besetzung der Stadt 71
B Die Situation der Koloniebewohner zwischen dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Inflation 78
B.1 Das Hungern geht weiter 78
B.2 „Als wir jeden Tag Millionen verdienten“ 82
C Die Ergebnisse der Revolution sind schwer zu verteidigen 86
C.1 Die Bergleute rücken nach links – die ersten Betriebsratswahlen auf der Zeche Westfalen 86
C.2 „Ahlen kommt nicht zur Ruhe“: die Arbeitskämpfe von 1921 und 1924 88
D „Wenn es in Ahlen und in Hamborn ruhig ist, ist es im ganzen Ruhrgebiet ruhig!“ 93
IV. Kapitel: Der Alltag in der Kolonie der 20er und 30er Jahre
A Lebensbedingungen in der Kolonie 101
A.1 Wie lebt eine mehrköpfige Bergarbeiterfamilie in einem Koloniehaus? 102
A.2 Wie leben die Bergleute ohne Familie? 106
A.3 Die Selbstversorgung durch Viehhaltung und Pachtland 109
A.4 Wie war das früher mit der Nachbarschaft? 116
A.5 Wie sieht es um die Koloniehäuser herum aus? 119
B Alltag ist: „wie der Tag so abläuft“ 125
B.1 Der Arbeitstag der Frau 125
B.2 Vom Alltag der Kinder und Jugendlichen 132
B.3 Der Arbeitstag des Mannes 142
V. Kapitel: Das Kultur- und Vereinswesen bis in die 30er Jahre
A Die Schulen der Bergarbeiterkolonie 155
A.1 Die Anfänge des Schulwesens in der Kolonie 155
A.2 Der Kampf um die „Weltliche Schule“ 159
A.3 Die „Deutsche Schule“ wird eingerichtet 164
B Das kirchliche Leben der Bergarbeiterkolonie 169
B.1 Am Anfang stand die soziale Betreuung 170
B.2 Die Josefskirche und das katholische Vereinswesen 173
B.3 Die evangelische Neustadtgemeinde 178
C Das Vereinswesen der Bergleute 182
C.1 Polenvereine 182
C.2 Spuren weiterer landsmannschaftlicher Vereine 186
C.3 Tierzuchtvereine 190
C.4 Musikvereine 196
C.5 Kneipen und Kinos 202
D Die Geschichte der Arbeitersportbewegung in der Bergarbeiterkolonie 207
D.1 Der Arbeiterradfahrerbund „Solidarität“ 208
D.2 Der Arbeiterkraftsportverein „Einigkeit“ und die Boxer von „Punching“ 210
D.3 Der „Freie Arbeiter-Turn- und Sport-Verein Ahlen“ 214
D.4 Der Fußballverein des Arbeitersports ist „Union“ 218
D.5 Vieles ist anders im Arbeitersport 220
D.6 Von der Spaltung bis zum Verbot 223
D.7 Der Arbeitersport im Dritten Reich 226
VI. Kapitel: Das schlimme Ende der Weimarer Republik
A Die Vorläufer der politischen und wirtschaftlichen Krise 235
A.1 Die „Goldenen 20er Jahre“ in Ahlen 235
A.2 Die Reichspräsidentenwahl Hindenburgs 236
A.3 Die Fürstenenteignung 238
B Massenarbeitslosigkeit 238
B.1 Du mußt gehen! 240
B.2 Folgen der Arbeitslosigkeit 240
B.3 Aktionen der Erwerbslosen 241
B.4 Auswanderung in die Sowjetunion 247
C Lohnabbau und Angst 252
C.1 Du darfst bleiben! 252
C.2 Der Januarstreik von 1931 und seine Folgen 253
C.3 Die Betriebsratswahlen am Ende der Weimarer Republik 257
D Das politische Klima wird vergiftet 261
D.1 Der Einfluß der NSDAP in der Kolonie 261
D.2 Ein „Rachefeldzug“ der NSDAP durch die Bergarbeitersiedlung 263
D.3 Vom Tod des Jungkommunisten Karl Gruber bis zur „Schlacht am Heessener Busch“ 264
D.4 Sind Polizei und Justiz „auf dem rechten Auge blind“? 268
D.5 Am Vorabend der nationalsozialistischen Machtergreifung 272
VII. Kapitel: Das „Tausendjährige Reich“ dauerte zwölf lange Jahre
A Die Machtergreifung der Nationalsozialisten in der Ahlener Bergarbeiterkolonie 279
A.1 Die ersten Wochen nach der Machtergreifung 280
A.2 Die letzten „halbfreien“ Wahlen im März 1933 284
A.3 Die Verhaftung des Betriebsrates der Zeche Westfalen und die Ausschaltung der Gewerkschaften 286
A.4 Die Umstellung der Ahlener KPD auf die Illegalität und die Massenverhaftungen im Juni 1933 290
A.5 Widerstand „Jenseits der Bahn“ – Einschätzung, Überblick und Einzelbeispiele 294
B Die Propaganda ersetzt eine wirkliche Verbesserung der Lebensbedingungen für die Bergarbeiterfamilien 302
B.1 „Und dann kam Hitler, und es ging wieder aufwärts“ 302
B.2 Ahlen im Sammelfieber 304
B.3 Neuer Geist auf Zeche Westfalen 308
B.4 Die Volksgemeinschaft und wer nicht dazugehört 312
B.5 „Auf die Jugend hatten sie es besonders abgesehen!“ 318
C Die Jahre der Rüstungskonjunktur 324
C.1 Schacht III – Aufschwung der Zeche Westfalen 324
C.2 Die Werksfürsorge und manch’ andere „schöne Einrichtung“ auf der Zeche Westfalen 330
C.3 Die Kolonie verändert sich 337
D Weltkrieg und Zusammenbruch 342
D.1 Die Zeit der Blitzkriegserfolge 342
D.2 Heimat und Front 345
D.3 Das Schicksal der Fremdarbeiter und Kriegsgefangenen auf der Zeche Westfalen 350
D.4 Bombenalltag auf Zeche Westfalen und Bergarbeiterkolonie 355
D.5 Das Ende des Krieges 364
VIII. Kapitel: Nach dem Krieg
A Eine Ahlener Nachkriegsbiographie 373
B Ausblick 379
Anhang
Chronologie zur Koloniegeschichte 387
Literatur und Quellenverzeichnis 391

Einleitung

In der Einleitung beschreibt der Autor die Entstehung des Buchprojekts im Kontext des Koloniefestes (1986) und der damals spürbaren Unsicherheit über die Zukunft der Zeche Westfalen. Ziel ist es, Zeitzeugenberichte zu sichern, Ursachen von Vorurteilen („diesseits und jenseits der Bahn“) historisch einzuordnen und einen gut lesbaren Überblick über Kolonie- und Zechengeschichte zu geben.