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Ostenmauer 19

Aus AhlenWiki
Ostenmauer 19
51.7645057.893897
Anschrift Ostenmauer 19



Baujahr um 1860
Ursprüngliche Nutzung Wohnhaus
Heutige Nutzung Wohnhaus
Karte

Das Gebäude Ostenmauer 19 ist ein um 1860 errichtetes Fachwerkwohnhaus. Es entstand auf einem ehemaligen Gartengrundstück im Bereich der früheren Mauergasse und dokumentiert die zunehmende Verdichtung der Innenstadt während der beginnenden Industrialisierung.

Das Haus wurde 2017 in die Denkmalliste der Stadt Ahlen eingetragen.

Baugeschichte

Das Wohnhaus wurde um 1860 als zweigeschossiger, traufenständiger Fachwerkbau unter einem Satteldach errichtet.[1]

Nach Einschätzung der Denkmalpflege entstand es vermutlich zusammen mit dem nördlich anschließenden Gebäude Ostenmauer 21 auf einem ehemaligen Gartengrundstück.

Das Fachwerkgerüst ist geschossweise verzimmert und mit Schwelle-Rähm-Streben ausgesteift. Die Gefache wurden mit Backsteinen ausgemauert.

Auch das Sparrendach wurde in traditioneller Bauweise aus Eichenholz gefertigt. Die Giebeldreiecke bestehen ebenfalls aus Fachwerk mit Backsteinausfachungen.[1]

Innenraum und Ausstattung

Das Gebäude ist weitgehend im bauzeitlichen Zustand erhalten geblieben.

Auch die historische Raumstruktur ist noch ablesbar. Neben der Etagentreppe sind die meisten ursprünglichen Zimmertüren erhalten. Diese besitzen zweifeldrige Füllungen und profilierte Faschen.[1]

Das Türblatt der Haustür wurde um 1910 in späthistoristischen Formen erneuert.

Insgesamt wurden am Gebäude nur vergleichsweise geringe Veränderungen vorgenommen.

Stadtgeschichtlicher Zusammenhang

Das Haus dokumentiert anschaulich die zunehmende Verdichtung der Bebauung innerhalb der Stadt im Zuge der beginnenden Industrialisierung.

Besonders im Bereich der früheren Mauergassen entstanden im 19. Jahrhundert zunächst eher bescheidene Wohnhäuser. Diese waren teilweise eingeschossig, überwiegend jedoch zweigeschossig ausgeführt.[1]

Die früheren Gebäude wurden zunächst noch in traditioneller Fachwerkbauweise errichtet. Nach etwa 1880 setzte sich zunehmend die massive Bauweise mit Backsteinmauerwerk durch.

Während Baugrundstücke an der Außenseite der früheren Mauergasse von der Stadt zur erstmaligen Bebauung verkauft wurden, entstanden an der Innenseite nach und nach neue Bauplätze auf ehemaligen Wirtschafts- und Gartenflächen.[1]

Im mittleren Abschnitt der Ostenmauer ist bis heute eine Gruppe unterschiedlich gestalteter Wohnhäuser aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erhalten geblieben.

Denkmalschutz

Das Gebäude wurde 2017 in die Denkmalliste der Stadt Ahlen eingetragen.

Nach Einschätzung der Denkmalpflege ist das Haus aufgrund seiner weitgehend erhaltenen historischen Substanz und seines stadtbaugeschichtlichen Zusammenhangs bedeutend für die Geschichte der Stadt sowie für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse.[1]

Für seine Erhaltung und Nutzung liegen wissenschaftliche, insbesondere baugeschichtliche und hauskundliche, sowie volkskundliche Gründe vor.

Von besonderer Bedeutung ist das Gebäude als Zeugnis der Wohn- und Lebensverhältnisse der Bevölkerung während der zunehmenden Verdichtung und Industrialisierung der Stadt.

Erhaltungsmaßnahmen

2018 wurde eine Bestandsaufnahme des Fachwerkhauses im Rahmen der Denkmalpflege finanziell gefördert.[2]

2020 wurde die Sanierung des Fachwerks mit städtischen Fördermitteln unterstützt.[3]

2021 folgten weitere geförderte Arbeiten an Fachwerk und Gefachen.[4]

Im Jahr 2023 war das Wohnhaus außerdem im Rahmen des Tags des offenen Denkmals für Besucher zugänglich.[5]

Quellen

  1. ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 Stadt Ahlen, Untere Denkmalbehörde: Jahresbericht 2017 zur Stadtbild- und Denkmalpflege.
  2. ↑ Stadt Ahlen, Untere Denkmalbehörde: Jahresbericht 2018 zur Stadtbild- und Denkmalpflege.
  3. ↑ Stadt Ahlen, Untere Denkmalbehörde: Jahresbericht 2020 zur Stadtbild- und Denkmalpflege.
  4. ↑ Stadt Ahlen, Untere Denkmalbehörde: Jahresbericht 2021 zur Stadtbild- und Denkmalpflege.
  5. ↑ Stadt Ahlen, Untere Denkmalbehörde: Jahresbericht 2023 zur Stadtbild- und Denkmalpflege.