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Schuhfabrik Rogman

Aus AhlenWiki
Schuhfabrik Rogman
Anschrift Mittelstraße 10
4730 Ahlen
Branche Schuhfabrik
Gründungsdatum 1922
Auflösungsdatum 1966
Auflösungsgrund Rückgang d. Aufträge
/>a. d. Zechenbereich
Inhaber Peter Rogmann;
später Theodor Rogmann


Die Schuhfabrik Rogmann war eine Ahlener Schuhfabrik an der Mittelstraße 10. Das Unternehmen wurde von Peter Rogmann gegründet und stellte vor allem Arbeits-, Berufs- und Unfallverhütungsschuhe her. Ein wichtiger Abnehmerkreis waren die Zechen des Ruhrgebiets.[1]

Die Firma bestand bis 1966 und gehörte zu den kleineren, stärker handwerklich geprägten Betrieben der Ahlener Schuhindustrie.[1]

Historie

Gründung

Der Schuster Peter Rogmann kam kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs aus Asperen bei Goch am Niederrhein nach Ahlen. Zunächst arbeitete er in der Schuhfabrik Tovar.[1]

Um 1920 begann Rogmann im Keller seines Wohnhauses an der Mittelstraße mit der Anfertigung schwerer Arbeitsschuhe. Die Produktion entwickelte sich so gut, dass er seine Tätigkeit bei Tovar aufgab und sich ganz dem eigenen Betrieb widmete.[1]

1921 ließ Peter Rogmann sein Wohnhaus um einen Werkstattanbau erweitern. 1922 folgte ein weiterer Anbau, wodurch aus der Schuhmacherwerkstatt eine kleine Schuhfabrik entstand.[1]

1926 wurde die Schuhfabrik Rogmann in das Handelsregister eingetragen.[1]

Produktion von Arbeits- und Berufsschuhen

Rogmann spezialisierte sich auf schwere Arbeits- und Berufsschuhe. Produziert wurden unter anderem Schuhe aus Rind- und Spaltleder sowie Unfallverhütungsschuhe. Die Produkte waren besonders für harte Arbeitseinsätze geeignet und richteten sich an Arbeiter in Industrie, Bergbau und verwandten Bereichen.[1]

Im Gegensatz zu größeren Ahlener Schuhfabriken wie Schuhfabrik Tovar oder Schuhfabrik Steinhoff blieb Rogmann ein kleinerer Betrieb. Gerade diese handwerkliche Prägung bestimmte jedoch den Charakter der Firma.[1]

Entwicklung bis zum Zweiten Weltkrieg

1931 übernahm Theodor Rogmann, der Sohn des Gründers Peter Rogmann, die Geschäftsführung. Der Betrieb hatte zu diesem Zeitpunkt sechs Beschäftigte.[1]

Nach dem Tod Peter Rogmanns im Jahr 1939 führte Theodor Rogmann die Schuhfabrik weiter. Im selben Jahr wurden täglich etwa 100 Paar Schuhe produziert.[1]

Zweiter Weltkrieg

Während des Zweiten Weltkriegs stellte die Schuhfabrik Rogmann Militärstiefel her. Am 22. Oktober 1944 wurde ein Lagergebäude der Firma durch Brandbomben vernichtet.[1]

Im Januar 1945 beschäftigte der Betrieb etwa zehn Personen.[1]

Nachkriegszeit

Nach der Besetzung Ahlens durch alliierte Truppen im März 1945 wurde die Produktion bereits im Juni 1945 wieder aufgenommen. In der unmittelbaren Nachkriegszeit profitierte Rogmann von Aufträgen der britischen Besatzungsmacht und der Ruhrzechen.[1]

1946 beschäftigte die Firma 26 Personen, 1948 waren es 28. Damit erreichte der Betrieb in der Nachkriegszeit einen seiner höchsten Beschäftigtenstände.[1]

Abhängigkeit vom Zechenbereich

In den 1950er Jahren fertigte Rogmann weiterhin überwiegend Arbeitsschuhe für den Bergbau. 1956 bestand die Produktion zu etwa 80 Prozent aus Schuhen für den Bergbau.[1]

Der Versuch, durch Aufträge im Zusammenhang mit der Gründung der Bundeswehr neue Absatzmöglichkeiten zu erschließen, blieb erfolglos. Die Firma konnte preislich nicht mit größeren Konkurrenten mithalten.[1]

Die starke Abhängigkeit von den Ruhrzechen wurde zunehmend zum Problem. Als die Bestellungen eines wichtigen Einkäufers aus dem Zechenbereich ausblieben, brach das Auftragsvolumen stark ein.[1]

Ende des Betriebs

1961 bis 1963 konnte ein Vergleichsverfahren noch abgewendet werden. 1963 waren Räume der Firma Rogmann bereits an die Grevener Schuhfabrik Sahle vermietet.[1]

Im Dezember 1966 stellte die Schuhfabrik Rogmann ihre Tätigkeit endgültig ein.[1]

Produkte

Die Schuhfabrik Rogmann stellte vor allem robuste Schuhe für Arbeit und Beruf her. Dazu gehörten:

  • Arbeitsschuhe
  • Berufsschuhe
  • Unfallverhütungsschuhe
  • Schuhe aus Rindleder
  • Schuhe aus Spaltleder
  • Militärstiefel während des Zweiten Weltkriegs

Ein wichtiger Absatzmarkt waren die Zechen des Ruhrgebiets.[1]

Beschäftigte

Jahr / Monat Beschäftigte
1931 6
Januar 1945 ca. 10
Juni 1945 ca. 10
Dezember 1946 26
Dezember 1948 28
1955 14
1960er Jahre ca. 15
1966 Schließung

Produktion

Jahr Tagesproduktion
1939/1940 ca. 100 Paar Schuhe

Standort

Der Sitz der Schuhfabrik Rogmann befand sich an der Mittelstraße 10 in Ahlen. Dort entwickelte sich der Betrieb aus einer im Wohnhaus eingerichteten Werkstatt zu einer kleinen Schuhfabrik.[1]

Einordnung

Die Schuhfabrik Rogmann steht innerhalb der Ahlener Schuhindustrie für den kleineren, handwerklich geprägten Betrieb. Während größere Firmen wie Tovar und Steinhoff nach dem Zweiten Weltkrieg stärker auf modische Straßen- und Damenschuhe setzten, hielt Rogmann an der Produktion schwerer Arbeits- und Berufsschuhe fest.[1]

Diese Spezialisierung gab dem Unternehmen lange ein klares Profil, machte es aber auch abhängig vom Bergbau und den Bestellungen der Ruhrzechen. Mit dem Rückgang beziehungsweise dem Ausbleiben wichtiger Aufträge verlor die Firma ihre wirtschaftliche Grundlage.[1]

  1. 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 1,11 1,12 1,13 1,14 1,15 1,16 1,17 1,18 1,19 1,20 1,21 1,22 Rolf Schorfheide: Wie der Aal unter die Sohle kam. Ahlen und seine Schuhindustrie, herausgegeben von der Stadt Ahlen, Ahlen 1996.