Ziegelei Hagedorn
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Die Ziegelei Hagedorn war ein Ziegeleibetrieb in Ahlen. Sie lag im Ahlener Südwesten im Bereich der Kleiwelle und des Eixten und befand sich über mehrere Generationen im Besitz der Familie Hagedorn.[1]
Lage
Die Ziegelei lag in der Ahlener Feldmark im südwestlichen Bereich der Stadt. In den archivalischen Unterlagen wird der Standort vor allem mit den Flurnamen Kleiwelle und Eixten verbunden.[2] Genannt werden dort unter anderem die Parzellen Flur 12 Nr. 202, 203, 581/206, 582/206 und 583/206, darunter ausdrücklich der Hofraum und Ziegelei daselbst mit Wohnhaus.[2]
Zum Besitz gehörten außerdem weitere Flächen auf dem Eixten, auf der Kleiwelle, im Morgenbruch, im Geisthövelsort sowie im Halfe.[3][2] Das Wohnhaus der Familie befand sich an der Hammer Straße 92, später Hammer Straße 252.[1]
Geschichte
Der aus der Bauerschaft Halene im Kirchspiel Neuahlen stammende Ziegler Franz Hagedorn übernahm im Jahr 1868 eine bereits bestehende Ziegelei mit Ländereien im Ahlener Südwesten.[1] Die Übernahme ist durch notarielle Kaufverträge aus den Jahren 1867 bis 1869 dokumentiert.[2] Demnach hatte zunächst der Ziegelmeister Gerhard Wilhelm Storck im Juli 1867 die Ziegelei in der Kleiwelle von der Witwe Gertrud Limbrock erworben, bevor Franz Hagedorn den Besitz 1869 übernahm.[2]
In den folgenden Jahren wurde der Besitz arrondiert und erweitert. Dazu gehörten weitere Grundstückskäufe auf dem Eixten und in der Kleiwelle sowie Eintragungen, Auflassungen und Zusammenlegungen verschiedener Parzellen in der Ahlener Feldmark.[3][2] Mehrere Hypotheken und Darlehen, darunter Kredite bei der städtischen Sparkasse, belegen die wirtschaftliche Entwicklung des Betriebs und seiner Ländereien.[2]
Nach dem Tod Franz Hagedorns regelte seine Witwe Catharina Hagedorn, geb. Barkei, die Vormundschaft für die minderjährigen Söhne Hermann und Johann Otto.[4] 1874 wurde ein Inventar über das gemeinschaftliche Vermögen des verstorbenen Ziegeleibesitzers Franz Hagedorn und seiner Ehefrau angelegt.[4] Im Jahr 1899 übertrug Catharina Hagedorn das Eigentum auf ihren Sohn Hermann Hagedorn, behielt jedoch ein lebenslanges Wohnrecht und Leibzucht auf dem Kotten; zugleich wurden die Geschwister abgefunden.[4]
Um 1900 wurde an der Hammer Straße ein neues Wohnhaus errichtet.[1] Dazu sind Rechnungen verschiedener Baugewerke sowie Kreditunterlagen überliefert.[5] Auch Gebäudesteuerveranlagungen aus den Jahren 1890 bis 1900 belegen Veränderungen des Gebäudebestandes; unter anderem wird das bisherige Wohnhaus mit Tenne im Jahr 1900 als abgegangen verzeichnet.[2]
Für die wirtschaftliche Tätigkeit des Betriebs ist ein Hauptbuch des Ahlener Verkaufsvereins für Ziegelei-Fabrikate aus den Jahren 1906 bis 1914 erhalten geblieben.[6] Es zeigt, dass die Ziegelei in die regionalen Absatz- und Vermarktungsstrukturen der Ziegelindustrie eingebunden war.
Im Verzeichnis der Ziegeleien in Westfalen und Lippe ist für 1905 in Ahlen ein Ziegeleibetrieb von Hermann Hagedorn nachgewiesen; für 1913 erscheint ein Betrieb von Wilhelm Hagedorn. Die Kürzel ZH, Hz, Dz stehen dabei für eine Ziegelei mit Handbetrieb, für Handstrichziegel und für Dachziegel.[7]
Im LWL-Verzeichnis erscheint die Ziegelei Hagedorn in Ahlen noch 1905 und 1913, jedoch nicht mehr in den Verzeichnissen von 1925, 1930, 1939, 1950 und 1953.[7] Nach den Angaben des Kreisarchivs blieb die Ziegelei über drei Generationen im Familienbesitz.[1]
Noch nach 1950 erscheint im Ahlener Adressbuch Wilhelm Hagedorn als Landwirt, jedoch nicht mehr als Ziegeleibesitzer.[1]
Eigentümerfolge
- vor 1868: bestehende Ziegelei in der Kleiwelle
- ab 1868/1869: Franz Hagedorn[1][2]
- ab 1874: Catharina Hagedorn, geb. Barkei, als Witwe und Vormünderin[4]
- ab 1899: Hermann Hagedorn[4]
- spätestens 1913: Wilhelm Hagedorn als Ziegeleibesitzer nachweisbar[7]
Quellen
- Burkhard Beyer, Verzeichnis der Ziegeleien in Westfalen und Lippe 1905 bis 1953. Auswertung der Fachadressbücher und Branchenverzeichnisse, in: Materialien der Historischen Kommission für Westfalen, Bd. 13, Münster 2017.
- Kreisarchiv Warendorf, Bestand N 212 „Hagedorn, Ziegelei; Ahlen“.
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 Kreisarchiv Warendorf, Bestand N 212 „Hagedorn, Ziegelei; Ahlen“, Einleitung zum Bestand, 24. März 2023.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 2,7 2,8 Kreisarchiv Warendorf, Bestand N 212 „Hagedorn, Ziegelei; Ahlen“, Nr. 3.
- ↑ 3,0 3,1 Kreisarchiv Warendorf, Bestand N 212 „Hagedorn, Ziegelei; Ahlen“, Nr. 2.
- ↑ 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 Kreisarchiv Warendorf, Bestand N 212 „Hagedorn, Ziegelei; Ahlen“, Nr. 1.
- ↑ Kreisarchiv Warendorf, Bestand N 212 „Hagedorn, Ziegelei; Ahlen“, Nr. 4.
- ↑ Kreisarchiv Warendorf, Bestand N 212 „Hagedorn, Ziegelei; Ahlen“, Nr. 5.
- ↑ 7,0 7,1 7,2 Burkhard Beyer, Verzeichnis der Ziegeleien in Westfalen und Lippe 1905 bis 1953. Auswertung der Fachadressbücher und Branchenverzeichnisse, in: Materialien der Historischen Kommission für Westfalen, Bd. 13, Münster 2017, S. 21–23, 180.