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Haus Heitmann

Aus AhlenWiki
Haus Heitmann


Auf dem heutigen Marienplatz stand einst ein imposantes Bauwerk, das in der Stadtgeschichte als „Haus Heitmann“ oder auch „Heitmanns Tempel“ bekannt war. Dieses markante Gebäude, das heute nicht mehr existiert, prägte über Jahre hinweg das Stadtbild, bevor es schließlich abgerissen wurde. Der Grundriss des Hauses lässt sich jedoch noch immer erahnen, dank der mit rotem Klinker neu errichteten Umfassungsmauern des Mariengartens, die den ehemaligen Standort andeuten.

Das Haus Heitmann war besonders durch seine auffällige, doppelseitige Treppe bekannt, die bis auf den Bürgersteig ragte. Diese Treppe, die mit einem schmiedeeisernen Geländer versehen war, stellte eine besondere Attraktion dar, insbesondere für Kinder, die die Stufen hinauf- und hinunterliefen. Die Treppe hatte jedoch nicht nur spielerischen Wert: Bei den Fronleichnamsprozessionen der Marien-Pfarre diente die Plattform als Altar für den Segen.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde diese charakteristische Treppe entfernt. Zeitzeugen berichten, dass die Entfernung im Zusammenhang mit einem Besuch des Reichsarbeitsführers Robert Ley am 16. Juni 1939 stand. Auf seiner Deutschlandfahrt sollte Ley mit 700 Männern der „Alten Garde“ in 30 offenen Opel-Blitz-Autobussen ungehindert durch Ahlen in Richtung Walstedde fahren. Angesichts der zu erwartenden Menschenmassen wurde die Treppe auf dem Bürgersteig entfernt, um eine reibungslose Durchfahrt zu ermöglichen.

Obwohl das Haus Heitmann heute nicht mehr steht, bleibt es ein Teil der Stadtgeschichte von Ahlen und wird in Erinnerungen sowie in Literatur wie „Das alte Ahlen“ von Jans Wiese weiterleben.

Quellen:

  • Wiese, Jans: Das alte Ahlen
  • Jahrbuch des Kreises Warendorf 2017, Seite 53