Stadttore
Die Stadttore bildeten die kontrollierten Zugänge zur befestigten Stadt Ahlen. Als Bestandteil der Stadtbefestigung ermöglichten sie den Zugang durch die Stadtmauer und regelten zugleich den Waren- und Personenverkehr. Über die Tore führten die wichtigsten Fernstraßen in die umliegenden Städte und Bauerschaften.
Für Ahlen sind fünf Stadttore überliefert: das Westtor, das Nordtor, das Osttor, das Südtor und das Kamptor. Gemeinsam bildeten sie die Übergänge zwischen der Stadt und dem Stadtfeld, von wo aus die Straßen weiter zu den Schlagbäumen der Landwehr führten.
Geschichte
Mit dem Bau der steinernen Stadtmauer in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts entstanden auch die Stadttore. Sie dienten als befestigte Durchgänge durch die Mauer und waren zugleich Kontrollpunkte für Reisende und den Warenverkehr.
Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Toranlagen mehrfach verändert und den jeweiligen militärischen Anforderungen angepasst. Im 16. Jahrhundert erhielten einzelne Tore zusätzliche Befestigungen. Mit dem Verlust der militärischen Bedeutung der Stadtbefestigung wurden die Toranlagen nach und nach aufgegeben und schließlich abgebrochen.
Aufgaben
Die Stadttore erfüllten mehrere Funktionen:
- Sicherung der Zugänge zur Stadt
- Kontrolle des Personen- und Warenverkehrs
- Erhebung von Abgaben und Zöllen
- Verbindung der Stadt mit den wichtigsten Fernstraßen
- Bestandteil der städtischen Verteidigung
Außerhalb der Stadttore verliefen die Straßen zunächst durch das Stadtfeld und erreichten anschließend die Landwehr mit ihren Schlagbäumen.
Die Stadttore
Westtor
Das Westtor war einer der wichtigsten Zugänge zur Stadt und erschloss die westlichen Verkehrswege. Es blieb bis in das 19. Jahrhundert erhalten und wurde im Februar 1879 abgebrochen.
Nordtor
Das Nordtor erschloss die nördlichen Straßen in Richtung Münster und Warendorf. Es wurde bereits 1685 abgebrochen.
Osttor
Das Osttor bildete den Zugang zu den östlichen Ausfallstraßen in Richtung Beckum und Rosendahl.
Südtor
Das Südtor führte auf die Straßen nach Meichelen, Dolberg und Hamm.
Kamptor
Das Kamptor erschloss die nordwestlichen Wege in Richtung Halene und der Bauerschaften.
Bedeutung für die Stadtentwicklung
Die Lage der Stadttore bestimmte über Jahrhunderte die wichtigsten Verkehrsachsen Ahlens. Straßen, Märkte und spätere Stadterweiterungen orientierten sich an den bestehenden Toranlagen. Auch nach ihrem Abbruch blieb ihre Lage im Stadtgrundriss und in den historischen Straßenverläufen erkennbar.
Niedergang
Mit der Aufgabe der mittelalterlichen Stadtbefestigung verloren die Stadttore ihre ursprüngliche Funktion. Im Zuge der Stadterweiterung und des zunehmenden Verkehrs wurden sie nach und nach beseitigt. Heute erinnern nur noch historische Karten, Quellen und einzelne Straßenverläufe an ihre ehemaligen Standorte.
Siehe auch
Literatur
- Cornelia Kneppe: Ahlen – Die Herausbildung städtischer Identität durch Landwehrbau und Landwehrpflege. In: Stadt und Landwehr.
- Wilhelm Kohl: Die Stadt Ahlen.
- Josef Abeler: Geschichte der Stadt Ahlen.