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Wacker Ahlen: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Sportfreunde Wacker 20 Ahlen e. V.''', meist kurz '''Wacker Ahlen''' genannt, war ein traditionsreicher Sportverein in [[Ahlen]]. Der im Juni 1920 gegründete Verein entwickelte sich aus den Anfängen des Fußballsports im katholischen Vereinswesen der Stadt. Neben dem Fußball bestanden im Laufe der Vereinsgeschichte unter anderem Abteilungen für [[Handball]], [[Tischtennis]], [[Leichtathletik]], Schwimmen und Volleyball. Die Vereinsfarben waren Blau und Gelb.<ref name="Festschrift29">Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 29.</ref>
'''Sportfreunde Wacker 20 Ahlen e. V.''', meist kurz '''Wacker Ahlen''' genannt, war ein 1920 gegründeter Sportverein in [[Ahlen]]. Neben dem Fußball bestanden im Laufe der Vereinsgeschichte Abteilungen für Handball, Tischtennis, Leichtathletik, Schwimmen und Volleyball. Die Vereinsfarben waren Blau und Gelb.<ref name="FestschriftGesamt">''Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V.'', Ahlen 1970.</ref>


Während der nationalsozialistischen Herrschaft wurde der Verein verboten. Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] erfolgte 1946 die Wiedergründung. Im Jahr 1970 schlossen sich die Sportfreunde Wacker mit dem [[SSV Westfalia Ahlen]] zur [[Ahlener Sportvereinigung]] (ASV) zusammen.
Der Verein wurde während der nationalsozialistischen Herrschaft verboten und nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wiedergegründet. Im Jahr 1970 endete die eigenständige Geschichte von Wacker Ahlen mit dem Zusammenschluss mit dem [[SSV Westfalia Ahlen]] zur [[Ahlener Sportvereinigung]].


== Geschichte ==
== Geschichte ==
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=== Vorgeschichte und Gründung ===
=== Vorgeschichte und Gründung ===


Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts fand der Fußballsport in Ahlen Anhänger. Innerhalb des Männer-Turn- und Spielvereins versuchten junge Mitglieder, eine Fußballabteilung zu gründen. Nachdem dieser Wunsch keine Mehrheit gefunden hatte, verließen mehrere Fußballbegeisterte den Verein und gründeten den '''Club der Sieben Sterne'''. Zu ihnen gehörten unter anderem [[Bernhard Drepper]], [[Bernhard Gieske]], [[Hubert Lerlei]], [[Hermann Bregenhorn]], [[Franz Schmitz]], [[Theo Pollmeier]] und [[Stefan Dodt]].<ref name="Festschrift27">Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 27.</ref>
Bereits vor der Gründung von Wacker bestanden in Ahlen mehrere Gruppen, in denen Fußball gespielt wurde. Innerhalb des Männer-Turn- und Spielvereins versuchten junge Mitglieder, eine Fußballabteilung aufzubauen. Nachdem dies dort nicht zustande gekommen war, gründeten Fußballbegeisterte den '''Club der Sieben Sterne'''. Zu den in der Vereinschronik genannten Spielern gehörten Bernhard Drepper, Bernhard Gieske, Hubert Lerlei, Hermann Bregenhorn, Franz Schmitz, Theo Pollmeier und Stefan Dodt.<ref name="Festschrift27">''Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V.'', Ahlen 1970, S. 27.</ref>


Daneben bestand mit dem '''FC Schmalbick''' ein weiterer nicht eingetragener Fußballverein. Zu dessen Spielern gehörten unter anderem [[Willi Quante]], [[Klemens Molke]], [[Bernhard Jägermann]], [[Theo Jägermann]], [[Johannes Jüttemeier]] und [[Heinrich Stohlmeier]]. Die beiden Mannschaften trugen zunächst Ortsrivalenkämpfe gegeneinander aus, bevor sie sich zusammenschlossen. Ein Spiel, bei dem der Zusammenschluss vereinbart wurde, fand auf dem Gelände der späteren Wacker-Sportplatzanlage am [[Vorhelmer Weg]] statt.<ref name="Festschrift27" />
Daneben bestand mit dem '''FC Schmalbick''' ein weiterer nicht eingetragener Fußballverein. Für diesen werden unter anderem Willi Quante, Klemens Molke, Bernhard Jägermann, Theo Jägermann, Johannes Jüttemeier und Heinrich Stohlmeier genannt. Zwischen den beiden Mannschaften wurden zunächst Ortsrivalenkämpfe ausgetragen. Schließlich kam es zum Zusammenschluss. Nach der Vereinschronik wurde dieser bei einem Spiel auf dem Gelände vereinbart, auf dem später die Wacker-Sportplatzanlage am [[Vorhelmer Weg]] entstand.<ref name="Festschrift27" />


Da zahlreiche Spieler zugleich dem katholischen Gesellen- und Jugendverein angehörten und der Fußball zunehmend als Teil der Jugendarbeit angesehen wurde, entstand schließlich der Wunsch nach einem gemeinsamen, organisierten Sportverein.<ref name="Festschrift27" />
Viele der beteiligten Fußballer gehörten zugleich dem katholischen Gesellen- und Jugendverein an. In diesem Umfeld entstand schließlich die Idee, einen eigenen organisierten Sportverein zu gründen.<ref name="Festschrift27" />


Im Juni 1920 fand auf der Kegelbahn des Gesellenhauses die Gründungsversammlung der '''Sportfreunde Wacker Ahlen''' statt. Nach dem überlieferten Protokoll nahmen etwa 60 bis 70 Personen teil. Zum Versammlungsleiter und anschließend zum ersten Vorsitzenden wurde [[Andreas Lanz]] gewählt. Schriftführer und Kassierer wurde [[Willi Toppe]], Präses war [[Kaplan Watermann]]. [[Theo Pollmeier]] übernahm die Funktion des Spielführers der ersten Mannschaft.<ref name="Festschrift29" />
Im Juni 1920 fand auf der Kegelbahn des Gesellenhauses die Gründungsversammlung der Sportfreunde Wacker Ahlen statt. Nach dem in der Festschrift wiedergegebenen Gründungsprotokoll nahmen etwa 60 bis 70 Personen teil. Versammlungsleiter und erster Vorsitzender wurde Andreas Lanz. Willi Toppe übernahm die Aufgaben des Schriftführers und Kassierers, Kaplan Watermann wurde Präses. Theo Pollmeier wurde Spielführer der ersten Mannschaft.<ref name="Festschrift29">''Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V.'', Ahlen 1970, S. 29.</ref>


Zu den in der Vereinschronik genannten Gründern gehörten:
Als Gründer nennt die Vereinschronik:


* [[Stefan Dodt]]
* Stefan Dodt
* [[Josef Möllenhoff]]
* Josef Möllenhoff
* [[Bernhard Jägermann]]
* Bernhard Jägermann
* [[Bernhard Drepper]]
* Bernhard Drepper
* [[Hubert Lerlei]]
* Hubert Lerlei
* [[Anton Sudhoff]]
* Anton Sudhoff
* [[Theo Jägermann]]
* Theo Jägermann
* [[Franz Schmitz]]
* Franz Schmitz
* [[Josef Abke]]
* Josef Abke
* [[Bernhard Gieske]]
* Bernhard Gieske
* [[Willi Möllenhoff]]
* Willi Möllenhoff
* [[Andreas Lanz]]
* Andreas Lanz
* [[Theo Pollmeier]]
* Theo Pollmeier
* [[Heinrich Mormann]]
* Heinrich Mormann
* [[Hermann Bregenhorn]]
* Hermann Bregenhorn
* [[Heinrich Stohlmeier]]
* Heinrich Stohlmeier
* [[Klemens Molke]]
* Klemens Molke
* [[Willi Quante]]<ref name="Festschrift27" />
* Willi Quante<ref name="Festschrift27" />


=== Die Vereinsfarben ===
=== Die Vereinsfarben ===


Ursprünglich sollten die grün-weißen Farben des Clubs der Sieben Sterne übernommen werden. [[Andreas Lanz]] und [[Klemens Molke]] fuhren deshalb wenige Tage nach der Gründungsversammlung nach Dortmund, um bei der Firma Hildebrandt die Spielkleidung zu beschaffen. Da dort jedoch keine grün-weißen Trikots verfügbar waren, entschieden sie sich für Blau-Gelb. Diese Farben wurden anschließend zu den dauerhaften Vereinsfarben von Wacker Ahlen.<ref name="Festschrift31">Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 31.</ref>
Ursprünglich sollten die grün-weißen Farben des Clubs der Sieben Sterne übernommen werden. Andreas Lanz und Klemens Molke fuhren wenige Tage nach der Gründungsversammlung nach Dortmund, um bei der Firma Hildebrandt Spielkleidung zu beschaffen. Da dort keine grün-weißen Trikots verfügbar waren, entschieden sie sich für Blau und Gelb. Diese wurden anschließend zu den Vereinsfarben von Wacker Ahlen.<ref name="Festschrift31">''Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V.'', Ahlen 1970, S. 31.</ref>


=== Sportplatz am Vorhelmer Weg ===
=== Die ersten Sportplätze ===


Zunächst nutzte Wacker unter anderem einen Sportplatz an der Lindenstraße. Mit der wachsenden Zahl der Mannschaften wurde der Wunsch nach einer eigenen Sportanlage immer größer. Unter maßgeblicher Mitwirkung der Vereinsmitglieder entstand schließlich am [[Vorhelmer Weg]] eine vereinseigene Sportplatzanlage.<ref name="Festschrift33">Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 33.</ref>
Nach der Vereinsgründung wurde die Stadt Ahlen gebeten, Wacker vorerst die Benutzung des Sportplatzes an der Lindenstraße für den Spielbetrieb zu gestatten.<ref name="Festschrift31" />


Die Mitglieder führten einen erheblichen Teil der Arbeiten selbst aus. Sie planierten das Gelände, transportierten Sand und Asche für die 400-Meter-Laufbahn, walzten die Bahn und arbeiteten an Umzäunung und Umkleideräumen. Am '''26. August 1928''' wurde die Anlage feierlich eingeweiht.<ref name="Festschrift33" />
Später entstand am [[Vorhelmer Weg]] eine eigene Sportplatzanlage. Bereits das Gelände, auf dem sich zuvor der Club der Sieben Sterne und der FC Schmalbick gegenübergestanden hatten, wurde in der Vereinschronik als späterer Standort des Wackerplatzes beschrieben.<ref name="Festschrift27" />


Die Feier begann mit einem Gottesdienst in der [[Marienkirche]]. Anschließend wurde der Sportplatz unter Beteiligung zahlreicher Gäste offiziell seiner Bestimmung übergeben. Das erste Fußballspiel auf der neuen Anlage bestritt Wacker gegen die DJK Düsseldorf-Lierenfeld. Die Ahlener gewannen die Begegnung mit 2:1.<ref name="Festschrift37">Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 35–39.</ref>
[[Datei:Wackerplatz-Vorhelmer-Weg.png|mini|rechts|Sportplatz der Sportfreunde Wacker am Vorhelmer Weg]]


Neben dem Fußball bot die Anlage auch der Leichtathletik gute Bedingungen. Wacker richtete Sportfeste und Vereinswettkämpfe aus. Bei einem Sportfest des Jahres 1931 errangen die Wackeraner nach Angaben der Vereinschronik 49 Siege, darunter 13 erste Plätze. Beim Reichstreffen 1932 in Dortmund trat die Leichtathletikriege des Vereins unter anderem in der 4-mal-100-Meter-Staffel an.<ref name="Festschrift45">Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 43–45.</ref>
Die Anlage wurde zu einem großen Teil in Eigenarbeit der Vereinsmitglieder geschaffen. Unter anderem wurden Gelände und Laufbahn hergerichtet, Sand und Asche transportiert und Arbeiten an Umzäunung und Nebenanlagen durchgeführt.<ref name="Festschrift33">''Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V.'', Ahlen 1970, S. 33.</ref>


1930 erhielt der Verein außerdem ein eigenes Vereinsbanner.<ref name="Festschrift45" />
Am '''26. August 1928''' wurde die neue Sportplatzanlage feierlich eingeweiht. Die Feierlichkeiten begannen mit einem Gottesdienst in der [[Marienkirche]]. Anschließend zog ein Festzug zum Sportplatz am Vorhelmer Weg.<ref name="Festschrift35">''Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V.'', Ahlen 1970, S. 33–35.</ref>
 
Das erste Fußballspiel auf dem neuen Platz bestritt Wacker gegen DJK Düsseldorf-Lierenfeld. Wacker gewann die Begegnung mit '''2:1'''.<ref name="Festschrift37">''Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V.'', Ahlen 1970, S. 37.</ref>
 
Die Sportanlage wurde nicht nur für Fußball genutzt. Insbesondere die Leichtathletik nahm in den folgenden Jahren einen wichtigen Platz im Vereinsleben ein. Bei einem Sportfest im Jahr 1931 errangen Sportler von Wacker nach Angaben der Vereinschronik 49 Siege, darunter 13 erste Plätze. Beim Reichstreffen 1932 in Dortmund nahm die Leichtathletikriege des Vereins unter anderem an der 4-mal-100-Meter-Staffel teil.<ref name="Festschrift45">''Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V.'', Ahlen 1970, S. 43–45.</ref>
 
Im Jahr 1930 erhielt der Verein außerdem ein eigenes Vereinsbanner.<ref name="Festschrift45" />


=== Verbot während der NS-Zeit ===
=== Verbot während der NS-Zeit ===


Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme gerieten die katholisch geprägten Sportvereine zunehmend unter Druck. Die eigenständige sportliche Jugendarbeit stand dem Totalitätsanspruch der nationalsozialistischen Organisationen entgegen. Nach Darstellung der Vereinschronik trat Wacker '''1934''' letztmals offiziell an und bestritt in Sulzbach ein Freundschaftsspiel. Anschließend wurde der Verein politisch verboten.<ref name="Festschrift45" />
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten gerieten konfessionell geprägte Sportvereine zunehmend unter politischen Druck. In der Vereinschronik wird beschrieben, dass insbesondere die eigenständige Jugendarbeit der katholischen Sportbewegung in Konflikt mit den nationalsozialistischen Organisationen geriet.<ref name="Festschrift45" />
 
1934 trat Wacker nach Darstellung der Festschrift zum letzten Mal offiziell auf und bestritt in Sulzbach ein Freundschaftsspiel. Anschließend wurde der Verein verboten.<ref name="Festschrift45" />


Auch das Vereinswappen an der Wacker-Sportstätte musste auf Anordnung der Behörden unter Polizeiaufsicht entfernt werden. Die Vereinsgemeinschaft bestand informell weiter; nach Darstellung der Festschrift wurden ihre Aktivitäten von der Gestapo beobachtet.<ref name="Festschrift47">Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 45–47.</ref>
Auch das Vereinswappen an der Wacker-Sportstätte musste entfernt werden. Die Maßnahme erfolgte unter Polizeiaufsicht. Gleichzeitig wird in der Vereinschronik berichtet, dass Verbindungen zwischen ehemaligen Vereinsmitgliedern weiterhin bestanden und Aktivitäten von der Gestapo beobachtet wurden.<ref name="Festschrift47">''Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V.'', Ahlen 1970, S. 45–47.</ref>


=== Wiedergründung nach dem Zweiten Weltkrieg ===
=== Wiedergründung nach dem Zweiten Weltkrieg ===


Nach Kriegsende begann der Wiederaufbau des Vereins. An Christi Himmelfahrt '''1946''' fand im Saal des [[Kettlerhaus|Kettlerhauses]] die offizielle Wiedergründungsversammlung statt. Ehemalige Mitglieder und zahlreiche neue Sportfreunde nahmen daran teil. Dabei wurde auch das alte Vereinsbanner wieder hervorgeholt, das während der NS-Zeit verborgen worden war.<ref name="Festschrift47" />
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Wacker wiedergegründet. Hinsichtlich des genauen Jahres enthält die Jubiläumsschrift unterschiedliche Angaben: Im Grußwort der Stadt Ahlen wird eine Wiedergründung bereits '''1945''' genannt, während die Chronik der Tischtennisabteilung von einer Wiedergründung im Jahr '''1946''' spricht.<ref name="Festschrift5">''Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V.'', Ahlen 1970, S. 5.</ref><ref name="Festschrift77">Ebenda, S. 77.</ref>
 
Die eigentliche Wiederbelebung des Vereins wird in der Chronik ausführlich beschrieben. An Christi Himmelfahrt fand im Saal des [[Kettelerhaus|Kettelerhauses]] eine Versammlung statt, bei der zahlreiche frühere und neue Vereinsmitglieder zusammenkamen. Dabei wurde auch das während der NS-Zeit erhalten gebliebene Vereinsbanner wieder hervorgeholt.<ref name="Festschrift47" />
 
Der frühere Sportplatz am Vorhelmer Weg stand Wacker nach dem Krieg nicht mehr zur Verfügung. In der Folge wurde die [[Jahnwiese]] zur neuen sportlichen Heimat des Vereins.<ref name="Festschrift47" />
 
=== Ausbau der Jahnwiese ===


Der frühere Sportplatz am Vorhelmer Weg stand Wacker nach dem Krieg nicht mehr zur Verfügung. Zunächst musste sich der Verein die [[Jahnwiese]] mit dem [[TuS Ahlen]] teilen. In den Jahren '''1948/49''' begannen die Wackeraner, die Anlage in umfangreicher Eigenarbeit auszubauen. Das vorhandene Fußballfeld wurde verbessert, eine Mauer errichtet und Umkleide-, Dusch- und Toilettenräume geschaffen. 1949 war die Anlage so weit hergerichtet, dass wieder von einer vollständigen Sportplatzanlage gesprochen werden konnte.<ref name="Festschrift49">Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 47–49.</ref>
Die Wackeraner bauten die Jahnwiese mit erheblicher Eigenleistung weiter aus. Das Spielfeld wurde verbessert und Nebenanlagen entstanden. Bis 1949 wurden unter anderem Umkleideräume, Duschen und Toiletten geschaffen.<ref name="Festschrift49">''Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V.'', Ahlen 1970, S. 47–49.</ref>


Eine zentrale Rolle beim Wiederaufbau spielte der langjährige Vorsitzende [[Bernhard Scheffer]], der später Ehrenvorsitzender des Vereins wurde.<ref name="Festschrift49" />
Eine wichtige Rolle beim Wiederaufbau spielte Bernhard Scheffer, der über viele Jahre erster Vorsitzender und später Ehrenvorsitzender des Vereins war.<ref name="Festschrift49" />


=== Vereinsheim und Sporthaus auf der Jahnwiese ===
=== Vereinsheim und Sporthaus ===


1952 richtete Wacker in einer ehemaligen Bunkeranlage auf der Jahnwiese ein Vereinsheim ein. Es diente sowohl den Vorstandssitzungen und Spielausschusssitzungen als auch dem gesellschaftlichen Vereinsleben. Bereits 1954 erwies sich das Vereinsheim als zu klein. Weitere Um- und Ausbauten folgten 1954/55 und 1958.<ref name="Festschrift51">Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 49–51.</ref>
Im Jahr '''1952''' richtete Wacker in einer früheren Bunkeranlage auf der Jahnwiese ein Vereinsheim ein. Es diente sowohl der Vereinsverwaltung als auch dem gesellschaftlichen Leben. Bereits 1954 erwies sich das Vereinsheim als zu klein. Es folgten Erweiterungen in den Jahren 1954/55 und 1958.<ref name="Festschrift51">''Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V.'', Ahlen 1970, S. 49–51.</ref>


1966 wurde der vorhandene Steigerturm abgerissen. Dabei verschwanden auch die bisherigen Umkleide- und Duschräume sowie die Toiletten. Unter dem Vorsitz von [[Bernhard Scheffer]] entstand anschließend ein neues Sporthaus. Im Erdgeschoss befanden sich neue Umkleiden, Duschen und Toiletten, darüber eine kleine Sporthalle, die insbesondere der Tischtennisabteilung zur Verfügung stand. Eine Beleuchtungsanlage ermöglichte außerdem das Training auf dem Sportplatz nach Einbruch der Dunkelheit.<ref name="Festschrift53">Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 51–53.</ref>
1966 wurde der vorhandene Steigerturm abgerissen. Dabei verschwanden auch die bisherigen Umkleide-, Dusch- und Toilettenräume. Anschließend entstand ein neues Sporthaus. Im Erdgeschoss wurden neue Umkleiden, Duschen und Toiletten eingerichtet, darüber befand sich ein Sportraum, der unter anderem der Tischtennisabteilung zur Verfügung stand. Außerdem erhielt die Anlage eine Beleuchtung, die Training auch nach Einbruch der Dunkelheit ermöglichte.<ref name="Festschrift53">''Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V.'', Ahlen 1970, S. 51–53.</ref>


Auf der Jahnwiese befand sich zudem ein Mahnmal zum Gedenken an verstorbene Vereinsmitglieder.<ref name="Festschrift53" />
Auf der Jahnwiese befand sich zudem ein Mahnmal, das an verstorbene Mitglieder des Vereins erinnerte.<ref name="Festschrift53" />


== Fußball ==
== Fußball ==


Nach der Wiedergründung begann die erste Fußballmannschaft in der Kreisklasse. Bereits kurze Zeit später gelang der Aufstieg in die Bezirksklasse. In einem entscheidenden Spiel auf der Jahnwiese gewann Wacker vor großer Zuschauerkulisse mit '''4:0 gegen SuS Ennigerloh'''. Zur erfolgreichen Mannschaft gehörten unter anderem [[Karl Kleine]], [[Adolf Brinkmann]], [[Hans Kessler]], [[Helmut Neumann]], [[Franz Amen]], [[Josef Fließ]], [[Willi Glaser]], [[Paul Stücke]], [[Josef Wessel]], [[Willi Krämer]], [[Hans Hille]] und [[Wilhelm Schmidt]].<ref name="Festschrift55">Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 53–55.</ref>
Nach der Wiedergründung begann die erste Fußballmannschaft in der ersten Kreisklasse. Bereits im ersten Anlauf gelang der Aufstieg in die Bezirksklasse. Im entscheidenden Spiel auf der Jahnwiese besiegte Wacker SuS Ennigerloh vor großer Zuschauerkulisse mit '''4:0'''.<ref name="Festschrift55">''Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V.'', Ahlen 1970, S. 53–55.</ref>
 
Zur damaligen Mannschaft gehörten unter anderem Karl Kleine, Adolf Brinkmann, Hans Kessler, Helmut Neumann, Franz Amen, Josef Fließ, Willi Glaser, Paul Stücke, Josef Wessel, Willi Krämer, Hans Hille und Wilhelm Schmidt.<ref name="Festschrift55" />


In den folgenden Jahren etablierte sich Wacker in der Bezirksklasse. Aus der eigenen Jugend rückten zahlreiche Spieler in die erste Mannschaft auf.
In den folgenden Jahren entwickelte sich die Fußballabteilung weiter. Zahlreiche Spieler aus der eigenen Jugend rückten in die Seniorenmannschaften auf.<ref name="Festschrift55" />


=== Aufstieg in die Landesliga ===
=== Aufstieg in die Landesliga ===


Den größten Erfolg der Fußballabteilung erreichte Wacker in der Saison '''1959/60'''. Nachdem zuvor [[Trainer Wiethöff]] die Grundlagen gelegt hatte, übernahm der frühere Wacker-Torwart [[Karl Kleine]] das Training der Mannschaft.<ref name="Festschrift55" />
Den größten sportlichen Erfolg der Fußballabteilung erreichte Wacker in der Saison '''1959/60'''. Trainer Wiethöff hatte die Mannschaft zuvor über mehrere Jahre betreut. Anschließend übernahm der frühere Wacker-Torwart Karl Kleine das Training.<ref name="Festschrift55" />


In einer engen Meisterschaft kämpften neben Wacker unter anderem SuS Rünthe sowie Mannschaften aus Hamm um die Spitzenplätze. Im entscheidenden Auswärtsspiel gegen [[Germania Hamm]] im Union-Stadion erzielte [[Hännes Wittling|„Hännes“ Wittling]] etwa eine Minute vor Spielende durch einen Handelfmeter das Tor zum '''1:0'''. Damit sicherte sich Wacker die Meisterschaft und den Aufstieg in die Landesliga.<ref name="Festschrift57">Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 55–57.</ref>
In der entscheidenden Phase der Meisterschaft gehörten unter anderem Wacker, SuS Rünthe und mehrere Hammer Vereine zur Spitzengruppe. Besondere Bedeutung erhielt das Auswärtsspiel gegen Germania Hamm im Union-Stadion. Etwa eine Minute vor Spielende verwandelte „Hännes“ Wittling einen Handelfmeter zum '''1:0'''. Mit diesem Sieg sicherte sich Wacker die Meisterschaft und den Aufstieg in die Landesliga.<ref name="Festschrift57">''Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V.'', Ahlen 1970, S. 55–57.</ref>


In der ersten Landesligasaison gelang der Klassenerhalt. In der darauffolgenden Spielzeit musste die Mannschaft jedoch wieder in die Bezirksklasse absteigen.<ref name="Festschrift57" />
In der ersten Landesligasaison gelang der Klassenerhalt. In der folgenden Spielzeit musste Wacker wieder in die Bezirksklasse absteigen.<ref name="Festschrift57" />


=== Die 1960er-Jahre ===
=== Die 1960er-Jahre ===


Nach weiteren sportlich schwierigen Jahren gelang Wacker unter Trainer [[Puke]] in der Saison '''1965/66''' erneut der Aufstieg in die Bezirksklasse. Dort hielt sich die Mannschaft bis 1969. Anschließend folgte erneut der Abstieg.<ref name="Festschrift59">Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 57–59.</ref>
Nach weiteren sportlich schwierigen Jahren gelang in der Saison '''1965/66''' unter Trainer Puke erneut der Aufstieg in die Bezirksklasse. Dort spielte Wacker bis 1969, ehe die Mannschaft wieder abstieg.<ref name="Festschrift59">''Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V.'', Ahlen 1970, S. 57–59.</ref>


Im Jubiläumsjahr 1970 spielte die erste Mannschaft unter Trainer [[Olschewski]] in der ersten Kreisklasse und gehörte dort zur Spitzengruppe.<ref name="Festschrift59" />
Im Jubiläumsjahr 1970 spielte die erste Mannschaft unter Trainer Olschewski in der ersten Kreisklasse und gehörte dort zur Spitzengruppe.<ref name="Festschrift59" />


== Jugendarbeit ==
== Jugendarbeit ==


Die Jugendarbeit nahm innerhalb des Vereins einen hohen Stellenwert ein. In der Saison 1969 wurden die B-, C- und D-Jugend Kreismeister. Die B-Jugend qualifizierte sich dadurch für die Spiele um die Westfalenmeisterschaft.<ref name="Festschrift65">Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 63–65.</ref>
Die Jugendarbeit nahm bei Wacker einen hohen Stellenwert ein. Im Jubiläumsjahr wurden die B-, C- und D-Jugend Kreismeister. Die B-Jugend nahm anschließend an den Spielen um die Westfalenmeisterschaft teil.<ref name="Festschrift65">''Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V.'', Ahlen 1970, S. 63–65.</ref>


Zu den herausragenden Nachwuchsspielern gehörte [[Rainer Wunderlich]]. Er war im Jubiläumsjahr der bis dahin einzige Nationalspieler aus den Reihen von Wacker Ahlen. Als Schülernationalspieler des [[Deutscher Fußball-Bund|DFB]] kam er unter anderem gegen England und die Niederlande zum Einsatz. Er gehörte 1970 zur DFB-Schülerauswahl und hatte zu diesem Zeitpunkt die letzten drei Schülerländerspiele gegen Holland und England bestritten.<ref name="Festschrift65" />
Zu den erfolgreichsten Nachwuchsspielern gehörte '''Rainer Wunderlich'''. Die Festschrift bezeichnet ihn als den bis dahin einzigen Nationalspieler aus den Reihen von Wacker. Er gehörte der DFB-Schülerauswahl an und kam unter anderem in Länderspielen gegen die Niederlande und England zum Einsatz.<ref name="Festschrift65" /><ref name="Festschrift67">''Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V.'', Ahlen 1970, S. 67–69.</ref>


== Handball ==
== Handball ==


Handball wurde bei Wacker bereits vor dem Zweiten Weltkrieg betrieben. Nach der Wiedergründung entstand auch diese Abteilung neu. Unter Obmann [[Willi Bülter]] entwickelte sich die Mannschaft sportlich weiter. Bereits 1950 gewann Wacker die Kreismeisterschaft und setzte sich anschließend in den Aufstiegsspielen zur Bezirksklasse durch. 1955 wurden die Wackeraner Vizemeister, verpassten jedoch in den Aufstiegsspielen den Sprung in die höhere Klasse.<ref name="Festschrift71">Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 71.</ref>
Auch Handball wurde bei Wacker bereits vor dem Zweiten Weltkrieg betrieben. Nach dem Krieg wurde die Abteilung erneut aufgebaut.<ref name="Festschrift71">''Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V.'', Ahlen 1970, S. 71.</ref>
 
Unter anderem unter Obmann Willi Bülter entwickelte sich die Mannschaft sportlich weiter. 1950 errangen die Wackeraner die Kreismeisterschaft und waren anschließend in den Aufstiegsspielen erfolgreich.<ref name="Festschrift71" />


1961 gewann die Mannschaft erneut die Meisterschaft in der ersten Kreisklasse und stieg in die Bezirksliga auf.<ref name="Festschrift73">Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 71–73.</ref>
Im Jahr '''1956''' wurde Wacker Vizemeister. In den anschließenden Aufstiegsspielen gelang der Sprung in die höhere Spielklasse jedoch nicht.<ref name="Festschrift71" />


Bei der ersten Ahlener Hallenhandball-Stadtmeisterschaft im Dezember 1964 errang Wacker den Stadtmeistertitel. Im November 1965 wiederholte die Mannschaft diesen Erfolg und wurde zum zweiten Mal Ahlener Hallenhandball-Stadtmeister.<ref name="Festschrift73" />
Zu den bedeutenden Erfolgen der späteren Jahre gehörten die Ahlener Hallenhandball-Stadtmeisterschaften. Bei der ersten Austragung im Dezember 1964 wurde Wacker Stadtmeister. Im November 1965 gewann die Mannschaft den Titel erneut.<ref name="Festschrift73">''Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V.'', Ahlen 1970, S. 73.</ref>


== Tischtennis ==
== Tischtennis ==


Die Tischtennisabteilung nahm nach der Wiedergründung des Vereins 1946 den Spielbetrieb auf. Zunächst wurde im Saal des Lokals Körvers gespielt. Später wechselte die Abteilung in die Turnhalle der Bodelschwingh-Schule und nach dem Neubau des Sporthauses 1966 in dessen Gymnastiksaal.<ref name="Festschrift77">Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 77.</ref>
Die Tischtennisabteilung nahm nach dem Zweiten Weltkrieg ihren Spielbetrieb wieder auf. Als erste Spielstätte nennt die Vereinschronik den Saal des Lokals Körvers. Später wurde in der Turnhalle der Bodelschwingh-Schule gespielt. Nach dem Bau des neuen Sporthauses stand ab 1966 dessen Gymnastiksaal zur Verfügung.<ref name="Festschrift77" />
 
Bereits 1948 spielte die erste Mannschaft in der Bezirksklasse. 1951 errang sie die Meisterschaft und stieg in die Landesliga auf. Nach einem späteren Abstieg gelang 1961 der Wiederaufstieg in die Bezirksklasse.<ref name="Festschrift77" />


Bereits 1948 spielte die erste Mannschaft in der Bezirksklasse. Einen der größten Erfolge erreichte sie 1951 mit der Meisterschaft und dem Aufstieg in die Landesliga. Nach dem späteren Abstieg gelang 1961 der Wiederaufstieg in die Bezirksklasse.<ref name="Festschrift77" />
Auch die Nachwuchsmannschaften erzielten Erfolge. 1949 wurde die Jugendmannschaft Kreismeister und belegte bei der Bezirksmeisterschaft den dritten Platz. Ein Jahr später wurde sie erneut Kreismeister und anschließend Südwestfalenmeister.<ref name="Festschrift77" />


Auch im Nachwuchsbereich war Wacker erfolgreich. 1949 wurde die Jugendmannschaft Kreismeister und belegte bei der Bezirksmeisterschaft den dritten Platz. Ein Jahr später wurde sie erneut Kreismeister und darüber hinaus Südwestfalenmeister. 1965 erreichten die Schüler den dritten Platz bei der Westdeutschen Schüler-Mannschaftsmeisterschaft; 1966 belegten sie dort den fünften Platz.<ref name="Festschrift77" /><ref name="Festschrift78">Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 78.</ref>
1965 belegte die Schülermannschaft bei der Westdeutschen Schüler-Mannschaftsmeisterschaft den dritten Platz. 1966 erreichte sie dort den fünften Platz.<ref name="Festschrift77" />


== Leichtathletik ==
== Leichtathletik ==


Die Leichtathletik gehörte bereits in den frühen Jahrzehnten zu den erfolgreichen Sparten des Vereins. Wacker errang zahlreiche Erfolge in Einzel- und Mehrkämpfen sowie in Staffelwettbewerben. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg knüpfte die Abteilung an diese Tradition an. Dreimal in Folge gewann Wacker den sogenannten Bannerkampf und durfte das zugehörige Banner schließlich dauerhaft behalten.<ref name="Festschrift79">Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 79.</ref>
Die Leichtathletik gehörte über längere Zeit zu den erfolgreichen Abteilungen von Wacker. Die Sportler des Vereins erzielten Erfolge in Einzel-, Mehrkampf- und Staffelwettbewerben.<ref name="Festschrift45" />
 
Auch nach dem Zweiten Weltkrieg wurde diese Tradition fortgeführt. Dreimal hintereinander gewann Wacker den sogenannten Bannerkampf. Anschließend durfte das Banner endgültig im Besitz des Vereins bleiben.<ref name="Festschrift79">''Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V.'', Ahlen 1970, S. 79.</ref>
 
Später konzentrierte sich die Ahlener Leichtathletik zunehmend in einem anderen Verein, wodurch die Abteilung bei Wacker an Bedeutung verlor.<ref name="Festschrift79" />
 
== Schwimmen ==


Als sich die Ahlener Leichtathleten später in einem Verein konzentrierten, verlor die Wacker-Abteilung zunehmend an Bedeutung.<ref name="Festschrift79" />
Zum Sportangebot des Vereins gehörte zeitweise auch Schwimmen. Die Festschrift nennt unter anderem Bernhard Jürgens und den Handballer Bernhard Borries als Schwimmer des Vereins. Für die damaligen Verhältnisse werden mehrere sportliche Erfolge beschrieben.<ref name="Festschrift45" />


== Volleyball ==
== Volleyball ==


Seit '''1969''' bestand bei Wacker eine Damen-Volleyballabteilung. Sie wurde von [[Werner Henke]] geleitet. Die Spielerinnen trainierten einmal wöchentlich im Gymnastiksaal des Sporthauses und nahmen bereits in der Anfangszeit an ersten Spielen und Turnieren teil.<ref name="Festschrift79" />
Seit '''1969''' bestand bei Wacker eine Damen-Volleyballabteilung. Sie stand unter der Leitung von Werner Henke. Die Spielerinnen trainierten einmal wöchentlich im Gymnastiksaal des Sporthauses und nahmen bereits in der Anfangszeit an Spielen und Turnieren teil.<ref name="Festschrift79" />


== Vereinsleben ==
== Vereinsleben ==


Neben dem Wettkampfsport spielte das gesellschaftliche Vereinsleben eine bedeutende Rolle. Die einzelnen Abteilungen organisierten Ausflüge und Veranstaltungen. Regelmäßig fand ein großes Karnevalsfest im Kettlerhaus-Saal statt. Auch Freundschaftsspiele und Reisen gehörten zum Vereinsleben. Die Fußballmannschaft unternahm unter anderem Fahrten an die niederländische Küste, an die Mosel, nach Berlin und auf die Insel Baltrum.<ref name="Festschrift79" />
Neben dem Wettkampfsport spielte das gesellschaftliche Vereinsleben eine wichtige Rolle. Die einzelnen Abteilungen organisierten Ausflüge und gemeinsame Veranstaltungen. Zu den regelmäßigen Veranstaltungen gehörte ein großes Karnevalsfest im Kettelerhaus.<ref name="Festschrift79" />
 
Auch Sportfahrten gehörten zum Vereinsleben. In der Festschrift werden unter anderem Reisen der Fußballer nach Holland, an die Mosel, nach Berlin und auf die Insel Baltrum erwähnt.<ref name="Festschrift79" />


== Ende des Vereins und Fusion ==
== Ende des Vereins ==


Im Jahr '''1970''' endete die eigenständige Geschichte der Sportfreunde Wacker 20 Ahlen. Der Verein schloss sich mit dem [[SSV Westfalia Ahlen]] zur neu gegründeten [[Ahlener Sportvereinigung]] (ASV) zusammen. Zahlreiche Abteilungen und Sportler von Wacker führten ihre Tätigkeit innerhalb des neuen Vereins fort.
Im Jahr '''1970''' endete die eigenständige Geschichte der Sportfreunde Wacker 20 Ahlen. Der Verein schloss sich mit dem [[SSV Westfalia Ahlen]] zur [[Ahlener Sportvereinigung]] zusammen.<ref>Sonderdruck „100 Jahre Glocke“, 1980.</ref>


== Quellen ==
== Literatur ==


* ''Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V.'', Ahlen 1970.
* ''Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V.'', Ahlen 1970.
* Sonderdruck „100 Jahre Glocke“, 1980.
* Sonderdruck „100 Jahre Glocke“, 1980.
== Einzelnachweise ==
<references />


[[Kategorie:Sportvereine]]
[[Kategorie:Sportvereine]]
[[Kategorie:Vereine]]
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Aktuelle Version vom 5. September 2026, 08:40 Uhr

Wacker
Name Sportfreunde Wacker 20 Ahlen e. V.
Vereinsfarben Blau-Gelb
Gründungsort Ahlen
Gegründet 1920


Sportfreunde Wacker 20 Ahlen e. V., meist kurz Wacker Ahlen genannt, war ein 1920 gegründeter Sportverein in Ahlen. Neben dem Fußball bestanden im Laufe der Vereinsgeschichte Abteilungen für Handball, Tischtennis, Leichtathletik, Schwimmen und Volleyball. Die Vereinsfarben waren Blau und Gelb.[1]

Der Verein wurde während der nationalsozialistischen Herrschaft verboten und nach dem Zweiten Weltkrieg wiedergegründet. Im Jahr 1970 endete die eigenständige Geschichte von Wacker Ahlen mit dem Zusammenschluss mit dem SSV Westfalia Ahlen zur Ahlener Sportvereinigung.

Geschichte

Vorgeschichte und Gründung

Bereits vor der Gründung von Wacker bestanden in Ahlen mehrere Gruppen, in denen Fußball gespielt wurde. Innerhalb des Männer-Turn- und Spielvereins versuchten junge Mitglieder, eine Fußballabteilung aufzubauen. Nachdem dies dort nicht zustande gekommen war, gründeten Fußballbegeisterte den Club der Sieben Sterne. Zu den in der Vereinschronik genannten Spielern gehörten Bernhard Drepper, Bernhard Gieske, Hubert Lerlei, Hermann Bregenhorn, Franz Schmitz, Theo Pollmeier und Stefan Dodt.[2]

Daneben bestand mit dem FC Schmalbick ein weiterer nicht eingetragener Fußballverein. Für diesen werden unter anderem Willi Quante, Klemens Molke, Bernhard Jägermann, Theo Jägermann, Johannes Jüttemeier und Heinrich Stohlmeier genannt. Zwischen den beiden Mannschaften wurden zunächst Ortsrivalenkämpfe ausgetragen. Schließlich kam es zum Zusammenschluss. Nach der Vereinschronik wurde dieser bei einem Spiel auf dem Gelände vereinbart, auf dem später die Wacker-Sportplatzanlage am Vorhelmer Weg entstand.[2]

Viele der beteiligten Fußballer gehörten zugleich dem katholischen Gesellen- und Jugendverein an. In diesem Umfeld entstand schließlich die Idee, einen eigenen organisierten Sportverein zu gründen.[2]

Im Juni 1920 fand auf der Kegelbahn des Gesellenhauses die Gründungsversammlung der Sportfreunde Wacker Ahlen statt. Nach dem in der Festschrift wiedergegebenen Gründungsprotokoll nahmen etwa 60 bis 70 Personen teil. Versammlungsleiter und erster Vorsitzender wurde Andreas Lanz. Willi Toppe übernahm die Aufgaben des Schriftführers und Kassierers, Kaplan Watermann wurde Präses. Theo Pollmeier wurde Spielführer der ersten Mannschaft.[3]

Als Gründer nennt die Vereinschronik:

  • Stefan Dodt
  • Josef Möllenhoff
  • Bernhard Jägermann
  • Bernhard Drepper
  • Hubert Lerlei
  • Anton Sudhoff
  • Theo Jägermann
  • Franz Schmitz
  • Josef Abke
  • Bernhard Gieske
  • Willi Möllenhoff
  • Andreas Lanz
  • Theo Pollmeier
  • Heinrich Mormann
  • Hermann Bregenhorn
  • Heinrich Stohlmeier
  • Klemens Molke
  • Willi Quante[2]

Die Vereinsfarben

Ursprünglich sollten die grün-weißen Farben des Clubs der Sieben Sterne übernommen werden. Andreas Lanz und Klemens Molke fuhren wenige Tage nach der Gründungsversammlung nach Dortmund, um bei der Firma Hildebrandt Spielkleidung zu beschaffen. Da dort keine grün-weißen Trikots verfügbar waren, entschieden sie sich für Blau und Gelb. Diese wurden anschließend zu den Vereinsfarben von Wacker Ahlen.[4]

Die ersten Sportplätze

Nach der Vereinsgründung wurde die Stadt Ahlen gebeten, Wacker vorerst die Benutzung des Sportplatzes an der Lindenstraße für den Spielbetrieb zu gestatten.[4]

Später entstand am Vorhelmer Weg eine eigene Sportplatzanlage. Bereits das Gelände, auf dem sich zuvor der Club der Sieben Sterne und der FC Schmalbick gegenübergestanden hatten, wurde in der Vereinschronik als späterer Standort des Wackerplatzes beschrieben.[2]

Sportplatz der Sportfreunde Wacker am Vorhelmer Weg

Die Anlage wurde zu einem großen Teil in Eigenarbeit der Vereinsmitglieder geschaffen. Unter anderem wurden Gelände und Laufbahn hergerichtet, Sand und Asche transportiert und Arbeiten an Umzäunung und Nebenanlagen durchgeführt.[5]

Am 26. August 1928 wurde die neue Sportplatzanlage feierlich eingeweiht. Die Feierlichkeiten begannen mit einem Gottesdienst in der Marienkirche. Anschließend zog ein Festzug zum Sportplatz am Vorhelmer Weg.[6]

Das erste Fußballspiel auf dem neuen Platz bestritt Wacker gegen DJK Düsseldorf-Lierenfeld. Wacker gewann die Begegnung mit 2:1.[7]

Die Sportanlage wurde nicht nur für Fußball genutzt. Insbesondere die Leichtathletik nahm in den folgenden Jahren einen wichtigen Platz im Vereinsleben ein. Bei einem Sportfest im Jahr 1931 errangen Sportler von Wacker nach Angaben der Vereinschronik 49 Siege, darunter 13 erste Plätze. Beim Reichstreffen 1932 in Dortmund nahm die Leichtathletikriege des Vereins unter anderem an der 4-mal-100-Meter-Staffel teil.[8]

Im Jahr 1930 erhielt der Verein außerdem ein eigenes Vereinsbanner.[8]

Verbot während der NS-Zeit

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten gerieten konfessionell geprägte Sportvereine zunehmend unter politischen Druck. In der Vereinschronik wird beschrieben, dass insbesondere die eigenständige Jugendarbeit der katholischen Sportbewegung in Konflikt mit den nationalsozialistischen Organisationen geriet.[8]

1934 trat Wacker nach Darstellung der Festschrift zum letzten Mal offiziell auf und bestritt in Sulzbach ein Freundschaftsspiel. Anschließend wurde der Verein verboten.[8]

Auch das Vereinswappen an der Wacker-Sportstätte musste entfernt werden. Die Maßnahme erfolgte unter Polizeiaufsicht. Gleichzeitig wird in der Vereinschronik berichtet, dass Verbindungen zwischen ehemaligen Vereinsmitgliedern weiterhin bestanden und Aktivitäten von der Gestapo beobachtet wurden.[9]

Wiedergründung nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Wacker wiedergegründet. Hinsichtlich des genauen Jahres enthält die Jubiläumsschrift unterschiedliche Angaben: Im Grußwort der Stadt Ahlen wird eine Wiedergründung bereits 1945 genannt, während die Chronik der Tischtennisabteilung von einer Wiedergründung im Jahr 1946 spricht.[10][11]

Die eigentliche Wiederbelebung des Vereins wird in der Chronik ausführlich beschrieben. An Christi Himmelfahrt fand im Saal des Kettelerhauses eine Versammlung statt, bei der zahlreiche frühere und neue Vereinsmitglieder zusammenkamen. Dabei wurde auch das während der NS-Zeit erhalten gebliebene Vereinsbanner wieder hervorgeholt.[9]

Der frühere Sportplatz am Vorhelmer Weg stand Wacker nach dem Krieg nicht mehr zur Verfügung. In der Folge wurde die Jahnwiese zur neuen sportlichen Heimat des Vereins.[9]

Ausbau der Jahnwiese

Die Wackeraner bauten die Jahnwiese mit erheblicher Eigenleistung weiter aus. Das Spielfeld wurde verbessert und Nebenanlagen entstanden. Bis 1949 wurden unter anderem Umkleideräume, Duschen und Toiletten geschaffen.[12]

Eine wichtige Rolle beim Wiederaufbau spielte Bernhard Scheffer, der über viele Jahre erster Vorsitzender und später Ehrenvorsitzender des Vereins war.[12]

Vereinsheim und Sporthaus

Im Jahr 1952 richtete Wacker in einer früheren Bunkeranlage auf der Jahnwiese ein Vereinsheim ein. Es diente sowohl der Vereinsverwaltung als auch dem gesellschaftlichen Leben. Bereits 1954 erwies sich das Vereinsheim als zu klein. Es folgten Erweiterungen in den Jahren 1954/55 und 1958.[13]

1966 wurde der vorhandene Steigerturm abgerissen. Dabei verschwanden auch die bisherigen Umkleide-, Dusch- und Toilettenräume. Anschließend entstand ein neues Sporthaus. Im Erdgeschoss wurden neue Umkleiden, Duschen und Toiletten eingerichtet, darüber befand sich ein Sportraum, der unter anderem der Tischtennisabteilung zur Verfügung stand. Außerdem erhielt die Anlage eine Beleuchtung, die Training auch nach Einbruch der Dunkelheit ermöglichte.[14]

Auf der Jahnwiese befand sich zudem ein Mahnmal, das an verstorbene Mitglieder des Vereins erinnerte.[14]

Fußball

Nach der Wiedergründung begann die erste Fußballmannschaft in der ersten Kreisklasse. Bereits im ersten Anlauf gelang der Aufstieg in die Bezirksklasse. Im entscheidenden Spiel auf der Jahnwiese besiegte Wacker SuS Ennigerloh vor großer Zuschauerkulisse mit 4:0.[15]

Zur damaligen Mannschaft gehörten unter anderem Karl Kleine, Adolf Brinkmann, Hans Kessler, Helmut Neumann, Franz Amen, Josef Fließ, Willi Glaser, Paul Stücke, Josef Wessel, Willi Krämer, Hans Hille und Wilhelm Schmidt.[15]

In den folgenden Jahren entwickelte sich die Fußballabteilung weiter. Zahlreiche Spieler aus der eigenen Jugend rückten in die Seniorenmannschaften auf.[15]

Aufstieg in die Landesliga

Den größten sportlichen Erfolg der Fußballabteilung erreichte Wacker in der Saison 1959/60. Trainer Wiethöff hatte die Mannschaft zuvor über mehrere Jahre betreut. Anschließend übernahm der frühere Wacker-Torwart Karl Kleine das Training.[15]

In der entscheidenden Phase der Meisterschaft gehörten unter anderem Wacker, SuS Rünthe und mehrere Hammer Vereine zur Spitzengruppe. Besondere Bedeutung erhielt das Auswärtsspiel gegen Germania Hamm im Union-Stadion. Etwa eine Minute vor Spielende verwandelte „Hännes“ Wittling einen Handelfmeter zum 1:0. Mit diesem Sieg sicherte sich Wacker die Meisterschaft und den Aufstieg in die Landesliga.[16]

In der ersten Landesligasaison gelang der Klassenerhalt. In der folgenden Spielzeit musste Wacker wieder in die Bezirksklasse absteigen.[16]

Die 1960er-Jahre

Nach weiteren sportlich schwierigen Jahren gelang in der Saison 1965/66 unter Trainer Puke erneut der Aufstieg in die Bezirksklasse. Dort spielte Wacker bis 1969, ehe die Mannschaft wieder abstieg.[17]

Im Jubiläumsjahr 1970 spielte die erste Mannschaft unter Trainer Olschewski in der ersten Kreisklasse und gehörte dort zur Spitzengruppe.[17]

Jugendarbeit

Die Jugendarbeit nahm bei Wacker einen hohen Stellenwert ein. Im Jubiläumsjahr wurden die B-, C- und D-Jugend Kreismeister. Die B-Jugend nahm anschließend an den Spielen um die Westfalenmeisterschaft teil.[18]

Zu den erfolgreichsten Nachwuchsspielern gehörte Rainer Wunderlich. Die Festschrift bezeichnet ihn als den bis dahin einzigen Nationalspieler aus den Reihen von Wacker. Er gehörte der DFB-Schülerauswahl an und kam unter anderem in Länderspielen gegen die Niederlande und England zum Einsatz.[18][19]

Handball

Auch Handball wurde bei Wacker bereits vor dem Zweiten Weltkrieg betrieben. Nach dem Krieg wurde die Abteilung erneut aufgebaut.[20]

Unter anderem unter Obmann Willi Bülter entwickelte sich die Mannschaft sportlich weiter. 1950 errangen die Wackeraner die Kreismeisterschaft und waren anschließend in den Aufstiegsspielen erfolgreich.[20]

Im Jahr 1956 wurde Wacker Vizemeister. In den anschließenden Aufstiegsspielen gelang der Sprung in die höhere Spielklasse jedoch nicht.[20]

Zu den bedeutenden Erfolgen der späteren Jahre gehörten die Ahlener Hallenhandball-Stadtmeisterschaften. Bei der ersten Austragung im Dezember 1964 wurde Wacker Stadtmeister. Im November 1965 gewann die Mannschaft den Titel erneut.[21]

Tischtennis

Die Tischtennisabteilung nahm nach dem Zweiten Weltkrieg ihren Spielbetrieb wieder auf. Als erste Spielstätte nennt die Vereinschronik den Saal des Lokals Körvers. Später wurde in der Turnhalle der Bodelschwingh-Schule gespielt. Nach dem Bau des neuen Sporthauses stand ab 1966 dessen Gymnastiksaal zur Verfügung.[11]

Bereits 1948 spielte die erste Mannschaft in der Bezirksklasse. 1951 errang sie die Meisterschaft und stieg in die Landesliga auf. Nach einem späteren Abstieg gelang 1961 der Wiederaufstieg in die Bezirksklasse.[11]

Auch die Nachwuchsmannschaften erzielten Erfolge. 1949 wurde die Jugendmannschaft Kreismeister und belegte bei der Bezirksmeisterschaft den dritten Platz. Ein Jahr später wurde sie erneut Kreismeister und anschließend Südwestfalenmeister.[11]

1965 belegte die Schülermannschaft bei der Westdeutschen Schüler-Mannschaftsmeisterschaft den dritten Platz. 1966 erreichte sie dort den fünften Platz.[11]

Leichtathletik

Die Leichtathletik gehörte über längere Zeit zu den erfolgreichen Abteilungen von Wacker. Die Sportler des Vereins erzielten Erfolge in Einzel-, Mehrkampf- und Staffelwettbewerben.[8]

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg wurde diese Tradition fortgeführt. Dreimal hintereinander gewann Wacker den sogenannten Bannerkampf. Anschließend durfte das Banner endgültig im Besitz des Vereins bleiben.[22]

Später konzentrierte sich die Ahlener Leichtathletik zunehmend in einem anderen Verein, wodurch die Abteilung bei Wacker an Bedeutung verlor.[22]

Schwimmen

Zum Sportangebot des Vereins gehörte zeitweise auch Schwimmen. Die Festschrift nennt unter anderem Bernhard Jürgens und den Handballer Bernhard Borries als Schwimmer des Vereins. Für die damaligen Verhältnisse werden mehrere sportliche Erfolge beschrieben.[8]

Volleyball

Seit 1969 bestand bei Wacker eine Damen-Volleyballabteilung. Sie stand unter der Leitung von Werner Henke. Die Spielerinnen trainierten einmal wöchentlich im Gymnastiksaal des Sporthauses und nahmen bereits in der Anfangszeit an Spielen und Turnieren teil.[22]

Vereinsleben

Neben dem Wettkampfsport spielte das gesellschaftliche Vereinsleben eine wichtige Rolle. Die einzelnen Abteilungen organisierten Ausflüge und gemeinsame Veranstaltungen. Zu den regelmäßigen Veranstaltungen gehörte ein großes Karnevalsfest im Kettelerhaus.[22]

Auch Sportfahrten gehörten zum Vereinsleben. In der Festschrift werden unter anderem Reisen der Fußballer nach Holland, an die Mosel, nach Berlin und auf die Insel Baltrum erwähnt.[22]

Ende des Vereins

Im Jahr 1970 endete die eigenständige Geschichte der Sportfreunde Wacker 20 Ahlen. Der Verein schloss sich mit dem SSV Westfalia Ahlen zur Ahlener Sportvereinigung zusammen.[23]

Literatur

  • Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970.
  • Sonderdruck „100 Jahre Glocke“, 1980.

Einzelnachweise

  1. Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 27.
  3. Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 29.
  4. 4,0 4,1 Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 31.
  5. Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 33.
  6. Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 33–35.
  7. Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 37.
  8. 8,0 8,1 8,2 8,3 8,4 8,5 Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 43–45.
  9. 9,0 9,1 9,2 Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 45–47.
  10. Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 5.
  11. 11,0 11,1 11,2 11,3 11,4 Ebenda, S. 77.
  12. 12,0 12,1 Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 47–49.
  13. Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 49–51.
  14. 14,0 14,1 Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 51–53.
  15. 15,0 15,1 15,2 15,3 Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 53–55.
  16. 16,0 16,1 Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 55–57.
  17. 17,0 17,1 Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 57–59.
  18. 18,0 18,1 Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 63–65.
  19. Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 67–69.
  20. 20,0 20,1 20,2 Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 71.
  21. Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 73.
  22. 22,0 22,1 22,2 22,3 22,4 Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Sportfreunde „Wacker 20“ Ahlen (Westf.) e. V., Ahlen 1970, S. 79.
  23. Sonderdruck „100 Jahre Glocke“, 1980.