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Die '''Stadtbücherei Ahlen''' ist die öffentliche Bibliothek der Stadt [[Ahlen]]. Seit August 1989 befindet sie sich im Gebäude der | [[Kategorie:Gebäude]] | ||
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Die '''Stadtbücherei Ahlen''' ist die öffentliche Bibliothek der Stadt [[Ahlen]]. Seit August 1989 befindet sie sich im Gebäude des ehemaligen Realgymnasiums beziehungsweise der späteren Overbergschule an der [[Südenmauer]] 21. | |||
Das Gebäude wurde 1912 und 1913 | Das Gebäude wurde in den Jahren '''1912 und 1913''' durch das Hochbauamt der Stadt Ahlen errichtet. Es gehört zu den erhaltenen öffentlichen Bauten aus der Zeit der zweiten Industrialisierungsphase Ahlens und dokumentiert den damals stark wachsenden Bedarf an neuen Schulgebäuden.<ref name="denkmal2024">Stadt Ahlen – Der Bürgermeister (Hrsg.): ''30 Jahre Tag des offenen Denkmals in Ahlen. Ausgewählte Denkmäler von 1994 bis 2024'', Ahlen 2024, S. 34–35.</ref><ref name="stadtfuehrungen">WFG Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ahlen mbH: ''Stadtführungen in Ahlen. Textliche Zusammenfassung für Stadtführer und Stadtführerinnen'', Ahlen 2008, S. 15.</ref> | ||
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Das ehemalige Realgymnasium ist ein repräsentativer Schulbau des frühen 20. Jahrhunderts. | |||
Über den Eingängen befinden sich figürliche und ornamentale Schmuckelemente. Sie kennzeichneten ursprünglich die getrennten Eingänge für Jungen und Mädchen. Die Westseite des Gebäudes wird durch zwei Treppentürme mit abgewalmten Dächern gegliedert. Große Giebelaufbauten prägen die Nord- und Südseite.<ref name="stadtfuehrungen" /> | Über den Eingängen befinden sich figürliche und ornamentale Schmuckelemente. Sie kennzeichneten ursprünglich die getrennten Eingänge für Jungen und Mädchen. Die Westseite des Gebäudes wird durch zwei Treppentürme mit abgewalmten Dächern gegliedert. Große Giebelaufbauten prägen die Nord- und Südseite.<ref name="stadtfuehrungen" /> | ||
Das Gebäude wurde als Mauerwerksbau mit Stahlbetonrippendecken errichtet. Für die Nutzung als Stadtbücherei musste die Konstruktion statisch verstärkt werden. Auf die vorhandenen Rippendecken wurden hierzu neue, 22 Zentimeter starke Stahlbetondecken aufgebracht.<ref name="stadtfuehrungen" /> | Das Gebäude wurde als Mauerwerksbau mit Stahlbetonrippendecken errichtet. Für die spätere Nutzung als Stadtbücherei musste die Konstruktion statisch verstärkt werden. Auf die vorhandenen Rippendecken wurden hierzu neue, 22 Zentimeter starke Stahlbetondecken aufgebracht.<ref name="stadtfuehrungen" /> | ||
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In der Stadtführungsbroschüre von 2008 wird ein Bestand von rund 42.000 ausleihbaren Medien genannt. Für das Jahr 2007 werden insgesamt etwa 14.500 Ausleihende angegeben.<ref name="stadtfuehrungen" /> | In der Stadtführungsbroschüre von 2008 wird ein Bestand von rund 42.000 ausleihbaren Medien genannt. Für das Jahr 2007 werden insgesamt etwa 14.500 Ausleihende angegeben.<ref name="stadtfuehrungen" /> | ||
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Die geplanten Eingriffe sollen zugleich den historischen Charakter des ehemaligen Schulgebäudes wieder stärker ablesbar machen. | |||
== Modernisierung und Barrierefreiheit == | |||
Neben den denkmalpflegerischen Maßnahmen ist eine grundlegende technische und funktionale Modernisierung vorgesehen. Dabei sollen insbesondere die Barrierefreiheit sowie die Anforderungen an Brandschutz, Gebäudetechnik und eine moderne öffentliche Nutzung berücksichtigt werden.<ref name="sanierung2025" /> | |||
Die geplante Sanierung verfolgt damit das Ziel, den historischen Gebäudebestand mit den Anforderungen einer zeitgemäßen Bibliothek und öffentlichen Begegnungsstätte zu verbinden. | |||
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= Bedeutung = | |||
Das ehemalige Realgymnasium ist ein wichtiges Zeugnis der Ahlener Bildungs- und Stadtgeschichte. Seine Entstehung steht im Zusammenhang mit dem starken Bevölkerungswachstum und dem Ausbau des Schulwesens während der Industrialisierung. | |||
Seine verschiedenen Nutzungsphasen als Realgymnasium, Volksschule, Overbergschule und schließlich Stadtbücherei dokumentieren zugleich den Wandel öffentlicher Bildungsangebote über mehr als ein Jahrhundert. | |||
Mit der geplanten denkmalgerechten Sanierung soll das Gebäude auch künftig als öffentlicher Bildungs- und Begegnungsort genutzt und zugleich sein historischer Charakter wieder stärker hervorgehoben werden. | |||
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* Stadt Ahlen: ''Bürgerinformation Stadtbücherei'', Ahlen 1989. | * Stadt Ahlen: ''Bürgerinformation Stadtbücherei'', Ahlen 1989. | ||
* WFG Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ahlen mbH: ''Stadtführungen in Ahlen. Textliche Zusammenfassung für Stadtführer und Stadtführerinnen'', Ahlen 2008, S. 15. | * WFG Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ahlen mbH: ''Stadtführungen in Ahlen. Textliche Zusammenfassung für Stadtführer und Stadtführerinnen'', Ahlen 2008, S. 15. | ||
* Stadt Ahlen – Der Bürgermeister (Hrsg.): ''30 Jahre Tag des offenen Denkmals in Ahlen. Ausgewählte Denkmäler von 1994 bis 2024'', Ahlen 2024, S. 34–35. | |||
* Stadt Ahlen: Beschlussvorlage VO/2095/2025, ''Sanierung der Stadtbücherei Ahlen – Vorstellung der Planungen'', 2025. | |||
== Weblinks == | == Weblinks == | ||
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* [https://www.overbergschule-ahlen.de/index.php/geschichte-der-overbergschule Geschichte der Overbergschule] | * [https://www.overbergschule-ahlen.de/index.php/geschichte-der-overbergschule Geschichte der Overbergschule] | ||
= Einzelnachweise = | |||
<references /> | <references /> | ||
Version vom 15. September 2026, 11:26 Uhr
| Stadtbücherei | |
|---|---|
51.761347.88697 Koordinaten: 51° 45′ 41″ N, 7° 53′ 13″ O
| |
| Anschrift | Südenmauer 21 |
| Telefon | 02382 / 59 29 2 |
| Fax | 02382 / 59 55 7 |
| stadtbuecherei@stadt.ahlen.de | |
| Internetseite | Stadtbücherei auf ahlen.de |
| Baujahr | 1912–1913 |
| Architekt | Hochbauamt der Stadt Ahlen |
| Ursprüngliche Nutzung | Realgymnasium |
| Heutige Nutzung | Stadtbücherei |
Die Stadtbücherei Ahlen ist die öffentliche Bibliothek der Stadt Ahlen. Seit August 1989 befindet sie sich im Gebäude des ehemaligen Realgymnasiums beziehungsweise der späteren Overbergschule an der Südenmauer 21.
Das Gebäude wurde in den Jahren 1912 und 1913 durch das Hochbauamt der Stadt Ahlen errichtet. Es gehört zu den erhaltenen öffentlichen Bauten aus der Zeit der zweiten Industrialisierungsphase Ahlens und dokumentiert den damals stark wachsenden Bedarf an neuen Schulgebäuden.[1][2]
Geschichte der Stadtbücherei
Auf Grundlage eines Ministerialerlasses wurde 1938 an der Nordstraße die erste Volksbücherei in Ahlen eröffnet. Erster Leiter war der Rektor Walther Breucking, der diese Aufgabe ehrenamtlich ausübte. Schulkinder halfen ihm beim Ordnen und Einsortieren des ersten Bestandes von etwa 1.000 Büchern.[3]
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Bücherei, deren Bestand inzwischen etwa 1.200 Bücher umfasste, durch die amerikanische Besatzungsmacht geschlossen.
Übergangsweise wurde die Bücherei in Räumen der Stadtwerke an der Bahnhofstraße untergebracht. Im Jahr 1949 zog sie in den ehemaligen Pferdestall des Bürgermeisters Eduard Corneli neben dem Alten Rathaus. Zu dieser Zeit war Artur Grimminger hauptamtlicher Leiter der Bücherei.
Später fand die Einrichtung vorübergehend in zwei Räumen der Westenschule Platz. Von 1966 bis 1979 war sie im früheren Ordnungs- und Meldeamt an der Nordstraße 15 untergebracht.
Gegen Ende der 1960er Jahre wurde die Stadtbücherei grundlegend modernisiert. Die bis dahin übliche Thekenausleihe wurde durch eine Freihandaufstellung ersetzt. Der Bestand umfasste zu diesem Zeitpunkt etwa 10.000 Medien. Federführend an der Umgestaltung beteiligt waren die Diplom-Bibliothekarinnen Schulz und H. Haeberlein sowie der Diplom-Bibliothekar Bernhard Sanders.
Im Jahr 1979 stimmte der Rat der Stadt Ahlen der Einstufung der Stadtbücherei als Mittelpunktsbibliothek zu. Zu ihrem Versorgungsbereich gehörten neben Ahlen auch Beckum, Neubeckum, Oelde, Sendenhorst und Wadersloh. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, zog die Bücherei mit einem Bestand von etwa 35.000 Büchern in ein Gebäude an der Warendorfer Straße.
Im August 1989 bezog die Stadtbücherei schließlich das renovierte Gebäude der ehemaligen Overbergschule an der Südenmauer. Die Overbergschule selbst war bereits am 26. Juli 1986 in einen Neubau an der Hans-Sachs-Straße umgezogen.
Geschichte des Gebäudes
Das Gebäude wurde in den Jahren 1912 und 1913 durch das Hochbauamt der Stadt Ahlen ursprünglich als Realgymnasium errichtet. Später wurde es als Volksschule und schließlich als Overbergschule genutzt.[2]
Der Bau entstand während der zweiten Industrialisierungsphase Ahlens. Das starke Bevölkerungswachstum sowie das zunehmende Bildungsbedürfnis der Einwohner führten in dieser Zeit zum Bau mehrerer neuer öffentlicher Einrichtungen.[2][1]
Das Gebäude gehört damit zu einer Gruppe größerer Schulneubauten, die den Wandel Ahlens von einer kleineren Stadt zu einem stark wachsenden Industrieort widerspiegeln.[1]
Architektur
Das ehemalige Realgymnasium ist ein repräsentativer Schulbau des frühen 20. Jahrhunderts.
Über den Eingängen befinden sich figürliche und ornamentale Schmuckelemente. Sie kennzeichneten ursprünglich die getrennten Eingänge für Jungen und Mädchen. Die Westseite des Gebäudes wird durch zwei Treppentürme mit abgewalmten Dächern gegliedert. Große Giebelaufbauten prägen die Nord- und Südseite.[2]
Das Gebäude wurde als Mauerwerksbau mit Stahlbetonrippendecken errichtet. Für die spätere Nutzung als Stadtbücherei musste die Konstruktion statisch verstärkt werden. Auf die vorhandenen Rippendecken wurden hierzu neue, 22 Zentimeter starke Stahlbetondecken aufgebracht.[2]
Die aufwendige Gestaltung des Gebäudes verweist auf den repräsentativen Anspruch, der mit größeren öffentlichen Schulbauten dieser Zeit verbunden war.[1]
Nutzung als Stadtbücherei
Nach dem Umbau wurde das Gebäude 1989 als Stadtbücherei eröffnet. Die Räume wurden für die Aufstellung des Medienbestandes, die Ausleihe und weitere bibliothekarische Angebote hergerichtet.
In der Stadtführungsbroschüre von 2008 wird ein Bestand von rund 42.000 ausleihbaren Medien genannt. Für das Jahr 2007 werden insgesamt etwa 14.500 Ausleihende angegeben.[2]
Geplante Sanierung
Im Zusammenhang mit der Entwicklung des Bürgercampus soll auch die denkmalgeschützte Stadtbücherei umfassend saniert und modernisiert werden. Im Jahr 2025 stellte die Stadt Ahlen hierzu eine konkrete Sanierungsplanung vor.[4]
Ziel ist es, die historische Bausubstanz des ehemaligen Schulgebäudes zu erhalten und gleichzeitig die räumlichen und technischen Voraussetzungen für eine zeitgemäße Nutzung als Bibliothek sowie Bildungs- und Begegnungsort zu schaffen.[4]
Wiederherstellung historischer Gebäudestrukturen
Ein wesentlicher Bestandteil der Planung ist eine stärkere Orientierung am ursprünglichen Gebäudezustand von 1912. Historische Raum- und Erschließungsstrukturen sollen wieder deutlicher erkennbar werden.[4]
Insbesondere soll die ursprüngliche Erschließung des Gebäudes wieder stärker aufgegriffen werden. Ein im Laufe früherer Umbauten aufgegebenes Treppenhaus soll wieder aktiviert werden.
Das bei der Umgestaltung zur Stadtbücherei Ende der 1980er Jahre entstandene innenliegende Treppenhaus soll dagegen zurückgebaut werden. Durch das Schließen der dadurch frei werdenden Deckenöffnungen sollen wieder größere zusammenhängende Flächen entstehen.[4]
Die geplanten Eingriffe sollen zugleich den historischen Charakter des ehemaligen Schulgebäudes wieder stärker ablesbar machen.
Modernisierung und Barrierefreiheit
Neben den denkmalpflegerischen Maßnahmen ist eine grundlegende technische und funktionale Modernisierung vorgesehen. Dabei sollen insbesondere die Barrierefreiheit sowie die Anforderungen an Brandschutz, Gebäudetechnik und eine moderne öffentliche Nutzung berücksichtigt werden.[4]
Die geplante Sanierung verfolgt damit das Ziel, den historischen Gebäudebestand mit den Anforderungen einer zeitgemäßen Bibliothek und öffentlichen Begegnungsstätte zu verbinden.
Nach dem 2025 vorgestellten Rahmenterminplan ist ein Baubeginn ab Oktober 2026 vorgesehen. Die Fertigstellung soll voraussichtlich bis Ende 2027 erfolgen.[4]
Erinnerung an die Zeche Westfalen
Auf dem südlichen Teil des Grundstücks befindet sich eine Seilscheibe. Sie erinnert an die im Jahr 2000 geschlossene Zeche Westfalen und damit an die Bedeutung des Bergbaus für die Stadt Ahlen.[2]
Bedeutung
Das ehemalige Realgymnasium ist ein wichtiges Zeugnis der Ahlener Bildungs- und Stadtgeschichte. Seine Entstehung steht im Zusammenhang mit dem starken Bevölkerungswachstum und dem Ausbau des Schulwesens während der Industrialisierung.
Seine verschiedenen Nutzungsphasen als Realgymnasium, Volksschule, Overbergschule und schließlich Stadtbücherei dokumentieren zugleich den Wandel öffentlicher Bildungsangebote über mehr als ein Jahrhundert.
Mit der geplanten denkmalgerechten Sanierung soll das Gebäude auch künftig als öffentlicher Bildungs- und Begegnungsort genutzt und zugleich sein historischer Charakter wieder stärker hervorgehoben werden.
Siehe auch
Quellen
Literatur
- Stadt Ahlen: Bürgerinformation Stadtbücherei, Ahlen 1989.
- WFG Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ahlen mbH: Stadtführungen in Ahlen. Textliche Zusammenfassung für Stadtführer und Stadtführerinnen, Ahlen 2008, S. 15.
- Stadt Ahlen – Der Bürgermeister (Hrsg.): 30 Jahre Tag des offenen Denkmals in Ahlen. Ausgewählte Denkmäler von 1994 bis 2024, Ahlen 2024, S. 34–35.
- Stadt Ahlen: Beschlussvorlage VO/2095/2025, Sanierung der Stadtbücherei Ahlen – Vorstellung der Planungen, 2025.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 Stadt Ahlen – Der Bürgermeister (Hrsg.): 30 Jahre Tag des offenen Denkmals in Ahlen. Ausgewählte Denkmäler von 1994 bis 2024, Ahlen 2024, S. 34–35.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 WFG Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ahlen mbH: Stadtführungen in Ahlen. Textliche Zusammenfassung für Stadtführer und Stadtführerinnen, Ahlen 2008, S. 15.
- ↑ Stadt Ahlen: Bürgerinformation Stadtbücherei, Ahlen 1989.
- ↑ 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 4,5 Stadt Ahlen: Beschlussvorlage VO/2095/2025, Sanierung der Stadtbücherei Ahlen – Vorstellung der Planungen, 2025.

