Heimathaus Dolberg
| Heimathaus Dolberg | |
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51.7111237.920123 Koordinaten: 51° 42′ 40″ N, 7° 55′ 12″ O
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| Anschrift | Twieluchtstraße 15
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| Baujahr | vermutlich 1817 |
| Ursprüngliche Nutzung | Küsterei |
| Heutige Nutzung | Heimathaus |
Das Heimathaus Dolberg an der Twieluchtstraße 15 ist ein denkmalgeschütztes Fachwerkgebäude in Dolberg. Das vermutlich 1817 errichtete Gebäude diente ursprünglich als Küsterei und wurde 1901 von seinem ursprünglichen Standort am Kirchring an die heutige Stelle versetzt. Nach zahlreichen unterschiedlichen Nutzungen wird es heute vom Heimatverein Dolberg e.V. als Heimathaus genutzt.[1]
Geschichte
Die ehemalige Küsterei wurde vermutlich im Jahr 1817 innerhalb des Dolberger Kirchringes errichtet. Sie diente dem Küster als Wohnhaus und besaß einen kleinen Wirtschaftsteil. Zur Küsterei gehörten vier Ställe, Ackerland, ein Drittel Morgen Wiese sowie ein Anteil an der sogenannten „Gemeinheit“.[1]
Der Wohnsitz des Küsters in unmittelbarer Umgebung der Kirche lässt sich allerdings wesentlich weiter zurückverfolgen. Ein entsprechender Standort ist bereits seit 1580 belegt.[1]
Versetzung an die Twieluchtstraße
Im Zusammenhang mit der Sanierung und umfangreichen Erweiterung der Lambertikirche wurde das Fachwerkgebäude im Jahr 1901 an seinem bisherigen Standort abgebaut und an der heutigen Twieluchtstraße 15 wiedererrichtet.[1]
Mit der Versetzung änderte sich auch die Nutzung des Hauses grundlegend. Es diente anschließend der Gemeinde unter anderem als:
- Armenhaus,
- Spritzenhaus,
- Leichenhalle
- sowie als Gebäude mit Arrestzellen.
Durch die Translozierung und die damit verbundenen Umbauten wurde das ursprüngliche Gebäude erheblich verändert. Teile dieser Veränderungen lassen sich noch heute an der Bausubstanz ablesen.[1]
Weitere Nutzungen
Auch in der Folgezeit wurde das Haus mehrfach umgenutzt. Nach 1945 wurde es zeitweise von vier Familien bewohnt.[1]
Noch im Jahr 1996 lebte eine Familie in dem städtischen Gebäude. Gleichzeitig wurden die ehemaligen Arrestzellen Obdachlosen als trockene Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung gestellt. Der westliche Gebäudeteil wurde zu dieser Zeit bereits intensiv vom Heimatverein Dolberg e.V. genutzt.[1]
Sanierung
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts befand sich das Gebäude in einem sehr schlechten baulichen Zustand. Zwischen 2003 und 2005 wurde es deshalb mit erheblichem Aufwand durch die Stadt Ahlen saniert.[1]
Der Heimatverein wurde bei dem Vorhaben finanziell von verschiedenen Institutionen, Stiftungen, Unternehmen und Privatpersonen unterstützt. Genannt werden in der Broschüre unter anderem:
- die EUREGIO,
- das Amt für Agrarordnung,
- die Bezirksregierung Münster,
- die Glückauf Stiftung,
- die Sparkasse,
- die Volksbank
- sowie Unternehmen und Privatpersonen.[1]
Heimathaus
Im Rahmen eines langfristigen Pachtvertrages übernahm der Heimatverein Dolberg e.V. schließlich das gesamte Gebäude. Seitdem kümmert sich der Verein um den Erhalt des Hauses und darum, es der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.[1]
Zu den Zielen des Heimatvereins gehören die Förderung von Heimatbildung und Kultur sowie die Pflege und Vermittlung des örtlichen Brauchtums. Das Heimathaus entwickelte sich dadurch zu einem zentralen Ort der Begegnung für die Dolberger Bevölkerung.[1]
Zur Anlage gehört auch ein Backhaus. Die Broschüre dokumentiert sowohl das Gebäude als auch einen dort stattfindenden Backtag.[1]
Bedeutung
Das Heimathaus dokumentiert durch seine unterschiedlichen Nutzungsphasen einen ungewöhnlich breiten Ausschnitt der Dolberger Ortsgeschichte. Vom Wohn- und Wirtschaftsgebäude des Küsters über Armenhaus, Feuerwehr- und Gemeindeeinrichtungen, Arrestzellen und Wohnnutzung bis zum heutigen Heimathaus spiegelt das Gebäude die wechselnden Anforderungen an ein kommunal genutztes Bauwerk wider.[1]

