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Dolberg

Aus AhlenWiki
Dolberg
Fläche ca. 21,5 km²
Einwohner 3.496
Postleitzahl 59229
Vorwahl 02388

Dolberg ist ein Stadtteil der Stadt Ahlen im Kreis Warendorf. Der südlichste Ahlener Stadtteil liegt am nördlichen Ufer der Lippe. Bis zur kommunalen Neugliederung im Jahr 1969 war Dolberg eine selbstständige Gemeinde im Amt Ahlen.

Geografie

Dolberg liegt südlich der Ahlener Kernstadt am nördlichen Ufer der Lippe. Der Fluss und seine Auen prägen den südlichen Teil des Stadtteilgebietes. Durch Dolberg führt unter anderem die Römer-Lippe-Route. Am historischen Ortskern liegen die katholische Pfarrkirche St. Lambertus und der Dorfplatz.[1]

Zum heutigen Stadtteilgebiet gehören neben dem Dorfkern auch die umliegenden ländlichen Bereiche. Die Stadt Ahlen unterteilt Dolberg statistisch in die Bezirke Dolberg-West, Dolberg-Nord, Dolberg-Süd und Dolberg-Ost.[2]

Geschichte

Frühe Erwähnung

Dolberg gehört zu den ältesten urkundlich belegten Orten im heutigen Ahlener Stadtgebiet. In einer Urkunde König Ottos I. wird ein Hof namens Thuliberh genannt, der mit dem heutigen Dolberg gleichgesetzt wird. In der heimatgeschichtlichen Literatur und von regionalen Geschichtsvereinen wird die Urkunde überwiegend auf das Jahr 955 datiert.[3][4]

Die historische Namensform Thuliberh entwickelte sich über verschiedene Schreibweisen zum heutigen Ortsnamen Dolberg. Das wissenschaftliche Ortsnamenbuch für die Stadt Münster und den Kreis Warendorf führt unter anderem die Formen Thuliberch, Thuliberh, Thuleberge, Dhuleberge und Dulberg auf.[5]

Kirchspiel und St. Lambertus

Die Dolberger Pfarrei wird erstmals im Jahr 1193 urkundlich erwähnt. Ihre Gründung wird mit Werner beziehungsweise Werinher von Dolberg in Verbindung gebracht, der seit der Mitte des 12. Jahrhunderts in Urkunden nachweisbar ist und vermutlich über den Oberhof Dolberg verfügte.[6]

Am Standort der heutigen Kirche befand sich vermutlich zunächst ein kleiner romanischer Bau. Der erhaltene gotische Teil der Kirche stammt aus dem 14. Jahrhundert. Im Jahr 1901 wurde die Kirche erweitert und erhielt einen neuen Turm. Der mittelalterliche Bauteil wurde dabei in den Neubau einbezogen.[7][8]

Rund um die Kirche entwickelte sich der historische Dorfkern. Auf dem heutigen Dorfplatz erinnert eine Figur des Ritters von Thuliberh an die mittelalterliche Geschichte des Ortes.[1]

Selbstständige Gemeinde

Dolberg bildete über Jahrhunderte ein eigenes Kirchspiel und später eine selbstständige politische Gemeinde. Die Gemeinde gehörte zuletzt zusammen mit Altahlen und Neuahlen zum Amt Ahlen im damaligen Landkreis Beckum.

Der überwiegend ländlich geprägte Ort bestand aus dem eigentlichen Kirchdorf und den umliegenden Bauerschaften und Höfen. Landwirtschaft und Handwerk bestimmten lange Zeit die Wirtschafts- und Sozialstruktur.

Eingemeindung nach Ahlen

Am 1. Juli 1969 wurde die Gemeinde Dolberg gemeinsam mit Altahlen und Neuahlen in die Stadt Ahlen eingegliedert. Gleichzeitig wurde das Amt Ahlen aufgelöst. Grundlage war das Gesetz über die Eingliederung der Gemeinden des Amtes Ahlen in die Stadt Ahlen.[9]

Zum Zeitpunkt der Eingemeindung hatte Dolberg nach Angaben der Stadt Ahlen etwa 2.800 Einwohner. Durch den Zusammenschluss überschritt die Einwohnerzahl der Gesamtstadt Ahlen erstmals die Marke von 50.000 Einwohnern.[10]

Bevölkerungsentwicklung

Dolberg hat 3.496 Einwohner mit Hauptwohnsitz. Das entspricht rund 6,5 Prozent der Ahlener Bevölkerung.[11]

Die Einwohner verteilen sich auf die vier statistischen Bezirke:

Statistischer Bezirk Einwohner
Dolberg-West 270
Dolberg-Nord 273
Dolberg-Süd 2.552
Dolberg-Ost 401
Gesamt 3.496

Die statistischen Bezirke sind Verwaltungseinheiten der Stadt Ahlen und nicht vollständig mit den historisch gewachsenen Orts- und Bauerschaftsgrenzen gleichzusetzen.[2]

Ortsbild und Sehenswürdigkeiten

St. Lambertus

Die katholische Pfarrkirche St. Lambertus bildet den historischen Mittelpunkt Dolbergs. Sie vereinigt einen gotischen Kirchenbau aus dem 14. Jahrhundert mit dem Erweiterungsbau und dem Turm von 1901.[7]

Dorfplatz

Der Dorfplatz liegt im historischen Ortskern in unmittelbarer Nähe der Lambertuskirche. Zu seiner Gestaltung gehört ein Brunnen mit einer Darstellung des mittelalterlichen Pfarreigründers beziehungsweise Ritters von Thuliberh.[1]

Heimathaus Dolberg

Das Heimathaus Dolberg befindet sich an der Twieluchtstraße 15. Das Fachwerkgebäude wurde vermutlich gegen Ende des 19. Jahrhunderts vom Kirchring an seinen heutigen Standort versetzt. Ursprünglich als Kötterhaus errichtet, diente es später unter anderem als Spritzenhaus, Arrestzelle und Unterkunft für Landarbeiter.

Seit 1996 nutzt der Heimatverein Dolberg das Gebäude als Begegnungsstätte und zur Vermittlung der Ortsgeschichte.[12]

Verkehr

Dolberg ist über Landes- und Kreisstraßen mit der Ahlener Kernstadt sowie mit Hamm, Beckum und den umliegenden Orten verbunden. Die Uentroper Straße führt vom südlichen Ortsbereich in Richtung der Anschlussstelle Hamm-Uentrop an der Bundesautobahn 2.[13]

Im öffentlichen Personennahverkehr bestehen Busverbindungen zur Ahlener Innenstadt und zum Bahnhof Ahlen. Ostdolberg wird unter anderem durch die Stadtbuslinie C9 angebunden.[14]

Durch Dolberg verläuft außerdem die Römer-Lippe-Route. In der Nähe von Schloss Oberwerries ermöglicht die Lippefähre „Lupia“ Fußgängern und Radfahrern die Querung des Flusses.[1]

Natur und Landschaft

Die Landschaft südlich des Dorfes wird durch die Lippe und ihre Auen bestimmt. Teile der Lippeaue stehen unter Naturschutz. Nördlich von Dolberg liegt das Naturschutzgebiet Teufelsschlucht, ein rund 3,34 Hektar großer Laubwald- und Quellschluchtkomplex.[15]

Wappen

Das Wappen Dolbergs zeigt in goldenem Feld einen roten, doppelt gezinnten Ring. Das Motiv geht auf das Wappen der mittelalterlichen Edelherren von Dolberg zurück. Bis zur Eingemeindung nach Ahlen am 1. Juli 1969 war es das amtliche Wappen der selbstständigen Gemeinde Dolberg.

Literatur

  • Gisela Wallgärtner: Von Thuliberh bis Dolberg. Aus der Geschichte eines Dorfes. Hamm 1996.
  • St. Lambertus Dolberg (Hrsg.): St. Lambertus Dolberg. Festschrift, Ahlen 1993.
  • Kirstin Casemir und Uwe Ohainski: Die Ortsnamen der Stadt Münster und des Kreises Warendorf. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2011.
  • Gisela Wallgärtner: „Die Edelherren von Thuliberh“. In: Der beflügelte Aal, Band 16, 1997, S. 91–93.
  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Stadt Ahlen: Römer-Lippe-Route, abgerufen am 26. Juli 2026.
  2. 2,0 2,1 Stadt Ahlen: Statistische Bezirke, abgerufen am 26. Juli 2026.
  3. Kreisheimat- und Geschichtsverein Beckum-Warendorf: Dolberg, abgerufen am 26. Juli 2026.
  4. Gisela Wallgärtner: Von Thuliberh bis Dolberg. Aus der Geschichte eines Dorfes. Hamm 1996.
  5. Kirstin Casemir und Uwe Ohainski: Die Ortsnamen der Stadt Münster und des Kreises Warendorf. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2011, Eintrag Dolberg.
  6. Stadt Ahlen: Kirchen – St. Lambertus, abgerufen am 26. Juli 2026.
  7. 7,0 7,1 Katholische Kirchengemeinde St. Bartholomäus Ahlen: St.-Lambertus-Kirche, abgerufen am 26. Juli 2026.
  8. Stadt Ahlen: Stadtgeschichte 1880 bis 1910, abgerufen am 26. Juli 2026.
  9. Landtag Nordrhein-Westfalen: Entwurf eines Gesetzes über die Eingliederung der Gemeinden des Amtes Ahlen in die Stadt Ahlen, Landkreis Beckum, Landtagsdrucksache 6/1184, 1969.
  10. Stadt Ahlen: Stadtgeschichte 1969 bis 1979, abgerufen am 26. Juli 2026.
  11. Stadt Ahlen: Aktuelle Bevölkerungsdaten, abgerufen am 26. Juli 2026.
  12. Kreis Warendorf, Obere Denkmalbehörde: Heimathaus Dolberg, abgerufen am 26. Juli 2026.
  13. Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ahlen: Gewerbegebiet Ostdolberg – Lage und Erreichbarkeit, abgerufen am 26. Juli 2026.
  14. Stadt Ahlen: Neue Buslinie C9 verbindet Ostdolberg mit dem Ahlener Bahnhof, 25. Mai 2024, abgerufen am 26. Juli 2026.
  15. Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen: Naturschutzgebiet Teufelsschlucht bei Dolberg, abgerufen am 26. Juli 2026.