Kaufhaus Beumer

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Vorlage:Unternehmen

Kaufhaus B. H. Beumer ist ein traditionsreiches Ahlener Geschäftshaus an der Weststraße. Die Firma geht nachweislich bis 1638 (Sendenhorst) zurück und ist in Ahlen seit 1842 belegt. Der Aufbau des Unternehmens wird in der Ahlener Monatsschau als Querschnitt durch die Entwicklung eines münsterländischen Geschäftshauses beschrieben.

Geschichte

Ursprünge (Sendenhorst)

Die Familie Beumer ist nachweislich seit 1638 in Sendenhorst ansässig. In Sendenhorster Kirchenbüchern wird u. a. 1718 der Tod des 80-jährigen Joan Boymer/Beumer vermerkt; damit setzt die in Quellen greifbare Familien- und Unternehmensgeschichte ein.

In Ahlen seit 1838/1842

Der spätere Firmengründer Bernhard Heinrich Beumer (1815–1886) kam 1838 nach Ahlen. 1842 erwarb er das Haus Weststraße 10 und begründete dort die Ahlener Firma B. H. Beumer. In der Anfangszeit wurden u. a. Blaufärberei und Druckerei betrieben; außerdem gehörte der Handel mit Stoffen und Leinen zum Geschäft.

Sortiment und Erweiterungen

Im Laufe des 19. Jahrhunderts kam im Tauschgeschäft zusätzlich der Ankauf von Butter, Eiern und Käse hinzu. Durch die Heirat mit Sophia Klostermann (1845) fielen dem Unternehmer u. a. Ländereien, Grundstücke und Barmittel zu, die eine Ausweitung des Geschäftsbetriebs und den Erwerb weiterer Häuser ermöglichten. Außerdem wurde Schweineankauf betrieben; die Verarbeitung zu Speck, Wurst und Schinken sowie der Absatz (u. a. ins Ruhrgebiet) gelten als Grundlage für die spätere Fleischwarenproduktion.

Mit der Eröffnung der Köln-Mindener Eisenbahn und dem Bahnhof in Ahlen (1845) wird in den Quellen eine Ausweitung des Kohlenhandels erwähnt: Kohlen wurden aus dem Ruhrgebiet nach Ahlen gebracht und weiter in das östliche Münsterland transportiert.

Fleischwarenfabrik / Steingasse

1903 wurde eine Fleischwarenfabrik an der Steingasse gegründet bzw. ausgebaut; in den Quellen wird außerdem eine Belieferung des Ruhrgebiets (u. a. Speck/Schinken) bereits für das 19. Jahrhundert beschrieben.

Gebäude, Umbauten und Ankäufe (20. Jahrhundert)

Durch Bevölkerungszunahme und wachsendes Geschäft wurde zwischen 1905 und 1906 das Geschäftshaus (Weststraße 8 und 10) erweitert. 1910 erfolgte der Ankauf Weststraße 6, 1913 ein weiterer Neubau. Umbau-, Auf- und Erneuerungsphasen sind u. a. für 1928, 1937, 1952 sowie 1955 und 1958 genannt.

Personen

Erinnerungen und Zeitbild

In einem Gespräch mit der Redaktion der Ahlener Monatsschau berichten Margarete und Lucie Beumer über frühere Einkaufsgewohnheiten: Sonntags kamen Bauern in die Stadt, der Ladenbetrieb war während des Gottesdienstes (Schaufenster) unterbrochen; nach dem Kirchgang folgte der gemeinsame Einkauf der Familie sowie ein umfangreicher Wareneinkauf (u. a. „Aussteuerkäufe“).

Verwandtschaftliche Bezüge und Stiftungen

In den Quellen werden vielfältige verwandtschaftliche Beziehungen in das Münsterland genannt (u. a. Verbindungen zu den Familien Klostermann und Frey). Außerdem wird eine Beteiligung an Familienstiftungen erwähnt.


Bilder

Quellen

  • Ahlener Monatsschau: J. Longerich: „Wir stellen vor: Kaufhaus B. H. Beumer – 327 Jahre alt. Querschnitt durch die Entwicklung eines münsterländischen Geschäftshauses“, (Heft/Jahrgang/Seiten bitte ergänzen; in deinen Scans S. 5–8).