Restaurant Chagall
| Restaurant Chagall | |
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51.7631857.886188 Koordinaten: 51° 45′ 47″ N, 7° 53′ 10″ O
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| Heutige Nutzung | Restaurant |
Das Restaurant Chagall befindet sich in einem historischen Ackerbürgerhaus an der Weststraße 94 in Ahlen. Das Fachwerkgebäude wurde im Jahr 1839 errichtet und gehörte ursprünglich zu den typischen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden der Ahlener Ackerbürger.
Heute ist das Gebäude Teil des Ensembles aus historischem Ackerbürgerhaus, benachbarter Gründerzeitvilla und modernem Erweiterungsbau des Kunstmuseums Ahlen. Seit 1997 wird das Haus gastronomisch genutzt.[1]
Geschichte
Errichtung als Ackerbürgerhaus
Das Gebäude wurde im Jahr 1839 als Ackerbürgerhaus errichtet. Die Jahreszahl ist noch heute in einer Inschrift am Torbalken überliefert.[1]
Es handelte sich um ein Fachwerkgebäude mit einer Querdiele zur Weststraße.
Als Wohn- und Wirtschaftsgebäude war das Haus auf eine Lebensweise zugeschnitten, bei der die Bewohner einen großen Teil ihres Lebensunterhalts aus landwirtschaftlichen Erträgen bestritten. Daneben gingen sie häufig einer weiteren, meist handwerklichen Tätigkeit nach.[1]
Damit entspricht das Gebäude einem für das vorindustrielle Ahlen typischen Nutzungsmuster, bei dem Wohnen, Landwirtschaft und gewerbliche Tätigkeit eng miteinander verbunden waren.
Umbau von 1909
Ein späterer Eigentümer des Hauses war der Volksschullehrer Füchte.
Im Jahr 1909 ließ er die bisherige Wirtschaftsdiele mit ihrem Deelenstor zu einem Ladengeschäft mit Schaufenster umbauen.[1]
Spuren dieses Umbaus sind bis heute in der Fassade des Gebäudes erkennbar.
Die baulichen Veränderungen dokumentieren den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel Ahlens infolge der raschen Industrialisierung vom Ende des 19. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts.
Mit dem starken Bevölkerungswachstum änderten sich auch Bedürfnisse, Produktionsweisen und Nachfrage. Das ursprünglich landwirtschaftlich geprägte Bürgerhaus wurde entsprechend an eine zunehmend städtische Nutzung angepasst.[1]
Gebäude
Das historische Hauptgebäude ist ein Fachwerkhaus aus dem Jahr 1839.
Ursprünglich prägte eine zur Weststraße gerichtete Querdiele mit großem Deelenstor die Fassade. Durch den Umbau von 1909 wurde dieser Bereich zu einem Geschäft mit Schaufenster umgestaltet.
Die historische Bausubstanz blieb trotz der veränderten Nutzung in wesentlichen Teilen erhalten.
Vor dem Umbau zum heutigen Restaurant war das Fachwerk der Straßenfassade noch deutlich sichtbar. Später wurde die Straßenansicht verputzt und gestalterisch an die neue Nutzung angepasst.[1]
Ensemble am Kunstmuseum
Das Ackerbürgerhaus bildet gemeinsam mit der benachbarten historischen Villa und dem modernen Erweiterungsbau des Kunstmuseums Ahlen ein Ensemble aus unterschiedlichen Epochen.
Gerade dieser Kontrast zwischen einem Ackerbürgerhaus des frühen 19. Jahrhunderts, einer repräsentativen Gründerzeitvilla und moderner Museumsarchitektur macht die städtebauliche Situation besonders deutlich.
Das Ensemble dokumentiert unterschiedliche Phasen der Stadtentwicklung Ahlens vom 19. bis in das 21. Jahrhundert.[1]
Gastronomische Nutzung
Im Zuge der späteren Umnutzung wurde das historische Gebäude zu einem Restaurant umgebaut.
Seit 1997 betreibt die Familie Rahenbrock im Haus das Restaurant Chagall.[2]
Der Betrieb umfasst Restaurant, Café und Vinothek. Neben dem regulären Gastronomiebetrieb werden die Räume auch für Feiern, Tagungen und andere Veranstaltungen genutzt.
Zum Chagall gehören außerdem Terrassen- und Außenbereiche, die unmittelbar an das Umfeld des Kunstmuseums und dessen Skulpturengarten anschließen.
Durch die gastronomische Nutzung erhielt das historische Gebäude eine neue Funktion, ohne seinen städtebaulichen Zusammenhang mit dem Museumsensemble zu verlieren.
Verbindung zum Kunstmuseum
Das Restaurant ist räumlich eng mit dem Kunstmuseum Ahlen verbunden.
Die rückwärtigen Bereiche von Restaurant und Museum werden über das gemeinsame Umfeld des Museumsplatzes erschlossen.
Im Zuge der Neugestaltung des Museumsumfeldes im Jahr 2017 wurden die Wegeführung, der Anlieferverkehr sowie der Zugang zum Skulpturengarten und zum Restaurant neu geordnet.[3]
Dadurch wurde der gesamte Museumsbereich stärker zum öffentlichen Stadtraum geöffnet.
Bedeutung
Das Gebäude an der Weststraße 94 ist ein anschauliches Zeugnis der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung Ahlens.
Seine ursprüngliche Nutzung als Ackerbürgerhaus dokumentiert eine Lebensform, in der Landwirtschaft, Wohnen und handwerkliche Tätigkeit miteinander verbunden waren.
Der Umbau von 1909 zum Ladengeschäft zeigt dagegen den Wandel zur stärker industrialisierten und städtisch geprägten Gesellschaft.
Die heutige Nutzung als Restaurant steht für eine weitere Phase der Stadtentwicklung und zeigt, wie historische Bausubstanz an neue Funktionen angepasst werden kann.
Gemeinsam mit der benachbarten Villa und dem Kunstmuseum bildet das Gebäude heute ein kulturell und städtebaulich bedeutendes Ensemble.
Chronik
- 1839: Errichtung des Fachwerkgebäudes als Ackerbürgerhaus.
- 1909: Umbau der Wirtschaftsdiele mit Deelenstor zu einem Ladengeschäft mit Schaufenster durch den Eigentümer Füchte.
- 20. Jahrhundert: weitere Veränderungen und Anpassungen der Nutzung.
- 1990er-Jahre: Umbau des historischen Gebäudes für eine gastronomische Nutzung.
- 1997: Beginn des Restaurantbetriebs „Chagall“ durch die Familie Rahenbrock.
- 2017: Neugestaltung des Umfeldes von Kunstmuseum, Skulpturengarten und Restaurant.
- heute: Nutzung als Restaurant, Café, Vinothek und Veranstaltungsort.
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 Stadt Ahlen – Der Bürgermeister (Hrsg.): 30 Jahre Tag des offenen Denkmals in Ahlen. Ausgewählte Denkmäler von 1994 bis 2024, Ahlen 2024, S. 61.
- ↑ Stadt Ahlen: Firmen- und Gewerberegister, Eintrag „Restaurant, Vinothek & Café Chagall“.
- ↑ Dirk Hartleb: „Vorplatz macht das Museum erst sichtbar“, Westfälische Nachrichten, 6. August 2017.
Literatur
- Stadt Ahlen – Der Bürgermeister (Hrsg.): 30 Jahre Tag des offenen Denkmals in Ahlen. Ausgewählte Denkmäler von 1994 bis 2024, Ahlen 2024, S. 61.

