Villa Buschhoff
| Villa Buschhoff | |
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51.7631797.885652 Koordinaten: 51° 45′ 47″ N, 7° 53′ 8″ O
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| Anschrift | Museumsplatz 1
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| Baujahr | 1882 |
| Ursprüngliche Nutzung | Stadtvilla |
| Heutige Nutzung | Kunstmuseum |
Die Villa Buschhoff, auch als Villa Kalkstein beziehungsweise in anderen Quellen als Villa Kalckstein bezeichnet, ist eine historische Stadtvilla am Museumsplatz 1 in Ahlen. Das Gebäude wurde im Jahr 1882 für die Baronin von Kalkstein errichtet.
Die herrschaftliche Villa entstand im Stil der Neurenaissance mit einzelnen neoromanischen Elementen. Im Jahr 1917 erwarb die Ahlener Unternehmerfamilie Buschhoff das Gebäude. Seit 1993 befindet sich hier das Kunstmuseum Ahlen.[1]
Geschichte
Errichtung für die Baronin von Kalkstein
Die Villa wurde 1882 als repräsentative Stadtwohnung für die Baronin von Kalkstein errichtet.[1]
Der Standort lag unmittelbar am kurz zuvor abgebrochenen Westtor der Stadt und in unmittelbarer Nähe zur Werse. Damit entstand die Villa an einer städtebaulich hervorgehobenen Stelle am westlichen Zugang zur historischen Innenstadt.
Historische Aufnahmen zeigen das Gebäude bereits vor 1904 als markanten Bau an der Weststraße.
Die Villa wurde in zeitgenössischen und späteren Quellen auch als Villa Kalkstein beziehungsweise Villa Kalckstein bezeichnet.
Erwerb durch die Familie Buschhoff
Im Jahr 1917 erwarb die Familie Buschhoff die Villa.[1]
Die Familie war durch das 1873 gegründete Ahlener Maschinenbauunternehmen Th. Buschhoff GmbH Co. wirtschaftlich eng mit der Entwicklung der Stadt verbunden.
Erst durch diesen Eigentümerwechsel erhielt das Gebäude die heute ebenfalls gebräuchliche Bezeichnung Villa Buschhoff.
Die ausführliche Geschichte des Unternehmens wird im Artikel Th. Buschhoff GmbH Co. behandelt.
Architektur
Die Villa ist ein repräsentativer Bau des Historismus.
Sie wurde im Stil der Neurenaissance errichtet und weist zusätzlich einzelne neoromanische Elemente auf.[1]
Charakteristisch ist die stark gegliederte Fassadengestaltung. Unterschiedliche Materialien, Gesimse, Fensterrahmungen und dekorative Bauteile unterstreichen den herrschaftlichen Charakter des Gebäudes.
Besonders markant ist der turmartig ausgebildete Eckbereich mit seinem aufwendig gestalteten Dachabschluss. Balkone, Rundbogenfenster und plastische Fassadenelemente verstärken den repräsentativen Eindruck.
Der ursprüngliche Charakter als vornehme Stadtwohnung ist trotz der späteren Umnutzung weiterhin deutlich ablesbar.
Kunstmuseum Ahlen
Seit 1993 befindet sich in der ehemaligen Villa das Kunstmuseum Ahlen. Die Entstehung des Museums geht wesentlich auf die private Initiative des Unternehmers und Mäzens Theodor F. Leifeld zurück.[1]
Mit der Sanierung und Umnutzung der gründerzeitlichen Villa entstand ein repräsentativer Ort für das kulturelle Leben Ahlens.
Im selben Jahr wurde auch die Theodor-F.-Leifeld-Stiftung gegründet. Sie wurde mit Grundbesitz und Finanzvermögen ausgestattet und trägt zur Finanzierung und Organisation des Museumsbetriebs bei.
Erweiterung des Museums
Im Jahr 1996 wurde das Kunstmuseum baulich erweitert.[1]
Seitdem präsentiert sich der Standort als Ensemble aus drei Gebäuden beziehungsweise Bauteilen unterschiedlicher Epochen.
Die historische Villa bildet dabei den repräsentativen Altbau. Ihr ursprünglicher Charakter als herrschaftliche Stadtwohnung steht in bewusstem Kontrast zur modernen Architektur des Museumsanbaus.
Der moderne Mittelbau ist als Stahl-Glas-Verbundkonstruktion ausgeführt und vermittelt zwischen der historischen Villa und den weiteren Gebäuden des Ensembles.[1]
Skulpturengarten und Museumsumfeld
Westlich beziehungsweise rückwärtig der Villa befindet sich der Skulpturengarten des Kunstmuseums.
Das Umfeld des Museums wurde im Jahr 2017 neu gestaltet. Ziel war es, den Zugang zum Museum und zum Skulpturengarten stärker zum öffentlichen Stadtraum zu öffnen.[2]
Zuvor hatten eine Mauer mit historischem Tor und ein von Sträuchern und Hecken eingefasster Parkplatz den Blick auf Teile des Museumsgeländes erschwert.
Im Zuge der Neugestaltung entstand ein großzügiger gepflasterter Vorplatz mit Sitzmöglichkeiten. Zugleich wurden Fuß- und Radwege sowie die Erschließung des Museums und des benachbarten Restaurants Chagall neu geordnet.
Durch die Umgestaltung wurde insbesondere die repräsentative Westfassade der Villa stärker sichtbar.[2]
Bedeutung
Die Villa Buschhoff gehört zu den repräsentativen Wohnbauten des ausgehenden 19. Jahrhunderts in Ahlen.
Als 1882 errichtete Stadtvilla der Baronin von Kalkstein dokumentiert sie den gehobenen Wohnungsbau der Gründerzeit. Der spätere Erwerb durch die Unternehmerfamilie Buschhoff verbindet das Gebäude zusätzlich mit der Ahlener Industriegeschichte.
Mit der Umnutzung zum Kunstmuseum erhielt die Villa ab 1993 eine neue kulturelle Bedeutung.
Heute bildet sie gemeinsam mit dem modernen Museumsbau und dem benachbarten historischen Ackerbürgerhaus des Restaurants Chagall ein Ensemble unterschiedlicher Architekturepochen.
Chronik
- 1882: Errichtung der Villa für die Baronin von Kalkstein.
- 1917: Erwerb der Villa durch die Familie Buschhoff.
- 1993: Eröffnung des Kunstmuseums Ahlen in der sanierten Villa.
- 1993: Gründung der Theodor-F.-Leifeld-Stiftung.
- 1996: Erweiterung des Kunstmuseums durch einen modernen Museumsbau.
- 2017: Neugestaltung des Vorplatzes und des Museumsumfeldes.
Einzelnachweise
Literatur
- Jörg Niemer: „Zur Baugeschichte der ehemaligen Villa Kalckstein, jetzt Kunst-Museum Ahlen“, in: Westfalen. Hefte für Geschichte, Kunst und Volkskunde, Band 84, 2006, S. 195–209.
- Stadt Ahlen – Der Bürgermeister (Hrsg.): 30 Jahre Tag des offenen Denkmals in Ahlen. Ausgewählte Denkmäler von 1994 bis 2024, Ahlen 2024, S. 60.

