Schuhfabrik Böcker
| Schuhfabrik Böcker | |
|---|---|
| Anschrift | Oststraße 56 4730 Ahlen |
| Branche | Schuhfabrik |
| Gründungsdatum | 1898 |
| Auflösungsdatum | 1903 |
| Auflösungsgrund | Konkurs nach Brand der Fabrik |
| Inhaber | Anton Böcker |
|
| |
Die Schuhfabrik Anton Böcker war eine frühe Ahlener Schuhfabrik an der Oststraße 56. Das Unternehmen wurde 1898 gegründet und bestand bis 1903. Es gehörte zur ersten Gründungsphase der Ahlener Schuhindustrie und war einer der frühen mechanisierten Schuhbetriebe der Stadt.[1]
Die Geschichte der Firma endete 1903 durch einen schweren Brand, der die Fabrik mitsamt Maschinen, Leder- und Fertigwarenlager zerstörte.[1]
Historie
Gründung
Die Schuhfabrik wurde 1898 gegründet. Die Eintragung ins Handelsregister erfolgte am 25. Mai 1898 zunächst unter dem Namen Orthey & Böcker. Bereits zum 1. Januar 1899 wurde die Firma in eine von Anton Böcker geführte Schuhfabrik umgewandelt beziehungsweise entsprechend geändert.[1]
Der Standort des Betriebs befand sich an der Oststraße 56. Damit lag die Firma in einem Bereich Ahlens, in dem auch weitere frühe Schuhfabriken angesiedelt waren, etwa die Schuhfabrik Jütting an der Oststraße 38.[1]
Bedeutung in der frühen Ahlener Schuhindustrie
Die Schuhfabrik Böcker gehörte zu den ersten Ahlener Schuhfabriken, die nach der Schuhfabrik Tovar und im Umfeld der Gründung der Schuhfabrik Steinhoff entstanden. Sie war Teil jener Entwicklung, in der sich die Schuhherstellung in Ahlen vom Handwerk zur industriellen Produktion wandelte.[1]
Nach Schorfheide spricht vieles dafür, dass Böckers Betrieb bereits früh die Kriterien einer industriellen Produktionsweise erfüllte. 1903 beschäftigte die Firma etwa 30 Personen. Außerdem verfügte sie über mehrere Maschinen sowie ein großes Leder- und Fertigwarenlager.[1]
Brand 1903
In der Nacht vom 29. auf den 30. Juli 1903 brach in der Schuhfabrik Anton Böcker ein Feuer aus. Der Brand breitete sich sehr schnell aus und zerstörte den gesamten Betrieb. Maschinen, Lederbestände und fertige Waren wurden vernichtet.[1]
Der Schaden wurde auf etwa 50.000 Mark geschätzt. Zwar war der Schaden durch Versicherungen abgedeckt, dennoch geriet Anton Böcker in wirtschaftliche Schwierigkeiten.[1]
Durch den Brand verloren etwa 30 Personen, darunter rund 20 verheiratete Arbeiter, ihre Arbeitsstelle. Die Ursache des Feuers blieb ungeklärt.[1]
Konkurs und Ende
Im November 1903 wurde über das Vermögen Anton Böckers das Konkursverfahren eröffnet. Zu einem Wiederaufbau der Fabrik kam es nicht mehr.[1]
Damit endete die Geschichte der Schuhfabrik Böcker bereits fünf Jahre nach ihrer Gründung.
Standort
Die Schuhfabrik Böcker befand sich an der Oststraße 56 in Ahlen.[1]
Beschäftigte
| Jahr | Beschäftigte |
|---|---|
| 1903 | ca. 30 |
Einordnung
Die Schuhfabrik Anton Böcker war zwar nur wenige Jahre aktiv, gehört aber zu den wichtigen frühen Betrieben der Ahlener Schuhindustrie. Sie zeigt, dass Ahlen bereits um 1900 mehrere kleinere Schuhfabriken besaß, die über handwerkliche Strukturen hinausgingen und industrielle Produktionsweisen nutzten.[1]
Der Brand von 1903 ist zugleich eines der einschneidenden Ereignisse in der Frühgeschichte der Ahlener Schuhindustrie. Während andere Betriebe wie Schuhfabrik Tovar und Schuhfabrik Steinhoff über Jahrzehnte weiterbestanden, wurde die Entwicklung der Firma Böcker abrupt beendet.[1]